Zufrieden alt werden - 5 Impulse für junge Menschen

Shownotes

Alte Menschen sollen besonders zufrieden sein. Wenn das stimmt, was machen sie anders? 5 Ideen für alle, die nicht erst am Ende des Lebens erkennen wollen, wie gutes Leben funktioniert. In dieser Folge besprechen Leon und Atze, warum wir anders auf das Altern schauen sollten und welcher Wert darin liegt, aus dem Leben älterer Menschen zu lernen. Aber Vorsicht. So einfach die Idee scheint – am Ende des Lebens kommt die Zufriedenheit – so anders sieht das eine neue Meta-Analyse. Wie immer, trifft hier also das Leben auf die Wissenschaft.

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Leon & Atze

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Redaktion: Leon Windscheid

Produktion: Murmel Productions

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00:00:00: dass die große Mehrheit der Menschen dem Kommen des Alters mit Trauer und Auflehnung entgegenblickt.

00:00:07: Und sagt, es erfüllt sie sogar mit größerem Wiederwillen als der Tod selbst.

00:00:12: Ich müsste eher von Tag zu Tag panischer werden und unzufriedener, weil mir die Zeit wegrennt.

00:00:18: Und das Gegenteil ist der Fall.

00:00:20: Ich muss das, aber auch das.

00:00:21: Ich muss jenes, aber auch solches.

00:00:23: Und auch das ist bei mir auch ein Stück weit so, aber ich hab wirklich manchmal den Eindruck, Die Freundinnen und Freunde von mir, die Kinder haben, da ist das nochmal so viel heftiger.

00:00:31: Da sieht man doch schon, dass die Währung das natürlich deshalb benutzt, weil in uns allen vielleicht so eine Sehnsucht nach dem auch ist.

00:00:39: Es ist ja ein Sehnsuchtsort, in sich zur Ruhe zu

00:00:42: kommen.

00:00:47: Atze, ich will, ich will, muss, will, würde, hätte, könnte, hätte dich jetzt gerade mein Arm genommen.

00:00:59: twenty-sixundzwanzig, herzlich willkommen im neuen Jahr.

00:01:02: Ach, ist das nicht schön.

00:01:03: Vielleicht wird es sogar noch besser als fünfundzwanzig.

00:01:07: Ja, ich stehe strahm im Strumpf, der vitale Rüde ist zu allem bereit, zu nichts in der Lage und von daher freue ich mich auf ein weiteres, schönes Jahr mit dir.

00:01:18: Ich auch.

00:01:20: Ich muss sehr lachen, weil Vitaler Rüde, ich war letztens auf einer WG-Party eingeladen und ich weiß nicht woher, aber irgendwann kursierte ein, würde ich sagen, thirty-fünf Zentimeter langer Plastik-Dildo, Silicone-Dildo auf dieser Party, den irgendwann auch jemand, der eine Glatze hatte.

00:01:38: Das war dann das große Spiel der ganzen Truppe dort, immer auf die Glatze geworfen bekam, weil da hinten so ein Noppen dran hat, womit der quasi an der Wand festgemacht

00:01:46: hat.

00:01:50: Weil das sehr lustig war.

00:01:51: Alle das sehr lustig fanden, hat eine gute Freundin diesen Dildo auch für uns besorgen.

00:01:56: Jetzt steht er hier bei mir auf dem Schreibtisch und ich guck da gerade drauf und dachte bei Vitaler Rüde.

00:02:02: So, das stellst du nie

00:02:03: davor.

00:02:04: Na ja, nicht irgendwie.

00:02:08: Ich hatte tatsächlich, war jetzt in der Hundewelt unterwegs in meiner Vorstellung.

00:02:12: Ja, aber hast du mal gesehen, wenn so ein Hund, da gibts ja auch durchaus.

00:02:16: Ja, okay, gut.

00:02:19: Ist jetzt nicht so mein Schwerpunktbereich, aber ich hatte tatsächlich an das primäre Sexualorgan als Letztes gedacht.

00:02:30: Aber gut, hast du das?

00:02:31: Ich hätte da wahrscheinlich auch nicht daran gedacht, wenn es hier nicht vor mir auf dem Schreibtisch stehen würde, so ein bisschen wie in Oskar.

00:02:35: Es ist etwas peinlich.

00:02:36: Ich muss auch mal gucken, dass ich... Deshalb

00:02:37: lasst du immer so dabei, weil ich habe das jetzt ins Programm eingebaut und zu mich zu anfangen, die Talorie und alle lachen und... Ach, ich hab mir immer so ein Jack Rasseltärier vorgestellt, also im seriösesten Falle noch ein Pitbull oder Mastino.

00:02:56: Wenn du ein Hund

00:02:56: wärst, welche Rasse wärst du wohl?

00:03:01: Als wir immer damals im Frankreich Urlaub waren, gab es diesen ganz tollen Hund, Vienna, von Freunden von uns.

00:03:06: Das war ein schwarzer Labrador.

00:03:10: Total toll, total süß.

00:03:12: Und

00:03:12: so siehst du dich?

00:03:13: Ja, so würde ich mich... Also, die war einfach klasse.

00:03:15: So wäre ich dann auch gerne.

00:03:17: Okay, also mein Selbstbild ist tatsächlich so Pitbull.

00:03:21: Und wenn ich alle um mich herum frage, die sehe mich tatsächlich auch als Labrador.

00:03:25: Ach wirklich?

00:03:26: Ja,

00:03:27: aber auf der Bühne dann Pitbull.

00:03:29: Ja, das ist

00:03:30: so eine Mischung,

00:03:32: dieses Humorvolle mit Herz erzählt, dann ist ja dann doch schon wieder Labrador.

00:03:37: Also ich weiß nicht, ich will nur kuscheln.

00:03:41: Ich finde auch schön, dass wir hier mit Gummi-Dildo ins neue Jahr starten, so viel zum Niveau.

00:03:46: Eigentlich wollte ich dir was anderes erzählen, es ist ja der sechste Januar, und das heißt, für viele Tannenbaum muss jetzt raus.

00:03:52: Ich habe hier Daten interessiert bei Statista gefunden, dass einen dreißig Prozent den schon während der Feiertage rausgeschmissen haben, was ich es nahezu skrupellos finde, direkt nach, ja, was

00:04:03: ist was?

00:04:06: Was heißt das denn während der Feiertage?

00:04:08: Stelle ich mir das, das ist so für mich so ein deutscher Vater, der dann am zweiten Weihnachtsfeiertag sagt, wenn alle noch da sitzen und Mutti hat wieder den ganzen Tag gekocht und alles so, ich mache jetzt mal hier die Männer sagen, dann fängt er schon an den Baum an zu packen, hat wahrscheinlich kaum Zeit die Kugeln abzuhängen und schmeißt ihn schon raus aus dem dritten Stock auf die Straße.

00:04:24: Nee, das finde ich skrupellos.

00:04:25: Direkt nach Neujahr, zwölf Prozent geht schon eher am sechsten Januar, also heute heilige drei Könige, vierundzwanzig Prozent.

00:04:31: Aber, einunddreißig Prozent behalten den bis Nach dem sechsten Januar.

00:04:37: Und da hab ich ein Familienmitglied von mir gemacht.

00:04:41: Ich meine, es war Tante Annemey, wo meine Mutter mir mal gesagt hat, die hat den Tannenbaum behalten bis Maria Lichtmess am zweiten Februar.

00:04:50: Das scheint der späteste christliche Termin zu sein, der klar geht.

00:04:53: Maria Lichtmess, ich mein, wir haben gegenüber vom Bastor gewohnt und ich hab da Maria Lichtmess, da klingt so nach bayerischem Amtsgericht.

00:05:04: Ja, ich weiß nicht.

00:05:04: Also meine Einstellung zu Weihnachtsbäumen, man soll sie erst gar nicht aufstellen.

00:05:11: Eine Schmierenkomöde, da ihr so eine Krüppelfichte in die Bude zustellen, sich womöglich noch spinnen und alles umgeziefer in die Bude holen.

00:05:21: Und dann, vor allen Dingen, wie du schon sagst, dann wird er entsorgt und dann hast du den ganzen Januar überall diese Bäume liegen.

00:05:28: Das ist das Sinnloseste, was es überhaupt nur geben kann.

00:05:31: Tja, wir haben es als Kinder geliebt, diese riesenhaften Tannenbaum-Haufen bei uns in Sohling unten.

00:05:37: Da gab es an so einem Berg quasi so eine Art Wendehammer.

00:05:39: Da lagen die, dann haben wir riesenhafte Buden reingebaut.

00:05:42: Das war total geil.

00:05:43: Und die Elefanten freuen sie ihm im Zoo.

00:05:45: Die fressen die doch.

00:05:47: Ja, da sind sie, glaub ich auch so.

00:05:50: Na ja, ich find's absolut nicht.

00:05:53: Das ist ja Okkultismus letztendlich, oder?

00:05:56: Ja, zumindest ein bisschen.

00:05:58: Guck mal, wir haben uns alle darauf verständigt, dass Christus Kind in Bethlehem, in der Wiege, in Ochse, Esel waren glaube ich auch dabei, die nicht gegessen wurden.

00:06:07: Da kamen da irgendwie drei Weisen noch aus dem Morgenland.

00:06:11: Was soll er da?

00:06:13: Wahrscheinlich aus den Emiraten haben Dubai Schokolade mitgebracht.

00:06:17: Und was eine Story überhaupt, oder diese Unbefleckte Empfängnis, die Jungfrau Maria, es stimmt doch alles hinten und vorne nicht.

00:06:24: Das ist eine Ausrede, die aus dem Ruder gelaufen ist.

00:06:26: So.

00:06:27: Darauf wurde eine ganze Weltreligion gegründet.

00:06:29: Und kein Mensch fragt wirklich danach, wer der Erzeuger des Kindes ist.

00:06:34: Da heißt es immer der Heilige Geist.

00:06:36: Wie sagt der Lemmy so schön?

00:06:37: Ich sag es hier glaube ich zum fünften Mal.

00:06:39: Wer so eine Scheiße glaubt, hat es verdient, im Stall zu übernachten.

00:06:47: Machen wir das nicht alles kaputt?

00:06:49: Ich finde das irgendwie auch schön mit den Tannenbäumen.

00:06:52: Lass meinen jetzt hier noch bis Maria Lichtmess stehen.

00:06:55: Will ihr aber eigentlich rein mit dir in das neue Jahr?

00:06:57: Ja.

00:06:57: Ja.

00:06:57: Ja.

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00:07:20: Ja.

00:07:20: Ja.

00:07:21: Ja.

00:07:21: Ja immer so alles nur am jung sein orientiert wird, dass alles sich nur daran ausrichtet, wie wir alle jung bleiben, so diese alte Message.

00:07:32: alle wollen alt werden, aber keiner will alt sein.

00:07:34: und ich denke die ganze Zeit bei diesem ganzen longevity Wahnsinn erlassen uns doch erstmal einen umgang mit dem alter einen gesunden umgang mit dem alter für unsere für unsere jetzige Situation finden, bevor wir da irgendwie bei Google im Silicon Valley überlegen, wie wir hundertfünfzig Jahre alt werden.

00:07:48: Ja, also

00:07:49: im Umgang mit dem Alter.

00:07:51: Ja, das ist viel Zeit.

00:07:52: Lässt du deinen Altersgenossen mal einen guten Umgang beibringst.

00:07:57: Also für mich wird es Zeit.

00:07:58: Ja, und das ist vielleicht

00:08:00: schön.

00:08:01: Also ich habe unsere heutige Folge mal erst mal überschrieben, Arbeitstitel alt und zufrieden.

00:08:06: Ja.

00:08:06: Und das beschreibt mich ja ganz gut.

00:08:09: Ab sechzig bist du tatsächlich in allen Anzeigen, in allen Magazinen, auf allen Kanälen bist du das Beispiel für älter werden für alte Männer.

00:08:19: Mit fünfzig war man doch so Best-Ager.

00:08:22: Und jetzt ist man definitiv so im Verteiler für Apotheken, Umschau, Blasen, Medikamente, Rollatoren kriege ich auch schon.

00:08:33: Was jetzt auch immer öfter kommt, sind Treppenlifte.

00:08:36: Und ich finde langsam auch gefallen daran, weil es hat ja was.

00:08:42: Nach dem Abendprogramm, du setzt dich da in dein Treppenlift und wie Queen Elizabeth, wirst du so langsam in den ersten Stock gefahren, muss man nur ansprechend präsidial grüßen.

00:08:52: Aber du weißt schon recht, es passiert, aber da einhergehend und das werden wir ja sicher heute bearbeiten, folgendes, dass ich Ja, ich glaube, ich bin ganz gern gesehen so in jeder Runde, auch in jüngeren Runden.

00:09:08: Aber ich merke, dass ich immer weniger gefragt werde.

00:09:11: So nach dem Motto, ja, ja, das hat für dich vielleicht noch gegolten, jetzt speziell auch in meinem Job.

