Weltschmerz - was hilft wenn‘s düster ist
Shownotes
Kriege, Krisen, Klimakatastrophen, soziale Spaltung – ein Blick aufs Handy reicht, und viele fühlen sich von den Nachrichten überfordert. Das Leid der Welt scheint plötzlich auf den eigenen Schultern zu liegen. Dieses Gefühl hat einen Namen: Weltschmerz.
In dieser Folge von Betreutes Fühlen sprechen Leon und Atze darüber, warum uns das aktuelle Weltgeschehen emotional so stark belastet, was Dauerkrisen mit unserer psychischen Gesundheit machen und warum Abstumpfen keine Lösung ist. Es geht um Empathie, emotionale Überforderung und den Unterschied zwischen Mitfühlen und Wegschauen – aber auch darum, warum Empathie allein nicht reicht. Wozu ist dieser Schmerz da? Und wie können wir mit Weltschmerz umgehen, ohne uns ohnmächtig oder leer zu fühlen?
Fühlt euch gut betreut
Leon & Atze
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Quellen:
U.S. Department of Justice (SDNY) United States v. Jeffrey Epstein – Indictment & Press Release. → Grundlage für die Einordnung sexualisierter Gewalt, Machtmissbrauch und struktureller Wegschau-Dynamiken zu Beginn der Folge. https://www.justice.gov/usao-sdny/press-release/file/1180481/dl
The Examined Life – Stephen Grosz → Warum Schmerz eine wichtige psychische Funktion hat und was passiert, wenn wir ihn nicht mehr fühlen
Pei, R., Grayson, S. J., Appel, R. E. et al. (2025). Bridging the empathy perception gap fosters social connection. Nature Human Behaviour. → Zentrale Studie zur „Empathy Perception Gap“ https://doi.org/10.1038/s41562-025-02307-1
Moralische Ambition – Rutger Bregman (2024) → Die Idee, Weltschmerz nicht nur zu fühlen, sondern ihn in sinnvolles, wirksames Handeln zu übersetzen.
Altruistic Personality – Samuel P. Oliner (1992) → Frühe psychologische Forschung zu Menschen, die im Nationalsozialismus Juden retteten – und warum „der gute Charakter“ allein keine Erklärung ist.
Conscience and Courage – Eva Fogelman (1995) → Ergänzende Interviews mit Helfer:innen, die zeigen, wie gewöhnlich Widerstand leistende Menschen oft waren.
Varese, F., & Yaish, M. (2000). The importance of being asked. Rationality and Society. → Schlüsselbefund der Folge: Der wichtigste Faktor für Helfen ist, gefragt zu werden. https://doi.org/10.1177/104346300012003003
Arts and Minds – Anton Howes (2020) → Wie Fortschritt, Innovation und Hoffnung sozial „ansteckend“ werden können – Parallele zur moralischen Ambition.
Building a Life Worth Living – Marsha Linehan → Das Karten-Beispiel und das Konzept radikaler Akzeptanz: Die Realität annehmen, um sie verändern zu können.
Abundance – Ezra Klein & Derek Thompson (2025) → Gegen den Fatalismus: Warum Zukunftsvisionen von Überfluss Hoffnung zurückbringen können.
CNBC (2023). Nobel Prize winner Katalin Karikó on being demoted and perseverance. → Grundlage für das „Karikó-Problem“: Wie Institutionen mutige, riskante Ideen systematisch ausbremsen. https://www.cnbc.com/2023/10/06/nobel-prize-winner-katalin-karik-on-being-demoted-perseverance-.html
Empfehlungen YouTube-Interview mit Katalin Karikó & Drew Weissman über wissenschaftliche Beharrlichkeit, Zweifel und den langen Weg zum Durchbruch. https://www.youtube.com/watch?v=-3x4IMdeFdI
Rki: Walther L, Vogelgesang F. Schaffrath Rosario A, Kersjes C, Thom J. Peitz D, et al. Depressive und Angstsymptomatik bei Erwachsenen in Deutschland: Ergebnisse aus dem Panel Gesundheit in Deutschland" 2024. J Health Monit. 2025.
Angst und Depressionssymptome: Mauz, E., Walther, L., Junker, S., Kersjes, C., Damerow, S., Eicher, S.,… & Thom, J. (2023). Time trends in mental health indicators in Germany's adult population before and during the COVID-19 pandemic. Frontiers in public health
Redaktion: Julia Ditzer, Dr. Leon Windscheid
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00:00:00: Und das glaube ich schon, dass es gerade in vielen Köpfen überläuft.
00:00:02: Also jetzt bin ich erstrengend ein bisschen jünger wenn du dann noch diese ganze Klimakatastrophe rennten, keiner kann mehr sich eine Wohnung leisten und ist auch völlig ausgeschleppt diesen ganzen Staff da noch drauf schmeißt.
00:00:15: Wissenschaft ist ja auch immer Hoffnung, dass irgendwas klappen könnte und eben auch Akzeptanz, dass Dinge schiefgehen die man probiert.
00:00:23: Was diese Studie im Kern zeigt, was sehr menschliches.
00:00:27: Wir leiden nicht einfach nur unter Einsamkeit, wir leiden auch unter sehr falschen Annahmen übereinander.
00:00:33: Oh Gott!
00:00:33: Die Frage ist wirklich schwer.
00:00:35: Das kann ich nicht beantworten.
00:00:37: Jetzt hier aus meinem bequem Stuhl heraus natürlich... Aber wer weiß wie wir unter dieser Gefahr reagieren?
00:00:45: Deswegen immer meine Hochachtung vor solchen Menschen.
00:00:48: Wir haben
00:01:03: ja kurz vorher über private Dinge gesprochen.
00:01:10: Teilweise privat.
00:01:13: Es geht darum, dass ich jetzt hier an den letzten Zügen von der Alles Perfektur bin.
00:01:17: und dann ist natürlich wieder so es bei uns die wir gerne diese Arbeit auf der Bühne machen das schon langsam um es neue geht und nicht darf da noch nicht so viel verraten.
00:01:24: aber du hast mir gesagt Leon mach viele Previews!
00:01:26: Ja okay er war's doch geschäftlich.
00:01:30: Ich will
00:01:30: dir alles dir gut geben.
00:01:33: Ja, das ist ein guter Hinweis.
00:01:34: Ist hier notiert hinter meinen Löffeln.
00:01:38: Schön
00:01:38: dich zu haben hier mein Freund wieder!
00:01:41: Ich habe mich auch heute ganz besonders auf dich gefreut.
00:01:45: Manchmal hat man so Sehnsuchtsmomente und das ist heute so.
00:01:49: Ich freue mich dass du bei mir bist.
00:01:52: Das ist gut.
00:01:53: ich hab heute für dich einen Streit um einen Kopierer dabei, der am Ende einen Nobelpreis gewonnen hat könnte man sagen.
00:02:01: Wir werden in ein kleines Dorf in Holland reisen, Spielkarten spielen und glaube ich am Ende hoffentlich in dieser wahnsinnigen Welt vielleicht ein bisschen wieder... Ein bisschen wieder was Helles reinbringen!
00:02:13: Ich war eben spazieren und dachte irgendwie weißte ich habe dir das nicht erzählt aber vor Weihnachten da gab es eine Zeit bei mir wo ich so dann ein bisschen dachte Manchmal hat man das im Leben, dass du da Distüm würde man es vielleicht in der Psychologie nennen.
00:02:26: Dass man jetzt nicht da im tiefen Loch sitzt und denkt ist ja alles furchtbar aber so ein bisschen unter Eichstrich mit der Zufriedenheit und sich fragt was soll das?
00:02:33: Wo geht's hierhin?
00:02:34: Was macht man hier noch draus?
00:02:36: Ich glaube, das ist auch ein typisches Februar-Thema!
00:02:38: Der November ist immer im Verdacht von dieser Monat zu sein.
00:02:42: Aber das eigentliche Arschloch ist der Februar weil wo wir speziell jetzt hier in Hamburg Alle drauf hinfiebern ist, dass da mal wieder so ein bisschen... Ein Zeichen kommt, das so einen Winter auch zu Ende gehen kann.
00:02:53: Hier ist jetzt sechs Wochen Winter.
00:02:55: Wahnsinn!
00:02:56: So
00:02:56: eine erste Knospel, so ein Krokos der sich durchkämpft.
00:02:59: und ich wollte es noch kurz zu Ende bringen weil ich war dann spazieren und dachte, ich wollte mal allen da draußen sagen die vielleicht so ein bißchen ähnlich fühlen und jetzt denken Boah man geht langsam echt aufs mentalen Winterzahnfleisch hier im Februar.
00:03:12: Wir nehmen euch mal ein Arm hier von ihr.
00:03:14: Wie immer, wie immer mit dem Disclaimer dass wir nicht denken irgendwas wirklich des Thymes oder depressives wegreden so können im Gottes Willen Aber manchmal tut das ja einfach gut, zu wissen...
00:03:23: Da sind noch zwei.
00:03:23: Das tut
00:03:24: auch wieder besser!
00:03:24: Wir denken wirklich nicht
00:03:27: an uns.
00:03:28: Nee, wirklich und das kam auch bei mir von vielen Leuten aus dem Umfeld.
00:03:32: Und manchmal auch von ganz fremden.
00:03:33: jetzt bei den ganzen Shows ist es ja oft so dass man mal Leute trifft die die sonst hier nur in Anfang stehen zu hören und dann sieht man sie waren echt und da kam viel mentale umarmen.
00:03:42: Ja
00:03:42: fand ich auch auffällig Auch viele Mails und Messages, die in diese Richtung gehen.
00:03:49: Da scheint da irgendein gewisse Herzenswärme zusätzlich gebraucht zu werden.
00:03:53: Ich grüße übrigens aus Valencia bei besten Wetter.
00:03:57: Ah!
00:04:00: Drei Wochen waren um Urlaub?
00:04:01: Ja schön!
00:04:03: Nein ich habe tatsächlich drei Monate keinen Urlaub gemacht.
00:04:05: wenn nicht richtig rechne Bist du
00:04:07: krank?
00:04:09: Fällig
00:04:09: krank, muss ich mir Sorgen machen.
00:04:11: Valencia
00:04:11: hab' ich ja mal in der Nähe gewohnt.
00:04:13: In Alicante Torre Vieja war mein Spanierlehrer.
00:04:16: Kennt die Ecke ganz gut!
00:04:17: Sehr schön.
00:04:19: Ja, ich werde Haar Klein berichten... Von daher schick' ich schon mal Sonne also...
00:04:25: Sonne plus Armung zum Start.
00:04:26: ein eigentlich ganz anderes Thema das uns und das würde ich gerne dieses Jahr auch wieder ein bisschen mehr machen von Heikel geschickt wurde.
00:04:32: wir lieben unsere Community mit ihm euch da draußen Und das Gefühle vorgeschlagen werden können war nie nicht der Fall, aber es ist vielleicht ein bisschen wenig gewesen in den letzten vielen Folgen.
00:04:43: Heik hat mal geschrieben und ich dachte direkt als ich das las, hab ja auch zurückgeschrieben dass muss es werden Und wird es heute?
00:04:51: Nämlich hat sie geschrieben, ob wir eine Folge zum Thema Weltschmerz machen können.
00:04:54: Bei dem Wort klickt's schon bei vielen hundert Prozent.
00:04:57: Sofort
00:04:58: oder?
00:04:58: Sie schreibt diese Ohnmacht dieser Nachrichtenkonsum wo du das Gefühl hast wenn man sich informiert geht man unter und wenn man nicht informiert leidet man auch drunter.
00:05:06: Ich habe auch sofort gedacht ich muss dir das sagen was davon heilke kam weil Ich weiß nicht, ob ihr diese Videos gesehen habt.
00:05:13: Wie diese Eis-Einsatzkräfte will ich sie gar nicht nennen?
00:05:16: Diese Eisverbrecher da in den USA durch die Straßen ziehen und dann die Menschen schnell die Fenster aufmachen und rufen they are coming!
00:05:23: They're
00:05:23: coming!"
00:05:24: Und sich davor warnen dass dort diese marodierenden Horden durch die Stadt ziehen um Leute aus dem Land zu reißen, aus ihrem Leben zu reisen.
00:05:34: Das war sowas wo, wo ich dachte das wird irgendwann Vielleicht auf den Tablets, weil die Geschichtsbücher digitalisiert sind dann als Video abgespielt.
00:05:41: Wo man sagen wird das war unsere Welt über Gaza Ukraine so da nicht.
00:05:46: habe mich noch mal auch das zum Thema lass das Gefühl das kriegt kein Mensch mit einfach nochmal wieder auf den aktuellen Stand gebracht wie viele Menschen dort gerade hungern und untergehen.
00:05:55: und du hast hoff ich finde man hat wirklich dann da kam diese apps den pfeils wo du da saß und dachtest oh mein Gott.
00:06:01: Ja, jetzt über Iran Südsudan, Gaza und so haben wir gar nicht gesprochen.
00:06:06: Man hat das Gefühl tatsächlich zur Zeit dass es sich so häuft Und wenn wir bedenken wie jung dieses Jahr noch ist Das was schon so viel Katastrophe drin ist wie sonst in zwölf Monaten.
00:06:18: Du bist ja doch platt von fünfzwanz?
