Charisma - wie bekommt man Ausstrahlung
Shownotes
Von antiken Gnadengaben über Max Webers Führungsbegriff bis zu „Rizz“: Ist Charisma wirklich eine magische Gabe – oder eher eine raffinierte Inszenierung? Warum wirkt Charisma wie ein UFO-Phänomen? Kann man es lernen? Und wieso lassen wir uns davon selbst dann beeindrucken, wenn es gefährlich wird?
Leon und Atze sprechen über soziale Signale, Authentizität, Macht und moralische Fallstricke – und darüber, ob Charisma am Ende vielleicht viel weniger Magie ist, als wir gerne glauben.
Fühlt euch gut betreut
Leon & Atze
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Quellen
Pinsof, D. (2023). Charisma Is Bullshit. Everything Is Bullshit Blog. https://www.everythingisbullshit.blog/p/charisma-is-bullshit
Antonakis, J., Bastardoz, N., Jacquart, P., & Shamir, B. (2016). Charisma: An ill-defined and ill-measured gift. Annual review of organizational psychology and organizational behavior, 3(1), 293-319. https://doi.org/10.1146/annurev-orgpsych-041015-062305
Banks, G. C., Engemann, K. N., Williams, C. E., Gooty, J., McCauley, K. D., & Medaugh, M. R. (2017). A meta-analytic review and future research agenda of charismatic leadership. The Leadership Quarterly, 28(4), 508-529. https://doi.org/10.1016/j.leaqua.2016.12.003
New York Times - Artikel zu “Rizz”: https://www.nytimes.com/2023/12/03/arts/rizz-oxford-word-year.html
Shavit, R., Katz-Navon, T., & Delegach, M. (2025). ‘The Charismulator’–charisma simulator: A study of a new VR intervention to improve charisma. Journal of Management & Organization, 31(2), 479-494. https://doi.org/10.1017/jmo.2024.61
Redaktion: Julia Ditzer & Leon Windscheid
Produktion: Murmel Productions
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00:00:00: Auch da, Bäm, so eine Präsenz, so klar den Aussagen, so zugewandt gleichzeitig, so ja, charismatisch, dass mich das wirklich umgehauen hat.
00:00:08: Es gibt solche Leute, es gibt solche Momente und da finde ich schon, jetzt gehen wir gleich mal einen Schritt weiter, dass man sich das doch wünscht oder nicht.
00:00:15: Ich zeige euch heute, was dahinter steckt und welchen Tipps auch du charismal lernen und deine Ausstrahlung verbessern kannst.
00:00:24: Mir lief der Schweiß.
00:00:26: Wirklich der Schweiß.
00:00:27: Und nicht ein bisschen, sondern so, dass man das gesehen haben muss.
00:00:29: Und ich hatte da, weil ich dann, wenn man das zum ersten Mal macht, kann man ja noch den Text noch nicht auswählen.
00:00:33: Ich hatte da so Zettel dabei.
00:00:35: Ausgedruckte Zettel.
00:00:36: Und ich ahne, dass da eben auch wirklich ein Hebel liegen könnte für Charisma.
00:00:45: Also, dass du die ich in einem Umfeld bewegst, in dem du trittsicher
00:00:48: bist.
00:00:50: Betreutes Fühlen.
00:01:01: So Leon, ich sag's dir gleich, ich lieg im Bett.
00:01:05: Hast du was an?
00:01:07: Vollständige Kleide mit einem meiner schönsten Jogginganzüge.
00:01:13: Aber nur deshalb, weil warum auch nicht?
00:01:16: Hier ist die Akustik am besten.
00:01:18: Ja, aber bist du in dem Alter jetzt, wo man so Freizeitanzüge trägt?
00:01:22: Mein Opa hatte immer so Freizeitanzüge und da war das Benutigeschenk meiner Mutter an mein Opa.
00:01:26: Freizeitanzüge.
00:01:27: Das sind Jogginganzüge, aber so ein Tackenschicker, so wie das Oberteil zum unteren Teil passt, wo vielleicht nur so ein kleiner Reißverschluss
00:01:36: am
00:01:37: Kragen dem ganzen gewissen Style geht.
00:01:39: Am Ende ist es eigentlich ein Jogginganzug.
00:01:40: Karl Lagerfeld würde sagen, wer so rausgeht, hat sein Leben nicht im Griff.
00:01:43: Na ja, mein Vater hatte auch so was, aber da hatte die Hose da eine Bügelfalte.
00:01:49: Auch geil.
00:01:49: Auch natürlich der Kompromiss, den man seit langem gesucht hat.
00:01:53: Und nein, ich bild mir ein, natürlich als Boomer und drüber ist alles Einbildung.
00:02:00: Ich bild mir ein so in der Range von vielen sehr bekannten, weltberühmten Hip-Hop-On zu sein.
00:02:07: Und Snoop Dogg im Jogger sieht immer gut aus.
00:02:10: Ja klar,
00:02:10: ja
00:02:11: klar.
00:02:11: Und
00:02:12: ich habe eine These für dich, Thema dieser Generation und der Boomer.
00:02:15: Sehr gut.
00:02:16: Ganz klarer Eindruck ist, die die jungen Leute von heute, wie man so schön sagt, das sind die Boomer von von morgen.
00:02:22: Ganz
00:02:22: klar.
00:02:24: Wirklich klar, oder?
00:02:25: Ja.
00:02:25: Also all dieses Generationen.
00:02:26: Noch
00:02:26: spissiger.
00:02:28: Ja, vielleicht auch noch spießiger.
00:02:29: Ich hab mich hier oft genug darüber aufgeregt.
00:02:31: Aber ich hab so wirklich krass das Gefühl, die Gen Y, die war ja noch vor einiger Zeit, waren die ja noch die coolen Jungen.
00:02:36: Und dann irgendwann kippte das, als man so noch überlegt hat, ob man sich seinen Shirt vorne in die Jeans reinsteht.
00:02:43: Da war dir eigentlich klar, okay, Shit, jetzt bist du wirklich raus aus dieser jungen Generation.
00:02:48: Du bist jetzt genau auf diesem Kipppunkt Mitte Ende, wo das Sterben anfängt.
00:02:53: Und ich hab wirklich das Gefühl, das verschiebt sich einfach immer Generationen.
00:02:57: um Generation.
00:02:58: und die coolen Hiptines von heute, die werden dann wieder genauso in diese Muster rein latschen und in diesen Mist, den sie zurecht jetzt kritisieren.
00:03:08: Aber ich finde immer wieder, finde es immer wieder frappierend, wie lange das dauert, bis wirklich so gesellschaftlicher Wandel stattfindet.
00:03:14: Also wie konservativ zum Teil Leute um mich herum sind, die vielleicht jetzt nochmal fünf Jahre älter sind, wo ich noch genau weiß, wie die mit Anfang zwanzig da auf Rebellion und jetzt machen wir das ja anders auf der Welt.
00:03:24: und jetzt die großen Durchbrüche und Bullshit, keine fünfzehn Jahre später sind die Vierer Eltern.
00:03:30: Ja,
00:03:30: das ist das eigentlich tragische am Elterwert.
00:03:34: Ich bin auch sauer aufs Elterwert, aber ich kann es nun mal nicht ändern.
00:03:37: Und wahrscheinlich bin ich jetzt in dem Alter, wo ich so langsam aus dieser Falle rauslaufe, peinlich zu sein.
00:03:45: Ich darf einfach nicht mehr hervorgeben, ich wäre jünger.
00:03:48: Also ich bin ein sehr vitaler Rüder auf der Bühne, ein Riesenlacher.
00:03:53: weil ich das dann auch noch begründe, dass ich nackt sehr gut aussehe und so, aber im privaten würde ich mich mit solchen Behauptungen schwer zurückhalten.
00:04:02: Gott sei Dank.
00:04:03: Ach man, ja, ist ja Peinlichkeit, ist ja eh so eine, ich weiß gar nicht, für die ein ist eine Fähigkeit, für die anderen ist es ja Abgrund und ich musste mich mal wieder mit dem deutschen Schlager auseinandersetzen.
00:04:22: Und ja, ich habe jetzt schon fast zu viel verraten, aber ich muss dir, wirklich, es ist mir ein innerer Zwang dir das jetzt vorzulesen, ein Text.
00:04:30: Ganz kurz, weil du sagst nicht zu viel verraten.
00:04:32: Hast du dir bitte notiert, was du mir noch schuldest fürs Ende der Folge?
00:04:36: Das war das, glaube ich.
00:04:37: Ach, das war das, da bin ich ja beruhigt.
00:04:38: Ey, so.
00:04:39: So krank Zyganic Effekte in meinem Kopf.
00:04:41: Sehr gut.
00:04:41: Unerledigte Sache, die als Baustelle die ganze Zeit wie so ein Schlagloch seit zwei Wochen damit mit mir rumrennt.
00:04:46: Ja.
00:04:46: Bitte auflösen.
00:04:47: So wie es ein Schüleralter ist, der nichts vergisst.
00:04:51: Mental habe ich aber eigentlich auch schon Freizeit an so an.
00:04:53: Ich sage nur zehn Wochen auf Platz eins der Radio-Charts.
00:04:56: Und da habe ich eigentlich so viel verraten.
00:04:58: Ich jetzt fährt von hinten auf Zeugen Müßler, aber das lässt sich jetzt nicht mehr ändern.
00:05:00: Pass auf.
00:05:01: Die Nacht war jung und der Tag noch so weit.
00:05:03: Ich kam allein, wir gingen zu zweit.
00:05:05: Oho.
00:05:06: Gehaltes Herz und zerrissenes Kleid.
00:05:09: Habt ihr gesagt, bitte geh heutzu weit.
00:05:12: Die Stelle sollte man sich schon mal merken.
00:05:16: Habt ihr gesagt, bitte geh heutzu weit.
00:05:18: Das muss diskutiert werden.
00:05:19: Blumen auf dem Bodenschampagne, Flaschen leer, Gefühle durcheinander.
00:05:23: Gestern Nacht ist so lang her.
00:05:25: Da kommt der Refrain der morgen danach.
00:05:26: Du liegst neben mir.
00:05:27: Was haben wir gemacht?
00:05:28: Du hast mich dreimal in den Himmel gebracht.
00:05:30: Was eine Nacht?
00:05:32: der morgen danach unsere Körperbrennen immer noch alles durchfühlt, jedes Bild auf halb acht.
00:05:37: Was eine Nacht.
00:05:39: Hammer.
00:05:41: Und da stoß auch ich an meine Grenzen, also auch mit meinem Humor an meine Grenzen, weil ich denke, so viel haben wir jetzt, zwanzig, sechsundzwanzig.
00:05:51: Und das ist ein neuer Schlager von Maite Kelly, die ja eigentlich ein bezauberter Mensch ist.
00:05:58: Und gleich reden wir mal über Charisma.
00:06:02: und auch Charisma hat auf der Bühne.
00:06:04: Und ich frage mich, wie fällt so eine Entscheidung?
00:06:08: Kennst du irgendjemanden in deinem Umfeld oder von mir aus auch in meinem?
00:06:11: Ich kenne mich niemanden, dem ich sowas unterjubeln könnte an Text.
00:06:17: Da ist man doch rar los, oder?
00:06:20: Wir haben alle Diskussionen schon durch bis hin zu, dass man keine weißen Socken in Sandalen trägt jetzt doch wieder.
00:06:29: weil so ein Text, da denke ich doch, darfst doch ehrlich, seit den Fünfzehnern nicht mehr geben.
00:06:34: Tja.
00:06:35: Ja, du bist da ja voll drin im Schlagerbesitz.
00:06:36: Ja, total.
00:06:37: Weil ich da, was ich mir sehr interessant finde, mit diesen Texten so inhaltlich beschäftigst.
00:06:42: Schau
00:06:42: mich schön.
00:06:44: Ja.
00:06:44: Aber
00:06:47: es hat zu den Weib von so einer Freundin bei uns aus der Schule Nina, die hatten so ein Partykeller und da so Holzdeckel.
00:06:57: Das habe ich sofort, dieses Gefühl.
00:06:59: Weißt du, so Holzdecke oben und so eine Kronkorkensammlung an der Wand und so diese braunen Fliesen am Boden, so, das kommt da bei mir als Stimmung auf, wenn ich so einen Text höre.
00:07:09: Aber das kann
00:07:09: doch nicht sein, dass man sich inhaltlich da wirklich mit beschäftigt.
00:07:13: Also wenn du von der Bedeutung, ich habe dir gesagt, bitte geh heute zu weit.
00:07:18: Was soll das denn sein?
00:07:21: Also mir fehlen.
00:07:22: Wirklich, ich weiß es nicht.
00:07:24: Alles, alles brennt, unsere Körper brennt, alles durchwühlt.
00:07:27: Ja, da kann man ja noch was mit anfangen.
00:07:28: Du hast mich dreimal in den Himmel gebracht.
00:07:31: Da kommt man ja schon unter Druck.
00:07:33: Was eine Nacht?
00:07:34: Naja.
00:07:35: Ja gut, aber ich habe jetzt hier mal gerade nachgeguckt, weil mich das ähnlich fasziniert.
00:07:38: Pass mal auf, ich sage dir nicht, wo das in den Schatz ist und wer es gesungen hat.
00:07:42: Du könntest meine letzte Liebe sein.
00:07:44: Oh, stehe mit dem allerletzten Stück von meinem Herz vor der Tür, werfst durch dein Fenster wie ein Siegelstein.
00:07:50: Oh, wenn es irgendwo in Scherben liegen soll, dann bei dir.