00:09:18: Aber so Comedy funktioniert heute ganz anders.

00:09:21: Mach du dein Ding, das war auch alles doll.

00:09:23: Aber Fragen haben wir keine an dich.

00:09:26: Wirklich?

00:09:27: Ja.

00:09:29: Du hörst ja, ich kann auch gut drüber lachen.

00:09:33: Klar, Erfolg macht gelassen, aber Alter macht eben auch gelassen.

00:09:37: Okay, das ist ja erstmal total schön und drum soll es jetzt hier heute eine Folge sein, die uns alle was angeht und auch alle interessiert.

00:09:45: Ich glaube nicht nur, weil ich mir wünschen würde, dass wir einen anderen Umgang mit dem Altern finden, auch gerade als jüngere Generation, sondern es gibt in der Psychologie eine große Idee.

00:09:53: Demnach sollen alte Menschen im Schnitt besonders glücklich sein.

00:09:57: Und da könnte man ja dann fragen, wenn die das so toll können, dann wär's noch mal schlau, die zu fragen, dann wär's noch mal voll smart, wenn wir gucken würden, von denen uns abgucken würden, wie geht das mit dem Glücklichsein?

00:10:08: Da will ich heute voll mit ihr rein, denn wie gesagt, ich hab oft das Gefühl, dass wir mit dem Alter völlig falsch umgehen und das ist auch wissenschaftlich sehr, sehr, sehr interessant, weil wir gleich einige Twists erleben werden, vor allem sehr neue Untersuchungen, richtig viele Daten und am Ende mal ganz konkret... Fünf Ideen, wie man sich vielleicht vom Alter was abgucken kann für sein Leben.

00:10:29: Das ist ja für mich eigentlich mit immer das Schönste, dass wenn wir beide sprechen, ich auf das Gefühl habe, ich frag dich an ganz vielen Stellen und manchmal frage ich nicht, du erzählst es einfach, aber dass ich ein Vorteil davon habe, dass ich mit... Mit der Ende dreißig, jemandem Zuhöre, der eine Generation weiter ist.

00:10:43: Und da, glaube ich, liegt ein großer Wert drin und den werden wir uns heute hier servieren.

00:10:48: Sehr gut.

00:10:49: Der Volksmund sagt ja, also die Volksweisheit dazu ist, dass Genie lernt aus Fehlern anderer und unter anderem darum soll es heute gehen.

00:10:58: Ja.

00:10:59: Wir fangen mal an mit einer sehr, gibt es einen Adjektiv zu Genie, geniehaften Frau Simone de Beauvoir, französische existenzialistische Philosophin, die geschrieben hat und das fand ich sehr, sehr, sehr schön in ihrem Buch Alles in Allem, Teil ihrer Autobiografie, dass die große Mehrheit der Menschen dem Kommen des Alters mit Trauer und Auflehnung entgegenblickt und sagt, es erfüllt sie sogar mit größerem Wiederwillen als der Tod selbst.

00:11:27: Sie meint dann, dass es nicht der Tod ist, den man dem Leben gegenüberstellt, weil der Tod dem Leben quasi das Schicksal gibt.

00:11:35: Er gibt ihm die absolute Dimension, sondern es ist das Alter.

00:11:40: Und sie sagt, wir lehnen

00:11:41: es ab, uns in dem

00:11:42: Kreis zu erkennen, der wir einmal sein werden.

00:11:45: Und zitiert dann Prust, fand ich noch ganz schön.

00:11:47: Unter allen Realitäten ist das Alter vielleicht diejenige, von der wir im Leben am längsten eine rein abstrakte Vorstellung

00:11:55: bewahren.

00:11:57: Ja also ihre These ist, wir fürchten uns vielleicht ein bisschen vor dem Tod, aber mehr noch fürchten wir uns eben vor dem Alter.

00:12:06: Ja und sie sagt sogar, dass das für viele am Ende, also dass man darauf achten muss, dass das das alt werden, nicht plötzlich so eine Parodie Das Leben selbst ist.

00:12:16: Und dass man aufpassen muss, dass man das Altwert nicht zu so einem Projekt macht, wo man plötzlich mit so einer Art Geschäftigkeit permanentem an sich schrauben, noch alles aus sich rausholen muss.

00:12:26: Ja, ja, ja.

00:12:26: Also ich fand das sehr, sehr schön, weil ich auch so gedacht habe, ich habe vor einiger Zeit tot in Venedig gelesen.

00:12:32: Und dort wird auch ein alter Mann beschrieben oder einer.

00:12:35: Da geht es auch ums Alter und natürlich um den Tod und das Ende vom Leben.

00:12:38: Und da hast du diese Karikatur, diese Parole zu einem alter Mann ganz heftig beschrieben.

00:12:42: Und das sind so starke Bilder, die was in dir auslösen.

00:12:44: Und da musste ich irgendwie dran denken.

00:12:45: und auch als du gerade den Treppenlift angesprochen hast.

00:12:49: Hey, hinten auf der Prisma war ... Immer schon lichter Treppenlift der Appung drauf.

00:12:53: Und die hat man so als Jugendlicher gesehen und gedacht, oh mein Gott, so das willst du ja nicht in deiner Bude haben.

00:12:58: Und dann lächelt dich da so ein Ränder in Becher Klamotte an und winkt und du denkst an ausfallende Zähne und an was hast du gesagt, Windeln, die man dann irgendwie braucht, Rollator.

00:13:08: Ich finde diese Parodie, die sie da beschreibt und dieses wie viele aufs Alter gucken, dass das so eine Realität ist, die man das ganze Leben nicht wahrhaben will.

00:13:15: Total nachvollziehbar für mich.

00:13:16: Da hat mich sehr berührte Text.

00:13:18: Total.

00:13:18: Jetzt, wenn du es erzählst, finde ich es auch schon fast dramatisch, wenn ich drüber nachdenke.

00:13:23: Erstmal, sag mir total was.

00:13:25: Altern nicht zur Parodie werden zu lassen.

00:13:28: Und wir kennen ja auch diese lustigen Alten, die vielleicht auch die ein oder andere Anekdote beizutragen haben, aber gar nicht mehr so richtig für vollgenommen werden.

00:13:39: Und mich haben immer Frauen, alte Frauen, alte Männer fasziniert,

00:13:46: die

00:13:47: eben in noch eigene Gedanken Konstrukte hatten und Denkanstöße.

00:13:53: Das fand ich immer absolut faszinierend.

00:13:55: Und das ist auch meine Idee vom Altern, dass man sich, dass man immer super interessiert bleibt, dass man dann nicht irgendwo hängen bleibt und auch auf einer Rolle hängen bleibt, weil dann wird es ja zur Parodie.

00:14:09: Da haust du in so eine große Kerbe bei mir.

00:14:11: Das ist in Würdealtern eine Herausforderung.

00:14:15: ist aber gleichzeitig auch die Aufgabe, die bewältigen sollten.

00:14:20: Ja, ja.

00:14:22: Und das ist ja keine ganz leichter Aufgabe.

00:14:24: Jetzt ist eine ganz frische Arbeit erschienen im Journal Personality and Social Psychology Review, brenumiertes großes Journal, wo die beiden Forschenden sagen, Learning from older adults, von älteren erwachsenen Lernen.

00:14:38: Also die haben keine konkrete Zahl dafür gegeben, fand ich ein bisschen schade, aber... Der Literatur heißt das über sixty-fünf.

00:14:44: Daraus mal so die Grundthese.

00:14:46: Die sagen, wenn jetzt ein Student versucht seine Freizeit zu genießen, dann könnte es sein, dass der sich plötzlich schuldig fühlt, weil da sind so viele Sachen, um die er sich eigentlich kümmern müsste.

00:14:56: Oder wenn ein Elternteil versucht, mal so ein bisschen freie Zeit für sich in Ruhe, im Alleinsein zu finden, dann macht man sich vielleicht sofort Sorgen um den Haushalt oder um die Kinder.

00:15:08: Und wenn jemand jetzt loszieht und sagt, ich gehe jetzt einfach mal richtig schön shoppen, ich kaufe mir was, dann vielleicht sofort so Ängste davor, oh, was ist mit den Finanzen und so weiter.

00:15:17: Also die haben viele Sousszenarien, wo die sagen, das ist gar nicht so einfach für Menschen.

00:15:22: zur Friedenheit in ihrem Leben zu finden.

00:15:24: Das haben wir ja auch schon viel besprochen in diesem Podcast und sagen dann bei älteren Menschen ist das anders.

00:15:32: Die finden dann irgendwann für sich einen Weg und berichten so diese Forschern auch höhere... Level von Zufriedenheit, obwohl natürlich viel in deren Leben vielleicht nicht mehr so toll ist, dass in Treppenlift brauchen oder vielleicht ein paar Freunde schon gestorben sind.

00:15:45: Die haben also die Grundtese.

00:15:47: Hey, es ist doch sehr spannend, dass wir viele Studien haben, wo alte Menschen erst mal mehr Zufriedenheit berichten als die Jungen.

00:15:54: Was auf den ersten Blick komisch wirkt, weil wie gerade gesagt, die haben noch einige Einschränkungen.

00:15:59: Und trotzdem findet man das immer wieder.

00:16:01: Wäre es da nicht sinnvoll, wenn wir gestressten jungen Leute, die versuchen, alles unter einen Hut zu kriegen, die vielleicht oft Schwierigkeiten haben, zur Friedenheit in ihrem Leben zu finden, mal nach oben gucken auf der Alterstreppe.

00:16:12: Und schauen, was erzählen die denn da, die da hochgefahren sind mit ihrem Treppenlift?

00:16:16: Und das ist ja erstmal eine interessante Idee.

00:16:17: Also wollte ich dich auch direkt fragen.

00:16:19: Gut, deswegen meine ich bitte nicht auf den Schlips getreten für, wobei ich es fast schon allmann finde, das zu sagen, weil ich wertschätze Alter total.

00:16:26: Aber ist das was, wo du für dich selber denkst, im Elterwerden steigt die Zufriedenheit?

00:16:32: Total.

00:16:33: Also, das könnte ich mit drei Addings Fett unterstreichen.

00:16:36: Als Tattoo auf dem Unterarm.

00:16:38: Ja, und mindestens, wenn ich gerade einen Billboard am Potsdamer Platz... Ja, das ist Wahnsinn.

00:16:45: Diese Zufriedenheit nimmt bei mir täglich zu.

00:16:47: Also, ein pures Glück.

00:16:49: Ich möchte nicht ein Tag jünger sein, kann ich auch jetzt schon mal beisteuern.

00:16:53: Tatsächlich, weil klar, es war auch sehr viel los in meinem Leben.

00:16:57: Ich hätte vielleicht auch auf dem Teil... der Erfahrung verzichten können.

00:17:01: Gleichwohl hat es mich ja hierher geführt, wo ich jetzt stehe und da fühle ich mich richtig an dieser Stelle.

00:17:07: Ich kann diese These absolut nur aus meiner persönlichen, aus meinem persönlichen Schicksal belegen.

00:17:13: Wie gesagt, möchte ich jünger sein.

00:17:15: Und das ist... Also ich find's toll, dass du dieses Thema hier eingebracht hast, weil alle streben ja danach nach dieser inneren Zufriedenheit.

00:17:25: Dass der See mal ein bisschen geruht, dass man bei sich ist.

00:17:28: Da reden wir ja im Prinzip fast schon sechseinhalb Jahre drüber, wie werde zu dem, der du bist.

00:17:36: Das passt ja ja auch ganz gut, das Nietzsche Zitat.

00:17:40: Und vielleicht liegt da auch... So eine kleine Erklärung dieser Zufriedenheit, dass dieses Werte der, der du bist, im Alter vielleicht etwas mehr übereinander liegt.

00:17:52: In deinem Alter ist ja oft so, wenn ich jetzt aus dem, was du mir erzählt hast, so ein Bild zusammensetzt, dann gibt es ja noch ganz viele ungeklärte Fragen in deinem Leben.

00:18:01: Gründlich eine Familie, werde ich immer dieser Wissenschaftsjournalist sein, fange ich nochmal ganz was Neues an.

00:18:10: Das sind so Fragen, die mich gar nicht mehr so umtreiben natürlich.

00:18:15: Also bei mir sind viele grundsätzliche Fragen schon beantwortet.

00:18:18: Das heißt, vielleicht stehen die Möbel in meinem mentalen Wohnzimmer schon an der richtigen Stelle.

00:18:25: Ah ja.

00:18:25: Und es ist tatsächlich tappiziert.

00:18:29: Bei mir ist er noch so.

00:18:30: Ikea von Grobe.

00:18:31: Ja,

00:18:35: genau.

00:18:35: Hier und da eine Macke und passen nicht ganz zusammen.

00:18:37: Also,

00:18:38: ja, auch eine schöne These eigentlich.

00:18:40: Wenn du noch zum Ikea gehst, dann bist du noch nicht angekommen.