00:06:20: Genau!
00:06:20: Es kann natürlich auch ein Tuchschluss sein weil die Sau immer auffälliger und in kürzeren Takten durchs Dorf getrieben wird.
00:06:29: Da hab ich gestern, als ich jemand über den Dschungelkönig aufregte, Gill habe ich noch gedacht.
00:06:36: Wenn der vielleicht ein zwei Wochen wartet dann weiß man schon fast gar nicht mehr und das kommt sich ja auch hinzu.
00:06:44: also wenn wir jetzt gleich mal... Das sollten wir auch mal machen.
00:06:47: so wo kommt dieser Weltschmerz her?
00:06:50: welche zukunftsängste Zahlen da ein?
00:06:52: Welche Dissonanzen, welche Ohnmachten?
00:06:57: Dann muss man hier auch mal drauf eingehen ob es das immer schon gab, ob wir uns vielleicht im Moment zu sehr darauf konzentrieren.
00:07:03: Ob die Möglichkeit an allem so H-Kleinen teilzunehmen natürlich viele Vorteile.
00:07:09: auch hat sie Iran weil wenn gar keine Bilder darüber existieren würden hätte man sich ja auch gar nicht mitgekriegt.
00:07:17: auf der anderen Seite zahlt das alles in unsere Beruhigungs beunruhigungsfass ein
00:07:25: Und das glaube ich schon, dass es gerade in vielen Köpfen überläuft.
00:07:28: Also jetzt bin ich ja streng genommen ein bisschen jünger wenn du dann noch diese ganze Klimakatastrophe rennten.
00:07:35: keiner kann mehr sich eine Wohnung leisten und ist auch völlig ausgeschlägt diesen ganzen Staff da noch drauf schmeißt grade noch gesehen.
00:07:41: ich glaub Robert Koch Institut große Erhebung depressive Symptomen wohlgemerkt nicht die Diagnose aber selbst berichtete depressive Symptome bei jungen Menschen massiv massiv zugenommen
00:07:52: Aber bei allem auch nicht vergessen.
00:07:53: Ich hoffe, ich schmeiß das nicht zu früh rein, dass die Meinungsbildungsindustrie natürlich auch eine Menge Geld damit verdient speziell die negativen Sachen zu verbreiten.
00:08:04: Also wenn ich spiegel... eigentlich immer Spiegeleser, speziell bis vor ein paar Jahren eben auch die Printversion.
00:08:13: aber es ist schon auffällig, dass sie speziell in der Online-Version nur die Katastrophen runterbeten weil das wird geklickt.
00:08:20: klar Wenn du schaust, gibt es ja immer diese Übersicht.
00:08:23: Welche Artikel sind ganz vorne?
00:08:25: Es geht immer nur um Aufregerthemen und da dürfen wir uns nichts vormachen!
00:08:29: Das ist eine Industrie die mit unserer Meinungsbildung eben auch Geld verdient.
00:08:36: Klar, total.
00:08:37: Vielleicht kein ganz neues Phänomen?
00:08:39: Du hast gerade gefragt schon der deutsche Schriftsteller Jean-Paul hat das Ganze schon geprägt.
00:08:43: Total!
00:08:43: Vor über zweihundertfünfzig Jahren muss man sich kurz mal reinziehen.
00:08:47: Der taucht im Wörterbuch eighteen vier und fünfzig.
00:08:50: der Gebrüder Grimm auf fand ich auch hoch interessant beschreibt also eine tiefe Traurigkeit über die Unzulänglichkeit der Welt.
00:08:57: Und er ist so gut.
00:08:58: dieser Begriff also dieses Wort erscheint Menschen auf der ganzen Welt so passend zu sein, dass er auch mit ins Englische zum Beispiel eingezogen ist.
00:09:05: Weltschmerz!
00:09:07: Ein internationales Wort...
00:09:08: Was aber speziell in Deutschland für die Kernkompetenz
00:09:12: ist und Konjunktur hat?
00:09:13: Ja das seinen Ursprung vielleicht auch hier hat.
00:09:15: und wenn wir jetzt sagen alles neu und gerade unsere Zeit ist so furchtbar, vielleicht mal im Kopf haben oh Moment Mal vor zweihundertfünfzig Jahren hat man da schon sowas gefühlt und scheinbar auch mit dem Gewicht, dass man gesagt hat es jetzt nicht ein einzelner Schriftsteller seiner Rotweinflasche halbfältig in der Ecke sitzt, sondern das nehmen wir auf ein Wörterbuch.
00:09:34: Das fand ich einen sehr interessanten Fakt.
00:09:36: erst mal dazu.
00:09:36: Ja!
00:09:37: Gerade die deutschen Romantiker haben davon gelebt, das Leben als Triste Winterreise darzustellen und jedweder Erwerbsarbeit, Öle und Innerz leerzufinden.
00:09:49: Der Unterschied ist früher lebte man so und las diese Bücher wenn man sich es leisten konnte und flüchtete dann lieber in so eine luxuriöse Einsamkeit.
00:09:59: Und sangen von dort aus sie nach meinen Wegen den Wald, die Liebe... Jetzt ist es halt anders!
00:10:05: Es ist da angekommen wenn du an die Vorstädte der Großstädте denkst, jetzt bin ich schon fast wieder in Paris bei dem banlieuös.
00:10:14: aber da ist ja diese Tristesse eben nicht romantisch und literarisch verbaut sondern einfach Realität.
00:10:25: Und du musst ja nicht nach Frankreich, wenn man jetzt viel rumkommt und dann eben bestimmte Städte auch erlebt da.
00:10:29: Hast du manchmal das Gefühl ... Willst du das nie übertreiben?
00:10:33: Aber ich denke so was würdest du sagen?
00:10:35: Fünfzig-sechzig-Städte wo du noch in Deutschland das Gefühl hast okay da geht was die leben und so viele andere die die gefühlt auf der Krücke stehen am Tropf hängen und wo du wirklich durch die Innenstadt gehst und denkst oh mein Gott Tod und Weltschmerz in deiner Innenstadt.
00:10:51: Ein Goldankauf neben dem einen I-Cost, neben einem Vape-Laden, neben dem Proteineladen und der Rest steht leer.
00:10:58: Da war mal eine Stadsparkastung die brauchen wir nicht mehr.
00:11:00: Apothekes ersetzt durch Online-Shop.
00:11:01: also du fühlst es ja auch wirklich
00:11:03: viel stärker.
00:11:04: Ganz klar ich bin am Wochenende speziell am Samstag
00:11:07: durchs Ruhrgebiet
00:11:08: gefahren.
00:11:08: Ich habe in Oberhausen gespielt und habe aber vorher noch ein paar andere Leute besucht.
00:11:13: Und wenn du so durch Herne kommst, Recklinghausen Süd auch die Peripherie von Oberhausen bis Duisburg-Marxloh.
00:11:22: Das ist schon hart.
00:11:24: und dann sitzt du im Auto schaust du das an und denkst welcher Lebensentwurf steckt dahinter?
00:11:30: Wir waren zu dritt im Auto habe ich es auch so reingefragt in die Runde.
00:11:34: Es war fast ein Schmunzler weil Lebensentwurfs findet daher gar nicht mehr statt.
00:11:40: Es ist ja nur noch ein Abarbeiten von Zwängen, also ich kann mir nicht vorstellen dass du da so spezielle Wohnsiedlungen unbedingt wohnst wenn du nicht musst.
00:11:53: wahrscheinlich
00:11:54: Das ist natürlich sehr elitär drauf geschaut, ich weiß.
00:11:58: Ne genau wollte ich gerade sagen wir sitzen da und uns geht es ja noch richtig gut und wir fühlen das schon.
00:12:02: wie fühlt jetzt vielleicht jemand der dann in so einer Situation ist wo er irgendwo wohnt wo er eigentlich nicht wohnen will?
00:12:07: Wo er noch jemand krankes hat in der Familie und klar also ich glaube dieses Gefühl kennen viele.
00:12:15: deswegen heike vielen dank fürs schicken.
00:12:16: wir gehen da jetzt voll rein haben schon mal gehört dass es vielleicht viel älter ist als man erst einmal gedacht hätte.
00:12:23: Ja und ohne das beschönigen zu wollen, habe trotzdem eine Geschichte für den Staat wo ich dachte wir versuchen ja hier immer auch einen besonderen Blick auf die Gefühle zu bekommen.
00:12:33: Das ganze beginnt im Jahr nineteen sechsenvierzig und der Arzt um den es geht heißt Paul Brandt.
00:12:37: Der hat in einem Lebra Sanatorium gearbeitet und festgestellt dass die Deformationen die man bei Lebra dann sieht, die man hat wenn man von der Kranke betroffen ist kein wesentlicher Bestandteil der Krankheit selbst waren sondern viel mehr die Folge der fortschreitenden Zerstörung durch die Infektion und Verletzung, die deswegen auftreten weil die Betroffenen keinen Schmerz empfinden.
00:13:00: Und dann hat er geschrieben fand ich total spannende Gedanken.
00:13:02: wenn nicht Menschen mit Lebra ein Geschenk machen könnte Dann wäre es das Geschenkt des Schmerzes.
00:13:08: und auf diese Geschichte bin Ich gestoßen.
00:13:10: wir haben jetzt hier nichts mit lebra gerade zu tun in dem buch von einem psychoanalytiker Steven Grosst.
00:13:14: Das ist relativ bekannter autor auch der der glaube ich seit vierzig Jahren Therapie macht anbietet und der Der berichtet von einem seiner Patienten und sagt, Matt so nennt er den der Litt an einer Art psychologischen Libra.
00:13:29: Weil er sein emotionalen Schmerz nicht spüren konnte.
00:13:33: Weil wir das interessante Einsichten haben.
00:13:37: Und
00:13:37: für den Bestand die ständige Gefahr sich dauerhaft vielleicht sogar tödlich zu schaden?
00:13:42: Und er meinte nachdem dieser Met seine Praxis verlässt und er dann ein bisschen sich einen Titzen gemacht hat und dann wie es oft tut nach dem schwierigen Gespräch um die Ecke geht um sich einen Kaffee zu kaufen wäre er in sein Sprechzimmer zurückgekehrt und hätte gedacht, in jedem von uns steckt was von Matt.
00:13:58: Irgendwann versuchen wir schmerzhafte Emotionen vielleicht gerade so einen starken Schmerz wegzuschieben zum Schweigen zu bringen.
00:14:04: doch wenn es uns gelingt also wenn wir das wirklich schaffen dann nichts mehr zu fühlen dann verlierst du gleichzeitig das eigentlich einzige Mittel mit dem du erkennen könntest was dich verletzt und warum.
00:14:16: Jetzt ist das eine, ich habe mir die Unterscheidung gemacht in Softmind und Toughmind.
00:14:20: Also der ist jetzt sicherlich keiner, der hier mit den großen Zahlen und Studien kommt aber ich fand es ein starkes Bild also von dieser Idee einen Leprapatient.
00:14:28: Der hat keinen Schmerz mehr und deswegen fügt er sich viele Verletzungen und Infektionen zu Und dem würde man Schmerzen wieder wünschen also diesen schmerz fühlen zu
00:14:37: können.
00:14:37: damit er ist überhaupt registriert.
00:14:39: Ja
00:14:39: wir sind überhaupt registrierst und dass jetzt übertragen auf unsere psychische hab ich gedacht.
00:14:44: Und nochmal, es geht nicht ums Schönenreden.
00:14:46: Aber ist das nicht auch ein gutes Zeichen?
00:14:49: Wenn ich in dieser Welt jetzt gerade Weltschmerz fühle... Weil stemmen wir uns vor!
00:14:53: Es wäre nicht so!
00:14:54: Stellt ihr mal vor, es wäre dir egal was mit den anderen passiert, was mit der Umwelt passiert, Was mit Menschen in einem Stadtteil passiert, der vielleicht einfach nur noch abgekapselt ist und da überhaupt keine Aufstiegsschancen mehr besteht, dann wär's ja so eine Art Stein.
00:15:07: Ja
00:15:07: also ganz einfach gesagt eben nicht so abgestumpft zu sein Das andere Extreme wäre ja, mir ist alles egal.
00:15:15: Also hörst du dann auch?
00:15:17: Man kann man eh nicht ändern was solls daran?
00:15:21: damit halte ich mich gar nicht erst auf.
00:15:23: also warum bist du so sensibel?
00:15:25: Ich drehe es jetzt gerade mal um dass man sagt ja das ganze glücklich ist wer vergisst was soll nichts zu ändern ist und nach dem operierten motto Ja dann würde natürlich auch gar nix passieren.
00:15:35: und wenn wir jetzt bei diesem bild bleiben der lebere patient der Halt deshalb auf die neuralgischen Punkte am Körper nicht achtet, weil ihr da gar nichts spürt.
00:15:45: Das ist so Wahnsinn!
00:15:46: Was habe ich noch nie von gehört?
00:15:48: Das finde ich absolut bemerkenswert natürlich.
00:15:51: und wenn man das auch die Psyche überträgt Wenn du nix mit kriegst emotional auch nichts mit Kriegs kannst ja gar nicht reagieren.
00:15:58: Ja es gibt ja manchmal diesen Satz in einer verrückten Welt sind eigentlich die verrückte die gesunden.