00:07:53: Waren ein paar Schritte zu viel, wenn man nicht aufpasst, wohin merkt man nicht, wenn es passiert.
00:07:59: Und so weiter.
00:08:00: Jo, passt genau dazu.
00:08:02: Passt genau dazu?
00:08:02: Ist aber Vincent Weiß.
00:08:04: Und wird jetzt von der coolen Jung... Da passt es
00:08:07: los.
00:08:07: Ich hab immer schon behauptet, dass diese Grenze fließend ist.
00:08:10: Die deutsche Popmusik ist eigentlich schlager.
00:08:13: Ist wirklich so.
00:08:14: Und wird auch
00:08:14: immer
00:08:15: mehr.
00:08:17: Muss das denn keiner?
00:08:17: Ey, da können wir mal so eine richtig investigative
00:08:20: Doku zu drehen.
00:08:20: Das nehmen
00:08:21: wir direkt
00:08:21: mit in unsere Show da im Oktober.
00:08:23: Das wird ein extra Block.
00:08:25: Drei neunziger Jahrgangssäche gerade.
00:08:27: Und die
00:08:28: Fans sind wahrscheinlich total jung.
00:08:29: Und wenn du jetzt das hier heute hörst, dann ja.
00:08:32: Ja, wenn es ein weiß erster Hit war, denn da müsste Musik sein.
00:08:37: Wo man selber immer schon dachte, ja, das wäre echt gut.
00:08:42: Fang an.
00:08:43: Meine Herren, ja.
00:08:45: Leider auch, glaub ich, ein sehr netter Kerl.
00:08:47: Er hat mal wirklich die Challenge-Aktion bei uns auf dem Schiff mitgemacht.
00:08:51: Ja.
00:08:53: Wie so oft.
00:08:54: Ja, ganz toller Kerl, wirklich.
00:08:56: In jeder Beziehung und sieht natürlich noch völlig gut aus.
00:09:00: Ey, aber jetzt sind wir voll drin.
00:09:02: Du hast gerade schon das Wort gedroppt eben, Charisma.
00:09:05: Ja.
00:09:06: Das ist unser großes Thema heute.
00:09:08: Und bevor man hier über irgendwelchen anders irgendwas sagt, Atze, ich will wirklich mit der großen Frage reinschauen aus ureigem Interesse, wie wird man cooler?
00:09:17: Weil ich könnt jetzt dir, kann mich da über Schlagerleute über die Texte aufregen und denken, das hat uncool oder so was.
00:09:22: Aber mach erstmal cool Text, schreib erstmal ein Lied, geh mal auf ne Bühne.
00:09:26: Und ich hab so, ich hab letztens dachte ich, ich schneide nochmal ein paar Snippets so für Instagram mit Marius aus meinem ersten Programm, was wir fürs ZDF aufgezeichnet haben.
00:09:35: Ich weiß nicht, ich glaub es ist neunzig Minuten lang oder so, das sind drei Teilen.
00:09:38: Wir haben keine einzige Stelle genommen.
00:09:41: Und nicht weil wir jetzt da, weil man sich da selber nicht hören oder sehen kann, sondern einfach... Falls so... Furchtbar war, so furchtbar vorgetragen.
00:09:50: Ich saß da und dachte, Alter, bin ich uncool.
00:09:52: Und Marius konnte das auch nicht schön reden.
00:09:53: Er hat nur den Kopf geschützt und ich dachte,
00:09:56: jung.
00:09:57: Ist das
00:09:57: lustig?
00:09:57: Nein, ist so.
00:09:58: Katastrophe.
00:09:59: Katastrophe.
00:10:00: Und dann habe ich vor kurzem meinen Eltern den Film Like It Complete Unknown, also Timothy Chalamet, in der Rolle des Bob Dylan, alles irgendwie selber gesungen, selber Gitarre gespielt, unfassbar gut geschauspielert.
00:10:12: Und dann überhaupt diese Geschichte von Bob Dylan wurde auch das Gefühl hast, heftig.
00:10:16: Und das wäre jetzt meine wichtigste Startfrage.
00:10:19: Wie kriegt man Charisma?
00:10:21: Wie wird man cooler?
00:10:22: Wie kommt man irgendwie in den Raum und vermittelt so das Gefühl, boah, ich hab's, ich muss, ich will's ja nicht mal speziell drauf haben.
00:10:28: Aber kennst du, ich hab' letzter Zeit so oft Momente gehabt, wo ich wirklich das Gefühl hatte, alle hätten gesagt, wir gehen heute mal cool zusammen hier in den Bar und ich komme als Einziger mit dem Freizeitanzug versehentlich rein.
00:10:38: Ich hab' zum Beispiel letztens bei einem... War mir bei nem Sender und da war ne top vorbereitzete Redakteurin und dann fing die so an, ja Leon, ich würde mal hiermit die Fragen vorab durchgehen, ich seh ja perfekt dann, ich setze mich mal nebendlich so oder sowas, dass wir die zusammen durchgucken können, die guckt mich so an, äh, du kannst einfach da sitzen bleiben und ich hatte das überhaupt nicht zu Ende gedacht.
00:10:56: Und es war so... Der Moment war so awkward, das war so peinlich, wo du so denkst, hey, wollt ihr ihn jetzt gerade sagen?
00:11:02: Und dann ich so, ja, nee, klar.
00:11:04: Und da merke ich einfach so, ich habe so oft so Momente, wo ich mir überhaupt nicht charismatisch rüberkomme.
00:11:08: Ja,
00:11:09: aber das kann doch auch charismatisch sein.
00:11:11: Also du...
00:11:12: Du bringst
00:11:13: jetzt beide Begriffe zusammen, cool, cool war ich auch nie.
00:11:17: Und als ich aufgehört habe, das sein zu wollen, kam vielleicht das Charisman, da werden wir ja gleich drauf losgehen.
00:11:23: Aber du bist schon charismatischer Typ, auch in deiner Stofferlichkeit, letztendlich, dass du dich da vielleicht an die falsche Stelle setzt oder das nicht richtig verstanden hast.
00:11:34: Auch das macht dich ja aus.
00:11:36: Also wir stehen ja gleich immer weiter rein.
00:11:39: Aber na ja, ich würde schon sagen, das macht dich auch alles aus.
00:11:43: Ne, aber das ist so ein, das ist genau wie du sagst, so eine Stofffälligkeit.
00:11:46: Ah, da kommt da unser Depater.
00:11:50: Doch, doch, doch, doch, doch.
00:11:51: Und das ist, ich hab letztens, ich sag jetzt nicht wer, aber ein Podcast hat über zwei andere Männer in der Medienwelt gesagt, absolut unfuckable.
00:12:01: Und ich dachte, shit, die trifft den Nagel auf den Kopf.
00:12:05: Und das kann man auch als so eine Stoppeligkeit abtun oder so ein lustiger Tanzbär da.
00:12:11: Nee, Alter, das ist furchtbar.
00:12:13: Also ich will wirklich wissen... Ich glaube, es geht wahrscheinlich ganz viel so.
00:12:17: Und jetzt sind wir voll drin.
00:12:18: Wie kann man das schaffen in so Momenten, wo es einem wichtig ist, dass man nicht auf der Party wie der letzte Depp rüber kommt, dass man, wenn man vielleicht einen wichtigen Vortrag hat, wirklich das Gefühl hat, ey, das hat jetzt mal, das hat eine Ausstrahlung.
00:12:30: Man hat eine gewisse, ja, man hat was Charismatisches an sich.
00:12:35: Weil ich glaube, jeder von uns kennt Menschen, wo du von außen vorstehst und denkst, wow.
00:12:40: Wie zur Hölle kann man so fucking cool sein?
00:12:42: Wie Bob Dylan, Timothy Chalamet.
00:12:43: Ich war gestern im Kino, hab den Trailer gesehen für den neuen Film Sandra Hüller.
00:12:48: Du weißt, ich bin ultra.
00:12:50: Jetzt neben Ryan Gosling in einer absurd kranken Hollywood-Produktion irgendwie im Weltall.
00:12:56: Und diese Frau, wie die da steht, wie die, die diese Rolle spielt, ich hab nur ein paar Szenen gesehen und dachte schon wieder, wie kann man so fucking cool sein, so charismatisch sein wie Sandra Hüller?
00:13:05: Und jetzt, das muss ja gar nicht das Ziel sein.
00:13:07: Wer kann das schon erreichen?
00:13:07: Das sind ja dann die Halbgötter.
00:13:09: draußen und Halbgöttinnen, aber so ein bisschen mehr.
00:13:11: Das wäre meine Frage.
00:13:12: Aber guter Punkt.
00:13:14: Du bist jetzt grad bei Schauspielern.
00:13:16: Da muss man schon unterscheiden.
00:13:17: Es gibt ganz viele Schauspieler, aber auch Models, auf jeden Fall vor der Kamera schaffende, die im wahren Leben nachher kommen und da ist nichts.
00:13:27: Da ist absolut nichts.
00:13:31: Zu den Supermodels gehörte er auf früher Claudia Schiffer.
00:13:36: Und jeder, der die meinem Original getroffen hat, übersieht sie fast.
00:13:40: Die hat vor der Kamera eine unfassbare Präsenz.
00:13:43: Du kannst ja so ein Magazin so ganz schnell durchblättern und es gibt ja so ein paar Bottles, männliche wie weibliche, natürlich mehr weibliche, was davon mehr gibt.
00:13:53: Wo du hängen bleibst, die Sonne Präsenz haben.
00:13:55: Ich habe jetzt nicht die ganzen Namen parat, aber diese Engländerinnen, die quasi über dreißig Jahre Ich komme jetzt nicht drauf.
00:14:06: Auf jeden Fall auch
00:14:06: im Kate Moss.
00:14:07: Kate
00:14:07: Moss, genau die, auch im Original fällt überhaupt nicht auf, selbst in der kleinsten Gruppe.
00:14:13: Ah, du hast dich immer getroffen?
00:14:14: Ja, also was heißt getroffen?
00:14:16: Ich war mal auf derselben Veranstaltung und habe natürlich genau hingeschaut, bis sie da vorbeischritt.
00:14:21: Und ich fand sie ihre Präsenz auf Bildern speziell immer sensationell.
00:14:27: Das habe ich immer umgehauen.
00:14:29: Und du bleibst sofort hängen, wenn irgendwo eine ganze Zeitige Anzeige von dir ist.
00:14:34: Und im Original denkst du, und so ließ mir mit Claudia Schiffer auch mal, das war auch noch preisvoll live.
00:14:39: Du hast gedacht, mein Gott, ist sie das wirklich?
00:14:42: Das kann doch nicht sein.
00:14:44: Ach krass.
00:14:45: Okay, aber das stelle ich mir auch heftig vor.
00:14:48: Wenn du so in Szene gesetzt wirst, wenn jeder von dir dieses Werbefoto Image diese Vorstellung hat.
00:14:55: Ja,
00:14:55: ja, ja.
00:14:56: Aber es gibt ja... Vielleicht ist das dieses, da kommt jemand in einen Raum
00:14:59: und nimmt
00:14:59: diesen Raum ein und du hast das Gefühl, bam, die Person ist da.
00:15:03: Ich
00:15:03: habe noch einen Superjoker und zwar, die Art der Veranstaltung war ein bisschen fragwürdig, geb ich zu.
00:15:09: Und zwar war das der Millionärskongress vom AWD.
00:15:15: Das Ganze von den Düsseldorfstadt, ich selber spielte in...
00:15:19: Alleine... Alleine, dass es so was gibt, ein Millionärs.
00:15:22: Ja, absolut.
00:15:23: Also da war so eine Messehalle gemietet und die ganzen Räume drum herum.
00:15:27: Auf jeden Fall.
00:15:28: Ich sollte für den heiteren Teil während des Tages suchen.
00:15:31: Bernd Rürop, der dann die Rürop-Rente erfunden hat im Zusammenarbeit mit AWD, hat dann da gesprochen und so.
00:15:38: Hauptsächlich, naja, eher so Steuerberater auf der Bühne.
00:15:43: Aber dann war ich nicht der einzige Star-Gast, der da im Laufe des Lammetags für ein bisschen Heiterkeit sorgen sollte.
00:15:50: Ich spielte selber im Magdeburg, habe gesagt, ja, das kann ich nicht schaffen, zeil ich.
00:15:54: Da haben die gesagt, ja, jetzt spielt keine Rolle, wir schicken den Jet.
00:15:57: Da kam da irgendwann so eine Citation angeflogen, ich stieg zu, wurde dahin gebracht, bin eine halbe Stunde aufgetreten, anschließend wieder zurückgeflogen.
00:16:05: Und einer der Sprecher auf diesem Kongress für die Gage von einer Million Dollar, glaube ich, war Bill Clinton.
00:16:13: So und das merkte man daran, weil schon Stunden vorher da irgendwelche Secret Service Leute, er war nicht mehr Präsident, aber er war so als Speaker sehr unterwegs, weil irgendwelche Secret Service Leute da die Flure sicherer machten und dann saß ich im Catering, weil ich auch noch warten musste und da kam da irgendwann wirklich Bill Clinton rein mit so ein paar Bodyguards und ich hatte nur davon gehört, dass sobald er in Raum betritt, dieser Raum auch wirklich voll ist.
00:16:42: Und das war so.
00:16:44: Ich kann das gar nicht beschreiben.
00:16:46: Das war so faszinierend.
00:16:48: Dieser Mensch betritt ein Raum und die Sonne scheint.
00:16:51: Und das ist ja genau das, was du meinst, ne?
00:16:55: Ja.