00:18:51: Ich dachte jetzt, solange man noch einen thirty-fünf Zentimeter Silikondil auf seinem Schreiben stehen hat, ist man noch nicht einkommen.

00:18:56: Aber das ist eigentlich auch besser mit dem Ikeas was zu machen.

00:18:59: Der wird im Alter wichtiger.

00:19:00: Aber absolut, absolut.

00:19:04: Ja, ich hole jetzt nochmal etwas weiter aus, ohne dass ich lang werde.

00:19:10: Ich habe manchmal den Eindruck und das ist jetzt vielleicht schon so eine... Alters Überheblichkeit, aber ich meine es gar nicht überheblich.

00:19:17: Ich meine das wirklich als Beobachtung und das gilt wahrscheinlich letztendlich für Jung und Alt.

00:19:21: Habt ihr alle zuhörnenden und du, habt ihr nicht alle das Gefühl, dass die meisten überhaupt keinen Plan haben, was sie mit ihrem Leben anstellen sollen?

00:19:31: Das kommt mir immer so vor.

00:19:32: Also vielleicht ist das jetzt tatsächlich von einem der sein Platz gefunden hat, tatsächlich ein bisschen arrogant, aber die meisten flippen noch so rum und fügen sich erst mal den Gegebenheiten, auch den materiellen Zwingen, dass man muss tun, was man tun muss und hat gar keine Zeit, zu sich zu finden.

00:19:56: Ja, also ich überlege gerade, ob ich das unterschreiben würde.

00:19:58: Ich

00:20:01: habe gerade,

00:20:02: jeder von uns hat jetzt jemanden vor Augen, der so ist.

00:20:04: Ja.

00:20:05: Ja, aber ich habe halt auch genug Leute, die ganz anders sind.

00:20:07: Nein, aber ich meine jetzt nicht totale Kaoten, sondern... Nee, nee, das ist schon klar.

00:20:11: ... die normalos, die erstmal natürlich das Kleidebausgeld über Miete, Lebensmittel und so weiter.

00:20:21: Und da sind ja schon gewisse Zwänge, die dich lenken.

00:20:23: Da kannst du ja erstmal nichts gegenmachen.

00:20:26: Aber bei den meisten habe ich nicht das Gefühl, dass sie wirklich ihr Leben gestalten, sondern dass sie das so ableben.

00:20:34: Dass sie die Punkte abhaken, die notwendig sind.

00:20:36: Und da gibt es natürlich viele auch gesellschaftliche Zwänge, kulturelle Selbstverständlichkeiten, die dann so mit abgehakt werden, ohne die zu hinterfragen.

00:20:45: Bis hin zum Weihnachtsbau.

00:20:46: Aber mal kurz zurück zum Alter.

00:20:50: Das heißt dann für dich, das war früher vielleicht bei dir auch mehr so und jetzt ist es anders, oder?

00:20:55: Ja, da gab es mit Sicherheit auch eine lange Orientierungsphase, bis ich mal rausgefunden hatte, was mir wirklich entspricht.

00:21:02: Aber es war ein sehr starker Drang in mir, da hinzukommen, an diese Stelle, dass ich mein Leben in die Hand nehme.

00:21:10: Dieser Drang, nichts fremdbestimmt zu sein, der war immens groß, schon von Kindesbeinen an.

00:21:16: Okay, ja ist ja auch, also ich hab ja nach deiner Geschichte gefragt bzw.

00:21:20: du hast sie geteilt, das ist ja total nachfallsieber was du beschreibst.

00:21:24: Ich gucke ja dann immer gerne, das weißt du ist meine Rolle hier, auf die großen Daten, auf die Psychologie.

00:21:30: und da möchte ich dir von einer Theorie erzählen, wo ich sehr gespannt bin.

00:21:33: Du sagst, die passt auch auf dich.

00:21:34: Ich hab jetzt mal hier als Zwischenfazit von dir verstanden.

00:21:37: Also im Laufe des Lebens mehr Schichten liegen irgendwie übereinander.

00:21:40: Man hat sein Zimmer so eingerichtet, die Möbel stehen.

00:21:43: Und das ist ein gutes Gefühl.

00:21:44: Und für dich eine der Erklärungen, warum du vielleicht sagst, zur Friedenheit ist jetzt gestiegen.

00:21:50: Dann hab ich für dich noch die... Sozioemotionale Selectivitätstheorie.

00:21:55: Klingt wie ein absolutes Brett,

00:21:57: ist aber eigentlich

00:21:57: einfach erklärt.

00:21:59: Das sollte jeder drauf haben.

00:22:01: Das sollte man mindestens auch auf dem Unterarm stehen haben.

00:22:04: Diese Theorie geht davon aus, dass mit dem Alter werden Menschen vielleicht irgendwann anfangen zu realisieren, dass ihre Lebenszeit ja limitiert ist.

00:22:14: Dass man nicht mehr unendlich viel Zeit hat.

00:22:17: Und Markus Lanz hat mir letztens gesagt, da hat er dich dann zitiert, dass du ihm mal gesagt hast am fünftigsten Geburtstag, ich weiß, ich habe noch zwanzig gute Sommer an.

00:22:27: Ja.

00:22:28: Und dass er das total nachvollziehen konnte.

00:22:30: Das

00:22:30: hat er echt schon oft erzählt, hat er sogar bei Witten das mal erzählt.

00:22:35: Als Zitat von mir, aber es hat sich nichts geändert bei mir.

00:22:38: Jetzt bin ich zehn Jahre älter und sag, ich habe immer noch zwanzig gute Sommer.

00:22:44: So, jetzt kommt der Trick und den hat man dann drauf wahrscheinlich, wenn man älter wird.

00:22:48: Ich fahre mir im Winter noch irgendwo hin, wo Sommer ist, habe ich also noch vierzig gute Sommer.

00:22:54: Ja,

00:22:55: aber Markus hat das sehr beeindruckt.

00:22:58: Der ist fünf Jahre jünger als ich.

00:23:02: Und ja, ihr denkt da anscheinend auch sehr viel drüber nach.

00:23:06: Wie viel Zeit bleibt noch?

00:23:08: Und es war tatsächlich auch so.

00:23:09: Als ich fünfzig wurde, bis dahin war ich gefühlt jugendlich.

00:23:12: Also, wenn ich immer rein gehorcht habe.

00:23:16: Dann kam der Samstag, an dem ich fünfzig wurde, Riesenparty mit Zunkus von Gildo Horn auf der Bühne.

00:23:24: Dann habe ich gedacht, naja, es gibt ja Krise.

00:23:28: Welche Krise?

00:23:29: Es gibt ja einfach kein besseres Leben als das, das ich gerade führe.

00:23:33: Aber natürlich auch überheblich.

00:23:35: Und dann kam der Montag und Montagmorgen beim Rasieren schaue ich so in den Spiegel und denke, oh, und so das, was alle immer beschreiben, vor allen Dingen Männer beschreiben, dieses Maßband.

00:23:45: Wo stehst du jetzt?

00:23:46: Also, die Fünfzig ist ja mindestens mal die Hälfte.

00:23:51: Nach der Theorie, die Markus dann zitiert hat, wäre es dann zwei Drittel.

00:23:56: Und dann kam wirklich das Nachdenken.

00:23:57: Scheiße, so einige Sachen.

00:23:59: Da läuft mir wirklich die Zeit weg.

00:24:01: Ja, und das ist genau die Grundanahme dieser Theorie.

00:24:04: Und jetzt warum Selektivität und Sozioemozional.

00:24:08: Na ja, mit der Idee geht es dann weiter.

00:24:09: In dem Moment, wo mir das bewusst wird, ey, du hast hier nicht unendlich viel Zeit, fange ich an, mich selber in Situationen zu begeben, die meine Erfahrung von schönen Emotionen maximieren.

00:24:20: Ja.

00:24:21: Also so ein bisschen, ich mache eine Selektion der Situationen.

00:24:26: und suche Bereiche, wo ich mich vielleicht mit Menschen umgebe, mit Situationen umgebe, mit Erfahrungen umgebe, die dazu beitragen, dass sich das für mich toll anfühlt.

00:24:36: Und das bedeutet, wenn ich als junger Mensch da sitze, das passt vielleicht so ein bisschen zu dem, was du gerade eben beschrieben hast, dann sitzt man da als junger Mensch und titscht so durchs Leben hin und her und alles ist irgendwie noch Ikea und keine Ahnung, Chaos, dann fehlt das vielleicht noch so ein Stück weit.

00:24:48: Wir kamen auch da drauf zu sprechen, weil ich gesagt hatte, ich habe jetzt für mich eher so das Bedürfnis mal zu gucken, was kann man sein lassen?

00:24:54: wenn man nicht seine To-do-Listen und Bucket-Listen so überfrachtet.

00:24:59: Und dann sagt er halt, ja, aber für ihn ist es eher so, dass man sich ab einem gewissen Alter fragt, wie viel Zeit habe ich eigentlich noch, um bestimmte Dinge zu schaffen.

00:25:06: Und das meint er vielleicht auch wieder einfach eine Generation Unterschied.

00:25:10: Fand ich interessant.

00:25:11: Du hast hier also auch zu der Grundtese von diesem Paper, was da neu rausgekommen ist.

00:25:15: Also, wir haben jetzt vielleicht wieder ein kleines Zwischenfazit gesagt.

00:25:19: Es könnte sein, dass ältere Menschen, die immer wieder in Studien berichten, dass sie sich besser fühlen, zufriedener sind mit ihrem Leben als die Jungen, dass das daran liegt, dass sie eine Art Selektion vor durchführen und dann auswählen, in welchen Bereichen sie sich überhaupt noch bewegen, was ihr Leben ausmacht und das vielleicht viel mehr als junge Leute das tun.

00:25:40: Aber der Witz ist doch, und ich weiß gar nicht, ob es eine Antwort darauf gibt, dass man ja gerade deshalb panisch werden müsste.

00:25:46: Ich müsste ja von Tag zu Tag panischer werden und unzufriedener, weil mir die Zeit wegrennt.

00:25:52: Und das Gegenteil ist der Fall.

00:25:53: Passt aber vielleicht ein bisschen zu Simone de Beauvoir, die Kunst ist nicht den Tod dann irgendwie zu konzentrieren.

00:25:58: Der gibt dem Leben eh das Schicksal, das absolute, sondern die Kunst ist die Parodie davor.

00:26:06: nicht zu albern, durchzuziehen.

00:26:07: Also, ich finde, das ist gar kein Widerspruch, sondern genau, wie du gerade gesagt hast, ja, dann müsste man vielleicht erst mal denken, jetzt fängt man da an sich total zu stressen, aber nach dieser Theorie könnte man sagen, ne, man sucht sich die Sachen raus, die einem jetzt besser passen und gegen den Tod kannst du eh nix machen.

00:26:21: Stimmt,

00:26:22: man wird auf jeden Fall lässiger, das ist schon mal so als Keyword.

00:26:27: Also bis hierhin alles schön und gut.

00:26:28: Und übrigens auch etwas, was man nicht nur in dieser Arbeit findet, sondern das ist den Leuten im Alter, dass sie sich, dass die mehr zur Friedheit berichten, dass es den besser geht.

00:26:36: Das hört man allen Teilen in der Psychologie.

00:26:38: Aber ich glaube ja nicht einfach nur einem Paper, selbst wenn es in einem guten Journal rausgekommen ist, im Psychological Bulleter.

00:26:44: Auch so ein Top-Journal.

00:26:45: ist es in den Jahren, ist es in den Jahren, ist es in den Jahren, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist es in den Jahr, ist viele Daten.

00:26:57: Und die haben sich das subjektive Wohlbefinden angeguckt, was bedeutet, wie zufrieden bist du grundsätzlich mit deinem Leben, aber auch wie sind so die positiven Emotionen, die negativen Emotionen?

00:27:05: natürlich, wenn man mehr positive Emotionen hat, wäre das dann höher, als wenn da jetzt viele negative Emotionen sind, wie Traurigkeit oder Verzweiflung oder Einsamkeit.

00:27:14: So, und die sagen jetzt, Achtung ist ganz wichtig, über das Leben.

00:27:20: gab es schon eine positive oder gibt es schon eine positive Entwicklung von diesem Wohlbefinden, bis ungefähr siebzig Jahre.

00:27:28: Also von der Pubertät bis ungefähr siebzig Jahre geht die Lebenszufriedenheit ein bisschen hoch.

00:27:36: Und der negative Effekt, die negativen Gefühle, aber auch ein bisschen positive Effekt, die positiven Gefühle, der geht eher die ganze Zeit runter.

00:27:47: Das heißt, die einfache Botschaft, hey, allen Leuten geht's im Alter irgendwie besser, passt nicht.

00:27:53: Zu diesem riesigen Datensatz, der hier ausgewertet wurde.

00:27:56: Weil ja, die Lebenssuffinität geht grundsätzlich ein bisschen hoch bis siebzig, aber dann geht sie eher wieder runter.