00:16:05: Das halte ich für absolut ein Bullshit.
00:16:06: Aber der Grundgedanke, dass wenn hier viel nicht stimmt du Schmerz empfindest wir versuchen ja hier seit Jahren dafür eine Lanze zu brechen das diese Gefühle eine Funktion haben und der Weltschmerz wo man jetzt vielleicht so gerne sagen würde weg damit und die ganze Februar Stimmung und diesen ganzen Gaga Wahnsinn da auf der Welt und das ganze Leid aus dem Kopf und Tschüss aber es ist ja da.
00:16:28: Und dann zu sagen hat dieser Weltsschmerz für mich vielleicht dachte ich als ersten Gedanken Ein, ein Stück weit auch eine Funktion.
00:16:34: Ja
00:16:35: okay also wir haben jetzt über die Funktion gesprochen dass dieser Weltschmerz möglicherweise eine Funktion hat.
00:16:40: dann müssen wir aber auch darüber reden wo tritt es verstärkt auf?
00:16:44: Trittes bei der Jugend verstärkt auf, bei den älteren mitten im Leben...
00:16:50: Wie ist denn dein?
00:16:51: das habe ich mich auch gefragt wie sind deinen Eindruck?
00:16:53: also du nimmst ja jetzt die jungen Leute heute war Hippteens wie mich, aber du kennst ja auch wirklich ganz andere Zeiten.
00:17:00: Für mich ist es manchmal so... Es gab jetzt gerade diesen Trend in alle Posten im Jahr zum Jahr zu Jahrzehnten, wo ich so heftig fand okay zehn Jahre reichen jetzt schon für Nostalgiegefühle aus.
00:17:10: Im Jahr zwei Jahrzehn habe ich natürlich sehr aktiv im Kopf.
00:17:13: Zwei Tausend Sechs auch weil sie noch FußballwM in Deutschland und so.
00:17:18: Aber dann hört's ja auf.
00:17:19: also ich kann nicht so richtig das Gefühl zum Beispiel der neunziger Jahre spiegeln geschweige den achtziger Jahre.
00:17:24: und hast Du das Gefühl, dass es mal ganz anders war mit diesem Weltschmerz.
00:17:28: Ich habe dann gedacht würde ich gerne in den neun ... wäre ich jetzt gerne in meinem Alter in den Neunzigern und da ist ja immer so die Erzählung Yo Tamagotchi und Big Brother, ich hoffe das waren die Neunziger aber so gefühlt, Blümchen und Bravo CDs und alles war so locker.
00:17:43: Also ganz klar, da war auch schon alles am Arsch.
00:17:45: Ja!
00:17:47: Aber auch so Weltschmerz?
00:17:49: Ja, ja auch Weltschmeer... Ich glaube, wir haben nicht so viel von dem was nicht funktioniert um die Ohren bekommen.
00:17:57: Also es gab auch große Bedrohungen in die Aufstellung der Landstreckenraketen.
00:18:02: SS-twanzig, Chernobyl... Da gab's auch viele Katastrophen.
00:18:07: aber nimm doch jetzt mal als Chernobyl!
00:18:10: So da hast du in den Nachrichten gehört relativ viel auch und übers Radio bitte nie nach draußen gehen und so.
00:18:17: Aber stell dir das in der heutigen Zeit mal vor wo?
00:18:21: Na ja, vielleicht ist dazu ein ganz guter Vergleich.
00:18:22: Wo am Wochenende spätestens ab Sonntagabend dann du gedacht hast die Welt geht unter weil wir den falschen Dschungelkönig haben und also mindestens bis Montagabends ich teilweise wirklich einen Runden gesessen habe und gesagt hab ey Leute Es geht hier um die Unterhaltungsschuld.
00:18:42: Ist doch wirklich erst mal scheißegal!
00:18:44: Ich weiß jetzt, so flieben die ersten schon wieder aus.
00:18:46: Klar lässt sich auch von vorn nach hinten diskutieren wie moralisch verwerflich das war wer sich wo falsch verhalten hat.
00:18:54: aber es ist ja nun wirklich keine Katastrophe die uns elementar.
00:18:59: Also es ist kein Schernobyl?
00:19:00: Es sind keine langstrecken Raketen, die auf uns gerichtet sind.
00:19:06: Kriegsgefahr okay das ist wahrscheinlich auch etwas höher als sonst aber vielleicht auch ein gutes Beispiel diese Kriegs Gefahr und dieses Sondervermögen was jetzt im gebildet wurde um die Bundeswehr zumindest so auszurüsten dass wir das Gazerengelände verlassen können.
00:19:24: Ja, das alles dreht sich ja dazu bei.
00:19:25: Dass in der Summe vielleicht sogar das Fundament so ein bisschen bröckelt und wackelig wird.
00:19:34: Also hattest du denn aber dann – du sagst jetzt gerade okay, in den Medien war weniger davon?
00:19:37: Ich habe auch so Wort gedacht, wenn heute Channelmeware wird save irgendein Streamer oder irgend einer, der in einem Atomkraftwerk arbeitet, der Streamer ist, wird parallel live gehen auf Twitch oder
00:19:47: mit seinen
00:19:47: erfunder Filmen wie er am Schmelzenden Kernreaktor steht um zumindest noch ein paar Likes zu kriegen.
00:19:54: Und man wäre vielleicht unmittelbarer mit dabei und man wär vielleicht auch bei mehr... Aber da gehen auf
00:19:57: den ganzen Tag Bilder?
00:19:59: Den ganzen Tag wärst du dabei, und die ganzen Tag wäre es in deiner Hosentasche und nicht nach dem... Ich hab's jetzt einmal übers Radio gehört total!
00:20:05: Aber nochmal dieses...
00:20:06: Ja aber das Gefühl gab´s auch schon, wenn ich mich erinnere damit mit fünfzehn Spätestens ist man ja dann auch mit auf die Straße gegangen gegen NATO Doppelbeschluss usw.. Friedensbewegung auch sehr aktiv gewesen.
00:20:23: Und das waren schon immer konkrete Bedrohungen, die wir da empfunden haben.
00:20:28: ganz klar und trotzdem jetzt kann die Erinnerung natürlich auch täuschen fahren wie irgendwie lässiger so nicht so nervös mit allem.
00:20:39: heute ist ja die Taktung so eng Dass du dann nicht sagst, nächstes Wochenende gehen wir mal wieder auf die Straße.
00:20:45: Sondern jetzt in den nächsten drei Minuten musst du irgendeinen Shitstorm organisieren oder jemanden zum Teufel schicken.
00:20:53: Ja und ich weiß ja nicht was würdest du denn sagen ist die jüngere Generation etwas anfälliger dafür?
00:21:01: Ja, bin ich ja mal ganz vorsichtig mit diesen Ideen.
00:21:04: Und plötzlich die eine Generation so anders tickt als die andere?
00:21:07: Ich habe eben schon über die Depression Symptome gesprochen auch Angstsymptome starke Zunahme gerade bei bei jungen Menschen in der Coronazeit und dann danach noch an vielen Stellen geblieben.
00:21:18: aber diese Analyse von dem ich von der ich eben erzählt hab da war ihm auch ein Teil davon dass das ist deutlich öfter Menschen trifft, die von Armut betroffen sind.
00:21:27: Oder sonst irgendwie Gruppenangehörn, die es schwieriger haben und dann ist das ja schon ein Hinweis darauf dass es vielleicht nicht einfach nur an irgendeiner Generation oder einem Alter liegt sondern Vielleicht wirklich auch eine äußere Belastung ne große Rolle spielt.
00:21:39: Und du hast eben schon gesagt dieses fast das finde ich eigentlich ganz schönes Bild Dieses fast das immer voller läuft.
00:21:44: so Ich stelle mir das immer vor nehmen wir mal zwei Gläser nebeneinander Und du schmeißt bei dem einen fünf Steine rein und beim anderen fünfzehn Steine.
00:21:52: So zwei große Glaswasen von mir aus, dann kippst du dieselbe Menge an Belastung obendrauf.
00:21:56: Bei dem wo schon fünfzehnt Steine drin sind wird die selbe Menge Anbelastung das fast zum Überlaufen bringen.
00:22:02: Das ist manchmal mein Eindruck dass du jetzt da sitzt und sagst Jo stimmt Krieg gab es immer und Umwelt gab's schon immer oder schon lange als Thema und Bedrohungen aller Art?
00:22:11: Ich glaube die Zukunftsbilder sind halt düsterer geworden.
00:22:16: für Ja, mindestens.
00:22:18: Schenzi... Also früher war ja klar, egal wo du dich aufgestellt hast.
00:22:24: irgendwie war immer diese Idee im Hinterkopf vielleicht wenn ich dann doch noch Kinder haben und mal ein Häuschen und so.
00:22:32: Und es war eine solide Schiene auf der man vielleicht auch ruckelig aber dann doch Richtung Ziel fahren konnte.
00:22:38: Einige Sachen fallen jetzt wirklich auch weg!
00:22:41: Man weiß tatsächlich nicht, wie der Berufswelt wirklich weitergeht.
00:22:45: Ein Häuschen zu bauen oder ein Haus zu bauen und eine schicke Wohnung zu kaufen ist fast unrealistisch zumindest für den Großteil der
00:22:52: Jugend.".
00:22:54: Das kann ich ganz konkret sagen.
00:22:57: Also die Generation meiner Großeltern war noch sicher... unsere Kinder werden's besser haben.
00:23:02: Die Generation meiner Eltern hat wahrscheinlich noch gehofft, dass wir es besser
00:23:06: haben.".
00:23:07: Meine Freunde also jetzt meine Generation die da kriegen gerade sehr viele Kinder.
00:23:11: keiner von denen zumindest was ich höre glaubt das ist seine Kinder besser haben werden.
00:23:16: Die haben alle nur Angst wie viel schlechter wirds diesen Kindern?
00:23:20: Tatsächlich!
00:23:21: Ja ja Hör ich jetzt auch immer mehr von Leuten, die mir gesagt haben.
00:23:25: Eigentlich wollten wir, wollen wir Kinder kriegen oder war das immer so meine Lebensvorstellung?
00:23:29: Aber in diese Welt wird kein ganz neues Thema sein ist mir klar.
00:23:33: Wird es bestimmt auch früher Leute geben haben aber...
00:23:35: Nee, aber zu meiner Zeit hieß es immer du solltest mal besser haben als wir und das hörst du ja seit zwanzig Jahren nicht mehr.
00:23:42: Das hörste nicht mehr!
00:23:45: Und insofern hat sich die Zeit wirklich gewendet.
00:23:49: Ja, also nochmal.
00:23:50: Ich bin immer vorsichtig wenn es um diese Megatrends geht die man dann unterstellt.
00:23:53: Deswegen fand ich das so schön dass wir mit Jean-Paul reingestartet sind der schon vor zweihundertfünfzig Jahren dieses Wort aufgebracht hat.
00:23:59: Das heißt die Leute scheinen's ja damals auch.
00:24:01: gefühlsam ist scheint was mit ihnen gemacht zu haben.
00:24:03: aber wenn man sich jetzt heute umguckt noch mal Kann ich dir jetzt keine verlässliche Datenlage hinklatschen, sondern wirklich eher mein persönlicher Eindruck?
00:24:10: Der von Heike und der von dir.
00:24:13: Da ist das fast ganz schön voll!
00:24:14: Ja
00:24:14: aber ein Gedanke müssen wir da unbedingt noch mit rein spielen.
00:24:17: wenn du aber jetzt junger Vater im Südsudal wärst mit fünf sechs Kindern die ja von drei Handvoll Reis und vielleicht fünf Liter Wasser erleben müssten dann hättest du ja eine ganz andere Bedrohung.
00:24:33: Also wenn du das vergleichst, sind ja selbst die schlechten Zukunftsaussichten hier noch hosig.
00:24:39: Noch die besseren?
00:24:40: Ja und wir machen uns ja genauso viel Sorgen wie die!
00:24:45: Das ist so verrückt daran.
00:24:48: Woher kommt der Weltschritt?
00:24:49: Absolut dieses das Leid zu vergleichen und dann zu gucken und zu finden dass es da Leute gibt, denen es noch viel schlechter geht aus einer Objektivität heraus vielleicht sozusagen boah heute ist ja schon auch vieles besser als früher.
00:25:04: Aber da kommt der Punkt, das kannst du dir zehnmal sagen.
00:25:06: Wenn du da sitzt in deiner Wohnung mit WLAN, schöner Heizung und dich ärgert dass dein iPhone-Kabel das Alte nicht mehr aufs Neue passt aber nichtsdestotrotz noch mal dieses Weltschmerzgefühl glaube ich ist ja bei ganz vielen da und wo ich auch noch nie fände davon war immer das Leid zu vergleichen weil du wirst immer jemandem finden dem es in seiner objektiven Realität schlechter geht oder der gesamten objektive.
00:25:29: Ja, aber wenn wir
00:25:30: dem nachspülen dass der Weltschmerz vielleicht gefühlt gerade so super groß ist wie noch nie Da ist es doch völlig legitim dem entgegenzusetzen das die Welt sich seit Jahrzehnten in vielen Bereichen eben zu positiven entwickelt.