00:16:55: Das war wirklich absolut einer der beeindruckendsten Momente in meinem Leben.
00:16:58: Krass.
00:16:59: Hast du mit ihm geredet?
00:16:59: Nein, nein, nein.
00:17:01: Soweit kann man gar nicht.
00:17:02: Der war zu abgeschirmt.
00:17:03: Aber das ja durch diese Tür kam und diesen Raum so gefüllt hat mit seiner Energie.
00:17:08: Das war schon wirklich absolut bemerkenswert.
00:17:13: Heftig.
00:17:14: Ja.
00:17:15: Ich hatte das sogar mal und da, das hat mich richtig umgehauen, Lisa Feldman Barrett, absolute Starforscherin, die wirklich auch in der Wissenschaftskommunikation ein tolles Vorbild ist, weil die so... Seriöse, umfangreich, so gut mit Quellen blickt.
00:17:29: Ich hab mal mit der Gesum, das hab ich dir, glaub ich mal, erzählt.
00:17:32: Ganz schwierig für mich war, diesen Kontakt zu bekommen.
00:17:33: Und dann war's wirklich für mich so wie, okay, du bist Musikfan und schreibst Beyoncé und die antwortet, beziehungsweise nicht sie, sondern einen Assistent und dann sagt, ja, die würde mit dir reden, aber und dann waren tausend Sachen zu klären und alles schwierig und kompliziert.
00:17:44: Aber am Ende haben wir uns dann da per Zoom zusammengeschaltet, klappt diesen Laptop auf und diese Frau, die hat über dieses verdammte Glasfaserkabel durch den Atlantik meinen Raum gefüllt.
00:17:55: Auch da.
00:17:56: Bäm, so eine Präsenz, so klar den Aussagen, so zugewandt gleichzeitig, so ja, charismatisch, dass mich das wirklich umgehauen hat.
00:18:03: Es gibt solche Leute, es gibt solche Momente und da finde ich schon,
00:18:06: jetzt
00:18:06: gehen wir gleich mal einen Schritt weiter, dass man sich das doch wünscht oder nicht.
00:18:10: Ja, das wünscht man sich.
00:18:12: Aber an dieser Stelle möchte ich eben schon die Unterscheidung machen zwischen den Leuten, die vor der Kamera diese Zauber entfalten können und die Menschen, die das im Echten leben können.
00:18:20: Uns geht's ums Ware.
00:18:22: Wir wollen nicht das vor der Kamera oder der Werbe anzeigen.
00:18:23: Bei Wetten das saß ich mal, auch vorher im K-Trink tatsächlich ein bisschen mit unterhalten und auch in der Show zusammen mit Ben Kingsley auf dem Sofa, der zuvor immer in Gandhi gespielt hat.
00:18:37: Und das war eher ein ganz normaler Typ, auch von der Ausstrahlung her.
00:18:43: Und dann habe ich so auf den Monitor geschaut, wie er da auf dem Sofa sitzt.
00:18:49: Und auf dem Monitor hast du schon gesehen, der hat diese Ausstrahlung sobald der von der Kammerrad tritt.
00:18:56: Also im Original gar nicht so.
00:18:57: Aber wie schaffen wir das?
00:18:59: Also du sagst, das ist cool, so was zu haben.
00:19:04: Also ich denke das ganz oft.
00:19:06: Und jetzt auch noch mal Kleiner gedacht, ich hab das auch manchmal auf einer WG-Party, dann komm ich da rein in so einen Raum, wo vielleicht schon in die WG-Küche sammeln.
00:19:15: Das ist ja immer so der Ort, wo sich dann alle sammeln.
00:19:18: Und dann kommst du irgendwie rein und es sind schon einige da und du sagst irgendwie, hallo und jetzt weiß ich nicht genau, was machst du jetzt?
00:19:23: Und das sind so Momente, wo ich mir einfach wünschen würde, lässiger, cooler, vielleicht auch charismatischer zu sein.
00:19:29: Mein erster Tipp, es muss dir egal sein.
00:19:33: Dann hast du schon mal neunzig Prozent dazu gewonnen.
00:19:36: Genau.
00:19:37: Es muss dir wirklich
00:19:37: egal
00:19:38: sein.
00:19:39: Ja, und das ist ja so verdammt schwierig.
00:19:41: Und vielleicht gehen wir mal, aber jetzt, wir sind schon voll drin.
00:19:44: Warte,
00:19:44: warte, warte.
00:19:45: Ich habe mir ein bisschen was aufgeschrieben, weil ich dir ja letzte Woche gesagt habe, dass ich, wenn wir alle Pech gehabt hätten, wäre ich Motivationstrainer geworden und jemand, der positives Denken in die Welt bringt.
00:19:57: Ich hatte mir jetzt ein bisschen was aufgeschrieben, wie ich dieses Seminar Mercarisma anfangen würde.
00:20:03: Lausche mir bitte.
00:20:05: Also stelle vor, du sitzt da mit einer Gruppe von fünfzehn Leuten, von mir ist auch Führungskräfte und ich trete vor das geneigte Auditorium.
00:20:14: So, Charisma ist der Stoff, aus dem Legenden sind.
00:20:18: Der andere in den Bann zieht.
00:20:19: Der kleine Leute mächtig und Manager zu Stars macht.
00:20:23: Der Menschen eine magische Aura und enorme Strahlkraft verleiht.
00:20:27: Einige Menschen schaffen es, allein mit ihrer Ausstrahlung anderen in den Wand zu ziehen.
00:20:31: Dennoch lässt sich Charisma kaum greifen oder beschreiben.
00:20:34: Es ist etwas Besonderes, was schon Magisches, was charismatische Personen ausmacht.
00:20:40: Ich zeige euch heute, was dahinter steckt und welchen Tipps auch du Charisma lernen und deine Ausstrahlung verbessern kannst.
00:20:51: Okay, das ist ... geil.
00:20:53: Also, sehr schön.
00:20:54: Würde ich so verkaufen, das Seminar.
00:20:55: Ich bin sehr gespannt, wie das dann gleich weitergeht, weil das ... Das
00:20:58: weiß ich noch nicht.
00:21:04: Wer dir auch an dem Tag egal, du würdest so anfangen und der Rest, der wird sich auf der Bühne ergeben.
00:21:09: Das war einer der wichtigsten Tipps, die du mir mal gegeben hast, weil wenn man dann irgendwelche Talkshows eingeladen wird oder da oder dahin, dass du mir mal irgendwann sehr früh gesagt hast, Leon, die besten Auftritte waren eigentlich immer, wo man alles ... Vorbereitet hat und dann am Ende war es einem komplett egal und man hat was ganz anderes gemacht.
00:21:23: Ja.
00:21:23: Hast du die Erfahrung jetzt auch schon gemacht?
00:21:26: Ja, aber nur in Auszügen.
00:21:27: Du weißt ja, ich bin schon doch hier.
00:21:29: Der Zeugwald ist ja immer die nette Beschreibung für ein bisschen der Streber unseres Podcasts und so ganz unvorbereit.
00:21:34: Aber du
00:21:34: bist ja mittlerweile so hochmonitioniert.
00:21:37: Überleg mal, vor fünf Jahren hättest du das auch alle schon gemacht.
00:21:40: Aber da hattest du deine Speicher doch gar nicht so voll.
00:21:44: Nee.
00:21:45: Und du könntest doch heute... speziell zu deinen Schwerpunktthemen nachts geweckt werden und direkt einen Vortrag halten.
00:21:55: Und das ich hab dich, ich weiß gar nicht, hab ich dich bei Lance jetzt gesehen, ja?
00:22:00: Ja, vor ein paar Wochen, ja.
00:22:01: Und
00:22:01: da hab ich doch gedacht, Leon, ihr könntest das eigentlich auch so aus dem Stegrafen machen.
00:22:06: Nee, und ich hab genau anders und darauf geguckt und diese, wieder so Reels gesehen und gedacht, cool ist das aber nicht.
00:22:13: Dein Perfektionismus.
00:22:15: Mag sein, mag sein.
00:22:17: Jetzt vielleicht einmal, um es greifbar zu machen, was ist denn eigentlich Charisma?
00:22:20: Das ist ganz spannend, wenn man da in die Geschichte guckt, der heutige Gebrauch von diesem Begriff geht auf den Soziologen Max Weber zurück aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert.
00:22:29: Und der hat Charisma damals als eine bestimmte Qualität beschrieben.
00:22:33: Und zwar die Qualität einer individuellen Persönlichkeit, könnte also du und ich sein, durch die sie sich von gewöhnlichen Menschen abhebt und als mit übernatürlichen, übermenschlichen.
00:22:44: oder zumindest außergewöhnlichen Kräften oder Eigenschaften ausgestattet, angesehen wird.
00:22:49: So, das ist ja schon mal eine ganz schöne Messlatte, oder?
00:22:53: Doch, will ich sagen, das ist schon
00:22:54: übernatürlich, übermenschlich.
00:22:56: Das ist schon überirdisch.
00:22:58: Ja, ich habe dann eine Übersichtsarbeit gefunden, wo Forschende sich den Begriff aus psychologischer wissenschaftlicher Sicht mal genauer angeguckt haben.
00:23:05: Und jo, Max Weber kommt immer wieder.
00:23:07: Aber sie sagen, der Begriff ist in Varianten noch viel, viel älter.
00:23:12: Also es gab da schon biblische Quellen, wo der drin vorkam.
00:23:15: Und dann findest du ihn aber auch in der klassischen griechischen Mythologie, fand ich ganz interessant.
00:23:19: bei den Grazien Carites und insbesondere bei der Göttin Charis.
00:23:23: Ich habe dann mal versucht, das ein bisschen auseinander zu dröseln.
00:23:25: Wer sind denn die Carites?
00:23:26: Wer ist denn Charis?
00:23:28: War irgendwie alles nicht ganz klar.
00:23:30: Die Charis sind Göttinnen der Anmut, Töchter des Zeus.
00:23:33: Da gibt es dann drei Stück typischerweise von Aglaya Glanz Euforusne.
00:23:40: Du siehst ich.
00:23:40: Okay, bin ich mit dem Begriff nicht so aus.
00:23:42: Frohsinn, Talia, blühendes Glück.
00:23:45: So, von den Römern wurden die Grazien genannt, aber Karis bzw.
00:23:48: Kariten war dann auch ein Begriff dafür.
00:23:51: Und ich habe mir mal eine Münze angeguckt, die Goethe irgendwie in seiner Sammlung hatte, wo diese Göttin Karis drauf sein soll oder eine von diesen drei Kariten.
00:23:59: Fand ich ganz interessant, weil wenn du dir die anguckst, was die ausstrahlt, die guckt genauso, wie ich mir das vorstellen würde, die guckt lässig, die guckt cool.
00:24:08: Die würde ich sagen, ist auch attraktiv, aber das... muss ja gar nicht die Rolle spielen.
00:24:11: Ich glaube, es gibt genug Leute, wo wir sagen, wenn total charismatisch, obwohl die überhaupt nicht irgendwie scharf sind oder irgendeinem Schönheitsideal entsprechen.
00:24:20: Und die hat wirklich in ihrem Blick so eine lässige, lässige Coolness.
00:24:25: Ja, dieser Begriff Charis hatte dann im griechischen, im klassischen griechischen viele Bedeutung, Dankbarkeit, Charme, Erregung, Schönheit, Freude.
00:24:33: Es hat sich ja gerade auch schon so ein bisschen in den drei Chariten widergespiegelt.
00:24:37: Aber grundsätzlich merkst du, Blitzt schon so ein bisschen durch, es geht um ganz besondere Eigenschaften.
00:24:43: Und wenn man jetzt das ein bisschen vorspult, Thema Forschung und moderne Wissenschaft, in den siebziger Jahren, da gab es großen Stillstand bei der Führungsforschung, also du mit deinem Stürmband und deinem Seminader für irgendwelche, weiß ich nicht, Managerinnen und Manager, die jetzt wissen wollen, wie kann ich denn charismatisch führen?
00:25:00: Das war damals noch gar nicht so das Thema, bis dann.
00:25:02: So ein bisschen das wieder durchprach und man sich gefragt hat, okay, wie können wir denn jetzt sowas wie Liederschipp mal besser definieren?
00:25:08: Wie können wir denn mal rausfinden, was jetzt gute Führungskräfte ausmacht und zwar wirklich?
00:25:13: Und dann gab es eben diesen Impuls, dass man sich mit dem Konzept charismatischer Führung beschäftigt hat.
00:25:19: Das Ganze ist dann als Forschungsfeld komplett durch die Decke gegangen.
00:25:23: Das glaube ich.
00:25:23: Grafiken, wo man dann sofort sieht, wie viel öfter solche Begriffe dann aufkam in der Literatur.
00:25:30: Trotzdem sagt dieses Forschungsteam, oh Gott, es ist eigentlich an ganz vielen Stellen eine Art UFO-Phenomen.
00:25:36: Im Sinne von, wir wissen alle nicht genau.
00:25:39: was damit gemeint ist.
00:25:40: Die haben sich ja ganz, ganz viele Definitionen angeguckt und festgestellt, dass oft Charisma definiert wird über das Ergebnis, was es eigentlich bringt.
00:25:48: Nach dem Motto, alle finden dich toll.
00:25:49: Ja,
00:25:50: ja, genau.
00:25:50: Oder du betrittst
00:25:51: den Raum und ein riesen Respekt.
00:25:53: Aber das ist ja schon quasi das Ergebnis von Charisma.
00:25:55: Damit habe ich ja nicht beschrieben, was ist es denn eigentlich?