00:28:02: Und negative Effekt, also dass ich mir nicht so toll fühle, geht grundsätzlich auch eher ein bisschen hoch Richtung Alter.

00:28:07: Und die positiven Gefühle gehen eigentlich das ganze Leben runter.

00:28:11: Also hast du quasi Abkindheit verloren.

00:28:13: Wenn man sich die Kurven dazu anguckt, muss man wichtig dazu sagen, das sind jetzt nicht irgendwelche schwarzen Skipisten, sondern das sind oft ganz kleine Trends, die sich da nur abzeichen.

00:28:21: Die Forscher sagen auch, es könnte sogar sein, dass manche dieser Trends fast schon flach sind.

00:28:25: Also fand ich aber erst mal wichtig, die Kernbotschaft, die du ganz oft hörst.

00:28:29: Alte Leute fühlen sich jetzt viel besser als die Jungen.

00:28:32: die findet sich in diesem riesigen Datensatz so nicht wieder.

00:28:37: Und zwar noch weitergehend, dass ab siebzig, also wenn es dann wirklich ins hohe Alter geht, ist, dass das Wohlbefinden sogar eher runtergeht.

00:28:45: Ja.

00:28:45: Und auch immer weiter runtergeht.

00:28:47: Ja.

00:28:48: Und das fand ich total interessant.

00:28:50: Wie erklärt dieses Forschungs-Team das?

00:28:51: Ja, aber du willst

00:28:51: das sagen?

00:28:52: Nein, du willst es ja gerade erklären, warum das runtergeht dann ab siebzig, oder?

00:28:56: Genau.

00:28:57: Also das erste, was einen in den Sinn kommt, sind natürlich gesuteilliche Probleme.

00:29:01: und Einsamkeit vielleicht, aber bitte für aus.

00:29:04: Ja, genau so was ist es auch.

00:29:06: Also die sagen, eine mögliche Erklärung ist, dass die älteren Menschen mehr Verluste erleben.

00:29:13: wichtigen Lebensbereichen, also ob das jemand ist, der stirbt.

00:29:16: Das wären dann vielleicht eher so soziale Beziehungen oder ob das deine eigene Gesundheit ist oder auch die Gesundheit von deinem Partner, der dann plötzlich den Treppenlift braucht, den du dir vielleicht gar nicht leisten kannst.

00:29:27: Das sind ja einfach viele, viele Bereiche, wo dieses Forschungsteam und es gibt da ganz verschiedene Theorien, die zitieren Gefühl, sechs oder sieben, die erklären, warum sich die Lebenszufriedenheit verändert im Laufe des Lebens und sagen am Ende, passt Unser Datensatz eher dazu, dass die Vulnerabilitäten, die Verletzlichkeiten im Vergleich zu den Stärken, die es auch geben kann, eher überwiegen.

00:29:51: Und außerdem fand ich auch noch mal einen wichtigen Punkt.

00:29:53: Das passt zu dem, was wir am Anfang gesagt haben, sagt dieses Forschungsteam, dass viele Studien auch berichten, dass so negative Vorurteile, Stereotype... damit zu tun haben, dass du um Alter diskriminiert wirst und auch das was ist, was vielleicht dein Wohlbefinden runterzieht.

00:30:08: Und das hat mich dann ein bisschen geärgert, weil diese erste Studie, die ich erzählt habe, wo erst mal siehst, die Alten sind super drauf und jetzt wollen wir uns von denen was abgucken, die ist von im Jahr zwanzig.

00:30:17: Die Meta-Analyse, von der ich gerade berichte, ist von zwanzig.

00:30:20: Und da hätte ich mir gewünscht, dass dieses Forschungsteam, vor allem wenn die in so einem großen Journal rauskommen, diese Meta-Analyse einbeziehen.

00:30:26: Und ich hätte mir von den Rivieren gewünscht, dass die das kennen.

00:30:28: Und da siehst du einfach, was ist jetzt ein bisschen... bisschen hier Nerd-Thema, aber da siehst du, was meine Arbeit an ganz vielen Stellen so schwierig macht.

00:30:37: Es ist auch das, was mich in Talkshows oft aufregt, wenn dann irgendwer da sitzt und sagt, es gibt ja hier Studien.

00:30:42: Ja, es gibt zu allem Studien.

00:30:44: Aber wenn du wirklich einen Überblick über die Forschung haben möchtest, ist das so eine Arbeit, sich da ein Bild zu verschaffen.

00:30:53: und gerade in der Forschung Psychologie... möchte auch im Jahr auch wieder viel die Psychologie kritisieren, muss uns einfach bewusst sein, Methoden oft unklar, Studien nicht gut gemacht, obwohl es peer reviewed in einem tollen Journal rauskam, also obwohl sich das andere Profis, die nicht mal wissen, wer es eingereicht hat, das ganze kritisch angucken, kann es am Ende sein, dass hier so eine Arbeit... die jetzt ja viele lesen werden, aus meiner Sicht eine zentrale andere Arbeit mit einem riesen Datensatz einfach übersieht.

00:31:20: So, das ärgert mich, aber macht natürlich gleichzeitig mein Job auch irgendwie spannend.

00:31:25: Vielleicht dann am Ende das, was mich auch total reizt.

00:31:30: Du weißt

00:31:30: ja immer wieder darauf hin.

00:31:31: Und trotzdem ist es ja so, dass alles, was du bisher gesagt hast und eben auch Simone Beauvoir, die es sich ja nicht mit Studien gearbeitet hat, dir unheimliche Denkanstöße gibt.

00:31:44: Absolut.

00:31:45: Und das ist auch mein Punkt.

00:31:46: Also vielleicht wieder kurz zusammengefasst.

00:31:48: Wir haben zwei Ideen gegenübergestellt, die einen sagen, hohes Alter ist super für die Zufriedenheit, weil man sich sein Leben so eingerichtet hat, dass alles passt.

00:31:56: Die Meta-Analyse zeigt mit Daten von über vierhunderttausend Menschen, das sieht eher anders aus.

00:32:01: Heißt das jetzt, wir müssen die erste Arbeit in die Tonne hauen?

00:32:04: Ich finde nicht, weil dieses Autoren-Team dort eine theoretische Arbeit gemacht hat.

00:32:09: Das heißt, die haben sich überlegt, wie könnten wir theoretisch uns was von den Alten abgucken.

00:32:13: Und auch wenn dann deren Heerleitung auf Daten und Studien basieren soll, wo ich sehe, dass die aus meiner Sicht Fehler gemacht haben, die haben auch noch mehr Fehler darin, zumindest aus meiner Sicht, haben die trotzdem eine Grundidee, die ich total interessant fand.

00:32:25: Und zwar folgende.

00:32:28: Das hatte ich noch nie gehört, beziehungsweise so einer nie darüber nachgedacht.

00:32:30: Bestimmt ist das irgendwann mal im Studium gefallen, aber kennt vielleicht die meisten nicht.

00:32:35: Dieses Forschungsteam sagt, wir alle haben Zielsysteme in unserem Kopf.

00:32:42: Das heißt, wir haben verschiedene Ziele in unserem Leben.

00:32:44: Ganz am Anfang habe ich hier erzählt, stell dir so einen Studenten vor, der sitzt da in seinem Zimmer und will gerade mal Computerspielen und denkt, aber schädig müsst ihr eigentlich noch die Bachelorarbeit schreiben.

00:32:52: Das heißt, der hat dann dem Moment in seinem Kopf ein System aus Zielen.

00:32:56: Der will Computerspielen und irgendwie Freizeit haben.

00:32:58: Der will aber auch das Studium schaffen.

00:32:59: Dann will der vielleicht seinen Eltern gefallen.

00:33:01: Ein weiteres Ziel von ihm ist, sportlich zu sein.

00:33:04: Und noch ein Ziel von ihm ist, irgendwann mal eine tolle Karriere zu haben.

00:33:07: Und noch ein Ziel von ihm ist in seiner Liebesbeziehung mit seinem Freund.

00:33:11: ein toller Typ zu sein.

00:33:13: Und du siehst schon, dieses Zielsystem, sich vielleicht mal bewusst zu machen, was habe ich da für eins im Kopf, finde ich eine spannende Frage.

00:33:19: Hast du dich das schon mal gefragt, so was für Ziele sind bei mir im Kopf?

00:33:22: Absolut.

00:33:23: Auch schon relativ jung habe ich mich das gefragt.

00:33:28: Also die Richtung war klar für mich.

00:33:31: Auch jetzt wieder so nach BWL-Justus.

00:33:35: Ich hoffe, ihr wisst alle, was ich meine.

00:33:36: Da geht's jetzt nicht nur um monetäres Vorankommen und so, sondern eben auch das Streben nach Glück.

00:33:42: Für mich war so die Richtung.

00:33:44: Es geht nach oben.

00:33:45: Das war von vornherein klar.

00:33:46: Man muss ja zu sagen, dass meine Mutter mich erzogen hat, als wäre ich ein Adeliger.

00:33:50: Also mindestens ein Fürst, der Duke of Hastings, so wurde ich erzogen.

00:33:55: Wie, weil du dann alle so manieren lernen musstest und so?

00:33:57: Ja,

00:33:58: total manieren lernen und meine Mutter hat tatsächlich auch.

00:34:02: Also, Mama, wenn du jetzt zuhörst, wo auch immer von da unten oder da oben, sie hat das wirklich ab und zu mal gesagt, als ich ganz klein war, junge, denk immer dran, du bist was besseres.

00:34:15: Wirklich?

00:34:19: Aber ihr wart, ich hab's so in Erinnerung immer, wenn du erzählt hast, ihr wart ein ganz normaler Haushalt.

00:34:23: Ja, aber ich kam mir immer vor.

00:34:24: Ich wart jetzt

00:34:24: nicht wirklich adelig oder hatte irgendwie Grundbesitz.

00:34:27: Null,

00:34:28: gern kein Geld, noch ein Adels-Titel.

00:34:31: Aber trotzdem wurde ich so erzogen, ich kam mir vor so wie verarmter Adel.

00:34:36: Okay, Adze von Schröder.

00:34:37: Ja, und das war so als Kind, war immer klar, da kommt irgendwann jemand um die Ecke und sagt, so jetzt, sie kriegen jetzt ihr Schloss zurück und dann helfen wir noch beim Umzug.

00:34:45: Ja.

00:34:47: Okay, also das heißt, du hast dann früh schon gelernt, dich zu fragen, was, was sind so... Genau,

00:34:51: und wenn Ziele im Leben... Genau, du hast mich nach die Zielen gefragt und das... Also die Richtung war klar und das ist ja schon mal was.

00:34:59: Wenn du denkst, also ich spüre das bei dir auch.

00:35:03: Klar, du kommst aus einem ganz anderen Haushalt.

00:35:07: Aber trotzdem, wenn man deine Geschichten hört von früher, war bei dir ja auch so die Richtung relativ klar.

00:35:14: Das ist auf jeden Fall nach vorne.

00:35:16: Du nicht so, auch ich fühle mich hier ganz wohl und ich werde mein Leben lang auf fünf Quadratmetern leben und ich möchte auch gar nichts erreichen.

00:35:25: Ja,

00:35:25: stimmt wahrscheinlich.

00:35:26: Ja, und das ist ja schon mal ein Ziel, finde ich.

00:35:28: Total.

00:35:28: Und dann sucht man Wege, wie man da hinkommt.

00:35:31: Und das ist ja schon so eine Leitplanke, die man hat im Leben.

00:35:35: Und das meine ich ja eben, dass viele gar nicht wissen.

00:35:38: Will ich jetzt nach oben, will ich mich eher horizontal bewegen, will ich es sogar zurückbauen.

00:35:46: Aber es geschieht alles so unbewusst, so ungesteuert.

00:35:50: Und das macht mir manchmal Sorge.

00:35:52: Aber du hast gefragt, ob ich über Ziele nachgedacht habe.

00:35:56: Ja, immer.

00:35:58: Ja, und... Das, was du gerade gesagt hast, fand ich ganz spannend.

00:36:00: Das passiert so unbewusst und ungesteuert.

00:36:02: Es ist ja auch nicht ganz einfach, weil dieses Zielsystem, was wir dann vielleicht im Kopf haben, das besteht ja aus Zielen, die sich vielleicht auch mal jetzt kommen, gegenüberstehen.

00:36:11: Also es kann ja durchaus Ziele geben, die zueinander passen.

00:36:14: Wenn ich jetzt für mich selber merke, keine Ahnung, ich nehm nochmal den Studenten in seinem Zimmer sitzt, ich will jetzt in meiner Karriere erfolgreich sein.

00:36:22: Und ich will meinen Eltern gefallen und die wollen das gerne auch, dass ich da erfolgreich bin in meiner Karriere.

00:36:27: Dann passt das ja vielleicht schon mal ganz gut zusammen.

00:36:29: Ja.

00:36:30: Das passt jetzt aber nicht so gut zu.