00:25:44: Extreme Armut ist drastisch gesunken Lebenserwartung ist gestiegen Es haben mehr Menschen an je Zugang zur Bildung und Elektrizität Technologische Fortschritte sag was Und ich weiß, das hilft ja überhaupt nichts.
00:25:58: Wenn wir über Weltschmerz sprechen, dann kannst du ja... Du kannst dir das großformatisch ausdrucken und in Leutschrift an die Wand hängen.
00:26:05: Es macht ja nichts mit diesem Gefühl des Weltschmerzes.
00:26:09: Und darum geht es heute!
00:26:12: Was können wir tun?
00:26:13: Weltschutz gab es schon Beispiele irgendwo wo durch eine gute Idee vielleicht auch durch ne gute Gemeinschaft der Weltschwärze, der gespürte Weltsschmerzen kleiner wurde?
00:26:26: Ich bin auf mehrere Sachen gestoßen, die ich total interessant fand.
00:26:30: Weil diese Geschichten, welche waren dich so noch nicht kannte und die eine beginnt mit einem... Mit einer Vorstellung.
00:26:39: Stell dir du jetzt ganz konkret, ne?
00:26:40: Stell dir vor!
00:26:41: Du liegst bei dir da in Valencia im Bett, gaf wie du hier immer unseren Podcast aufnimmst, hast hoffentlich was an.
00:26:47: Öffne es jetzt im Morgengrauen die Augen, drehst dich in deinen frischen Bettlaken nochmal um nur wenige Meter über deinem Kopf auf dem Dach.
00:26:54: Da blinken die so'n Solarpaneele in der spanischen Sonne.
00:26:57: Die Energie reicht jetzt aus, weil es noch genug weitere erneuerbare Energien gibt Windturbinen an der Küste von Spanien kleine sehr effiziente ganz sichere Kernkraftwerke irgendwo im Norden, geothermische Bohrungen im Süden usw.
00:27:11: Dann müssen wir uns noch erinnern.
00:27:12: Früher haben unsere Eltern noch die Schlafzimmer in Spanier mit Energie aus Kohlemienen und aus Ölfeldern
00:27:19: über
00:27:19: Klimaanlagen.
00:27:20: Die haben Steine-und Erde ausgegraben mit in die Rückstände ein, überzogen ihre Lungen damit.
00:27:26: Die Welt war überzogen von so einer chemischen Wärmeglocke.
00:27:29: heute kommt einem das alles barbarisch vor kurz um.
00:27:32: es ist das Jahr zwei tausend fünfzig.
00:27:35: ich machs mal weiter mit dir.
00:27:36: Arze steht auf geht in die Küche dreht den Wasserhahn auf.
00:27:39: super dass wasser fließt direkt aus dem aus dem spanischen Mittelmeer heraus.
00:27:44: Es ist frisch und klar, weil es kommt aus einer sehr effizienten Entsalzungsanlage.
00:27:48: die wird mit einer mikrobielen Membran betrieben.
00:27:51: Das Wasser das wir aus den Meer holen heißt Wir müssen's nicht mehr aus den Flüssen holen.
00:27:55: Den flüssen gehts wieder viel besser.
00:27:56: gerade auch in Spanien gibt´s wieder ein paar Flüsse.
00:27:59: Ja jetzt machst du den Kühlschrank auf Obst und Gemüse.
00:28:01: Alles liegt da Äpfel strahlendig an Tomaten usw.
00:28:05: Ganz nah gelegen auf dem Bauernhof kriegt mit LED-Lichtbänken genau die Menge an Photonen, die es braucht sind natürlich vertikale Gewächshäuser und so weiter.
00:28:12: Du machst hier noch ein bisschen.
00:28:14: Hühnchen und Rinderfleisch musste ich gar nicht mehr schlecht fühlen als ehemaliger Veganer weil das ist natürlich längst kultiviertes Fleisch dass der herangezüchtet wird.
00:28:21: und draußen ist die Luft sauber erfüllt von einem leisensuchen elektrischer Maschinen weil Elektroautos fahren, Elektrolastwagen.
00:28:29: Kinder und Berufspendler sind auf E-Bikes und Scootern unterwegs manche privat andere Teil eines städtischen Abo-Systems.
00:28:35: Alles super!
00:28:36: Und das Tollste ist noch, wir haben viel mehr Zeit und die Arbeitswoche ist kürzer und es gibt mehr Feiertage weil tatsächlich KI und höhere Arbeitsrechte und gute wirtschaftliche Reformen haben dazu geführt dass wir einen massiven Produktivitätsgewinn haben ohne dass die Menschen drunter leiden.
00:28:52: So ich habe sie jetzt mal ganz bewusst hier so hingelegt.
00:28:56: Ist das was, wo du manchmal... Also hast du manchmal noch eine bessere Welt vor Augen?
00:29:01: Wenn du diesen Schmerz hast und wir haben am Anfang gesagt, dass es vielleicht so ein bisschen wie ... Vielleicht kann man das vergleichen mit dem Schmerzen man braucht.
00:29:07: Ja!
00:29:08: Da sind wir sehr gut.
00:29:09: Sehr gut.
00:29:09: Das heißt so ich habe stellvertretend für alle die jetzt hier zuhören hab' ich seit drei Minuten gedacht Wo will er hin der Herr Doktor?
00:29:18: Wo will herhin?
00:29:19: und absolut Du triffst jetzt den Nagel auf den Kopf bei mir.
00:29:23: Ich tobe eigentlich schon vor Wut Ob der ganzen Aufzählung und hab gedacht,
00:29:27: oh Gott.
00:29:29: Nee, das ertrage ich nicht sogar keinen Schmerz!
00:29:31: Und dann sagst du's!
00:29:33: Ach so?
00:29:33: Achso?!
00:29:34: Ah okay, so hast du es jetzt verstanden.
00:29:37: Hammer!
00:29:37: Das ist doch genau das wo... Ich denke nee, also das wäre mir zu wenig Schmerzen.
00:29:42: Das ist mir too perfect.
00:29:44: Ne ok krass,
00:29:47: da kam
00:29:47: ich gar nicht her.
00:29:48: Okay geil
00:29:50: Ich glaube, dass alle das gerade so empfunden haben.
00:29:52: Weil die ganze Zeit mit jedem Vorteil, den du aufgezählt hast, wurde meine Weltlehrer also mein Emotionale und irgendwann habe ich getopft vor Wut... Also jetzt im übertragenen Sinn und hab gedacht Scheiße in so einer Welt will ich gar nicht leben!
00:30:06: Ich brauche ein paar Probleme!
00:30:08: Ich will leiden, ich will ein bisschen Schmerz empfinden.
00:30:11: Also dass Du mir das so vorführst?
00:30:13: Also Hammer!
00:30:17: Ich habe es nicht selber erfunden.
00:30:18: Es ist ein Auszug aus dem Buch der neue Wohlstand von Klein und Thompson, aus den USA.
00:30:23: Das wäre doch was fürs neue Programm, das direkt so darzustellen!
00:30:27: Das Licht geht noch weiter aus und dann beschreibst du diese Welt... Und dann kommt natürlich... Das verrahen wir jetzt nicht weil wir es auch noch gar nicht wissen ...und dann kommt ja Clash und Dulder gibt's zumindest mental links und rechts richtig in die Fresse.
00:30:44: Geil Ja, mich hast du.
00:30:46: Also
00:30:48: gut das ist gut.
00:30:49: ganz anders als ich gedacht habe weil ich als ich das so gehört hab dachte jo wenn ich mir aktuell unsere Innenstädte angucke alles voll mit Autos alles abgase.
00:30:57: ich habe ja Münster lange in der WG an so einer viel befahrenden Straße gewohnt.
00:31:00: ey du hättest jeden zweiten Tag da dreieinhalb Kilo Feinstaub von den Scheiben holen können.
00:31:06: Ganz heftig!
00:31:07: Das hat noch keiner so mit mir gemacht, wirklich und wir könnten ja wirklich auf eine Goldader gestoßen sein weil alle die jetzt in meinem Sinn hier zugehört haben, haben doch gedacht irgendwann
00:31:18: Boah ey
00:31:20: jetzt auf ich konnte zum Schluss gar nicht mehr haben.
00:31:24: Nein vielleicht ist das sogar ein ganz wichtiger Punkt heute dass man einen gewissen Schmerz auch braucht um sich zu entwickeln.
00:31:36: Geht bei mir wieder die Reichenmantel
00:31:37: im
00:31:37: Glocker an, ne?
00:31:38: Wir beide sagen das.
00:31:39: Der Vater den du ehemals schon mit den fünf Kindern... Nein
00:31:41: natürlich!
00:31:43: Hier Robert Seetaller wieder.
00:31:44: Die Armen kennen ihre Probleme und die Reiche müssen raten.
00:31:48: Ich will nicht raten.
00:31:51: Ich habe das gehört und ich hab gedacht, okay.
00:31:53: Das ist... Also ich hab mich gefragt haben wir unsere Utopien verloren?
00:31:56: Noch mal die beiden, die da schreiben sind jetzt nicht irgendwer anderer kleinen ganz großer Meinungsjournalist der New York Times, Derek Thompson beim Atlantik.
00:32:04: Die haben hier ein dickes Buch hingelegt dass ich mit viel Interesse gelesen habe längst nicht alles daraus geteilt aber die hatten eine spannende Idee.
00:32:12: uns diese ganze Utopie die ich gerade beschrieben habe bisschen abgewandelt kommt da raus.
00:32:16: Und die sagen Ey Wir Haben und Jetzt Kommt Der Weltschmerz Wieder.
00:32:20: Wir haben hier so eine Postwachstums-Bewegung mittlerweile, wo viele westliche Intellektuelle ganz massiv dran wirken.
00:32:26: Nach dem Motto diese Umweltzerstörung die moderne, die industrielle Revolution mit sich gebracht haben.
00:32:33: da ist die Lösung eigentlich ganz einfach wenn die Folgen vom Fortschritt vom höher schneller weiter die Welt so kaputt machen dann brauchen Rückschritt.
00:32:42: Also wir müssen Berkschritte zurückmachen und in den radikalsten Ausbregungen wird es ja dann vielleicht sogar so weit gehen, dass man sagt okay wir stürzen jetzt komplette Systeme und wir müssen weg und die beiden sagen jetzt Bullshit!
00:32:54: Das klingt auf den ersten Blick verführerisch aber diese Zukunft des Wenigers.
00:32:59: da werden die Menschen nicht mitziehen.
00:33:03: Ich weiß nicht, wie es bei dir ist.
00:33:03: Aber ich habe oft dieses Gefühl, wachstum immer noch eine Schippe drauf und unser gesamtes System ist darauf ausgelegt.
00:33:08: Jeder Politiker der sagt ja wir müssen Wachstums schaffen wird, wie selbstverständlich akzeptiert.
00:33:11: Da könnte man erst mal denken oder denke ich auch jetzt noch manchmal.
00:33:14: Wie gesagt teile ich alle Thesen von denen.
00:33:17: Aber da könnte man ja denken, das ist doch falsch.
00:33:18: Wir haben eh schon einen zu viel und wir müssen mal wieder weniger machen wenn wir hier diesen Weltschmerz loswerden wollen.
00:33:22: Wenn wir eine Welt haben wollen die wirklich ein bisschen besser ist Und die beiden sagen jetzt Nein!
00:33:27: Wir drehen den Spieß genau um.
00:33:29: In Englisch hieß das Buch Abandons Also wir brauchen Überfluss Und das ganze Cover ist so eine Art Füllhorn an Utopie, wie es in Zukunft sein könnte.
00:33:38: Was wäre wenn wir wirklich saubere Energie hätten?
00:33:40: Was wäre, wenn wir keine Tiere mehr töten müssten um an Proteine aus dem Fleisch zu kommen und wir das irgendwie anders herstellen?
00:33:47: Was wären, wenn die Wälder wieder wachsen könnten weil wir aufhören so viel Ackerflächen herzustellen?
00:33:52: also die machen das sehr mit sehr vielen Ideen und ich habe mal eine Geschichte aus diesem Buch rausgepickt, die mich total... die mich sehr gepackt hat Also abgekürzt.
00:34:03: Wie gesagt, viel drin in dem Buch die sagen wir müssen bessere Arbeitsplätze schaffen.
00:34:08: Wir müssen gucken dass wir weniger Bürokratie haben das wir viel mehr bauen, dass wir vielmehr erneuerbare Energien haben.
00:34:14: sie versuchen also überfluss mit Technologieoffenheit herzustellen.
00:34:17: da bin ich natürlich immer skeptisch.
00:34:19: aber ein Punkt hatten hier und da das hat mir jetzt wahrscheinlich nicht viele bei sich auf der Weltschmerzliste Aber für mich ist es ein ganz großes Thema.
00:34:26: wir wollen ja auch darüber sprechen was hilft denn vielleicht damit umzugehen oder den anders hinzukriegen.
00:34:31: Und da kommt jetzt der Kopierer ins Spiel, der quasi einen Nobelpreis gewonnen
00:34:36: hat.
00:34:36: Ich bin gespannt!
00:34:38: Es ist jetzt der Herbst, und Katalin Kariko wurde von der University of Pennsylvania wieder mal degradiert.