00:25:58: Und eine zweite Sache, die immer wieder gefunden wird, es ist eine unbekannte, nahezu wundersame Fähigkeit.
00:26:04: Das passt für mich ganz gut zu dieser griechischen Mythologie.
00:26:06: Du kannst es nicht ganz packen, es sind... irgendwelche Halbgöttinnen von mir aus Töchter von Zolls.
00:26:12: Deswegen hat dann das Forschungsteam gesagt, okay, wir bringen da jetzt mal Klarheit rein, so schwer das ist.
00:26:19: Aber wirklich,
00:26:19: das hat mich heute bei dem Thema auch bewundert, weil ich überhaupt keine Ahnung habe, wie man das wirklich fassen soll.
00:26:26: Ja und vor allem, das finde ich auch, jeder von uns hat ja so einen Menschen vor Augen, der charismatisch
00:26:33: ist.
00:26:33: Jeder von uns kann sich wen vorstellen, der wie so ein Bill Clinton in den Raum kommt.
00:26:37: Für mich ist das Obama, mit dem ich ja viel mehr groß geworden bin als mit Bill Clinton.
00:26:42: Ja,
00:26:42: auch so ein Charismatiker.
00:26:44: Hat er damals reagiert.
00:26:44: Aber genau, wenn Obama die Bühne betritt, dann habe ich das Gefühl, boah.
00:26:49: Also, wenn du dir von dem mal eine Kino anguckst oder eine Rede, Wahnsinn.
00:26:54: Wahrscheinlich.
00:26:55: Ich frage die These, ist auch Trump ein Wahnsinniger?
00:27:00: Charismatiker.
00:27:01: Es gefällt uns nicht, aber vieles spricht dafür.
00:27:06: Ja, wir haben dazu eine Studie, die sich Trump im Vergleich zu Hillary Clinton ja dann im Wahlkampf angeguckt hat, im Jahr zwei Jahrzehnte.
00:27:16: Und da eben zeigen konnte, dass Trump mit ganz vielen von seinen Aussagen ja total negativ war, total ein Raushort.
00:27:22: Manche erinnern sich vielleicht an die erfolgreichen Psychopathen, über die wir kürzlich gesprochen haben.
00:27:26: Aber... Am Ende eben für bestimmte Leute damit total charismatisch wirkte.
00:27:33: Und es ist gut, dass du es selbst vielleicht als kurzer Einschuh, was charismatisch ist, muss noch keiner Wertung unterliegen, dass das unbedingt gut ist oder schlecht
00:27:40: ist.
00:27:40: Nein, aber wir ahnen vielleicht, dass ein gewisses Selbstbewusstsein damit spielen könnte.
00:27:46: Sag was an dieser Stelle erstmal ganz vorsichtig.
00:27:50: Ja.
00:27:50: Und wir gerade hier in Deutschland mit unserer Geschichte und bestimmten Rednern, die wir da vor Augen haben, in den dunkelsten Zeiten am Rednerpult, können uns auch vorstellen, wie charismatisch die vielleicht für Millionen waren.
00:28:04: Das
00:28:04: liegt ja auf der Hand.
00:28:05: Okay, es wurde natürlich auch sehr inszeniert.
00:28:07: Aber um überhaupt dahin zu kommen, musste der kleine Adolf, also körperliche Grüße, also zumindest... Hat man den Eindruck, ich weiß gar nicht, ob ich damit richtig liege, ob er von der Körpergröße nicht so besonders war, musste sich natürlich gewisse Reden erst mal in Stellung gebracht haben und Leute begeistert haben.
00:28:26: Ja.
00:28:28: Und nur eine Ausstellung mitbringen und einen Raussauen.
00:28:30: Ja, total.
00:28:31: Ja.
00:28:31: Total.
00:28:32: Also, das ist, glaube ich, ein guter Punkt, dass man nicht Charisma einfach pauschal, jetzt als, nur weil man Charismatch ist, ist man ein guter Mensch da so
00:28:39: abtun.
00:28:40: Ja, genau, genau.
00:28:41: Ist vielleicht sogar die richtige Stelle, um das jetzt schon mal mit einzuflechten.
00:28:45: Wahrscheinlich hat selbst ein Dieter Bohlen ein gewisses Charisma.
00:28:49: Garantiert sogar.
00:28:52: So, bevor wir jetzt aber wieder dahin anbieten, die erfolgreichen Psychopathen, Folge gibt es ja für alle zum Nachhören.
00:28:58: Ich sitze ja da und würde gerne wissen, wie wird man denn charismatischer.
00:29:01: Deswegen nochmal zurück zu der Übersichtsarbeit.
00:29:04: Dieses Forschungsteam hat dann nach Sichtung dieser ganzen Studien sich also zu folgendem Fazit hinreißen lassen.
00:29:10: Charisma, das ist keine magische Gabe, sagen die.
00:29:14: Und auch nicht einfach Einfluss.
00:29:16: Nur weil du jetzt speziell mächtig bist, heißt das nicht, dass du charismatisch bist oder weil du da irgendwie dein Team besonders mit viel Einfluss längst.
00:29:23: Sondern Charisma, sagen die, ist eine bestimmte Art zu führen.
00:29:27: Wir sind hier im Arbeits- und Organisationsbereich, also einem Teil der Psychologie, und zwar durch Signale.
00:29:35: Dieses Team sagt jetzt Charisma entsteht, wenn Führungsperson Werte, Symbole und Emotionen nutzen, um anderen zu zeigen, wofür sie stehen und wohin es gehen soll.
00:29:43: Also durch Kommunikation.
00:29:45: Und die sagen am Ende muss man sich Führung wie ein Markt vorstellen, in dem niemand alle Informationen hat.
00:29:50: So du weißt nicht genau, wie denken die anderen, wie geht es jetzt hier weiter.
00:29:54: Die anderen wissen aber auch nicht alles über dich.
00:29:55: Also wie oft haben wir schon das Gefühl gehabt, da steht eine Führungsperson vor uns, die eigentlich selber nicht so genau weiß, was machen wir jetzt hier als nächstes.
00:30:02: Und dann ist natürlich die Frage, Hat die genug Charisma, um mich von solchen Ungewissheiten zu befreien?
00:30:08: In meinem Denken oder denke ich, die hat es nicht wirklich drauf und dann hat die auch keine Chance.
00:30:12: Also, was sagt dieses Team?
00:30:14: Drei Sachen sind ganz wichtig.
00:30:15: Und zwar erstens, die Führungsperson begründet ihr Handeln moralisch.
00:30:19: Sie erklärt, was richtig und falsch ist, machten Trump total, machen aber natürlich auch Politiker und Politiker, die uns vielleicht besser gefallen.
00:30:27: Zweitens, diese Person kommuniziert bildhaft und symbolisch, sodass Menschen sich angesprochen fühlen und ein Wir-Gefühl entsteht.
00:30:33: Und drittens, sie zeigen echte Überzeugung und Emotionen.
00:30:36: Man merkt, dass es dieser Person echt ist.
00:30:39: Und da habe ich mich gefragt, ist jetzt ein Teilbereich, aber diese Personen stehen ja auch extrem in der Öffentlichkeit.
00:30:45: Bei welchem Politiker, welchem Politikerin würdest du sagen, die hat Charisma?
00:30:52: Wenn du über deutsche Politiker sprichst, dann würde mir ein Robert Habeck einfallen.
00:30:58: Aber ganz kurz, hast du nicht auch das Gefühl, dass das heute eine Eigenschaft ist,
00:31:03: die an
00:31:03: vielen abgeht?
00:31:04: Ja, ja, ja.
00:31:06: Also würde man bei Olaf Scholz denken, er hatte Charisma, würde man bei Friedrich Merz denken, der hat Charisma?
00:31:12: Ne, genau über die beiden habe ich heute nachgedacht.
00:31:15: und
00:31:16: ne, würde ich nicht sagen.
00:31:19: Und gleichwohl habe ich dann schon an unsere Folge gedacht.
00:31:22: und dann hatte Angela Merkel, als sie antrat, oder als sie noch Coles Mädchen war, in der CDU für kleinere Aufgaben bestimmt, hatte sie da schon Charisma oder kam das Qua Amt?
00:31:41: Also zum Ende ihrer Ja, vierten Amtszeit hätte man oder wahrscheinlich schon früher hätte man ihr ja auch Charisma zugesprochen.
00:31:54: Also ich absolut, dieser Humor, diese ja auch so eine gewisse Ausstrahlung, auch so eine gewisse, nicht ist mir egal Haltung, sondern ich habe das hier im Griff.
00:32:04: Ja und vielleicht kam es ja eben auch übers Amt letztendlich, vielleicht hilft uns das ja auch uns dem Thema so nähern.
00:32:13: Aber es ist ganz gut.
00:32:14: Gehen wir noch mal kurz die Punkte durch.
00:32:15: Begründet sie ihr Handeln moralisch?
00:32:17: Das Gefühl hatte
00:32:18: ich, wenn
00:32:19: dann in Sigmar Gabriel erzählt hat, er hat mit ihr telefoniert und sie haben gesagt, wir stellen hier keine Zäune auf.
00:32:24: Das war ihr ganz wichtig, als viele Menschen versucht haben, nach Deutschland zu fliehen und hier Sicherheit zu finden.
00:32:33: Dass die moralisch unterwegs war, ich finde den Eindruck hatte man.
00:32:36: Als
00:32:37: du derzeit hatte sie auch schon sich viel Macht erarbeitet, würde ich mal sagen.
00:32:42: Ja, aber Einfluss muss ja gar nicht unbedingt das Kriterium sein.
00:32:44: Die kommuniziert die Person bildhaft und symbolisch und entsteht so ein Wir-Gefühl.
00:32:49: Da, bei dem Punkt, würde ich auf jeden Fall Abzüge sehen, hat die viel mit uns geredet?
00:32:53: Nein.
00:32:53: Hattest du das Gefühl, dass das wirklich alle mitgenommen werden?
00:32:56: Auch nicht.
00:32:57: Das ist natürlich auch jetzt ein Ziel, was vielleicht fast unmöglich ist in dieser Welt mittlerweile.
00:33:02: Aber trotzdem hatte man ja überwiegend das Gefühl, sie hat die Sache im Griff.
00:33:07: Nicht viel kommuniziert.
00:33:09: Und vielleicht war das ja auch so ein Trick, um zu suggerieren, wir machen das hier schon.
00:33:17: Ja und dieses zeigt echte Überzeugung und man merkt ja, dass es ernst ist, fand ich auch.
00:33:21: Sehr.
00:33:22: Aus so einem Helmut Schmidt habe ich direkt dran gedacht.
00:33:24: Und dann, den haben vielleicht viele gar nicht mehr auf dem Radar, Martin Schulz, damals SPD-Kanidat.
00:33:28: Ich habe nochmal einen Spiegelartikel gefunden.
00:33:32: Große Überschrift.
00:33:33: Achtung, das Jahr ist interessant.
00:33:36: Das ist gar nicht so lange her.
00:33:37: Forza sieht SPD bei einund dreißig Prozent.
00:33:42: Fünf Punkt mehr als in der Vorwoche.
00:33:45: Und ich erinnere mich, das war ja der Wahlkampf mit Martin Schulz, dann hieß es immer der Schulzzug
00:33:49: kommt, wo dann so viel vom Spiegel auch begleitet hat.
00:33:53: Ja, genau, in so einer umfangreichen Doku, wo dann so viel Druck drauf war.
00:33:57: und ich weiß noch, ich habe den getroffen bei Mensch Gottschalk, so einem Wahnsinnsendungsformat von RTL mal wieder im Hochsommer quasi schon der Jahre zurück.
00:34:06: Was man so macht und was man so macht.
00:34:08: und da war der da.
00:34:10: und dann haben wir uns getroffen und unterhalten.
00:34:12: und dann sagte der Herr Winscheid, ich habe es ein bisschen erzählt und er erzählte auch.
00:34:15: und dann sagt der Herr Winscheid.
00:34:17: Weiß mir, ob er es war oder sein Sprecher auf jeden Fall von den beiden kam dann.
00:34:21: Hier so Leute mit Street Credibility.
00:34:23: Sagen sie das gleich mal auf der Bühne, weil ich irgendwie gesagt hatte, dass ich die Arbeit in der Europapolitik so wichtig finde.
00:34:30: Und da merktest du, dieses Thema, wie schaffe ich es als Politiker Charisma aufzubauen, das war dem ganz wichtig.
00:34:35: Scheinbar total initial gelungen.
00:34:36: Ich erinnere mich aber auch noch, wie es dann so Videos gab, wie er auf eine Bühne kam und dann so.
00:34:40: Fast schon ein bisschen peinlich versucht hatte, den anderen zu sagen, jetzt macht mal hier mehr Applaus.
00:34:44: Da rastet mal richtig aus.
00:34:45: Da war irgendwie so ein Mitschnitt.
00:34:46: Und dann spätestens beim Kanzler-Duell erinnere ich mich auch Günter Jauch.
00:34:50: Großer Artikel von ihm geschrieben danach in der Bildzeitung als Kommentar zu diesem Kanzler-Duell, wo irgendwie klar war, das war ein absoluter Fail vom Schulz.
00:35:00: Ich weiß nicht mehr, wieso.
00:35:02: Aber irgendwie waren wir an dem Abend bei Werbett Millionär, wahrscheinlich war es irgendein Special oder vielleicht war es SternTV oder so, wo wir uns dann nochmal getroffen hatten.