00:36:32: Ich habe gleichzeitig auch Bock, Sektion am Tag World of Warcraft zu spielen oder mein

00:36:35: Kampf.

00:36:35: Ja, genau.

00:36:35: Gutes Beispiel.

00:36:37: Also

00:36:37: da habe ich schon mal, was glaube ich ganz viele von uns kennen, dass es Ziele gibt, die zueinander passen.

00:36:43: Ziele gibt, die sich quasi ausschließen.

00:36:45: Und Ziele gibt die vielleicht unabhängig voneinander sind.

00:36:48: Vielleicht, wie ich jetzt in meiner Liebesbeziehung lebe, ist irrelevant zu, ob ich genug Sport mache oder nicht.

00:36:54: Und diese sogenannten Interzielkonflikte, also zwischen Zielkonflikte, die werden wir alle erleben.

00:37:01: So ist ja völlig klar.

00:37:02: Natürlich.

00:37:02: Ich habe mir

00:37:03: immer gedacht, ich bin die perfekte Mutter, aber ich muss ja auch noch die perfekte Liebhaberin sein und ich muss die perfekte, perfekt durchtrainiert sein.

00:37:09: und ich muss morgens was auf Instagram merkt man sofort, ey, das ist in so vielen Köpfen, glaube ich, völlig überfrachtlich, völlig, völlig im Eimer.

00:37:16: Und dieses Forschungsteam bringt jetzt einen Begriff ein, den fand ich sehr schön, und zwar Interzielkompatibilität.

00:37:23: Auch da wieder das nächste Brett, das ich dir hinlege, aber was ist gemeint, das ist ja eigentlich ganz einfach.

00:37:27: Wir haben dieses Zielsystem im Kopf.

00:37:30: Jeder hat verschiedene Ziele, die irgendwie ein System bilden.

00:37:34: Und das Schöne wäre jetzt, wenn viele von diesen Zielen kompatibel miteinander sind.

00:37:40: Das heißt, nicht alles muss zueinander passen.

00:37:42: Ja,

00:37:42: und es ist ja vielleicht auch ganz gut, wenn nicht alles zueinander passen.

00:37:46: Dass man Alternativen auch hat, dass man verschiedene Ebenen lebt.

00:37:49: Ja.

00:37:50: Genau.

00:37:50: Aber die haben für sich überlegt, könnte es sein, dass ältere Menschen bei so einer Interzielkompatibilität besser dastehen.

00:37:59: Und das fand ich einfach erstmal eine spannende Grundthese.

00:38:01: Ja.

00:38:02: Die gehen aus meiner Sicht erst mal von einer anderen Maus, die eben nicht zu den Daten passen, nämlich dass ältere Menschen grundsätzlich im Leben jetzt viel besser drauf sind.

00:38:08: Aber sich selber vielleicht zu fragen, und da können wir das ja jetzt öffnen, das habe ich ja auch ganz am Anfang gesagt, was kann man sich da vielleicht abgucken grundsätzlich mal und für sich zu überlegen, na ja, wenn wir uns jetzt den älteren Menschen vornehmen, nehmen wir dich doch.

00:38:20: Vielleicht nehmen wir einfach dich.

00:38:21: Für mich ist es oft so, weil ich den auch so toll erlebt habe, dieser, der war jetzt noch mal wahrscheinlich zwanzig, dreißig Jahre älter als du, der Opa.

00:38:28: ... auf dem französischen Bauernhof, wo ich gewohnt habe.

00:38:31: Brauchste gar nicht zwei Fingernsort zu machen.

00:38:32: Ich weiß, aber ich habe der schon oft von dem erzählt, wo ich so das Gefühl hatte.

00:38:35: Ich mach doch nie die zwei Fingernsort.

00:38:36: Ich höre die Geschichten gerne.

00:38:39: Weißt du, ich weiß es jetzt schon gar nicht mehr ganz genau, wie es war.

00:38:41: Deswegen freue ich mich drauf, dass du es nochmal erzählst.

00:38:43: Okay.

00:38:44: Der war so, der ging da seine Pilze sammeln.

00:38:47: Der war, der saß in seinem Sessel.

00:38:49: Der hat jeden Mittag sich, der hat immer morgens Kaffee gekocht, sich dann mittags den kleinen Topf nochmal auf den Herd gestellt, den Kaffee nochmal warm gemacht.

00:38:55: Der hat nichts weggeschmissen.

00:38:56: Der hatte sein Leben da so.

00:38:58: Der hatte diesen Bauernhof vor, der rumgefrickelt hat.

00:39:00: Der hat sein Leben lang gearbeitet.

00:39:01: Das saß er dem auch an und saß dort zufrieden in seinem Sessel, wenn er nicht draußen war, Pilze suchen.

00:39:07: Und was unterscheidet sein Leben von der Parodie?

00:39:12: Weil man könnte diese Geschichte ja jetzt ganz trivial erzählen und dann würde es als Parodie rüber kommen.

00:39:18: Eine

00:39:18: Parodie wäre für mich, wenn der jetzt sagen würde, ich muss ja nächste Woche wieder hier mir das Halsfett wegschneiden lassen.

00:39:28: Und ich muss jetzt hier irgendwie noch coole, coole Hiptin, ich muss jetzt das Six-Seven in jeden dritten Satz einbauen.

00:39:35: Super Jiggy, genau.

00:39:38: Und irgendeinem Kumpel von mir in Silikundel, du auf die Glatze werfen bei der nächsten Party.

00:39:42: Das wäre für mich dann, wo ich das Gefühl hatte,

00:39:44: wenn

00:39:44: jemand so leben will, ist das ja völlig fein, wenn es zu dir passt.

00:39:47: Aber wenn du nicht so bist und dann denkst, ich muss jetzt so sein, weil alt sein keine Option ist, weil ich da keinen Umgang für mich mit finde, das wäre für mich die Parodie.

00:39:55: Das ist jetzt aber meine persönliche Meinung.

00:39:57: Ja, ach du, es kann ja nur individuell beurteilt werden.

00:40:01: Aber ich finde die Erklärung von dir ganz schön.

00:40:04: Gefällt mir gut.

00:40:05: Mein Vater sagte immer, man wird alt wenn Schnepse anfangen zu schmecken.

00:40:10: Siehst du, der hatte noch mal eine ganz andere Einstellung dazu.

00:40:12: Aber nein, aber so hat jeder, da steckt ein bisschen weit sogar drin.

00:40:17: Jeder hat seine Parameter, mit denen er das beurteilt.

00:40:19: Und dieser Opa, von dem du erzählst, der klingt ja so, als wüsste er ganz genau, was er mit seinem Tag anfangen wollte.

00:40:27: Ja, und der klingt vor allem nicht so, als hätte der jetzt in seinem Kopf... Da das Ziel seinen Eltern gefallen zu müssen leben natürlich auch nicht mehr und da das Ziel Computer zu spielen und da das Ziel das Studium fertig zu machen und da das Ziel sportlich zu sein und da das Ziel die beste Liebesbeziehung zu führen sondern der hat interziel Kompatibilität.

00:40:46: Das ist jetzt so, als würden wir in einem ganz normalen Leben sein, um so einen komplizierten Begriff drüber zu schüten.

00:40:51: Aber manchmal hilft das ja, so einen Begriff zu kennen oder sich vielleicht zu überlegen, wie könnte man das nennen, als Ziel ausrufen.

00:40:57: Und das fand ich einfach das Spannende an dieser Arbeit, die ich jetzt ja schon einige Male hier kritisiert habe, dass die aber gesagt haben, hey wie wär's, wenn das etwas ist, was wir erstreben.

00:41:06: Ich finde den Begriff auch gar nicht so kompliziert.

00:41:09: Ich finde, er erklärt doch ziemlich auf dem Punkt, was es ist.

00:41:12: Ja.

00:41:14: Ja, dann umso besser.

00:41:15: Jetzt

00:41:15: nehmen wir mich.

00:41:16: Genau, jetzt können wir dich nehmen, weil, wie gesagt, gerne an uns alle ja die Einladung, stellen wir uns irgendwie vor, der vielleicht interziell Kompatibilität für sich erreicht hat.

00:41:26: Und wenn wir auf diese Person achten und vielleicht für uns selber merken wollen, unserem Ziele-System, da ist noch ganz viel Chaos, da ist noch ganz viel Ikea-Fundgrobe, dann wäre das doch vielleicht wirklich was, wo man sich daran orientiert.

00:41:37: Und tatsächlich, wenn ich jetzt mal so überlege, mir würden persönlich auch eher ältere Leute einfallen, von denen ich mir das abgucke.

00:41:46: Du, meine Eltern, Freunde von meinen Eltern, dieser eben genannte Opa, die Leiterin von dem Campingplatz in Südfrankreich, wo ich immer hinfahre.

00:41:57: Ich habe auch durchaus junge Freunde und Freunde, die auch noch jünger sind als ich, irgendwie Anfang zwanzig, die das zum Teil glaube ich auch schon haben oder zumindest viel besser als ich.

00:42:06: Aber für mich wären es im Schnitt tatsächlich eher ältere, die das haben.

00:42:11: Man ist vielleicht auch irgendwie ein bisschen logisch.

00:42:14: Also, dass du dann irgendwann sagst, hey, jetzt muss ich hier nicht mehr noch die siebte Pirouette hinlegen und die fünfte Veränderung meiner Persönlichkeit und da nochmal gegen irgendwelchen rebellieren, sondern jetzt bin ich einfach irgendwie Mitte sechzig vielleicht angekommen und der Rest ist jetzt... ist jetzt das, was noch kommt.

00:42:32: Ja, die... was ist... Wirklich ein Vorteil ist, wenn älter wird und Erfahrung sammelt und mit jedem Kilometer, den man mehr auf den Dach hat, dass man Blick dafür kriegt, was überflüssig ist.

00:42:44: Dass du vorher schon weiß, ah, können wir uns auch sparen.

00:42:48: Und das weißt du einfach am Anfang nicht.

00:42:50: Ein gutes Beispiel.

00:42:51: Ich habe die letzten zwei Termine für meine Tour, habe ich in Köln gespielt in der Vorweihnachtswoche.

00:42:59: Und das war im Nightwars Club, unter anderem deshalb da gespielt, das ist eine tolle Atmosphäre und die haben eine komplette Sende-Regie da auch eingebaut, da sind feste Kameras für feste Kameras, das heißt du spielst da und hast einen kompletten, fast sendefertigen Zusammenschnitt deines Auftritts.

00:43:17: Kann man dann gut für sich mitnehmen, wenn ich jetzt In ein paar Tagen wieder auf Tour gehe, schaue ich mir das vorher nochmal an und dann bin ich wieder drin.

00:43:24: So, das war einer der Gründe.

00:43:25: Dann Carlo, mein Tourmanager, war dann schon vor Ort und sagte, wann soll ich dich abholen?

00:43:31: Normalerweise bin ich immer so achtzehn Uhr da, wenn es zwanzig Uhr losgeht.

00:43:34: Und ich habe gesagt, ach nee, ich glaube jetzt noch im Hotelzimmer, ich will noch ein bisschen was lesen.

00:43:39: Ich bin so zehn vor acht, bin ich da und ich komme zu Fuß.

00:43:43: Sondern da bin ich ja hin marschiert und hatte festgestellt, ich war etwas zu früh losgehört.

00:43:47: Da bin ich noch klein um mich gegangen, bin da hinspaziert.

00:43:50: Und der Manager vom Club stand schon draußen, Carlo stand schon draußen, wo bleibst du denn?

00:43:55: Warte

00:43:55: mal ganz kurz, du hast um zwanzig Uhr den Auftritt und gehst um zehn vor acht los dahin.

00:43:59: Nee, ich bin früher losgegangen, aber ich habe bin so losgegangen, dass ich ungefähr zehn vor acht da bin.

00:44:03: Da habe ich tatsächlich mich noch mit irgendjemandem festgequatscht, den ich kannte, wie üblich.

00:44:11: Oder war ich zu acht Uhr da?

00:44:12: Ja, und das geht.

00:44:13: Was ich damit sagen will ist, vor zwanzig Jahren.

00:44:16: wäre ich nicht um achtzehn Uhr da gewesen, wahrscheinlich um siebzehn Uhr.

00:44:19: Hätte alles nochmal gecheckt, einen Riesen-Soundcheck gemacht, hätte mir das Programm nochmal durchgegangen, hätte mir vielleicht hier noch eine Notiz gemacht, da noch eine Notiz und so weiter, hätte mir die rote Nase noch gebudert.

00:44:32: Und ich weiß mittlerweile natürlich, wie überflüssig das alles ist.

00:44:35: Also habe ich die Ruhe da einfach hinzuspazieren.

00:44:39: und selbst wenn ich zwanzig nach acht Tage gewesen wäre, ja und?

00:44:42: Siehst du, und das meine ich damit, dass du, und so gibt es ja verschiedene Bereiche, das ist der berufliche Bereich, gibt es im privaten sich ja auch, gibt es verschiedene Bereiche, wo du einfach weißt, wie es läuft.