00:34:46: Also die wurde dann in ihrer Karriere ausgebremst – viermal ist das schon passiert.
00:34:52: Und sie hatte jetzt ein kleines Büro natürlich ein bisschen genervt und enttäuscht.
00:34:56: Mehrere Artikel kopieren aus einem wissenschaftlichen Journal, das hat man damals noch so gemacht.
00:35:01: da gab es jetzt noch nicht dass man das rumgeschickt hat.
00:35:03: Und der nächste beste Kopierer steht im Flur von einem Forschungspavilion wo die biomedizinische Bibliothek direkt daneben ist.
00:35:11: sie geht dahin will kopieren aber Drew Wiseman möchte auch kopieren.
00:35:15: Der ist seines Zeichens Immunologe.
00:35:18: Jetzt ich habe mir das Video von den beiden angeguckt.
00:35:20: Das ist total sweet wie Sie diese Geschichte erzählen weil sie sagt ja dann haben wir irgendwie um diesen Kopiera gekämpft weil wir beide kopieren wollten, die Frau Kariko Kati wird sie genannt.
00:35:28: Die fängt dann an mit ihm ins Gespräch zu kommen und erzählt ihn von ihrem Interesse an mRNA als Therapie.
00:35:35: mRNA kennen wir jetzt heute wegen der Corona-Pandemie, die wird gleich noch wichtig weiß man.
00:35:40: diese andere Forscher berichtet dann dass er wiederum einem schwer fassbaren HIV Impfstoff arbeitet.
00:35:46: Und dieses kurze Treffen löst jetzt eine Idee aus.
00:35:49: Sie fragen sich was wäre wenn synthetische mRNA mit ihrer Fähigkeit im Körper beizubringen, bestimmte Proteine herzustellen.
00:35:56: Wenn man die so trainieren könnte, dass sie eine Immunantwort auslöst, die einen Virus wie HIV bekämpft?
00:36:04: Ich kürze etwas ab, die tun sich zusammen.
00:36:06: Die fangen an zu forschen und kriegen eine Absage nach der anderen.
00:36:09: also die großen amerikanischen Gesundheitsinstitute wollen keine Kohle geben.
00:36:13: Die kriegen überhaupt kein Funding alles schwierig keiner interessiert sich dafür.
00:36:17: ein Gutachter sagt ja das müde euch nicht ab hat alles keinen Sinn.
00:36:22: die laufen jahrelang gegen die Wand Aber sie geht nicht auf.
00:36:26: Dann machen Sie erste Versuche bei Labormäusen, das führt zu schrecklichen Entzündungen alles ganz furchtbar und irgendwann dann in den Anfang der zweitausender Jahre gelingt aber der Durchbruch.
00:36:38: Und jetzt entwickeln Sie eine mRNA-Therapie die in die Zelle gelangen kann ohne das Immunsystem in Aufruhr zu versetzen also ohne diese Entzünden.
00:36:47: Kati Karikos, total überglücklich sagt sie.
00:36:50: Aber die wissenschaftliche Gemeinschaft ignoriert das Ganze.
00:36:52: Sie versuchen es bei Nature also im Superjournalen, die nehmen's nicht an.
00:36:55: Immunity ein anderes Journal auch gut sehr gut aber jetzt anscheinend nicht die erste Wahl.
00:36:59: nimmt das ganze dann nach vielen Edits an und dann beschreiben sie so sweet... Die dachten dann okay ab morgen wenn der unser Artikel rauskommt wird das Telefon nicht mehr stillstehen weil alle sich melden weil da ist so einen Durchbruss.
00:37:09: und was passiert?
00:37:10: Gornicht!
00:37:10: Ist interessiert keinen bis auf ein paar Risikokapitalgeber und auch ein deutsches Forschungsehepaar, Aslam Tureci und Urshahi.
00:37:21: Ein verheiratetes Paar mit ebenfalls dieser Immuntherapie beschäftigt die das Potenzial sehen.
00:37:27: So, es werden mehrere Unternehmen gegründet.
00:37:29: Jetzt pass auf das kennst du wieder.
00:37:31: zum Beispiel ein Unternehmen dass den Namen bekommt zusammengesetzt aus Modified und RNA nämlich Moderna.
00:37:38: Und da erinnern wir uns auch Biontech ist jetzt das Unternehmen von diesem deutschen Paar und dort wird Kariko Zofi zu Präsidentin und man war ganz skeptisch in der Industrie und dachte was soll das denn bringen?
00:37:49: Dann kommt Covid aus der Stadt Wuhan in China.
00:37:54: Wir erinnern uns, als das da losging und es stellt sich heraus mRNA ist jetzt der perfekte Schlüssel um dieses Virus zu knacken.
00:38:04: also ganz heftig.
00:38:05: noch mal kurz für alle weil da strahlen natürlich alles in mir.
00:38:08: Corona-Viren sind ja nach dieser Krone benannt von Proteinen die das Viruspartikel quasi so umringen im Prinzip ja wie die Pizza an so einer Krone.
00:38:18: Und synthetische mRNA-Therapien senden jetzt ganz detaillierte Anweisungen, so beschreiben wir es hier in diesem Buch, an die Zellen eines Menschen um Kopien der charakteristischen Spikepotiens herzustellen gegen das sich das Immunsystem dann trainiert und das anzugreifen.
00:38:32: Wenn später dieselbe Person diesen krassen Virus, diesem vollen Virus Blow ausgesetzt ist, bist du quasi darauf vorbereitet?
00:38:40: Das war so heftig.
00:38:42: am elften Januar, ein kleiner Zeitreise wird die genetische Sequenz von dem Virus veröffentlicht und innerhalb von achtundvierzig Stunden war modernas mRNA-Impfstoffrezeptur fertig.
00:38:55: Alles angefangen mit diesem formalen Deiten Fotokopierer, wo sich zwei zusammengetan haben die aus wissenschaftlicher Sicht erst mal gar nicht zusammen passen.
00:39:03: Wo zwei gesagt haben okay ihr wollt uns alle nicht und wir kriegen hier ein Stein nach dem anderen.
00:39:07: und gerade diese Karthikariko, die ganze Zeit eigentlich nicht ernst genommen wird und das gefühlt hat ich kämpfe gegen Windmühlen.
00:39:19: Sie und Drew Weismann bekommen den Nobelpreis für Medizin und Physiologie Ja, haben Millionen Leben gerettet.
00:39:27: Haben Milliarden an medizinischen Kosten eingespart weil sie so daran geglaubt haben.
00:39:33: und was hat das jetzt mit Weltschmerz zu tun?
00:39:35: Also erst mal die Geschichte hat mich umgehauen.
00:39:37: Total
00:39:37: ich bin kurz davor meine Luca App zu löschen
00:39:51: Sorry, Ding
00:39:52: und ich doch nicht liegen lassen oder?
00:39:53: Und deine frisch gebügelten Dingsmasken da im Schrank endlich wegzuschmeißen.
00:39:58: Absurd!
00:39:58: Aber stimmt die Luca-App krass schon wieder so... weil ich hatte das mal alles so heftig vergessen finde ich irgendwie.
00:40:04: also es ist einfach verdrängt.
00:40:05: besser gesagt aber warum ist das spannend?
00:40:07: und warum berichten die beiden in diesem Buch wo's ja eigentlich um Utopien geht über dieses Thema?
00:40:13: Weil sie sagen wir haben hier ein großes Problem in der Wissenschaft, in der Forschung.
00:40:18: Es wird ganz, ganz viel auf Sicherheit gesetzt.
00:40:20: Es geht eigentlich nur darum die vorherrsagbaren Studien zu machen.
00:40:24: Gute Forschung, die Durchbrüche liefert, die uns vielleicht helfen könnte wieder so eine Vorstellung von Utopie zu haben dass wir sagen hey da gelingt uns dann wirklich der große Durchbruch der vielleicht die das Energieproblem löst.
00:40:38: Das braucht Risiko Das braucht Menschen wie Carico.
00:40:42: Da
00:40:42: schließt sich doch der Kreis, wunderbar zu dem was du eben vorher mit der Beschreibung der perfekten Welt beschrieben hast.
00:40:50: und da sagt die Wissenschaft auf wir brauchen Risiko.
00:40:56: also um weiterzukommen natürlich
00:40:58: um weiterzukommen und vielleicht auch wirklich.
00:41:00: deswegen hoffe ich dass solche Geschichten wir wollen ja heute auch gucken wenn man da sitzt und alles ist furchtbar und Weltschmerz und Februar Wir wollen ans Handeln kommen.
00:41:10: Der Schmerz, den wir am Anfang als was vielleicht auch Positives betrachtet haben soll ja nicht verpuffen sondern er soll dazu führen dass wir etwas machen das wir uns was trauen.
00:41:17: und natürlich jetzt werden wir nicht alle zum Kopierer laufen Dreiß Jahre später Nobelpreis bekommen, darum geht es nicht.
00:41:23: Sondern ich fand das ein total spannender Gedanken.
00:41:25: dieses Karikoprobleme so nenn die das in dem Buch nämlich dass die amerikanische Wissenschaft gerade habe also man traut sich zu wenig und man bräuchte eigentlich mehr Studien die quasi zum Scheitern verurteilt sind.
00:41:38: wir haben nur noch Studien.
00:41:38: die zum Erfolg verurteilten Forschung aber lebt oft davon dass man sich was traut dass man Sachen ausprobiert dass man wirklich der Wege geht Wo vielleicht alle am Anfang denken, hä?
00:41:50: Und natürlich so wollen wir keine Mittel verschwenden.
00:41:51: Natürlich ist das auch eine Abwägung aber ich fand das ein sehr spannender Gedanke und habe es für mich gedacht, boah jetzt in meinem ganz kleinen Kosmos als jemand der wissenschaftlich begeistert ist... Das ist doch meine Geschichte die zeigt selbst wenn du nicht diese Forscherin bist!
00:42:05: Das hat doch allen Grund dass wenn wir vielleicht wieder anfangen uns insgesamt als Menschen mehr zu trauen und vielleicht solche Momente überhaupt möglich zu machen wo so einen Kariko Phänomen auftritt ja Mich hat das total wieder mit Mut ausgestattet.
00:42:21: Ja und da kommen mir ja zwei Sachen zusammen, eben einmal den Mut aufzubringen und das zweite ist auch Widerstände zu akzeptieren und Widerstellen als was ganz normales zu begreifen.
00:42:37: Wenn es um Wissenschaft geht kann man dich eh immer entflammen.
00:42:40: aber wir haben ja jetzt teilweise absurde Gedanken, Kreisen und Modelle wo die Wissenschaft in Zweifel gezogen wird.
00:42:49: Genau!
00:42:50: Und das ist ja dann eben auch nicht von ungefähr.
00:42:52: vielleicht geht es sogar Hand-in-Hand mit dem Weltschmerz, mit dem Gestiegen an eine gewisse Hoffnungslosigkeit.
00:42:59: Wissenschaft ist ja auch immer Hoffnung dass irgendwas klappen könnte und eben auch Akzeptanz, dass Dinge schiefgehen, die man probiert.
00:43:08: Und da war es ja vielleicht schon akzeptanz aber auch Zuversicht.
00:43:13: Ja, es ist vor allem auch der Versuch weiterzukommen.
00:43:16: Du stagnierst nicht und du sagst, boh ich hab's noch nicht verstanden aber ich wills verstehen.
00:43:20: Boah ich habe noch keine Lösungen dafür, aber ich forsche daran!
00:43:23: Ich breche erst gar nicht auf.
00:43:25: Das ist ja... dann hast du ja schon verloren.
00:43:27: Genau wenn du ganz langsam joggen gehst vielleicht gehst du auch nur spazieren machst du ja immer noch mehr als diejenige der zuhause im Sessel sitzen bleibt.
00:43:36: Und da könnte ein Punkt liegen.
00:43:38: Also das Trost ist jetzt für uns alle Wir sind noch nicht an der Stelle, aber dass wir uns diesen Zwischenschritt schon mal merken.
00:43:48: Dass wenn du ins Handeln kommst, auch wenigstens den ersten Schritt gehst.
00:43:56: Er hat total, denke ich sofort an meine zwei lieben Freundinnen die Psychotherapeutin in Ausbildung machen werden.
00:44:02: Die dann erzählen das jetzt z.B.
00:44:03: verstärker Pläne erarbeiten.
00:44:04: Das klingt erstmal komisch, aber wo es denn darum geht?
00:44:07: Wenn jemand vielleicht in einer Phase ist... ... alles düster wirkt und nur noch Schmerz da ist.
00:44:11: Und dann mit dieser Person wieder daran zu arbeiten, aber was würde denn Positives bei dir verstärken?
00:44:17: Also oder was verstärkt dich in deinem guten Sein?
00:44:20: ne?
00:44:20: Ist es dann die Bewegung?
00:44:22: Ist das vielleicht dass du wieder Zeit mit guten Freunden verbringst?
00:44:25: Es können absolute Kleinigkeiten sein, dass du mal um den Block gehst.
00:44:28: Das wieder deinen Kopf zu zeigen, das passt gerade zu dem was du sagst...
00:44:32: Ja wir haben ja jetzt grad mit dem Februar eben so einen dunklen Monat der vielleicht sogar dazu führt, dass wir gar nicht mehr rausgehen und dann verstärkt sich das ja.