00:35:09: Und da sagte der Backstage, oder nee, von dem Publikum, die da alle saßen, aber während die Kamera noch nicht lief, jetzt war gerade das Kanzler-Duell war, wisse man ja auch, wer die Wahl gewinnt beziehungsweise nicht.
00:35:20: Und da hatte der Schulz aus meiner Sicht auch, ich erinnere mich daran, der stand da schwitzen, der stand da verhaspelnd, sein Schlussstatement war völlig... völlig irgendwie ungreifbar, null charismatisch.
00:35:32: Da weiß ich noch genau, wie man vom Fernseher saß und dachte,
00:35:35: oh, das war gerade das
00:35:36: Ende vom Schulzzug.
00:35:37: Vielleicht spüren wir da gerade auch mal einen weiteren wichtigen Punkt nach, als Schulz noch in Sachen Europa unterwegs war.
00:35:45: Hatte er so eine Überzeugung zu jeder Zeit, auch das ist ja einer der brennendsten und glühendsten Europäer und Verfechter der europäischen Sache und in jedem Statement kam diese Leidenschaft auch durch.
00:35:58: Und man hatte das Gefühl, so wie der dann an dieser andere Stelle verpflanzt wurde und auf dem Parteitag der SPD ging es ja los.
00:36:04: Er hatte da hundert Prozent Zustimmung.
00:36:06: Das hat es ja noch nie gegeben auf einem Parteitag.
00:36:10: Und man hatte da schon so langsam das Gefühl, oh, der ist jetzt vielleicht doch nicht an der richtigen Stelle.
00:36:17: Kannst du dich und dann bröckelt
00:36:18: ihr das Charisma, das was vorher diese
00:36:20: Schülke gebracht
00:36:21: hatte, brach jetzt zusammen.
00:36:22: Ich habe gleich für dich, also das schon mal, hingehalten eine, eine, eine Theorie, eine Idee, was Charisma wirklich ist, weil wir merken, es ist nicht ganz einfach zu fassen.
00:36:33: Es ist vielleicht so etwas, wo wir alle sein würden.
00:36:36: Wir spüren es, wenn es da ist.
00:36:37: Wir spüren auch, wenn es fehlt.
00:36:39: Wir wissen nicht genau, was es ist, wo genau dieser Punkt, den du gerade ansprichst, zum Tragen kommt.
00:36:44: Ja, es ist interessant, auch wie so ein Charisma sich aufbauen kann.
00:36:48: Und dann plötzlich SPD bei ein dreißig Prozent.
00:36:50: Ich meine, wenn das heute irgendwie mehr zählen würde, das würde sie denken, was dann wieder zusammenbricht.
00:36:54: Ja, Trudeau für mich, Kanada, bis vor kurzem Jahr noch dort.
00:36:58: Der Premierminister fand ich auch, finde ich auch total charismatisch.
00:37:02: Und Jacinda Ardern, die neuseeländische Politikerin.
00:37:06: Ja, aber man sieht, man ist natürlich schon viel bei Politikern, weil die ja darauf angewiesen sind, immer wieder.
00:37:13: Leute hinter sich zu bringen, speziell in den Demokratien, die nächste Wahl zu gewinnen.
00:37:18: Und vielleicht ist da auch, liegt da auch irgendwo das Fragezeichen.
00:37:22: Weil die sind in dem Job, in dem sie sich dann irgendwann wohlfühlen wie der Fisch im Wasser.
00:37:29: Und Schauspieler fühlen sich vor der Kamera oder auf der Bühne sehr wohl.
00:37:33: Und wenn du das CG-Enders, könnte sich das ja auch schon ganz anders darstellen.
00:37:39: Und ich ahne, dass da eben auch wirklich ein Hebel liegen könnte für Charisma.
00:37:48: Also, dass du die ich in einem Umfeld bewegst, in dem du trittsicher bist.
00:37:54: Das wollte ich dich eh noch fragen.
00:37:55: Du hast ja hier schon oft erzählt, dass es bei dir so in der Geschichte so einen Wandel gab vom Jungen, dem die Schwester in den Rücken beißt.
00:38:07: Den Sie eben sehr zurückhalten, sehr schüchternen und dann plötzlich alles Atze an der Schreibmaschine mit Els und Is, den Grundriss vom Kioskin gemalt und der RTL-Managerin irgendwie verkauft.
00:38:17: War das dann auch so für dich, der der Fisch findet plötzlich sein Wasserglas?
00:38:22: Ja,
00:38:22: das war so.
00:38:23: Die frühe Geschäftsführerin von Sony Pictures hat mich übrigens heute Morgen angerufen, hat sich bedankt, dass ich so lette, über sie gesprochen habe in der letzten Woche.
00:38:32: Aber das ist nur am Rande.
00:38:33: Ja, ganz klar.
00:38:34: Ja, ich muss wahrscheinlich auch so.
00:38:36: Ich fühl mich da sehr wohl, hat da wirklich so eine Metamorphose hingelegt.
00:38:41: Wie gesagt, ich war auch eher das schüchterne Mäuschen im wahren Leben.
00:38:45: Ich habe eine Sache gemacht, an die ich geglaubt habe, in der ich mich wohlfühle.
00:38:49: Das hat wiederum zurück auf mein normales Leben ausgestrahlt.
00:38:53: Erfolg macht gelassen, sagt man ja auch.
00:38:55: Und so kam alles zusammen.
00:38:56: Und deswegen, wir spüren, glaube ich, gerade schon, dass solche Dinge auch zusammenkommen.
00:39:01: müssen und vielleicht können, dass man die auch zusammenführen kann.
00:39:06: Für mich ist es ja immer, wenn wir die betreutes Fühlen live-Shows machen, wirklich, dass ich das Gefühl habe, okay, absurd, absurd, wie ich hier in zwei Stunden auf der Bühne gefühlt eine dreijährige Ausbildung beim Meister mache und dann so viel An so Kleinigkeiten, die ich sonst gar nicht beschreiben könnte, die für mich komplett in diese Charisma Ecke fallen, mitnehme.
00:39:30: Das ist für eine bestimmte Weise, wie du dich mit deinem Körper gibst.
00:39:33: Das ist eine bestimmte Weise, wie du anatmes, wie du dir die Aufmerksamkeit holst, sie wieder weg gibst, wie du gelassender Auftritts.
00:39:41: Und da habe ich mich halt auch gefragt.
00:39:43: Hattest du für dich schon mal das Gefühl, dass das dann aber irgendwo auch mal gebrockelt ist?
00:39:47: Also, weil ich könnte mir jetzt fast kein Szenario vorstellen, in das man dich nicht schmeißt, Thema, wann kann man dich nachzwecken und du haust einen raus, wo du dann nicht mit klarkamst.
00:39:55: Also, gab es schon mal für dich so einen Moment, wo dann dachtest, boah, jetzt bin ich hier in der TV-Show, oh mein Gott, das war jetzt grad gar nicht cool, da hab ich mich wie wie.
00:40:03: Ich war bei diesem Vorgespräch letztes Mal.
00:40:06: Ach ja, das gibt es ja mit Sicherheit.
00:40:10: Wenn man einmal schüchter war, wird man es ja nie so ganz los.
00:40:13: Aber
00:40:15: es gab
00:40:16: auch Premiere vom Programm, wo ich so unkonzentriert war, weil wir die ganze Nacht vorher durchgemacht hatten, wo Töne in der Pause schon abgehauen ist, weil er so sauer auf mich war.
00:40:27: weil ich so versaut habe, werde ich nie vergessen.
00:40:29: Essen in der Lichtburg, große Premiere, Presse da, alles und ich war absolut nicht auf dem Platz, also hat es alles gegeben.
00:40:36: Aber auch das ist schon fast wieder, da sind wir schon ein weiterer Indiz auf der Spur.
00:40:43: Das ist eine gute Vorbereitung und diese von mir eben beschriebene Trittsicherheit natürlich dazu führt, dass diese Sicherheit, die du hast, vielleicht auch als Charisma empfunden wird.
00:40:57: Ja.
00:40:58: Ja, das glaube ich auch.
00:40:59: Ich habe einer von den neueren Komikern,
00:41:03: der
00:41:04: war beim Soundcheck für eine große Comedy-Show, glaube ich, in Oberhausen in der Halle.
00:41:10: Und es ist so einer der Leute im Moment, die alles
00:41:14: abräumen
00:41:16: und dann hast du aber...
00:41:17: Aber das jetzt nicht sagen
00:41:18: werden?
00:41:18: Nein, natürlich nicht.
00:41:20: Ich will ihm da das Leben ja auch nicht schwer machen.
00:41:23: Aber... Der war dann, der war nicht in seinem Element, der war nicht, der hatte nicht seinen Marius und seinen Leo dabei und war da ganz alleine.
00:41:32: und das war, der tat mir richtig leid, es lief darum wie so ein Häufchen Elend.
00:41:37: Und da hast du gedacht, naja, komm, das ist eigentlich immer große Fresse, aber wenn man jemanden dann mal ganz anders hinsetzt oder du siehst es doch bei, wenn so Politiker auf so, das können ja die wenigsten Politiker, Politikerinnen, wenn die auf so Veranstaltungen sind, die nichts mit Politik zu tun haben.
00:41:55: Wo sie dann so, was weiß ich, wie Friedrich Merz jetzt zu Beginn der heißen Karneval-Session oder letztes seiner Kabine der deutschen Handballer, die halt im Finale nur zweiter wurden und dann einen original Stromberg gebracht hat.
00:42:14: Tja, meine Herren, weit sind vorgekommen.
00:42:18: Und ich sag mal so, nach dem Spiel ist Und dann waren so ein paar so verspringt haben.
00:42:26: Ja, vor dem Spiel.
00:42:27: Genau.
00:42:31: Ja, das ist genau der Punkt.
00:42:32: Das ist genau der Punkt.
00:42:34: Aber ich darf nicht lachen.
00:42:36: Ich habe vor, das ist jetzt schon ein bisschen her, aber nicht so lange her.
00:42:39: Nicht so lange her, sagen wir mal, ein, zwei Jahre, glaube ich, bei einem Wissenschaftsfestival war ich eingeladen als der große Programmpunkt an dem Abend irgendwie.
00:42:48: Und dann habe ich gedacht, oh ja, stressig alles.
00:42:51: Und ich bin ja gerade voll in der Vorbereitung für neue Tour.
00:42:53: Und zwar, dann testest du mal neue Sachen und erzählst wirklich,
00:42:56: was neu ist.
00:42:57: Und das war das Schlimmste, was mir seit langer Zeit passiert ist.
00:43:02: Ich kam da raus und ich wurde im Vorfeld ja mehrfach, ich weiß nicht, was ich mal erzählt hab, wenn du zwei Finger mal ausschalte, hatte mehrfach die Bitte bekommen, dass ich doch so gerne anderthalb Stunden spreche, dann sag ich immer, Leute, das ist viel zu lang, ne?
00:43:11: Also so, fünf, vierzehn Minuten ist gut für die Aufmerksamkeitsspanne und gerne da noch ein paar Fragen und so weiter.
00:43:17: Also ich kam da raus und hab zum Auftakt gesagt, weil ich dann dachte, ich komme den Veranstalter ein bisschen entgegen und hab dann gesagt, jo, wird jetzt hier ungefähr eine Stunde sprechen.
00:43:27: Und dann ging so ein Raunen durchs Publikum.
00:43:29: Ich dachte schon, oh, also nach der Worte haben wir keinen Bock drauf.
00:43:32: Laber uns nicht voll.
00:43:33: Da waren jetzt also nicht irgendwie Leute, die Lust haben dich zu sehen, sondern die waren einfach da
00:43:37: und
00:43:38: mussten dich jetzt nehmen.
00:43:39: Da fing schon an.
00:43:40: Und das war so ein krankes Déjà-vu an dieses Referat aus der Schule.
00:43:44: Mir lief der Schweiß.
00:43:46: Wirklich der Schweiß und nicht ein bisschen, sondern so, dass man das gesehen haben muss.
00:43:50: und ich hatte da, weil ich dann, wenn man das zum ersten Mal machte, habe ich noch den Text noch nicht auswendig.
00:43:53: Ich hatte ein Zettel dabei, ausgedruckte Zettel.
00:43:56: Äh, atze, das war so schlimm.
00:43:59: und dann kam einer zu mir.
00:44:01: Pass auf, der ging weiter, hatte mich diesen absolut furchtbaren Vortrag gehalten.
00:44:04: Ich weiß, ich schande über meinen Haupt jetzt im Rückblick total klar, dass ich mich so klein und so schlecht und so.
00:44:10: Und es war mir überhaupt nicht egal, was jetzt andere von mir denken.
00:44:13: Und es war mir einfach nur peinlich und unangenehm.
00:44:14: Und ich habe mich so jetzt nicht in den Moment nicht darüber nachgedacht.
00:44:17: Aber im Rückblick würde ich sagen, uncharismatisch gefühlt.
00:44:19: Und da kam ein Typ zu mir, irgend ein renommierter da aus dieser ganzen Wissenschaftswelt, guckte mich an und sagte, da darf ich eine Rückmeldung geben.
00:44:28: Und ich so, ja klar.
00:44:29: Und dann wollte ich natürlich cool sein in dem Moment und das irgendwie locker annehmen.
00:44:31: Guckt ja mich an.
00:44:33: War zu lang.
00:44:34: War zu lang.
00:44:35: Und das war meine einzige Rückhaltung.
00:44:38: Und ich stand da wirklich und tupfte mir noch die Schweißpfannekuchen unter den Achseln weg.
00:44:43: Und jetzt kam dieser Typ und legte noch so eine Schippe drauf.