00:44:53: Und das ist jetzt nicht Junge, ich sage dir mal, wie es geht, sondern diese Lässigkeit, von der du eben gesprochen hast, dafür ist es ein Beispiel.

00:45:01: Da ist genau das, was du grad bist, passt perfekt zu meiner Wahrnehmung.

00:45:05: Ich wollte letztens, weil ich das bei dir immer gesehen hatte, wie du dahinter der Bühne stehst und alles so verlässig und dann, ja, jetzt kommt der Applaus, dann geh ich mal raus.

00:45:14: Ich wollte in der Stadt alle Wuppertal einen ehrlich coolen Effekt drehen mit Leo.

00:45:18: Du hast gesagt, Leo, komm, wir gehen, ich geh mal ins, ins, ins, ins, ins Badezimmer.

00:45:22: Da gibt es immer so backstage, so Badezimmer.

00:45:23: Mach mir mal noch ein bisschen die Haare.

00:45:25: Du filmst das Ganze und dann teilen wir das genau, dass wenn das Intro zu Ende ist, ich dann den Gang entlanggegangen bin.

00:45:31: Ich bin aus diesem Club bis auf die Bühne, dann macht mir noch kurz einer die Tür auf und dann gehe ich genau auf die Bühne.

00:45:35: So als würde ich total lässig aus dem Badezimmer kommen.

00:45:36: Dann haben wir das gemacht.

00:45:38: Alter, mir lief der Schweiß.

00:45:39: Ich dachte, jetzt geht's ja um Sekunden.

00:45:40: Ich muss ja genau auf den Schlussakord.

00:45:42: Du hast ja auch netterweise mein Intro eingesprochen.

00:45:44: Wenn du sagst, hier ist er, muss ich ja auf der Bühne sein.

00:45:47: Und ich ging los durch diesen Gang, wollte cool und lässig gehen, war komplett gestresst, war auch so ungefähr drei oder vier Sekunden zu schwer auf der Bühne und habe gedacht, nie, nie, nie

00:45:54: wieder.

00:45:54: Und ich habe das Video gesehen.

00:45:56: Ich habe immer auf

00:45:57: Instagram sitzen oder sitzen und vorbereitet sein.

00:46:00: Ey, das war ja wirklich perfekt.

00:46:02: Ich hab gedacht, ich kann von dir lernen, wie man quasi noch später kommen kann.

00:46:07: Nee, nein.

00:46:08: Also, das war purer Stress.

00:46:12: Also, wir haben vielleicht alle so eine Person vor Augen.

00:46:14: Wenn nicht, nehmen wir dich jetzt stellvertretend.

00:46:16: Und dieses Forschungsteam macht jetzt also Vorschläge.

00:46:18: Wie kann man diese Interzielkompatibilität vielleicht für sich mit Zufriedenheit verbinden?

00:46:25: Und da haben die fünf Ideen... Sie haben noch viel, viel mehr, aber ich habe fünf rausgesucht, die ich besonders schön fand.

00:46:31: Und die würde ich gerne mit dir durchgehen.

00:46:33: Der erste Punkt heißt für mich, du darfst glücklich und sofrieden sein.

00:46:37: Also die Erlaubnis.

00:46:39: Genau, das klingt jetzt erstmal komisch, aber wir haben ja hier schon oft darüber gesprochen und das sagen auch die Forschen von dieser Arbeit.

00:46:44: Wenn man das jetzt übertreibt und dem Glück der Zufriedenheit zu viel hinterherrennt, macht man eigentlich alles kaputt.

00:46:49: Ich glaube, das müssen wir nach sechs und ein halben Jahren betrachten, das fühlen wir nicht mehr weiter ausführen.

00:46:52: Das haben wir oft genug beschrieben.

00:46:54: Aber... Dieses Forschungsteam sagt, oft sitzt man dort und hat dann in seinem Zielsystem im Kopf vielleicht so ein bisschen die Vorstellung von, ja, ich muss das ja hier durchziehen und ich muss das ja hier schaffen und ich muss jetzt erstmal diese Studium fertig machen und ich muss jetzt erstmal die Hausaufgaben fertig machen.

00:47:07: Das kenne ich so, so, so sehr.

00:47:10: Und dann gesteht man sich gar nicht zu, vielleicht sich auch ein bisschen um sein Wohlbefinden zu kümmern, weil man denkt nur die harten kommenden Garten.

00:47:18: Ja, ja, ja.

00:47:18: Und jetzt musst du dir da einen einschenken und mit der Pige hinten drauf fahren, bevor du da jetzt, bevor du da jetzt lässig färmen.

00:47:24: mit dir wirst.

00:47:25: Und das, ich hab das letztens sehr krass gedacht, als, hab ich so ein kleines Video gesehen, Kurt Krömer hat irgendwie seinen Podcast beendet und gesagt, Leute, vor zehn Jahren hätte ich jetzt bestimmt schon klar, was als nächstes gut wird.

00:47:35: Und er hat es auch so ein bisschen beschrieben, als hätte man dann den Druck dafür.

00:47:38: Und dann sagt er, jetzt hab ich das nicht.

00:47:41: Und dann hatte ich Hut ab, das muss ich glaube ich noch lernen.

00:47:45: Ja.

00:47:46: Also weißt du, was ich meine, dass du dir überhaupt zugestehst, bei all den Zielen, die du im Kopf hast und da ist vielleicht Karriere, da ist vielleicht Familie, da ist vielleicht Liebesbeziehung, da ist vielleicht Aussehen, da ist vielleicht den Eltern gefallen.

00:47:59: Jeder hat da seine Sachen, dass du überhaupt mal schaust, sich um sich kümmern, sich wohlzufühlen, auch positive Gefühle zuzulassen, genießen zu können, dass das ein Teil von deinem Zielsystem wird.

00:48:12: Ja,

00:48:13: und das ist dir erlaubt.

00:48:13: Vielleicht

00:48:14: ein bisschen kompatibler.

00:48:15: Ja, genau.

00:48:16: Das kennen wir ja beide, dass man so eine gewisse Verpflichtung auch fühlt.

00:48:20: Man weiß gar nicht wem gegenüber, sich selbst wahrscheinlich gegenüber, dass das ja so zu funktionieren hat und dass man nicht zu wenig macht, weil das geht ja nicht, so wie Pflichtbewusstsein haben wir dann.

00:48:31: Und ja, das finde ich toll, dass man sich selber die Erlaubnis gibt, an vielen Stellen loszulassen.

00:48:39: Ich krieg dich noch so weit, dass du demnächst erst so viel nach Acht an der Hase ankommst.

00:48:49: Da wäre mir der Respekt vom Publikum so groß, aber vom Coolnesfaktor her wäre es wahrscheinlich eine gute Konfrontationstherapie.

00:48:55: Ja, dann gehst du auf die Bühne und sagst... An

00:48:57: der Wuppertaler Schwebebahnstation.

00:48:59: Klicken wir das Intro an und dann weiß ich, jetzt muss ich noch fünf Minuten laufen und komme einfach dann...

00:49:03: Ja, und dann kommst du aber noch später und dann sagst du, Leute, ich habe... Schau mal, ich weff das hier mal auf die Leimer.

00:49:08: Ich habe diese kleinen roten Tierchen auf dem Gehstein entdeckt

00:49:11: und habe

00:49:11: mich nicht gebildet und habe mich dann noch mal zehn Minuten beschäftigt und schon hast du das Herz aller wieder gewonnen.

00:49:16: Das wäre richtig schön.

00:49:17: Ja, fürs

00:49:20: nächste Programm schon mal Bilder besorgen.

00:49:22: So, der nächste Punkt, den nennen die, ich mache es wieder schön sperrig, reduziere konfliktinduzierten Stress.

00:49:29: Also, was ist damit gemeint?

00:49:30: Wir haben eben darüber gesprochen, dass wir Ziele haben und dass es zwischen diesen Zielen ja Konflikte geben kann.

00:49:36: Zwischen deiner Familie und deinen Arbeitszielen, zwischen deiner sich ums persönliche Kümmern und deinen Verpflichtungen.

00:49:42: Und das ist eine der Hauptquellen, sagen die, für psychologischen Stress in unserem Leben und untergrät natürlich total, dass man sich vielleicht um sein Wohlbefinden um die Zufriedenheit kümmert.

00:49:53: Weil wenn ich, und das habe ich wirklich gedacht, daraus besteht das Leben von so vielen Freunden von mir und gerade bei den, die mit Kindern, bei den mit Kindern nochmal mehr, dass sie die ganze Zeit so konfliktinduzierten Stress haben.

00:50:05: Ich muss das, aber auch das.

00:50:07: Ich muss jenes, aber auch solches.

00:50:08: Und auch das ist bei mir auch ein Stück weit so.

00:50:11: Aber ich habe wirklich manchmal den Eindruck, die Freundinnen und Freunde von mir, die Kinder haben, da ist das nochmal so viel heftiger.

00:50:17: Ohne jeden Vorwurf.

00:50:17: Ich glaube, das gibt auch einfach das Leben ein Stück weit her.

00:50:20: Aber da denke ich jetzt wieder an den Opa aus Frankreich oder an dich.

00:50:24: Dass man das vielleicht schafft zu sagen, hey, ich höre auf, dass mir das, ja, die Ressourcen, die ich habe, so zerteilt, dass meine Zeit und Energie plötzlich so zerfasert, weil ich mich um all diese Ziele in meinem Kopf kümmern muss.

00:50:38: Pures Gold.

00:50:39: Pures

00:50:39: Gold.

00:50:40: Ja, die ersten beiden Punkte schon, ja.

00:50:43: Ich sage, ich lass vielleicht mal dieses Tauziehen, nennt das Forschungsteam das, in meinem Kopf sein und muss jetzt nicht dem Ziel und dem Ziel hinterherrennen, sondern vielleicht finde ich eine Lösung dafür zu sagen, ich fokussiere mich auf vielleicht auch weniger Ziele oder dann doch mehr auf das eine anstatt so viel im Reibungsverlust.

00:51:01: Ja,

00:51:01: aufzugeben.

00:51:02: Fand ich ein guter Gedanke.

00:51:03: Echt guter

00:51:04: Gedanke.

00:51:04: Wie gesagt, das ist pures Gold.

00:51:07: Jetzt schon.

00:51:07: Wir haben zwei Punkte.

00:51:08: Und wenn man sich die selber vorliest, und ich kann nur alle auffordern, hier mal mitzuschreiben, da eben diese Überschriften sich wenigstens aufzuschreiben, also erst mal Sicht, die Erlaubnis geben, dann konfliktinduzierten Stress reduzieren, also das Dauziehen der Ziele, als mindestens zu reduzieren.

00:51:27: Großartig.

00:51:28: Bin schon gespannt auf den nächsten Punkt.

00:51:30: Der nächste Punkt ist weniger Ziele.

00:51:33: Ah!

00:51:34: Ja, dieses Forschungsteam sagt, dass wieder deren Annahme, das junge Erwachsenen im Vergleich zu den Älteren, dass die Eltern einfach weniger, eine kleinere Zahl von aktiven Zielen haben und sehr viel selektiver in dem Sinn, was sie sich als Ziele setzen und welchen Zielen sie da noch folgen.

00:51:55: Und im Prinzip, dass diese erhöhte Selektivität dazu ja automatisch führen muss, dass diese Zwischenzielkonflikte weniger werden.

00:52:02: Macht auch Sinn, wenn ich da in meinem Kopf hundert Ziele habe, dann sind natürlich viel mehr potenzielle Konflikte da, als wenn ich sage, da sind nur drei.

00:52:11: Sie gehen dann noch weiter und sagen, wenn du jetzt möchtest, dass deine... Dass du das veränderst, deine Ziele vielleicht weniger werden, fokussierter werden, dann geht es auch sehr darum, dass du im Hier und Jetzt lebst und erklären dann, dass junge Erwachsene oft solche Zielsysteme haben, die vor allem zukunftsorientiert sind.

00:52:29: Wachsen, sich weiterentwickeln und Gewinne erzielen.

00:52:33: Jetzt nicht einfach nur finanzielle Gewinne, sondern vielleicht einen anderen Menschen für sich gewinnen, eine Familie für sich gewinnen, vielleicht irgendwie irgendwie die Wohnung abbezahlen, das ja heute gefühlt unmöglich ist.

00:52:44: Und dass das ja ganz oft begleitet ist von Unsicherheit und auch, dass die Belohnung ja viel, viel später kommen wird.

00:52:50: Du musst dich jetzt um was kümmern, was dann in zehn Jahren sich vielleicht auszahlt.

00:52:54: Du sollst jetzt in irgendeine Rente einzahlen, die dir dann in vierzig Jahren, wenn wer weiß, was hier auf dieser Welt los ist, ausbezahlt ist.

00:53:02: Während bei älteren Menschen das Zielsystem eher auf sie und jetzt ausgerichtet ist.