00:44:42: Das ist ein ganz gutes Bild sogar!
00:44:43: Du bleibst aus Resignation zu Hause weil du sagst ah es ist eh so dunkel draußen.
00:44:47: aber diese drei Blocks die du vielleicht nur gehen würdest werden ja schon ganz guter Schritt aus dem Schmerz heraus.
00:44:56: Also dass du einer bist, der dann stehen bleibt und mit jemandem über Autodecher redest oder sagst interessant hier ein.
00:45:00: Aussagen für eine Hamburger Bauversammlung geh ich noch mal hin.
00:45:03: Das ist klar.
00:45:04: aber wie sind dein gefühl auch so in diesem Zwischenmenschlichen?
00:45:08: Kariko und Weißmann treffen sich da an diesem Kopierer und haben wieder ins Gespräch.
00:45:11: hast Du nicht auch das Gefühl, dass viel von unserem Weltschmerz in so einem kaputten Miteinander?
00:45:18: Ja, auf jeden Fall ist es weniger geworden.
00:45:20: Ich meine wenn du drei vier Stunden... ich weiß gar nicht was der Durchschnitt ist.
00:45:24: Social Media in Deutschland.
00:45:27: Scree-Time da verbringt.
00:45:28: Absurd hoch!
00:45:29: Die musste ja irgendwo fehlen.
00:45:31: Bei mir ist ganz konkret dass ich dadurch weniger lese.
00:45:34: Ich muss mich zwingen zu lesen mache.
00:45:36: ich zwinge mich aber immer mehr wieder bei dem anderen.
00:45:41: gegen meinen Mitteilungsbedürfnis und Kommunikationsbedürftnisse kommt Social Media noch nicht gegen an.
00:45:47: Ja, dass ich rausgehe und mich halt überall einmische.
00:45:50: Aber grundsätzlich ist das so natürlich alles... Und klar, da verdienen auch Leute Geld, es konsumt.
00:45:59: die Screentime kapselt dich eben auch ab!
00:46:03: Ich gebe mir noch einen Schritt weiter in den Studie gefunden, die ich total schön fand.
00:46:08: nochmal wir sind mit viel Schmerz jetzt hier schon reingegangen aber vielleicht wird's jetzt heller und heller.
00:46:13: Für mich heißt das Ganze die Brücke der Empathie.
00:46:15: Und es beginnt eben genau mit dieser Fähigkeit, die du gerade bei dir hoch ansprichst.
00:46:19: Hätte ich auch gedacht, sich miteinander auseinanderzusetzen, sich mit Leuten diskutieren zu wollen und finde ich ja dann in sie einzufühlen oder sie nachzuvollziehen zumindest... Wie empathisch würdest du sagen bist du von eins bis zehn?
00:46:32: Ja also bei acht würde ich mich schon einstufen.
00:46:36: Ich hätte auch gedacht!
00:46:38: Und für wie empathisch hältst du jetzt wenn du so Nicht, ich meine das nicht dein privates Umfeld sondern so wenn du durch ein Hamburger Supermarkt gehst von mir aus.
00:46:45: Wie empathisch, wie empathisch hältste da im Schnitt die Ansicht?
00:46:49: Ich hatte gestern genau die beschriebene Situation und hab da in viele stieselige Gesichter gesehen aber ich denke, okay der ist dieser unumströssliche Optimist in mir.
00:46:59: Ich denk bei jedem eigentlich, wenn ich den richtig anspreche dann geht die Bosse ab, dann freut er sich oder sie.
00:47:05: Ja, das ist vielleicht wirklich ein Sonderfall.
00:47:07: Es ist im Jahr zwanzig, also ziemlich aktuelle Studie in Nature Human Behavior rausgekommen zu diesem Thema und an die muss ich denken als ich mich für die Folge vorbereitet habe.
00:47:16: Da hat ein Forschungsteam rund um den Psychologen Jami Tzaki von der Stanford University eine Studie durchgeführt.
00:47:22: Im sogenannten Stanford Community Project war es angesiedelt Und genau um diese Community geht's hier auch.
00:47:28: Die haben über mehrere Jahre hinweg mehr als fünftausend Studierende beleitet und haben sich die Frage gestellt, könnte es sein, dass wir unterschätzen wie empathisch die Menschen um uns herum sind?
00:47:41: Ja!
00:47:41: Weil wenn ich jetzt... Mein
00:47:42: Kledo.
00:47:42: Ich hätte
00:47:42: glaube gesagt... Ja, ich wäre wahrscheinlich nicht so empatscht wie du.
00:47:46: Bisschen drunter aber wenn ich durch einen Münzerraner-Supermarkt gehe, all die am Hafencenter wo ich gerne einkaufe dann würde ich schon sagen genau ich gucke in diese stieseligen Gesichter und ich würde mich nicht zutrauen jeden dazu... Ich habe nicht das rote Stürmer an wie du und macht da die geile Show!
00:48:02: Ich hätte das Gefühl ne, die anderen sind wirklich noch unempatscher als ich Ohne, dass man sich damit jetzt besonders toll fühlt.
00:48:08: Sondern eher so... Und genau das kommt auch bei der Studie raus!
00:48:11: Wenn man die Leute fragt wie empathisch findest du denn die anderen?
00:48:14: Dann wird systematisch unterschätzt.
00:48:16: Ich
00:48:16: glaube ich sofort.
00:48:17: Wie sympathisch
00:48:18: die Anderen sind also im Sinne von die meisten geben sich vielleicht so eine, sag jetzt einfach mal erfunden Acht oder sowas und die andern denken die haben aber nur fünf.
00:48:26: So Interessanterweise war jetzt, dass diese Studie zeigt... ...dass die Studis ihre Kommiliton also im Schnitt als weniger empathisch einschätzen.
00:48:34: Als sie sich selber beschrieben haben.
00:48:36: Mach mal ein konkretes Beispiel!
00:48:38: Über ninety-fünf Prozent haben angegeben Sie würden selbst jemandem helfen der traurig ist.
00:48:42: Klar natürlich wenn du da jemanden siehst letzten noch erlebt, da weinte jemand auf der Straße.
00:48:47: und dann geht man hin und fragt.
00:48:48: Aber wenn man die jetzt fragt was glaubst du wie viel die anderen helfen würden?
00:48:51: Dann liegt die Schätzung deutlich niedriger!
00:48:53: Und diese Lücke nennen die Forschen Empathy Perception Gap also eine Empathie Warnährungslücke.
00:49:00: Ich glaube die anderen haben keine Empathies.
00:49:03: nur es zeigt sich ja jetzt schon das ist wahrscheinlich ein Missverständnis.
00:49:06: Du würdest von dir sagen du bist ne Acht.
00:49:07: ich würde von mir vielleicht sage ich bin ne Sieben und wahrscheinlich die allermeisten Anderen da im Aldi würden auch von sich sagen, ich bin eine sieben oder ne acht.
00:49:14: Aber ich denke voraus und oh nee die sind ja echt unempartisch.
00:49:17: Ich merke das immer wenn ich in den Kommentarspalten gucke dann guckst du wenn so ein Video viral geht, guck's da drunter und denkst ey wer so viel hasst?
00:49:23: Soviel schwarz-weiß ist es so absolut!
00:49:25: Und wir haben lautest einen Schreiter gewinnt habe ich wirklich das Gefühl keine Empathie.
00:49:31: Ja und das ganze
00:49:32: macht sich auch leicht.
00:49:33: natürlich
00:49:35: Man macht sich's leicht.
00:49:36: Aber das ist ja jetzt erstmal absolut nicht nur ich, sondern in dieser Studie kommt das auch raus.
00:49:41: und diese Lücke die da entsteht also ich denke die sind nicht empathisch.
00:49:44: Das hat Konsequenzen.
00:49:45: Die Studierenden die ihre Umgebung als weniger Empathisch waren haben die fühlten sich einsamer Waren vorsichtiger im sozialen Kontakt gingen weniger Risiko Also dass es dieses Ich gehe nicht auf fremde zu und spreche die mal an oder erzähle was persönliches.
00:49:59: das Ist genau das was du eben gesagt hast.
00:50:00: wo ich dann oft denke jo Kopf nach unten Hände in der Hand und isoliert in dieser Welt.
00:50:05: Und nicht mehr in der Lage sein, telefonisch im Restaurant nach dem Tisch zu fragen
00:50:10: oder
00:50:12: so irgendwie ein Anzug.
00:50:13: Jetzt
00:50:13: lach mich aus oder nicht?
00:50:16: Mir kommt so ein Gedanke.
00:50:17: Wo bleibt hier moral?
00:50:20: Weil sich... Also ich habe einen ganz komischen Gedanken gerade, dass wenn das ja am Ende auch unmoralisch ist, sich aus allem rauszuhalten Kannst du das verstehen?
00:50:35: Total.
00:50:36: Absolut!
00:50:37: Das klingt jetzt vielleicht zu engstirnig, aber wenn ich jetzt versuche deine Moral mit einzupreisen dann findet ja eine Veränderung statt.
00:50:50: Es ging ja gerade auch darum bei deinen Fragen in der Studie... Wenn dir jemand traurig vorkommt würdest du helfen und die Hilfsbereitschaft.
00:50:59: so von Hilfs Bereitschaft ist es gar nicht mehr.
00:51:02: soweit zu deiner persönlichen Moral.
00:51:04: Wie stehst du zur Welt und gibt es da irgendwelche Punkte, die mit einfließen?
00:51:12: Tatsache.
00:51:12: Also du sprichst einen ganz wichtigen Punkt an, dass ich vielleicht diesen Schritt auf dich zugehe und sage, da geht's jemandem schlecht oder überhaupt, das fand ich so jemandem anderen auch die Fähigkeit empathisch zu sein.
00:51:21: Ja
00:51:22: genau!
00:51:22: Ich hab mir eine eigene Nase gefasst als ich diese Studie gehört habe wo ich so dachte ja wenn man darüber nachdenkt wie gesagt im Aldi würde ich wahrscheinlich vielen auch weniger Empathie unterstellen.
00:51:31: aber wer will ist
00:51:31: in der Studie.
00:51:32: Genau das meine ich.
00:51:33: Das ist sehr total unfair.
00:51:34: Und jetzt weiß ich, dass das eine Lücke ist.
00:51:36: Die anderen würden vielleicht von sich selber auch sagen, nee, ich bin sympathisch aber du bist es nicht und dass uns das an ganz vielen Stellen auseinanderbringt, das glaube ich total.
00:51:44: deswegen bringe die Kommentarspalten Du hast doch an so vielen Stellen das Gefühl in dieser Welt voller Schmerz Dass wir uns nicht mehr verstehen, dass wir Nicht mehr aufeinander zugehen, dass da so viele Kritik
00:51:54: ist zügelos, keine Dialektik mehr.
00:51:56: Kritik is
00:51:57: zügelos Schwarz-Weiß voll drauf.
00:52:01: Und das Tolle war jetzt in diesem Experiment, dass die oder dieser Studienreihe, dass sie eben einige durchgeführt haben und in einem Versuch bekam jetzt erst dies also ganz neu an der Uni kleine Intervention als Aufgabe.
00:52:13: zum Beispiel wurde dir mitgeteilt wie hoch die die Hilfsbereitschaft bei den anderen tatsächlich ist.
00:52:17: Also nach dem Mot, ey die sind gar nicht so stieselig wie du denkst.
00:52:20: Oder sie haben einen kleinen Verhaltensimpuls aufs Handy bekommen.
00:52:23: So ein kleines Stupser, also ein bisschen wie ein verstärker Plan etwa mit der Einladung, ich spreche doch heute mal jemanden an aus deinem Seminar oder aus der Uni hier den du noch nicht kennst.
00:52:32: und das Ergebnis war wer diese Infos bekommt hat diese kleine Stupse.
00:52:35: er ging tatsächlich häufiger auf die anderen zu.
00:52:38: Das soziale Risikoverhalten, ey ich trau mich mal wieder bei meinen Schatten so spring'.
00:52:41: ich unterstelle hier nicht allen die haben keine Empathie diesen E-Dorf die haben eine andere Meinung andere Bubble Tschüss Das Stieg.
00:52:47: Und Monate später hatten diese Studis dann tatsächlich größere soziale Netzwerke, also was diese Studie im Kern zeigt ist ja etwas sehr Menschliches.
00:52:55: Wir leiden nicht einfach nur unter Einsamkeit wir leiden auch unter sehr falschen Annahmen übereinander und die anderen sind nicht offen aber und vielleicht nicht freundlich und nicht hilfsbreit und weniger moralisch und die kümmern sich auch nicht.
00:53:09: genau so eine Annahme macht mich dann vorsichtig und lässt mich zurückziehen.
00:53:13: Aber erst in dem Moment, wo ich diese Brücke schlage und sage Ich mache wieder den Schritt über diesen Empathie Gap.
00:53:18: Und unterstelle dir vielleicht Hey, vielleicht bist du genauso empatisch wie ich?
00:53:21: Vielleicht bist du genau so interessiert daran dass wir uns mal wieder über ein Thema ehrlich unterhalten und sei es in der Schlange vom Aldi-Supermarkt.