00:44:46: Ja, und da hab ich dann wirklich gedacht, boah, wenn du jetzt wirklich, wirklich cool wärst, wenn du jetzt wirklich Timothy Chalamet oder Bob Dylan wärst oder Sandra Hüller, dann wärst du hier wie der Fisch im Wasser gewesen und hättest das cool runtergerockt.
00:44:58: Und wenn alle gestöhnt hätten, hättest du einen Spruch gemacht und dann halt nur dreißig Minuten einen knackigen Vortrag gehalten, natürlich aus der Hüfte und erstmal diese Zettel weggelegt und gesagt, alles klar, Leute, komm jetzt.
00:45:07: Und das sind für mich charismatische Momente und charismatische Menschen.
00:45:10: Und das ging mir so ab, dass
00:45:11: das,
00:45:12: ja.
00:45:12: Und du hast uns durch diese Geschichte, hast du uns ein weiteres eine weitere Stufe gebracht zum Charisma.
00:45:20: So, das wird hier so nicht nochmal passieren.
00:45:23: Beim nächsten Mal denkst du drüber nach.
00:45:24: Wie mache ich das hier?
00:45:27: Du wirst vielleicht sagen, wir machen so fünf, zwanzig, dreißig Minuten, selbst wenn du fünf, vierzig machst.
00:45:33: Du hast ja irgendwann deine Tricks.
00:45:35: Dann sagst du nach fünf, zwanzig Minuten.
00:45:36: Oh Gott, ich merke schon.
00:45:37: Großes Interesse.
00:45:39: Ich habe noch ein paar sehr spannende Punkte für Sie.
00:45:41: Siehst du?
00:45:41: Und jetzt kommt es nämlich.
00:45:43: Jetzt kommt es.
00:45:43: Eine gute Vorbereitung.
00:45:45: sich präparieren, drüber nachdenken, über die Situation, wie gehe ich es an.
00:45:51: Das macht ja auch gute Sportler aus.
00:45:54: Das ist ja ein Thema, was immer wieder kommt.
00:45:56: Gerade bei Fußballern, die schon ein paar Jahre auf dem Tacho haben und die eine gewisse Ausstrahlung auf dem Platz haben.
00:46:03: Und da sagt man immer, du kannst nicht nur mit jungen Spielern ein Turnier gewinnen.
00:46:06: Du brauchst auch die erfahrenen Hasen.
00:46:09: Und man könnte ja von den Fähigkeiten, die Jungen sind schneller, die können genauso dribbeln.
00:46:15: Aber die Alten können so ein Spiel vielleicht erlesen und wissen, was passiert.
00:46:20: Und wenn das Spiel in die Richtung läuft, müssen die, sind die nicht verwundert und stehen wie der Ochse vom Berg, sondern können sich schon denken, welche Maßnahmen man jetzt machen muss.
00:46:29: Man nimmt Tempo raus, man nimmt was so.
00:46:32: Und was ich damit sagen will, ist, ich kenne diese Situation, die du gerade beschrieben hast, auch zu Genüge.
00:46:37: Gerade bei Galas, wenn du wie beschrieben, wo man vor Publikum auftritt, die keinen Eintritt für dich bezahlt haben, die vielleicht nicht mal Interesse an der haben, die sich vielleicht so gar nicht mögen.
00:46:48: Weil ich mache mir viel mehr Arbeit mit Galas als das, was man nachher auf der Bühne sieht.
00:46:58: Ich sage jetzt mal so selbstbewusst, ich habe den Ruf, dass ich so jede Gala rumwiegen kann zu der Bombenstimmung.
00:47:04: Aber ich mach mir da so einen Kopf drüber, gerade wenn ich dann vor Ort bin.
00:47:07: Ich guck mir die Leute an, ich guck mir den Saal an.
00:47:10: Ich hab da natürlich auch schon viele Fehlgriffe erlebt.
00:47:13: Aber ich überlege mir die ersten drei, vier, fünf Sätze, die vielleicht so gar nichts mit meinem Job zu tun haben, wie ich die irgendwie packen kann, die Leute.
00:47:23: Und dann, die Brüte und Brüte sitzen in einer Droge.
00:47:26: Das fällt vom Auß und Keim auf.
00:47:28: Aber ich mach mir da ein paar Notizen und wenn ich auf die Bühne gehe, dann hab ich einen Plan, hab ich einen Matchplan.
00:47:33: Und das wird ja auch so gehen.
00:47:35: Guck mal, wenn du es jetzt beschriegst.
00:47:37: Moment, das beruhigt mich jetzt gerade extrem.
00:47:39: Weil ich hätte gedacht, das brauchst du nicht.
00:47:40: Das ist dir irgendwie Gott gegeben.
00:47:42: Da sind die Kariten in dir, die Halbgöttinnen und du hast das einfach.
00:47:46: Aber das passt auch sehr gut zu dem, was wir eben aus der Übersichtsarbeit hatten.
00:47:51: magische Gabe ist, sondern eine bestimmte Art, bei denen ging es ja um Führung vor allem, aber jetzt in deinem Fall wäre es ja dann im Publikum zu führen oder eine Situation im Griff
00:48:00: zu haben.
00:48:00: Ja, und da sind wir wieder bei Martin Schulz.
00:48:03: Ich weiß nicht, wie ich nannte der Job den, der war ja Vorsitzers, war der EU-Beauftragter, keine Ahnung, sowas.
00:48:12: Auf jeden Fall einer der führenden Manager im EU-Parlament.
00:48:18: So, und da war der so überzeugt und so sallfest und dann hat er mal dem Staatsmann wieder die Leviten gelesen, da hat er da wieder die Zügel angezogen und so weiter.
00:48:27: Da saß er so fest.
00:48:28: Und was ist ihm passiert?
00:48:30: In diesem Charismatiker, der ist in ein Umfeld gekommen, wo er überhaupt nicht wusste, wo oben und unten ist.
00:48:37: Also, wäre er besser vorbereitet gewesen und hätten ihm nicht alle Eingeredet, ey, du hast so viel Charisma, du rockst das hier schon.
00:48:45: Und hätte es nicht irgendwann selber geglaubt, da wäre es vielleicht ihm auch gar nicht so passiert.
00:48:50: Und wenn wir jetzt, lass uns gerne wieder wissenschaftlich werden.
00:48:54: Aber wenn wir jetzt drüber nachdenken, was macht Charisma auch aus, dann ist es wahrscheinlich eben entweder sich auf Situation vorbereiten oder Situation oft genug erlebt zu haben, um zu wissen, wie ich mich da bewege.
00:49:10: auf dem Paket.
00:49:12: Und das unterscheidet dann dem kanzlerduellen Angela Merkel von
00:49:17: ihm.
00:49:18: die da charismatisch dann die Punkte absahnt.
00:49:20: Ja, total.
00:49:21: Guter Punkt.
00:49:22: Vielleicht auch ein guter Moment mal, bevor wir jetzt weitergehen für ein kleines Zwischenfazit.
00:49:26: Wir haben gesagt, Charisma wurde lange als was Mythisches verstanden, als eine besondere Gabe, fast schon Gott gleich, übermenschlich vieler als Begriff, wie Max Weber das beschrieben hat.
00:49:36: Aber auch beschrieben, dass dieser Begriff seine Wurzeln noch viel länger zurück in der menschlichen Geschichte hat, im antiken Griechenland, wo es um Anziehung, Schönheit, Wirkung auf andere ging.
00:49:44: Heute ist das Thema ja trotzdem eins, was total für die umtreibt.
00:49:48: und da gehen wir jetzt tiefer rein.
00:49:49: Ich wollte das einmal bringen, weil ich das dann erst in dem Zusammenhang richtig gecheckt habe.
00:49:55: RIS, kennst du das Wort RIS?
00:49:57: Hast du
00:49:57: RIS?
00:49:58: RIS ist das neue Wort für Charisma, würde ich schon fast sagen, oder?
00:50:06: Gen Z. Ich habe es erst nicht gecheckt wie so RIS.
00:50:10: Da steckt dieses RIS drin, man kann es irgendwie lässiger aussprechen.
00:50:13: Wurde sogar zum Wort des Jahres vom Oxford Dictionary, glaube ich, gewählt.
00:50:20: Sich damit gegen Begriffe durchgesetzt wie Situation, Chip und Swifty.
00:50:24: Was glaube ich nochmal das Gewicht von dem Ganzen zeigt.
00:50:28: Und da geht es dann eben um die Frage, wie viel Stil, wie viel Charme, wie viel Attraktivität hast du?
00:50:32: auch um die Fähigkeit, romantische oder sexuelle Partnerpersonen anzuziehen, dann kannst du ja im Netz zig Videos reinziehen, wo dann vermittelt wird, wie man jetzt RIS bekommt.
00:50:43: Ich habe dann eine Studie gefunden, wo ganz verzweifelte sogar einen Charisma, einen RIS-Simulator können.
00:50:50: Kein Spaß, haben Forscher tatsächlich
00:50:52: gemacht,
00:50:53: auf der Suche danach diese magischen Zutaten zu entschlüsseln von dieser Ufo-Eigenschaft, die keiner so ganz packen kann.
00:50:59: Was haben die gemacht in ihrem Charis-Simulator?
00:51:02: Also es ist sogar die Wörter zusammengefasst, das war eine Virtual Reality-Brille irgendwie.
00:51:06: Und dann haben Menschen geholfen, einen Kommunikationsstil zu entwickeln, verbal wie non-verbal, wo es dann darum ging, ausdrucksstarke Körpergästen zu benutzen, Bedeutung zu transportieren, warme Gesichtsausdrücke an den Tag zu legen, kraftvolle Stimmmodulation.
00:51:22: All das kann man sich vorstellen, da online trainiert.
00:51:24: Und nun ein paar Minuten mit dem Gerät führte dazu, dass diese Personen, die das geübt hatten, im Anschluss um ... als allgemein charismatischer eingeschätzt wurden ... ... als vor der Intervention.
00:51:36: Ja, das würde man sich jetzt wahrscheinlich wünschen.
00:51:38: Jetzt haben wir nicht alle so einen ... ... Karismulator, oder wie es heißt?
00:51:41: Karismulator ist das richtig.
00:51:42: Jetzt haben wir nicht alle so einen ... ... Karismulator zu Hause.
00:51:45: Aber wir haben David Pinsoff hier bei uns im Ohr.
00:51:48: Ja.
00:51:48: Das ist ein Psychologe und ehemaliger Forscher, ... ... der einen Blog betreibt.
00:51:54: Everything is Bullshit, ... ... von dem ich schon mal hier begeistert habe.
00:51:57: Und der hat eine Theorie, wie ... Charisma wirklich entsteht.
00:52:01: Jetzt
00:52:01: müssen wir alle die Ohren spitzen.
00:52:02: Nicht
00:52:02: wissenschaftlich.
00:52:03: Jetzt müssen wir wirklich die Ohren spitzen, weil wenn wir uns fragen, wie können wir dran kommen, kommt jetzt die, ja, also ich fand das total einleuchten.
00:52:11: Vielleicht die Lösung.
00:52:12: Muss du gleich sagen, was du dazu meinst.
00:52:13: Wir gehen voll rein.
00:52:16: Er beginnt damit zu sagen, dass das menschliche Leben ja total verwirrend ist, weil es ganz viele Momente gibt, die auf den Erstblick nicht zusammenpassen.
00:52:23: Also, wir versuchen, Status zu erlangen, indem wir so tun, als wäre uns Status egal.
00:52:29: Wir widersetzen uns mutig sozialen Normen, damit man uns dann dafür bewundert.
00:52:34: die anderen sollen uns bewundern, dafür, dass wir uns gegen die Normen widersetzen, sind dann plötzlich doch wieder voll in der Norm drin.
00:52:39: Uns ist egal, was andere von uns denken, und wir wollen, dass sie das denken.
00:52:43: Wir rebellieren gegen Konformität auf genau dieselbe Weise wie alle anderen.
00:52:48: So wurde das, das denke ich oft heute, wenn ich dann in welche lässig gekleideten Hipster lang spazieren sehe, gerne in Münster am Hansa-Ringen, den Hansa-Hannes zum Beispiel.
00:53:00: Gibt ja eine sehr lustige Seite aus Münster, ich glaube schon mal erzählt Münster-Dings, der die immer diese Figuren so aufgreift.
00:53:06: Und dann hast du das wirklich das Gefühl, dann gibt's immer das Hanser-Hannes-Starter-Set.
00:53:09: Und das ist dann ein Ohrring, ein kleiner Schnauzbad.
00:53:12: Das ist so eine lässige, weite Jacke, die so aussieht, als hätte man die aus dem Second-Hand-Laden.
00:53:16: Das ist so ein bisschen zu weite Hose.
00:53:17: Vielleicht jetzt so ein baufreies Shirt und denkst, wow, boah, ey, krass, sieht echt anders aus.
00:53:22: Und musst nur einmal nach links und rechts gucken.
00:53:23: auf dem Hanser-Ring und deren vielen anderen Städten wird's ähnlich sein.
00:53:25: Und plötzlich sehen alle so aus.
00:53:27: So, das ist diese, kennst du Arktrix, diese Marke, so eine Autormark?
00:53:33: Das plötzlich haben alle diese Arktrix-Mütze an und ich denke wirklich, ey, nee, nee.
00:53:38: Von mir aus, der erste, der die vor, weiß ich nicht, drei Jahren Super-Promi angezogen hat.
00:53:42: Und jetzt, wenn dann hier in Münster jeder so eine Arktrix-Mütze an hat, weißt du genau dieser Punkt tritt ihr gerade ein.