00:53:08: Ja, was ja auch logisch ist.

00:53:11: Ja, was logisch ist, aber da auch wieder eine Kritik von mir an dieser Studie.

00:53:15: Wir erinnern uns vielleicht an den Trigema-Chef Grupp, der hatte, glaube ich, auch in der vor einigen Monaten öffentlich gemacht, dass er Altersdepression hat.

00:53:25: Von

00:53:26: demjenigen, von dem man es am wenigsten erwartet hätte.

00:53:30: Genau, so ein ganz nach außen Macher, harte Schale.

00:53:34: Und dann fand ich sehr ehrlich, da irgendwie auch einen ganz anderen Kern noch mal offen zu legen.

00:53:40: Und gleichzeitig eben für mich auch wieder Vorsicht.

00:53:43: Wir dürfen das nicht alles über einen Knie brechen, wenn wir von solchen Arbeiten wieder erzählen.

00:53:47: Das sind einfach sowieso nur Mittelwerte, die dort berichtet werden.

00:53:50: Das muss nicht für jeden gelten.

00:53:52: Und da ich ja hier schon einiges an dieser Studie kritisiert habe, war mir das auch etwas zu pauschal.

00:53:56: Da habe ich eine schöne Geschichte, die ich in meinem Umfeld erlebt habe vor zwei Wochen.

00:54:01: Und zwar einer meiner guten Freunde, auch Manager Mitte Fünfzig.

00:54:06: Das kriegt jetzt so langsam auch schon mit, dass er, sagen wir nicht mal, nicht mehr das größte Alpha-Tier in der Herde ist.

00:54:15: Ich weiß gar nicht, wie heißt das bei Gorillas.

00:54:19: Silberrücken.

00:54:19: Dass er das Rudel an für Silberrücken ist.

00:54:24: Dass er noch vorne steht, aber da stehen auch schon andere.

00:54:27: Und er hat ein bisschen Schwierigkeiten damit.

00:54:29: Klar, wenn du drei Jahrzehnte immer die treibende Kraft warst, immer der Checker, der Macher, ich übertreibe jetzt natürlich, macht das alles ganz sympathisch.

00:54:38: Sonst hätte es mir auch nicht so eingestanden.

00:54:40: Und es hat er mir erzählt, dass jetzt er sich damit beschäftigen muss, dass er so ist.

00:54:46: Und er spürt, wenn er sich nicht damit beschäftigt, dann rennt er da in eine Katastrophe für sich.

00:54:52: Weil, in die zweite Reihe zu gehen, wenn man das bewusst macht, ist es wahrscheinlich, kann das ganz erfüllend sein, wenn es mit einem gemacht wird, kann das mit sehr viel Frustration einhergehen.

00:55:03: So, das hat er mir erzählt.

00:55:05: Und dann hab ich ihm gesagt, was oft.

00:55:08: Bei mir ist das so, weil mich gezielt darauf angesprochen hat nicht, weil ich da in dem Fall mal wieder von mir erzählen wollte.

00:55:14: Ich habe gesagt, ich verstehe dich total, aber bei mir ist zum Beispiel so, meine Karriere spielt in meinem Leben, und das meine ich ernst, gar keine Rolle mehr.

00:55:27: Es ist mir egal.

00:55:27: Mir ist egal, ob ich klein oder groß spiele.

00:55:30: Mir ist egal, in welcher Reihe ich da mitmische.

00:55:34: Das mir alles egal hat.

00:55:35: ... sonstigen Leben nichts zu tun.

00:55:38: Oder man der ja interessant, aber ... ... du hast vielleicht diese ... ... Metamorphose schon hinter dir.

00:55:45: Ich habe sie noch vor mir.

00:55:46: Und das ist ja genau das ... ... wovon du sprichst.

00:55:52: Dass man ... ... dass man es schafft für sich eben auch weniger ... ... Ziele zu haben.

00:55:56: Und vielleicht auch kleinere Ziele.

00:55:59: Jetzt stößt du was in mir an.

00:56:01: Ja.

00:56:01: Weil wir haben ja ganz am Anfang gesagt ... ... das war ja auch die Grundannahme von der ... Forschungsarbeit, über die wir gerade sprechen von der theoretischen Forschungsarbeit, wäre es nicht eine Überlegung, als jüngerer Mensch schon mal zu gucken, wie machen das vielleicht Alte, die eine Interzielkompatibilität erreicht haben, um für sich früher schon so ein bisschen von dieser Weisheit abzustauben.

00:56:25: Und jetzt wird jetzt würdest du mir bestimmt zustimmen dass ich jetzt mit sieben dreißig nicht sag jetzt meine karriere ist mega

00:56:30: absolut.

00:56:30: Ich will dir das gegente.

00:56:32: Genau hast du mir auch hast du mir vor einiger zeit schon mal sehr eindrücklich gesagt werde ich nie vergessen wie wir.

00:56:39: Backstage von ich glaube es war war du warst bei mir in Düsseldorf zu Gast oder so und ich gesagt habe diese ganz großen Hallen.

00:56:46: Und da muss man ja schon auch einiges für tun und die die Promo Arbeit und alles, was da dran hängt.

00:56:51: Und ich liebe das, wenn da so viele kommen und liebt die Energie und die Action und und dass das so ein fette Show dann ist.

00:56:57: Aber da hab ich gesagt, da wäre ja auch denkbar, auch da machen wir doch irgendwie grundsätzlich kleinere Hallen.

00:57:03: Und dann hast du gesagt, Leon, noch nicht.

00:57:06: Und dann ist mir so im Kopf geblieben.

00:57:08: Und ich dachte, das sag mir der.

00:57:10: der mir hier die Sachen sagt, die du mir jetzt sagst.

00:57:12: Und dann, ich bin da in so einem totalen Zwiespalt, weil ich manchmal denke, auch durch unsere Gespräche, das ist mega hilfreich für mich.

00:57:19: Und mega gut, dann selber schon mal früh vielleicht zu reflektieren, damit man nicht mit, nicht mit fünfundsechzig da sitzt und sagt, boah, die letzten zwanzig Jahre war ein Burnout und eigentlich bin ich nur an mir vorbeigerannt und vor mir her weggelaufen, getrieben von einer, von einer Rastlosigkeit.

00:57:33: Aber es ist auch gleichzeitig schwierig, da seine Balance zu finden.

00:57:36: Ja, ja, weil,

00:57:37: weil,

00:57:39: ja.

00:57:40: Kannst du dir vorstellen?

00:57:40: Ja, man weiß ja nie, was zu viel und was zu wenig ist.

00:57:43: Genau.

00:57:44: Und wenn du jetzt sagst Metamorphose, dann klingt das so ein bisschen wie die Raupen, die dann zum Schmetterling wird.

00:57:49: Und das war's dann.

00:57:50: Du kannst den Schmetterling ja nicht zurück zur Raupen machen.

00:57:52: Und wenn ich jetzt gerade dann mir vorstelle, wie viele junge Leute wahrscheinlich noch so im Raupen-Nimmersatt-Modus da sich durch die Blätter fressen, wenn du denen jetzt sagst, mach mal die Metamorphose oder sie kommt noch, hui, das ist...

00:58:04: Ja, das ist natürlich auch

00:58:04: ein Schuss.

00:58:05: Ja, das macht was mit einem darüber nachzulegen.

00:58:06: Da ist natürlich auch ein Schuss Boomer mit drin.

00:58:09: Die Generation, der es immer gut ging und die dann mit sechzig sagt, ach, ich fass gar nicht jungen Leute, was ihr euch alle so aufregt.

00:58:17: Schaut euch doch die Welt an, denn es gibt doch so schöne Hotels.

00:58:21: Ja.

00:58:22: Sitzen dann in ihrem Eigenheim mit der noch sicheren Rente?

00:58:25: Ja.

00:58:25: Während ich gehört hab, ich glaub die neue Generation muss doppelt so lange abbezahlen, um eine Immobilie finanzieren zu können, weil alles so explodiert ist.

00:58:32: Ja, ja, total.

00:58:33: Ja.

00:58:34: Stimmt.

00:58:35: Der nächste Punkt, der heißt für mich nixen und da kannst du jetzt wirklich vier Finger und drei Füße an dein Ohr machen.

00:58:40: Nein,

00:58:41: der Mensch

00:58:42: lernt wiederholen.

00:58:44: Die lieben Freunde von uns aus Holland haben dieses schöne Wort nixen und meinen damit, ich sage es nochmal, das Gefühl nichts zu tun.

00:58:53: Und das zu genießen.

00:58:55: Wo du ja immer beim Deutschen das Gefühl hast, der muss dann doch nochmal den Tannenbaum am zweiten Weihnachtsfeiertaschen aus dem Fenster schmeißen, um hier Ort uns zu haben und den Badezimmerschrank auswischen und nochmal im Keller die Buchhaltungsordnung sortieren, wenn man nix los ist.

00:59:07: Der Holländer hat das Wort nixen, wo ich mir immer so eine... Astrid Lindgren, Vorstell, die in so einem Schaukelschul auf ihrer Veranda sitzt, der hat ja glaube ich gesagt, bei allem muss auch noch Zeit sein, einfach aus dem Fenster zu gucken, nichts zu tun.

00:59:19: Was hat das jetzt mit unserem Thema, mit den Interzielkonflikten zu tun?

00:59:23: Dieses Forschungsteam sagt, junge Leute haben oft eher high arousal positive Emotionen, die sie sich wünschen.

00:59:30: Also Aufregung, Stolz, Vergnügen.

00:59:33: So high arousal heißt, ich bin hochgefahren.

00:59:36: Eine klassische Unterscheidung bei Gefühlen in der Psychologie ist hohes arousal, hohes Aktivierungslevel, könnte man das auf Deutsch nennen, oder niedriges.

00:59:44: Ich bin entspannt, ich bin ruhig.

00:59:46: Und die sagen, ältere Leute finden in so niedrigen Erregungsemotionen, Ruhe, Friedsamkeit, mehr Freude.

00:59:55: Und das fand ich eine total schöne Idee, weil in dem Moment, wo ich die starke Erregung brauche, muss ich ja die ganze Zeit so ein bisschen aus meinem Standardmodus raus.

01:00:04: Also, wenn man sich das vorstellt wie so ein Koordinatensystem, dann musst du quasi den Mittelpunkt verlassen und irgendwie was dafür tun, dass jetzt die Freude kommt und dass die Aufregung und vielleicht der Stolz oder die krasse Partystimmung, während der Ältere da sitzt, so Astrid Lindgren-Mäßig und sagt ... Low arousal, bin gerade ganz runtergefahren.

01:00:27: Und das ist doch schön.

01:00:29: Und das sagen die, fand ich einen schönen Gedanken, dass das vielleicht etwas ist, was man als jüngerer Mensch sich so ein bisschen abgucken kann, dass man in solchen wenig aktivierten Momenten, runtergefahrenen Momenten, eine Freude findet.

01:00:42: Absolut.

01:00:43: Jetzt müsste ich definitiv von Lernen in diesem Leben, aber ich fand das ein schönes Bild.

01:00:46: So ein bisschen mehr beim Eichstrich zu bleiben, wie beim Bierglas, weiß ich.

01:00:49: Ja,

01:00:49: sehr gut, sehr gut.

01:00:50: Ich bin ein guter Holländer.

01:00:52: Und vielleicht auch mal, obwohl Safre Vivre, das hast du ja auch schon ein bisschen inhaliert.

01:00:59: Aber ab und zu auch mal nach Holland, oder?

01:01:02: Ja.

01:01:03: Ab und zu mental nach Holland, so nennen wir es mal.

01:01:06: Auf ganz vielen Ebenen.

01:01:07: Ich liebe Holland.

01:01:07: Ich bin da richtig, richtig, richtig gerne.

01:01:09: Ich finde irgendwie auch diese, irgendwie habe ich immer das Gefühl, wenn du durch so ein holländisches kleine Störfchen gehst und die diese großen Fenster nach vorne raus haben und das alles so.

01:01:17: Es scheint

01:01:18: lässiger

01:01:18: zu sein.

01:01:19: Ja, irgendwie lässiger.

01:01:21: Ja, empfinde ich auch so.

01:01:22: Mofa auf so einem Fahrradweg.

01:01:25: Aber keiner riecht sich auf.

01:01:27: Schöne, die Innenstadt, den großen Port mit dem Wet-Lock-Gill kaufen, um die blonde Mähne nach hinten zu kämpfen.

01:01:32: Ja,

01:01:32: dann Frick-Andel-Special.

01:01:36: Aus so einem Automaten?

01:01:36: Ja,

01:01:36: aus dem Automaten.

01:01:38: Also das, sorry, aber das ist das ekelhafteste auf der gesamten...

01:01:42: Welt,

01:01:43: so eine frittierte Fleischpaste in irgendeine Form von frittierter Wurst gepresst aus so einem Automaten zu ziehen,

01:01:48: oder?

01:01:49: Ja, der Holländer frittiert halt gerne.