00:53:28: da findet Veränderung statt und das fand ich auch wieder was wo ich dachte Jo lass uns über solche Studien sprechen die einerseits das Problem benennen aber dann im gleichen einen gleichen Setup auch noch an der Lösung arbeiten.
00:53:41: Und da dachte ich auf wieder, vielleicht ist das auch nochmal so ein Schippchen dass diesen düsteren Februar Weltschmerz oder allgemeinen Weltschmerz erlaubt?
00:53:47: Ja und vielleicht sollte uns das jetzt auch schon dazu führen.
00:53:51: Das könnte ja schon ein erster Tipp sein also aus der eigene Moral heraus besser über die anderen zu denken.
00:53:57: Geh über diese Brücke!
00:53:59: Gehe über die Brücke und befinde dich da schon etwas mehr wieder auf der Sonnenseite.
00:54:04: Das tut dir selber auch gut den Anderen Gutes zu unterstellen macht dich selber besser.
00:54:11: Hundert Bruder, bin ich von überzeugt?
00:54:13: Ja.
00:54:15: Wobei, ich fast sagen würde wir haben hoffentlich schon einige.
00:54:17: also ich stelle es mir gerade so wie eine Dimmerlampe.
00:54:19: Die hat noch hier einiges heller gedreht.
00:54:22: Wir haben über den Gedanken mit dem Schmerz bei Lebra gesprochen vom Steve Cross Psychoanalytiker, der sagt vielleicht hat dieser Schmerz so schlimm.
00:54:33: Der ist auch ein Wert weil in dem Moment wo ihr den ganz abgeschaltet hättest würdest du ja gar nichts mehr machen?
00:54:38: Dann haben wir über die Frau Kariko gesprochen und ihren Nobelpreis dank Kopierer der sie zusammengebracht hat mit dem anderen Forscher wo wir gesagt haben sich was trauenlos zu gehen und vielleicht überhaupt für uns als Gemeinschaft wieder mehr Mut einzufordern in der Forschung.
00:54:52: Und jetzt haben wir gerade über die Empathiebrücke gesprochen, da hoffe ich es schon einiges bei.
00:54:57: Aber du hast völlig zu Recht den Anspruch das hier noch mehr kommt.
00:55:00: Ich habe noch eine Geschichte die jetzt uns in das kleine Dorf in Holland in Niederlanden bringt vor dem ich ganz am Anfang schon kurz gesprochen habe.
00:55:08: Das ist... Ich hab mir das bei Google Maps angehuckt wirklich gefühlt im Nirgendwo.
00:55:12: Tausend Fünfhundert Einwohnern.
00:55:15: Nichts los!
00:55:16: In der Provinz Drente.
00:55:17: Ich hoffe ich spreche es richtig aus.
00:55:18: dann habe ich auch nachgeguckt.
00:55:20: Da gibt's einen Fußballplatz und Altenheim Ein kleines Museum, aber sonst hat dieses ganze Dorf nichts.
00:55:28: Keine Sehenswürdigkeiten, ein paar Grachten drumherum, Punkt!
00:55:32: Und trotzdem ist dieses Dorf sehr berühmt und hat eben dieses Museum auch nicht ohne Grund.
00:55:36: Denn im Sommer of two hundred forty-two kommt ein ganz besonderer Mann in diesem Dorf an – und zwar Arnold
00:55:42: Duess.
00:55:43: Das ist der Zweite Weltkrieg, muss ich hoffentlich nicht dazu sagen.
00:55:46: Und dessen Widerstandskarriere von diesem Arnold hat mit dem Verteilen von illegalen Flugblättern angefangen.
00:55:51: Dann hat er Kabel durchgeschnitten vom deutschen Suchscheinwerfen.
00:55:54: also es ist richtig im Widerstand.
00:55:58: das ganz hatte so ein bisschen angefangen als er irgendwie mit einem Fahrrad gefahren ist und da kam so ein Deutscher glaube ich Offizier auf den Zoo und hat gefragt wo geht's denn hier nahe?
00:56:04: Wo sind die Richtung Amsterdam?
00:56:06: und er hat gesagt achso dass ist da lang und hat ihm irgendwie die völlig falsche Richtung gesagt und dafür sich gemerkt okay eher Er will was tun.
00:56:14: Und der wurde dann zu einem Anführer für eines der größten niederländischen Netzwerke für Verstecke und hat in diesem kleinen Dorf Newlande, da sind wir ganz viele Jüdinnen und Juden versteckt vor allem aus Amsterdam Und hat das organisiert.
00:56:31: Wir wissen das so
00:56:31: gut,
00:56:32: weil sein Tagebuch existiert.
00:56:34: Da hat er in thirty-fünf kleinen Notizbüchern, die der komplett vollgeschrieben hat... ...die da am Ende zum Teil in Marmeladengläser gestopft hat,... ...die ihm Garten versteckt hat vergraben hat.
00:56:42: Alles wieder ausgegangen und alles wieder zurückgeholt... ...und hat ein zwarhundertseitiges Werk geschrieben wo zum Teil... ...sprich nicht so viel über seine Gefühle aber auch wirklich sehr... sehr so dieser Ärger durchkommt, wie feige die anderen sind und wie schwer das alles ist.
00:56:56: Zum Teil berichtet der im stunden takt wir da versucht diese menschen unterzubringen.
00:57:02: Und warum ist es für uns eine spannende geschichte?
00:57:06: Erstmal habe ich mich gefragt Glaubst du du hättest?
00:57:10: Die frage ist wirklich schwer kann nicht beantworten jetzt aus meinem Bequem Stuhl heraus natürlich Aber wer weiß, wie wir unter dieser Gefahr reagieren.
00:57:21: Deswegen meine Hochachtung für solche Menschen?
00:57:25: Ich weiß es nicht wirklich kann ich nicht beantworten!
00:57:29: Ich würde gerne aus voller Brust ja sagen aber...
00:57:33: Man würde das gerne sagen, ne?
00:57:35: Aber dafür haben's zu viel nicht gemacht und dann müsste man jetzt schon ein gutes Argument haben warum man so anders war als der Rest.
00:57:42: Deshalb hoch Achtung!
00:57:43: Dieser Anord ist anders.
00:57:45: Ja, wirklich Hochachtung.
00:57:46: Also, sechzehn Monate lang ist er da sieben Tage die Woche bei Wind und Wetter.
00:57:49: man kann sich das, äh konnte es nachvollziehen wie viel der zum Teil mit seinem Fahrrad da Kilometer am Tag zurückgelegt hat.
00:57:55: Und dann kannst du dir vorstellen Der klopft an Türen und sagt ich würde hier gerne Julien unterbringen Wo jeder weiß.
00:58:01: Das is dem Zweifel mein Todesurteil Wenn ich damit aufliege.
00:58:05: Aber der akzeptiert kein Nein Setzt sich durch.
00:58:07: gerade Bei den Fahrern ist Er wohl gnadenlos gewesen.
00:58:09: Es hat die zu feigling gemacht.
00:58:11: und Kleingläubigen wenn die dann nicht geholfen haben.
00:58:14: Und bis zum heutigen Tag wird natürlich auch in den Niederlanden diskutiert, so was wir gerade besprochen haben.
00:58:19: Hätte man geholfen und auch... Was haben wir eigentlich wirklich gewusst?
00:58:23: Wussten wir eigentlich, was die Nazis mit den jüdischen Menschen vorhatten?
00:58:29: Aber der Rydker Breckmann von dem ich das habe aus seinem buch moralische Ambition Der sagt es eigentlich ganz schön Es gibt zwei Arten von Wissen Man kann etwas wissen und dann etwas tun Oder man kann etwas Wissen wegschauen.
00:58:46: Und ganz viele haben damals weggeschaut, aber nicht in diesem Dorf.
00:58:50: Nicht in dem Dorf!
00:58:51: Warum?
00:58:52: Okay
00:58:52: wir haben hier einen der fährt rum und er macht und tut und versucht die Leute dazu überzeugen.
00:58:58: Aber wieso schafft das dieser Arnold dass dort so viele Menschen versteckt werden?
00:59:03: Dass da jetzt... Wir heute drüber sprechen, dass ein Museum gegründet wird Das einfach unglaublich vielen Menschen dort das Leben gerettet werden konnten.
00:59:11: Natürlich hat man das nach dem Krieg auch zum Forschungsgegenstand gemacht.
00:59:14: Und ein Forschungspärchen, Mann und Frau haben sich zusammen das Ganze genauer angeguckt mehr als vierhundert Frauen- und Männer interviewt die Juden gerettet haben und deren Psychologische Profile verglichen mit denen sie nicht geholfen haben, die nichts getan haben?
00:59:32: Die größte Überraschung!
00:59:33: Was willst du denken?
00:59:37: Naja, das ist nicht unbedingt erstmal die moralische Menschenwahl.
00:59:41: Also dass... Dass man denen eher vielleicht Egoismus zuschreiben würde?
00:59:49: Nee also der... Ach so!
00:59:52: Ja einfach aus der Erwartung heraus, dass jetzt eine Überraschung kommt.
00:59:56: Natürlich.
00:59:57: Okay Dann wollte ich dich nicht tritzen Ich fand es nur selber interessant.
01:00:02: Es gab extrem wenig was diese Untersuchungen erbracht hat.
01:00:07: Die Leute haben keine spezielle ominöse altruistische Persönlichkeit, so das Ergebnis dieser Untersuchung.
01:00:14: Es gab dann später eine andere Psychologin Vogelmann, sehr interessant die sich das angeguckt hat, die hat mehr als dreihundert Menschen befragt war in den achtziger Jahren viel bei so Zeremonien Israel wo Widerstandshelden und Heldinnen ausgezeichnet wurden und sagt aus der Ferne wirkten sie wie ne wirklich einfach willkürlich zusammengewürfelte Gruppe von Menschen sowie Fahrgäste in der U-Bahn Von mir aus so wie im Aldi in Münster.
01:00:38: Also keine Schluss hervorstechnenden Merkmale?
01:00:45: Ja, genau!
01:00:46: Keine besonders hervorstellenden Merkmale... Dann gab es Berichte der Bergmann Neure Studien in den neunziger Jahren.
01:00:52: die haben dann zum Teil die alten Studien kritisiert.
01:00:54: das ist ja oft so in der Wissenschaft und die Methode bin da jetzt gar nicht so tief eingestiegen sei mal dahingestellt.
01:01:00: Da hat man dann gefragt naja was war denn so Abgesehen von dem psychologischen Profil dieser Menschen, was hatten die denn für Umgebungsbedingungen?
01:01:06: Waren das vielleicht Leute, die da immer Freunde und Verwandte untergebracht haben.
01:01:09: Nein!
01:01:10: Also mehr als die Hälfte schabrikt.
01:01:11: man hat vor dem Krieg keine Beziehung zu denen, den sie geholfen haben.
01:01:15: Und fast neunzig Prozent haben mindestens einer wildfremden Person geholpen.
01:01:20: Dann war es vielleicht das vorhandensein, dass man einen Keller hat oder ein Dachboden.
01:01:22: Oder dass man viel Ersparnis hatte... Auch das nicht!
01:01:26: Lediglich die Anzahl der Zimmer hatten wohl eine kleine Rolle gespielt aber selbst das war untergeordnet.
01:01:31: Letztendlich war es ein Umstand, der fast einzig ausschlaggebend war und zwar welcher?
01:01:39: Man musste gefragt
01:01:40: werden.
01:01:41: Man musste einfach gefragt werden Wer gefragt wurde ob er jemanden verschwinden lässt Der würde helfen, der sagt fast
01:01:49: immer.
01:01:49: Das ist ja jetzt mal wirklich ein Gedanke.
01:01:51: Also
01:01:51: ganz viel fand ich auch so geil in ganz vielen von diesen Fällen.
01:01:55: So Brickmann hat sich diese Frage sogar als Auslöser erwiesen dass es wirklich darum geht.
01:02:00: da kommt einer dieser Arnold Duis klopft an eine Tür mit seinem Fahrrad und sagt würdest du hier helfen?
01:02:06: Und dann sagen die können die Leute nicht mehr nein sagen oder sagen einfach Ja es geht nicht.
01:02:10: er hat schon damit Druck das versucht und die überzeugen wollen.
01:02:13: aber Die schönste Tese hier von fand ich, dass man bei so einem Menschen.
01:02:20: Von einem zero sprechen kann der ist die nummer null.
01:02:24: und dann spricht er den ersten an.
01:02:26: hatte so einen helfer jemanden das mit ihm gemacht hat?
01:02:28: Dann haben wir denen die one und abdann geht das exponentiell nach oben.
01:02:33: du und Ich wir wären vielleicht keine zero.
01:02:35: Wir werden vielleicht nicht die die gesagt hätten okay jetzt die Ersten die die da diesen Widerstand lostreten.
01:02:40: Aber wenn der bei uns geklopft hätte, hätt ich die Hoffnung, dass wir vielleicht auch, wenn wir keine One sind, dann eine Two oder eine Three oder eine Four sind und dann sagen...
01:02:48: Und damit ist ja eben auch wieder, wenn man den Menschen anspricht, passiert was?
01:02:55: Ja, das hat jetzt für mich so viel mit Weltschmerz zu tun.