00:53:48: Du denkst, das ist jetzt cool, so eine Mütze zu tragen, weil das irgendwie besonders ist.
00:53:51: Guck links und rechts und alle haben das an.
00:53:53: Also im Prinzip geht es um folgende Sachen.
00:53:56: Wir konsumieren Antikonsum.
00:53:57: Wir urteilen nicht im Gegensatz zu allen anderen.
00:54:00: Urteilen den Arschlöchern.
00:54:02: Wir konkurrieren darum, wie wenig Konkurrenz orientiert wir sind, wir vermeiden es Aufmerksamkeit zu suchen, damit man uns Aufmerksamkeit schenkt und so weiter.
00:54:11: Du siehst also, der bringt ganz viele Beispiele für soziale Paradoxien, also Momente, in denen Menschen etwas signalisieren.
00:54:19: Jetzt kommt wichtiger Punkt, ohne es speziell zu merken und andere dieses Signal aufnehmen, ohne zu merken, dass sie es tun.
00:54:27: Also ist ganz wichtig, es ist nicht absichtlich.
00:54:29: Dieser Hanser Hannes wird sich nicht dahin stellen und sagen, heute ziehe ich mich mal so an, dass ich die alle reinlege, weil in Wirklichkeit ziehe ich mich normkonform an, wie hier alle auf dem Hansering aussehen, sondern er wird wirklich denken, cool, wenn ich jetzt diesen Ohrring da rein mache und diesen kleinen Schnauzbad habe, dann sehe ich ja echt anders aus als alle anderen.
00:54:44: In Wirklichkeit siehst du nur anders aus als deine Eltern, aber innerhalb deiner Generation siehst du genauso gleich aus, wie deine Eltern damals in ihrer Generation gleich aussahen, als sie dachten, sie rebellieren jetzt gegen ihre
00:54:55: Eltern.
00:54:56: Ja, also es ist... Nicht absichtlich, sondern es passiert einfach.
00:55:00: Die etwas zeigt, weiß nicht, dass sie ein Signal sendet und die Person, die reagiert, merkt nicht, dass sie auf dieses Signal reagiert.
00:55:08: Also
00:55:09: jemand, der zum Beispiel als besonders moralisch wahrgenommen wird, denkt nicht, ich stelle mich gerade moralisch da, sondern er glaubt, das ist wirklich.
00:55:17: Und die anderen denken auch nicht, das ist moralisch, ist signalisieren, sondern sie empfinden diese Person einfach wirklich als moralisch.
00:55:24: Ja.
00:55:27: Und warum ist das jetzt wichtig?
00:55:29: Wenn so ein soziales Paradox plötzlich für alle Beteiligten klar sichtbar würde.
00:55:34: Der denkt hier, er zieht sich individuell an, aber in Wirklichkeit zieht er sich genauso an wie alle anderen, dann würde das in sich zusammenbrechen.
00:55:44: Also die Leute erkennen würden, du tust so, als wärst du ihr ein moralisch guter Mensch, in dem du sagst, ach mir ist das völlig egal, ob andere Leute merken, wie viel ich spende oder dass ich da gerade einen obdachlosen zehn Euro Schein gegeben habe, weil es hier im Winter grad so kalt ist, es dir in Wirklichkeit aber nicht egal wäre und das wird sichtbar.
00:56:03: Die Bombe platzt, diese Fassade fällt, dann wäre der Effekt weg.
00:56:09: Ja, das heißt aber auch... Das ist ja interessant, dass wir Karlsma auch auseinandernehmen, dass ja auch eine gewisse Projektion da sein muss.
00:56:19: Einmal sprechen wir über den Sender, der vielleicht nicht weiß, wie er sendet und der Empfänger, der gar nicht genau weiß, was er empfängt, aber das ist positiv für sich einordnet.
00:56:30: Dazu gehört aber eben auch der Empfänger, dass du dich in einem Umfeld bewegst, wo du deine Rezipierenden erreichst.
00:56:38: Hundertprozent.
00:56:39: Hundert Prozent.
00:56:39: Und der Hanser Hannes, der würde jetzt vielleicht nicht funktionieren, weil da würden wir beide als Empfänger sagen, ja, guck mal, da haben wir wieder so einen typischen.
00:56:46: Der denkt, er zieht sich jetzt besonders cool an und individuellen Wirklichkeit zieht er sich an wie alle anderen.
00:56:50: Aber ein Obama funktioniert vielleicht.
00:56:54: Der Obama kommt vielleicht raus auf die Bühne und denkt gar nicht darüber nach.
00:56:58: Signaliere ich jetzt hier, dass ich total cool und lässig wirke.
00:57:01: Ich denke gar nicht darüber nach, dass es ihm in Wirklichkeit natürlich total wichtig sein wird, cool und lässt sich auf dieser Bühne
00:57:06: rüberzukommen.
00:57:07: Und schon funktioniert der Zauber.
00:57:09: Aber es muss das entsprechende Publikum da sein.
00:57:12: Wenn Obama jetzt vor allem typischem Trump-Publikum sprechen würde, könnte ich mir vorstellen, dass er versucht sich relativ schnell aus Affäre zu ziehen.
00:57:22: Um Himmels will nicht.
00:57:23: Auf mich wirkt er total.
00:57:25: Ich finde den einen der größten Charismatiker überhaupt.
00:57:30: Aber nehmen wir Greta Thunberg vor fünf, sechs Jahren wahnsinniges Charisma.
00:57:39: und jetzt durch vieles, was passiert ist, auch was sie geäußert hat und in welchen Aktionen sie teilgenommen hat, wird man ihr kein großes Charisma mehr zuschreiben.
00:57:51: Und andere Lager vielleicht umso mehr?
00:57:54: Kann sein, ja.
00:57:57: Ja, das ist ein sehr guter
00:57:58: Punkt.
00:57:59: Ja, aber es unterstrecht ja das, was du
00:58:00: sagst.
00:58:00: Das ist auf den Empfänger so sehr angenehm.
00:58:01: Es muss
00:58:02: immer der Empfänger da sein, sonst kannst du als Sender machen, was du willst.
00:58:07: Genau.
00:58:07: Und Pinsoff greift jetzt genau diesen Punkt auf und sagt, seit Jahrhunderten versuchen Menschen zu erklären, was Charisma ist und wie man dran kommt.
00:58:14: Und eigentlich, wenn wir ehrlich sind, wird immer dran gescheitert.
00:58:17: So gehen wir nochmal die Diskussion von dem Paper eben durch.
00:58:19: Oh, was ist denn jetzt Charisma?
00:58:21: Ja, ihr sagt, die Dimension ist wichtig und das, und das gehen wir zurück zu Max Weber, Soziologe.
00:58:26: Wenn man von dem eine Definition liest, wird er immer schon schwindelig, allein bei der Formulierung.
00:58:30: Was ist es?
00:58:31: Was ist es?
00:58:31: Und wir können doch nicht immer nur sagen, das ist das gewisse Etwas, es ist magisch, es ist übermenschlich, man kann es nicht greifen.
00:58:36: Wir alle spüren es ja, wenn es passiert.
00:58:40: Und er sagt jetzt, Leute, zufällig habe ich eine Theorie, wie das Ganze zu erkehren.
00:58:44: Und jetzt kommt der Punkt.
00:58:45: Achtung, Tätowiermaschinen für den Unterarm raus und Bleistiftespitzen.
00:58:50: Pinsauf sagt, charismatisch zu sein bedeutet, gut mit sozialen Paradoxien umgehen zu können.
00:59:01: Alles, was ich gerade eben aufgezählt habe, man hat den Eindruck von dir, dass es dir wirklich egal ist, was andere von dir denken.
00:59:08: Du vermeidest Aufmerksamkeit, obwohl du natürlich Aufmerksamkeit haben möchtest, aber eben nicht plump, sondern immer, du denkst ja vielleicht wirklich nicht über nach und deine Empfänger kaufen dir das auch noch ab.
00:59:21: Also
00:59:24: er bringt dann Beispiele, er sagt zum Beispiel, denken wir an Robert Downey Jr.
00:59:30: Bob Dylan bringt er auch als beide.
00:59:31: Denken wir an Lisa Beth Holmes, die diese, das war ja so eine Unternehmerin, die alle getäuscht hat mit so Blut-Tests, die ja unglaublich charismatisch dann auf ganz viele Investorinnen und Investoren gewirkt haben muss.
00:59:44: Nehmen wir solche Figuren, dann... kriegen die scheinbar etwas hin.
00:59:49: und er sagt es wird sehr klar dass diese personen es schaffen anderen das gefühl zu geben dass es ihnen wirklich egal ist was sie über sie denken.
00:59:56: die bekommen status ohne wie ein statusjäger zu wirken.
01:00:00: die erscheinen uns attraktiv ohne sichtbar zu versuchen attraktiv zu sein.
01:00:06: die können scheinbar ganz sie selbst sein nicht so wie die gesellschaft sie haben will also nicht so ein hanser hanes sondern die sind wirklich so wie sie sein wollen gerade weil genau das Es ist, was die Gesellschaft an ihnen will.
01:00:17: Aber da sind wir doch genau am Anfang, wo du beschrieben hast, du kommst auf der WG-Party und fühlst dich da auch manchmal unsicher.
01:00:25: Wo ich so lapidar gesagt hab, naja, sobald es dir egal ist, wirst du dann diese Ausstrahlung haben.
01:00:33: Ja,
01:00:34: das ist das Paradoxe.
01:00:35: Das ist genau das, was er sagt.
01:00:37: Die bekommen Anerkennung dafür, dass sie angeblich keine Anerkennung wollen.
01:00:41: Die gewinnenden Wettbewerb darum nicht... Wettbewerbsorientiert zu sein.
01:00:45: Die werden gefeiert, weil sie soziale Normen brechen und ziehen unsere Aufmerksamkeit auf sich, ohne wie Menschen zu wirken, die Aufmerksamkeit suchen.
01:00:52: Also all diese Beispiele machen hoffentlich klar, dass charismatische Menschen am Ende eines Spektrums stehen.
01:00:58: Am anderen Ende stehen dann Leute, die schlecht mit diesen sozialen Paradoxien umgehen können.
01:01:02: Das sind dann Leute, wo so Fremdschelme, so Strombergs.
01:01:05: Die wirken unbeholfen, irgendwie verzweifelt, die wirken auch unecht, die wirken plump.
01:01:13: Leute, denen du sofort anmerkst, wie wichtig es ihnen ist, was du von denen denkst.
01:01:17: Der Stromberg, der will Lob, der will Anerkennung, der will auf der Rechtsnachaufmerksamkeit.
01:01:21: Das sind diese komischen Leute, die versuchen, sexy zu sein.
01:01:25: und kommen dabei total unsicher und bemüht rüber.
01:01:28: Das ist wahrscheinlich genauso wie ich auf dieser Bühne bei diesem Wissenschaftsfestival.
01:01:31: Da kann man sich ja so reinsteigen.
01:01:33: Und dann versuchst du jetzt, lässig und cool diesen Vortrag weiterzuführen.
01:01:35: Und das macht sie eigentlich nur noch schlimmer.
01:01:38: So,
01:01:38: Pinsauf sagt, die sozialen Strategien von diesen Menschen, die liegen offen auf dem Tisch.
01:01:43: Man sieht ihnen an, was sie wollen und warum sie es tun.
01:01:46: Entweder, weil sie nicht wissen, wie man das versteckt oder weil sie gar nicht merken, dass sie das ausstrahlen.
01:01:52: Ja, da sind wir bei dir.
01:01:56: Also jetzt auch, weil du natürlich eine gewisse Prominenz auch hast und wie viele Leute ich auch kenne, die dich unbedingt mal kennenlernen möchten, dann kommst du auf so eine WG-Party, alle tun so, als wenn ihnen das völlig egal, dass du da bist und selbst du
01:02:10: denkst,
01:02:11: es ist allen völlig egal, dass ich hier bin.
01:02:13: und es ist ja de facto nicht so.
01:02:15: Aber und wahrscheinlich macht dich das dann auch irgendwo aus.
01:02:20: Ja, aber dann in so einem Moment würde man sich doch wünschen, dann damit lässig und sicher umzugehen und einfach... Ja, aber du
01:02:25: hast eine gewisse Erwartungshaltung an deinem WG-Publikum.
01:02:32: Ich sage es nochmal, sobald es dir egal ist, wird sich dieser ganze Zauber entfalten.
01:02:39: Ja gut und hier mit pinsoff haben wir jetzt eine idee wie man da hinkommen könnte und merken aber auch schon sein block heißt ja everything is bullshit und er sagt auch charisma ist bullshit.
01:02:49: das fand ich einen sehr sehr schönen twist.
01:02:51: jetzt noch mal für unsere überlegung hier.
01:02:54: vielleicht ist dieses ich denke wirklich dass mir die anderen egal sind.
01:02:58: Und das strahle ich dann noch aus.
01:03:00: Und meine Empfänger haben auch wirklich den Eindruck, bei dem Leon ist das echt egal.
01:03:03: Dann genau das, was Charisma ausmacht.
01:03:05: Aber jeder, der sich ein bisschen mit Psychologie beschäftigt, jeder, der hier schon etwas länger zuhört, weiß, natürlich ist es kein... Menschen, wirklich egal, was andere von dir denken.
01:03:16: Du bist ein Teil einer hypersozialen Spezies.
01:03:20: Natürlich ist dir auch Status nicht einfach egal.