01:01:52: Wirklich.

01:01:53: So, als allerletztes.

01:01:56: Wie würdest du für dich zur Friedheit definieren?

01:01:58: Wir haben jetzt heute schon viel darüber gesprochen, aber wie steht die da?

01:02:01: Das

01:02:02: Bild vom Anfang, was ich gebracht habe, dass man eine innere Ruhe verspürt, der See.

01:02:07: wo vielleicht ab und zu noch mal ein Steinchen reingeworfen wird, der aber ansonsten vor dir liegt, dieses Gefühl bei sich zu sein, das würde ich als Zufriedenheit beschreiben.

01:02:20: Das ist der Kerl.

01:02:21: Ja.

01:02:22: Aber gibt es noch mehr drumherum?

01:02:26: Ich finde das schon so elementar, dass ich alles in mir weigerte, ein anderes Beispiel zu finden.

01:02:33: Nee, das finde ich schon.

01:02:34: Und wir haben ja gerade darüber gesprochen, es muss immer Zeit sein, aus dem Fenster zu schauen und nichts zu tun.

01:02:40: Und so dieses Gefühl, das benutzt die Werbung ja auch.

01:02:43: Dann werden Bilder gezeigt gerade so für Urlaub, aber auch für alle möglichen anderen Produkte, dass man sitzt in irgendeiner Umgebung, in den Bergen, die grüne Wiese, der schöne Strand.

01:02:53: Auf jeden Fall irgendwas idyllisches, da sitzt jemand und hat offensichtlich Zeit und Muße dieses Nixen, was du eben beschrieben hast.

01:03:02: Und da sieht man doch schon, dass die Währung das natürlich deshalb benutzt, weil in uns allen vielleicht so eine Sehnsucht nach dem auch ist.

01:03:11: Es ist ja ein Sehnsuchtsort, in sich zur Ruhe zu kommen.

01:03:16: Und da zahlt ja fast alles drauf ein.

01:03:20: Manche wollen dann eine Sicherheit, manche wollen das dicke Auto, das schöne Haus mit der riesigen Eingangshalle, von der keiner was hat.

01:03:28: letztendlich sind das doch alles so Etappen auf dem Weg zu dieser Ruhe, die man empfinden will.

01:03:37: Und das muss man auch als solches identifizieren.

01:03:39: Ich glaube, dann wird es auch leichter.

01:03:40: Und vielleicht ist das eben, dass wir es mit dem Alter besser gelingen, diese vermeintlichen, diese Vater Morganas zu identifizieren.

01:03:50: Dass du als jüngerer Mensch dachtst, schau mal da hinten diese Tolle Oase und als Älterer weißt du, da ist gar nichts.

01:03:57: Den Umweg müssen wir nicht machen.

01:04:01: Schön.

01:04:01: Schönes Bild.

01:04:02: Ja.

01:04:04: Dieses Forschungsteam als letzter Punkt sagt, Facetten reicht um bei der Zufriedenheit.

01:04:10: Ist ein großer Pluspunkt.

01:04:11: Und das kann man sich, glaube ich, vorstellen.

01:04:12: Du hast jetzt eine Sache sehr in der Tiefe beschrieben, aber ich weiß ja, dass bei dir auch viele verschiedene

01:04:17: Wege

01:04:18: dahin führen.

01:04:19: Umgang mit deinem Körper, den du ja auch verändert hast.

01:04:23: Deine Perle, wie du so schön sagst, deine Beziehung und drumherum auch.

01:04:26: Also, dieses Forschungsteam sagt, passt vielleicht noch mal ganz gut zu dem Punkt davor, zum Nixen.

01:04:31: Wenn ich jetzt die ganze Zeit denke, zur Friedenheit das entsteht nur, wenn ich richtig hochgefahren bin, wenn wirklich was abgeht, dann mache ich mir das ja total eng.

01:04:39: Und dann ist es ja viel schwieriger, dass das zu den vielen vielen Zielen in meinem Zielsystem passt.

01:04:43: Also wie wäre es, das umzudrehen und zu sagen, für mich besteht zur Friedenheit aus vielen Facetten.

01:04:49: aus vielen verschiedenen Zutaten.

01:04:51: Und damit kann ich das weiterfassen und habe vielleicht nicht so viele Zielkonflikte oder etwas weniger Zielkonflikte in meinem Kopf.

01:04:58: Das fand ich noch ein schönes Gedanken, weil wir gerne in der Psychologie nach einer klaren Definition suchen, sie selten finden.

01:05:04: Und vielleicht im Alltags oft so ist, dass wir nicht genau fest nageln können, was ist denn zur Friedenheit?

01:05:09: und statt zu sagen, das ist schlecht und doof, den Spieß umzudrehen und zu sagen, vielleicht einen Vorteil.

01:05:15: Weil dann gibt es vielleicht automatisch weniger Zielkonflikte.

01:05:18: Fand ich einen schönen Gedanken und möchte damit mal lieber zum Ende kommen, die Meta-Analyse von der ich dir heute erzählt habe, die Studie von der ich dir heute erzählt habe, die haben ja zwei, fassen wir nochmal kurz zusammen, sehr.

01:05:29: unterschiedliche Standpunkte gehabt, die einen sagen, super alte Menschen berichten doch immer und immer wieder, dass die viel zufriedener sind als die Jungen mit der Erklärung, dass die irgendwann anfangen selektiver zu gucken, wie gehen sie mit ihrer Zeit um?

01:05:42: und daraus entsteht automatisch mehr Zufriedenheit, weil man keiner Vater Morgan am hinterher läuft oder blöde Menschen aus seinem Leben irgendwie los wird.

01:05:48: Und die anderen sagen, wir haben einen Riesendatensatz, der findet das nicht, was mich auch erstmal sehr überzeugt, weil es einfach so eine große Studie ist und das vielleicht das ganze komplizierter ist.

01:06:00: dann haben wir trotzdem gesagt aus der arbeit kann man sich aber vielleicht aus der ersten was abgucken nämlich diesen interziel konflikt im Kopf zu ersetzen durch eine Interziel-Kompatibilität, nicht schwarz-weiß gedacht, sondern vielleicht so ein bisschen mehr und haben gerade fünf Punkte genannt, wie das funktionieren kann.

01:06:15: Ich möchte jetzt zum Schluss noch ein bisschen was, wie sage ich, versöhnliches sagen, weil das ist ja ganz schön, wenn es in der Forschung immer Streit gibt und hin und her in verschiedene Sichtweisen.

01:06:24: Es gab eine Metanalyse, auch im Saiboleta, zum Thema Liebe, zum Thema Beziehungen.

01:06:31: Und dort konnten die zeigen, dass die Zufriedenheit in Liebesbeziehungen eigentlich vom Alter mit zwanzig, die ganze Zeit runter geht bis vierzig, dann so ein Tiefpunkt erreicht, ungefähr bei vierzig und dann aber die ganze Zeit wieder hoch geht bis fünfundsechzig und eher so ein Plateau erreicht im hohen Erwachsenenalter.

01:06:49: Und mir hat das letztens noch ein guter Freund erzählt von einem sehr, sehr alten Pärchen, ich glaube seit vierz Jahren oder so zusammen, die sich oft in den Köpaten oft gestritten haben, aber jetzt Richtung Ende des Lebens wieder viel, viel mehr.

01:07:03: zusammengefunden haben.

01:07:05: Und ich fand das ganz schön, weil ich möchte hier auch nicht rausgehen mit der Hauptaussage.

01:07:10: Die Alten sind jetzt alle total schlecht drauf, weil ab siebzig kommt ja der Treppenlift und die Inkontinenz und alles geht nur bergab.

01:07:18: Auch da sagt das Forschungsteam von der Metaanalyse selber, hey, wir haben uns vor allem Daten angeguckt in westlichen Ländern.

01:07:25: Das sind wie immer meistens weiße Westeuropäer oder Nordamerikaner.

01:07:32: Und kritisieren das natürlich, das haben wir ja auch schon oft kritisiert.

01:07:35: Und dann sagen sie natürlich noch, dass hier nur mit großen Mittelwerten gearbeitet wird aus ganz vielen Studien.

01:07:40: Das bedeutet, es ist schwierig zu sagen, ob es da nicht ganz viele... Unterschiede gibt, die die Forschung vielleicht einfach noch nicht verstanden hat.

01:07:48: Sozioeconomischer Status, Beziehungsstatus zum

01:07:51: Beispiel.

01:07:51: Das sind Sachen, wo sie sagen, das konnten wir nicht einbeziehen in unsere Arbeit, das könnte aber eine riesen Rolle

01:07:55: spielen.

01:07:56: Wozu auch das mit der Liebe gerade passt, was ich beschrieben habe.

01:07:59: Und deswegen vielleicht zum Schluss noch einmal Simone de Beauvoir, die sagt, Wachsen, Reifen, Altern, Sterben, der Lauf der Zeit ist vorgezeichnet.

01:08:08: unausweichlich und sagt dann, es gibt nur eine Lösung, wenn das Alter nicht zu dieser Parodie werden soll, über die wir eben gesprochen haben, nämlich weiterhin Ziele zu verfügen, die unser Dasein Sinn verleiht.

01:08:19: Hingabe an einzelne Menschen, an Gruppen oder an Anliegen soziale, politische, intellektuelle oder schöpferische Arbeit.

01:08:26: Sie sagt, im Alter sollten wir uns noch Leidenschaften wünschen, die stark genug sind, um zu verhindern, dass wir uns in uns selbst verschließen.

01:08:34: Das fand ich total schön.

01:08:36: Ein Leben hat so lange Wert, wie man im Leben anderer wertbeimisst.

01:08:40: Durch Liebe, Freundschaft, Empörung und Mitgefühl.

01:08:44: Für mich so schön.

01:08:44: Also die Texte von ihr überhaupt kann ich sehr empfehlen.

01:08:47: Das geht unter die Haut.

01:08:49: Ja, immer wieder neue Seiten aufschlagen.

01:08:51: Also das Buch nicht einfach so liegen lassen, wie es ist, sondern auch im Alter noch wieder neues Kapitel beginnen.

01:08:58: Und auch ich möchte von einem meiner Lieblingsphilosopen wieder was beisteuern von Lemmy, Gilmister.

01:09:04: Frontmann von Moderhead, der auch einer der ganz großen Denker war, der hat es nur anders ausgedrückt.

01:09:11: Und zwar aus einem Artikel, den schick ich dir gleich nochmal.

01:09:14: Es war in der Süddeutschen.

01:09:15: Lemmy hat den Redakteur gezwungen, mit ihm zu saufen, weil Lemmy immer Vizkikola am Start hatte.

01:09:21: Und der Redakteur war glaube ich nicht so besonders bewandert, sich betrinken.

01:09:26: Auf jeden Fall, der Artikel war überschrieben mit Haltig-Fern von Idioten.

01:09:29: Das war die größte Weisheit.

01:09:32: So, und das möchte ich uns allen heute auch noch zum Schluss mitgeben.

01:09:36: Haltet euch fern von Idioten.

01:09:40: Und ich gebe uns noch ein Punkt mit.

01:09:42: Ich weiß nicht, ob ich das schon mal empfohlen habe.

01:09:43: Simone de Beauvoir, die Unzertrennlichen, alles andere als Idiotisch, einfach ein wunderschöner Roman, lange unveröffentliche Erzählung über die Jugendliebe Sasa in einer unglaublichen Kritikklage gegen diese Strenge, gegen dieses eingeengte französische leben damals in den zwanziger jahren.

01:10:04: oder es ist einfach total toll geschrieben gut zu lesen dringende empfehlung für zwei tausend sechsundzwanzig atze.

01:10:10: dann halten wir uns fern von allen trotteln da draußen haben uns ja hier zum glück zu zweit sind hoffentlich keine trottel freuen uns dass ihr alle da draußen hier woche um woche mit uns das fühlen.

01:10:21: durchgeht so auch zwanzig und freuen uns einfach schon auf nächsten dienster.

01:10:24: oder

01:10:26: Absolut, ich habe gerade in mir gekramt, aber das können wir gerne mal machen.

01:10:31: Wir können dieses S.Y.Mann Beauvoir ja erklären und gerne öfter mal Bezug nehmen.

01:10:38: Bietet sich an, weil die hat viele viele.

01:10:40: Zum Teil auch kritische Gedanken oder kritisierte Gedanken, aber sehr, sehr spannende und finde ich eine gute Idee.

01:10:48: Ich drück dich und

01:10:49: willkommen nicht im Jahr der Ratte, sondern im Jahr der Beauvoir und wir hören uns nächste Woche wieder.

01:10:54: Sei gedrückt.

01:10:56: Du hast mir so viel in mir angestoßen, dass ich jetzt erstmal einen schönen langen Spaziergang machen werde.

01:11:01: Lass den vitalen

01:11:01: Rügen von der Lage.

01:11:02: Tschüss, Azze.

01:11:03: Bis nächste Woche.

01:11:19: Tschüss.

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