01:03:23: Und gerade die, die das vielleicht ausstrahlen und dann irgendwelchen, weiß ich nicht, in coolen Künstlerkreisen so angenommen werden, wahrgenommen werden wie Boah, dem ist das echt alles egal, bei dem zu denen es überhaupt nicht wie viele Millionen sein Bild verkauft werden.
01:03:35: Ja genau dieser Punkt, dass man diesen Eindruck von ihm hat, selbst wenn er das für sich selber so nicht benennen würde, dass macht ihn wahrscheinlich total glücklich.
01:03:45: Das macht ihn total zufrieden.
01:03:46: Der großzügige Spender, der da Millionen abgibt und sagt, reden wir gar nicht weiter drüber, ne?
01:03:50: Nee, nee, ich brauche keine Plakette hier an der Grundschule, für die ich da gespendet habe.
01:03:54: Dem wird genau dieser Fakt, dass der so wahrgenommen wird, wichtig sein, auch wenn er das vielleicht selber so nicht benennt, auch wenn er das selber bewusst für sich vielleicht gar nicht so auf dem Radar hat.
01:04:04: In dem Moment, wo dieses Spiel funktioniert, ich strahle etwas aus.
01:04:09: Meine Empfängerinnen und Empfänger Glauben
01:04:12: wir das.
01:04:14: Da, sagt Pinsoff, entsteht Charisma.
01:04:17: Und das fand ich ein geilen Punkt, weil da für mich klar wird, natürlich wollen wir nicht die Strombergs sein.
01:04:23: Die Lurchi ist da, wo alle Strategien auf dem Tisch liegen.
01:04:26: Und natürlich, bevor jetzt irgendwer mit der Keule kommt, immer die Polation ist immer falsch.
01:04:30: Wir haben ja schon oft über die zwei Seiten der Dinge gesprochen.
01:04:33: Aber ich hab, als ich da jetzt so schlussendlich, da mich so rein gedacht hab, irgendwann gedacht... Ist es denn dann wirklich so erstrebenswert?
01:04:42: Ja, genau.
01:04:42: Mit dem Charismal, wenn es am Ende eine psychologische Strategie ist, eine Art Trick, ein Vampir, der so lange nicht auffällt, bis die Sonne scheint, will man das überhaupt.
01:04:53: Das schwingt die ganze Zeit schon mit, finde ich.
01:04:56: Ja, bei
01:04:57: mir noch gar nicht.
01:04:58: Als wir angefangen haben, hier zu recherchieren.
01:05:01: Ich meine, jetzt wusste schon, wo das hinläuft.
01:05:02: Aber meine Frage am Anfang war völlig ehrlich.
01:05:04: Also dieser Wunsch cooler zu sein, charismatischer zu sein, ist hundert Prozent da.
01:05:08: Jetzt erst fängt er so langsam an zu brickeln.
01:05:10: Bei dir schon länger, klar?
01:05:12: Ja, also bin ich auch älter als du.
01:05:14: Aber es ist immer eine Aufführung.
01:05:17: Du kannst die coolste Sau der Welt sein.
01:05:20: Du kannst als Lady Kravitz und als Leonardo DiCaprio irgendwo auftauchen.
01:05:28: Da haben wir vielleicht schon die Beine richtig rausgepickt.
01:05:31: Es ist immer auch ein Auftritt und nimmt das Umfeld weg.
01:05:36: Was wäre mit diesen großen Charismatikern, wenn die plötzlich in dieser Dschungelshow sitzen würden, davon RTL?
01:05:43: Ja, Obama bei, ich bin ein Star und heraus muss dann irgendwelchen...
01:05:47: An Kader Lot und so, wenn er sich auch die Zähne ausbeißen.
01:05:51: Oder da jetzt aktuell, wie hast du denn noch, die Arielle, so eine Schweizerin, wie wirklich komplett vom Wahnsinn gebeitscht ist, aber die zieht ihr Ding durch.
01:06:04: Die hätte Trump auch keine Chance.
01:06:07: Sagt nicht unser lieber Freund Micky immer, Micky Beißenerz, der seit wieviel Jahren da... Die Witze.
01:06:12: Ich
01:06:13: glaube, die haben jetzt die neunzehnte Staffel.
01:06:17: Ein Jahr haben sie so ausgesetzt, ein Jahr war durch Corona nichts.
01:06:21: Ja, die haben jetzt die neunzehnte Staffel.
01:06:24: So, und er sagt doch immer, eine Woche halten die durch, glaube ich, und dann fällt jede Maske, so war das
01:06:29: doch.
01:06:29: Ja, wobei dieses Jahr zu beobachten ist, dass die Realistiestars besser werden.
01:06:37: Die bereiten sich auch vor.
01:06:39: Und alles, was wir heute besprochen haben, kann man da auch beobachten.
01:06:43: Und dann gibt es eben diese eine Giftspritze, so eine zwanzigjährige Schweizerin, die hat sich
01:06:47: so
01:06:48: akribisch vorbereitet, die weiß jedes Detail über jeden und konfrontiert auch jeden damit.
01:06:55: Und es sagt zum Beispiel zu einem Gil-Offarim, jeden Tag, in dem ich hier im Dschungel bin, werde ich dich damit konfrontieren mit deiner Schuld.
01:07:05: Mit deiner Schuld.
01:07:06: Er kann gar nichts gegen die machen.
01:07:08: Das Einzige wäre, dass sie sich in den Eimerkornkopf zieht und ...
01:07:13: Hat die Charisma?
01:07:13: Ja.
01:07:15: Wirklich?
01:07:15: Ja.
01:07:16: Auf ihrer Art schon, ja.
01:07:19: Ja.
01:07:19: Ja, hat sie.
01:07:20: Und stellt sich selber komplett in den Mittelpunkt.
01:07:23: Da steht der Mund offen am Anfang.
01:07:25: Auch komisch, dass ich das ja zum ersten Mal so richtig verfolge.
01:07:29: Und mir steht der Mund offen ab dem ersten Moment, wo ich die gesehen habe.
01:07:33: Und ich hab sofort gesagt, boah, die ist professionell.
01:07:35: Hammer.
01:07:36: Die hat das Spiel begriffen.
01:07:40: Das passt doch, das passt
01:07:41: doch.
01:07:41: Total, total.
01:07:42: Du Empfänger kaufst ihr das ab, dass ihr das, dass sie das wirklich auf so eine Art, würdest ihr da jetzt eine Authentizität unterstellen?
01:07:51: Ja, würde ich.
01:07:52: Entweder,
01:07:52: dass es ihr total egal ist, was andere von ihnen denken oder dass sie perfekt vorbereiten.
01:07:56: Behauptet sie auch die ganze Zeit.
01:07:57: Behauptet sie auch die ganze Zeit.
01:07:58: Und dann entsteht das Charismatisch, der Charismatische Vampir, der Trick der sozialen Paradoxien.
01:08:08: Genau.
01:08:08: Und sie bildet dann vielleicht sogar so ein Energiezentrum da, weil sie wirklich sich auch mit jedem anlegt.
01:08:15: Und man versucht sie weiträumig zu entkommen.
01:08:19: Aber sie straht dann eine gewisse einzigartige Energie aus und alle stehen nur drum herum und zocken mit den Schultern.
01:08:27: Herrlich.
01:08:29: Schöne Sozialstudie, im besten Falle.
01:08:31: Sehr, sehr, sehr schöne Sozialstudie und sehr schönes Ende hier finde ich.
01:08:34: Wenn wir nochmal zusammenfassen, haben wir gesagt, Charismas, also keine magische Gabe wie früher angenommen, sondern etwas, das hat diese Übersichtsarbeit mal rausgearbeitet, was durch Sprache, Emotion und Werte entsteht, obwohl dieses Forschungsteam das Ganze versucht hat, mal zu definieren, greifbar zu machen.
01:08:49: Damit sind sie ja nicht alleine, gab viele solcher Studien.
01:08:52: Bleibt es auf den ersten Blick etwas wo... Man nicht genau weiß, was ist es jetzt.
01:08:56: Und dann kommt Pinsoff und sagt, könnte es sein, dass die Menschen charismatisch wirken, die diese sozialen Paradoxien besonders beherrschen.
01:09:04: Ohne das Zwingen zu wissen.
01:09:06: Aber am Ende war für mich so das Fazit.
01:09:08: Es geht um eine Art... Es ist kein Schauspiel.
01:09:14: Es ist ja der Schauspieler, der vergisst, dass er spielt oder bei dem man beim Zugucken vergisst, dass er spielt.
01:09:20: Es ist also einerseits echt, weil du selber nicht darüber nachdenkst und andererseits... ist trotzdem dein Bedürfnis da, gemocht zu werden.
01:09:28: Vielleicht ist es ja auch
01:09:28: ein versteckter sozialer Status, den man da mitbringt.
01:09:33: Ja.
01:09:34: Der eben nicht mit Geld zu tun hat, sondern eher mit einer aufgebauten Wirkung.
01:09:42: Ja.
01:09:43: Und am schönsten fand ich eigentlich dieses Bild von dem Vampir, in dem Moment, wo die Sonne drauf scheint, platzt dieses ganze Spiel, wenn wir die soziale
01:09:50: Paradoxie
01:09:50: dahinter durchschauen und checken wie beim Hanser Hannes, der denkt jetzt, er ist cool und stylish und individuell, ist aber eigentlich gar nicht.
01:09:58: Da würde das bröckeln.
01:09:59: Das ist für mich immer so, ich stand mal mit Tommy Schmidt bei damals ja noch Studio Schmidt seiner Talkshow, stand wieder zusammen, ich war da als Gast und dann haben wir uns Backstage noch kurz bevor die Show losging unterhalten und da hat er einen Satz gebracht, den ich nicht vergessen hab, da hat da Roger Williamson zitiert, die anderen kriegen's auch nicht hin.
01:10:18: Richtig.
01:10:20: Und das ist so in meinem Kopf gelogen.
01:10:21: Das denke ich ganz oft, wenn du dann diese absoluten Superhelden und Megastars und charismatischen Obamas und Sandra Hüller aus dieser Welt siehst.
01:10:30: Ich wünsche das keim.
01:10:31: Aber ich denke dann immer, du siehst nur ein Teil davon.
01:10:34: Und hier geht dieses Spiel der sozialen Paradoxie gerade total auf.
01:10:38: Der Vampir begeistert dich.
01:10:39: Aber du hast noch nie mit denen am Frühstückstisch gesessen oder geschweige denn nachts nebeneinander im Bett gelegen und gehört wieder Obama plötzlich unter der Decke.
01:10:47: ...
01:10:48: doch vor
01:10:49: oder laut schnarcht oder sowas.
01:10:52: Oder vielleicht zu Hause sitzt und denkt Boah, ... ... Michelle, jetzt war ich da wieder auf der Bühne, ... ... hab richtig einen rausgehauen.
01:10:58: Die haben alle so applaudiert, sind so ausgerastet zu dem.
01:11:01: Zu mir ist keiner nach der Show gekommen und hat gefragt, ... ... Boah, das war aber zu lang.
01:11:04: Und ist vielleicht ... ... tot unglücklich.
01:11:09: Oder
01:11:09: ist Asi zu seinen Kindern.
01:11:11: Keine Ahnung, ich erfinde jetzt frei.
01:11:15: Dann, Atze, hoffentlich ein neuer Blick ... Ein paar neue Gedanken zum großen Thema, Charisma zum RIS, den alle im Internet suchen und warum das vielleicht gar nicht so wünschenswert ist oder wenn man ihn denn unbedingt haben möchte, man vielleicht am Ende sich auf ein Spiel einstellen muss, was von außen als total echt wahrgenommen wird, aber in Wirklichkeit
01:11:35: sehr.
01:11:35: Ja, das sind wir bei dem, glaube ich, allerersten Zitat, was ich hier in unserer Reihe vor sechsundhalb Jahren von Nietzsche gebracht habe.
01:11:44: Werde, der du bist.
01:11:45: Nichts verschafft ihr so viel Charisma wie Authentizität.
01:11:51: Und trotzdem wird bestimmt auch ein Niedschen zustimmen, dass das ein, das haben wir hier schon mal erarbeitet, ewiger Prozess ist.
01:11:58: Ja, er hätte sich mehr davon gewünscht, speziell bei Lou Salome, wo es war ja seine Philosophischülerin, eine der schönsten Frauen ihrer Zeit und auch eine der klügsten und auch eine, die den europäischen Feminismus sehr stark geprägt hat.
01:12:15: Und er konnte nie bei ihr landen.
01:12:18: Und er vermutet daher das Zitat im Zarathustra, wenn du zum Weihwegehst vergisst die Peitsche nicht.
01:12:26: Das war seine Rache an seiner Mutterschwester und an Lou Salomé.
01:12:30: Nicht ganz so charismatisch mehr.
01:12:31: Jetzt
01:12:31: brauchen wir ein Glas Rotwein.
01:12:35: Sei gedrückt von ihr, du auch.
01:12:37: Nächste Woche Dienstag geht es schon weiter.
01:12:40: Wie Dienstag um Dienstag, das ist irgendwie... Zwischendurch denke ich, dass manchmal, obwohl wir es jetzt schon so lange machen, ich freu mich immer auf Dienstag.
01:12:47: Ja,
01:12:47: ich freu mich auch sehr auf dich.
01:12:49: Und deswegen würde ich dir auch ganz schön viel Charisma unterstellen.
01:12:54: Ich bin begeistert von dir.
01:12:57: Das ist sweet.
01:12:58: Das geb ich so zurück, mein Leben.
01:13:00: Und
01:13:01: freu mich auf nächste
01:13:02: Woche.
01:13:02: Bis nächste Woche.
01:13:03: Tschüss.
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