01:03:00: Dieses Buch von Dregmann geht es um moralische Ambitionen und die These, die der als Grundtese aufmacht ist ganz viele von uns Arbeiten am völlig falschen.
01:03:08: die größte Verschwendung unserer Zeit ist eigentlich Talent.
01:03:11: der sagt dann er ist ja vielen so Unternehmenskreisen unterwegs.
01:03:14: Da findest du da Leute sind total stolz darauf.
01:03:16: oder hier werden zum Unternehmer des Jahres gekürt weil sie einen Versanddienst als Webshop für ein Matratzen-Startup oder für den millionenste Mode Outlet, die zigste Kapitalanlageapp gemacht haben.
01:03:28: Oder einer fand er dann besonders schön, der hat einen Abonnementdienst für elektrische Zahnbürstenköpfe gestartet.
01:03:36: Da geht Talent rein!
01:03:37: Das machen die statt wie eine Kathikariko dazu forschen und Menschen zu helfen.
01:03:46: Und dieses Buch, das habe ich auch mit viel Freude gelesen.
01:03:48: Auch wieder man teilt ja nicht mehr alles in so ein Buch.
01:03:50: aber das Gefühl... Das ist so sein Appell für sich selber eine moralische Ambition zu entwickeln und vielleicht doch zu sagen kann ich irgendwo die Zero sein oder wenn ich nicht die Null bin der eine der das startet Vielleicht der dritte vierte fünfte der aber anfängt wirklich was zu verändern.
01:04:12: Merkst du nicht, wie jetzt in diesem Zusammenhang ... Ich hatte die Moral ja eben auch schon mal angesprochen.
01:04:17: Also moral im besten Sinne geht es jetzt nicht um gesellschaftliche Moral sondern deine eigene Moral Wie klar oder klärend sie sein kann.
01:04:28: was das für ein Fundament auch sein kann für dein Für deine Zuversicht wenn Du eine gute Moral auch dir selbst gegenüber zeigst ist Ja auch ein totaler Wegweiser für dich Dass du nicht so rumflippst, sondern das sind meine Werte.
01:04:46: Da sind wir schon von Moral zu Werten gekommen.
01:04:49: Werte auch im besten Sinne und daran kann man sich sehr orientieren die helfen dem inneren Kompass.
01:04:55: Und dass man dann vielleicht bei allem Weltschmerz aber sagt Das ist mein moralischer Wert?
01:05:00: Und da gucke ich zumindest, dass ich nicht zum Schmerz noch
01:05:03: weiterhalte.
01:05:03: Genau!
01:05:04: Das ist ja eine Konsequenz daraus.
01:05:05: Die andere ist eben, dass man sagt Nein, das habe Diese beleuchtete Kammer in mir, die wir jetzt immer geben und auf die kann ich mich verlassen.
01:05:16: Da kann ich auch immer mal hingehen um wieder neuen Mut zu schöpfen.
01:05:20: Und wenn wir jetzt mal alle da am Ende unserer Folge darüber nachdenken dass wenn du dich innerlich so aufstellst das du eben bestimmte Maßstäbe hast findet man glaube ich gar nicht so schwer heraus weil man sich mal ein paar Werte die man sich selber zuschreibt tatsächlich vor Augen führt und vielleicht selbst auch aufschreibt dann kriegst du etwas mehr Stabilität der Welt gegenüber.
01:05:46: Dann bist du vielleicht vom Weltschmerz nicht so leicht um zu blasen.
01:05:52: Ja, und also ich fand ja, weißte mir, ob ich das gelesen habe, Privilege or Principles?
01:05:57: Also macht da eine Prinzipie...
01:05:59: Ja, genau das meine ich!
01:06:00: ... die stehen oben.
01:06:01: Dass das was ist wo man vielleicht bei allem, wo man denkt Boah, ist diese Welt furchtbar.
01:06:05: Boah hängen wir hier fest.
01:06:07: Boa bräuchten wir die wissenschaftlichen Durchbrüche, die Zeroes, die wieder losziehen und echt was bewegen?
01:06:11: ... dass man aber sagt und trotzdem, ich habe bestimmte Werte... ...und deswegen mache ich bei bestimmten Sachen zum Beispiel
01:06:17: nicht mehr.
01:06:18: Genau!
01:06:18: Ganz
01:06:18: genau!
01:06:18: Oder vielleicht wenn das Leid zu groß wird?
01:06:21: Also jetzt bitte nicht falsch verstehen.
01:06:23: Ich kenne das überhaupt nicht groß auf sondern einfach... Das war so ein Moment für mich als ich diese Zeitzeugenveranstaltung mit der Eva gestartet habe.
01:06:32: Und jetzt im Übrigen... Da liebe Community, falls ihr Zeitzeugen kennt die Eva kann das natürlich nicht alleine machen.
01:06:38: Ich will gerne mehr dieser Veranstaltung machen Die breit sind zu erzählen schickt mir doch gerne eine E-Mail würde ich mich total freuen weil mein Team und ich das gerne weitermachen würden.
01:06:47: Und da war zum Beispiel für mich so der Moment.
01:06:49: du kannst eine Million mal sagen und ein Post machen und nie wieder ist jetzt noch einmal in deine in deinen Timeliner posten oder sowas.
01:06:58: aber Du musst vielleicht auch schon auch an manchen Stellen fragen, was kann ich tun?
01:07:04: Ich will es nicht groß machen.
01:07:05: Aber dass du dir einfach etwas kleines suchst, wo du sagst...
01:07:09: Da mach' ich was!
01:07:09: Dann bist du jetzt, weil du drüber gesprochen hast ein gutes Beispiel zu bestimmten... Ich sag's jetzt mal ganz volkstümlich, bestimmte Scheiße ist mit dir einfach nichts zu machen und da merkt man schon welche Kraft das hat Und welche Kraft du daraus ziehen kannst.
01:07:26: Das nächste ist, da sind wir vielleicht auch schon wieder beim nächsten Tipp aktiv werden.
01:07:32: Das Gefühl der Ohnmacht durch Engagement und das ganze Gallop im Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe, dass man das in Selbstwegsamkeit umwandelt.
01:07:40: Und schon wieder merken wir, dass wir die nächste Stufe genommen haben, um dem Weltschmerz entgegenzutreten.
01:07:48: Das ist auch das Fazit von in dem Buch, wenn er sagt, ey.
01:07:51: Wenn du die Welt verändern willst dann geht es nicht so sehr darum welche Persönlichkeitsmerkmale du hast.
01:07:55: Es geht darum wer du wirken könntest.
01:07:57: Du tust nichts Gutes weil du ein guter Mensch bist Sondern du wirst einen guten
01:08:00: Wunsch Ja genau werde aktiv
01:08:02: und sagt dann Werde aktiven.
01:08:04: ich fand das so ein schönes Fazit.
01:08:05: Er sagt Ey Die meisten von uns sind kein zero wie dieser Arnold Lewis der mit dem Fahrrad los fährt.
01:08:10: aber wer sich von anderen inspirieren lässt Der kann vielleicht seine Handlungsschwelle so ein bisschen runterschrauben und deswegen lass dich
01:08:16: hinstecken.
01:08:16: Genau, Inspiration!
01:08:17: Fangen einfach an... genau wenn du schon angefangen hast dann und du bist vielleicht die fünf oder die sechs, dann guck doch auf deine sieben und acht Fitness und noch jemand ansprichst Und der hatte in diesem Boot, deswegen fand ich es wirklich das hat mir wieder den Dimmer ein bisschen hochgedreht im Kopf.
01:08:31: da hat er die Geschichte von Rosa Parks, der hat viele so sehr bewegende Geschichten Menschen, die was bewegt haben und sagt dann auch Martin Luther King zum Beispiel fand ich einen sehr schönen Gedanken noch.
01:08:41: Der stellt sich nicht hin und sagt Ich habe keinen Traum.
01:08:44: Sondern der stellt sich hin und er sagt ich habe ein Traum.
01:08:46: Ich hab eine Vorstellung davon wo es hingehen könnte.
01:08:52: Ja damit mein Lieber so langsam Richtung Ende noch ein... Ein kleines Gedankenspiel von Marceline Hahn Die uns hier schon mal begegnet ist wer sich erinnert die ganz viel mit menschen mit schwersten Geschichten Und ganz heftigen lebensläufen gearbeitet hat Das fand ich eigentlich das schönste Bild hier zum Ende.
01:09:12: Die sagt, wenn ich versuche den Menschen so eine Bereitschaft... Also wie geht Bereitschaff?
01:09:19: Wenn ich denen das erklären möchte, dann sage ich, hey, dass ist doch viel wie Kartenspielen!
01:09:23: Also stell dir vor du kriegst ne Kartendeck ausgeteilt.
01:09:26: Spielts Skat Doppelkopf oder von mir aus Uno Ligretto Phase zehn was du so spielst.
01:09:33: Du krieg's deine Karten ausgeteilt.
01:09:34: Jetzt hältst du diese Karten in der Hand Wie alle anderen auch.
01:09:37: Was ist jetzt das Ziel im Kartenspiel?
01:09:39: Ja, das Ziel ist, dass du deine Karten richtig spielst.
01:09:42: Das ist das
01:09:43: Game, sagt sie!
01:09:44: Du kriegst die Karten und du spielts die.
01:09:46: Und andere Leute kriegen ihre Karten... ...und andere Leute spielen diese Karten.
01:09:50: Wenn einer von den Spielen jetzt ausrastet mit seinen Karten.. ..und sagt, ich spiele nicht.
01:09:54: Ich hasse meine Karten, ich will andere Karten,... ...dann sagst du ja, das sind aber die Katen, die du ausgeteilt bekommen hast.... ....und er sagt dann, es sei unfair oder mir doch egal.
01:10:04: Das sind jetzt deine Karten.
01:10:05: Und der hört nicht zu und sagt, naja, ich spiele dich nicht!
01:10:07: Was würdest du dann denken?
01:10:09: Würdest du mit diesem Spieler spielen?
01:10:11: Wahrscheinlich nicht.
01:10:13: Und was würdest Du denken?
01:10:14: wir haben Ende.
01:10:14: so ein Kartenspiel gewinnt?
01:10:15: Nicht die Person, die ihr Karten
01:10:17: schmeißt
01:10:17: wenn sie schlecht sind sondern die Person die die spielt.
01:10:21: Sie sagt diese Realität zu akzeptieren.
01:10:24: das ist... Das ist Bereitschaft.
01:10:27: Und ihr großes Thema ist ja radikale Akzeptanz, wo sie sagt das bringe ich immer meinen... Da
01:10:32: wollte ich auch schon wieder von Anfang an.
01:10:34: Ja!
01:10:36: Diese Klarheit die dann entsteht, die hilft dir so sehr dich aufzustellen und deine Karten zu nutzen.
01:10:47: Du musst am Ende die Realität akzeptieren um sich zu verändern?
01:10:51: Das ist was Realität ist, sagt sie.
01:10:56: Ja, gerade weil sie aus einem Umfeld kommt von Leuten denen es wirklich nicht gut geht und sie selber auch eine ist die an vielen Stellen betroffen war wenn noch mal in die Folge reinhören möchte.
01:11:05: Wir packen die gerne nochmal in die Show notes lohnt sich auf jeden Fall.
01:11:08: dass sie das so sagt und dass Sie das so klar sagt da denke ich für mich Ich habe schon super Karten ist klasse hier aber manchmal wenn mich der Weltschmerz überkommt und ich das Gefühl hab Boah mein Fass ist echt voll gerade Und ist alles schlimm hier und ist das alles furchtbar?
01:11:22: Es gibt trotzdem immer bei mir noch so ne Stimme im Kopf die sagt Aber das ist jetzt nun mal deine Zeit.
01:11:27: Du bist jetzt hier, Azzah hat dann damals erlebt wie irgendwelche Marschflugkörper aufgefahren wurden oder wie es sauren Regen gab oder Waldsterben oder Chernobyl und du bis jetzt hier und du erlebst und dann kannst du deine Liste aufzählen und fragen ist das jetzt schlimmer als dass wo Azzäh gelebt hat?
01:11:42: Oder vielleicht Menschen ganz zurzeit von Jean-Paul als er zum ersten Mal das Wort Weltschmerz ins... Wörterbuch der Gebührer gegriffelt hat.
01:11:52: Ich kann aber auch einfach sagen, es ist jetzt hier gerade
01:11:54: mal eine Zeit... Ein persönlicher Gedanke noch zum Schluss aus meinem Umfeld vielleicht, will ich gar nicht sagen so oft, vielleicht genau richtig dosiert.
01:12:03: Ich möchte meinen Vater und den habe ich mir für heute auch aufgeschrieben in Sachen Weltschmerz.
01:12:08: Stell dir mal vor mit siebzehn aus dem Haus mit was weiß ich Mitte zwanzig, sechsundzwanzig in russischer Gefangenschaft, sechseinhalb Jahre der Weltschmerz hatte.
01:12:23: Und er hat ja später ein sehr fröhliches, friedliches, liebesvolles Leben geführt.
01:12:28: und das sind doch Geschichten die einem jetzt auch vielleicht gerade wegen der Erlebnensbrutalität und Situationen wo der eine oder andere den Kopf in Sand gesteckt hätte auch Mut machen dass man auch da rauskommen kann.
01:12:47: Also ist jetzt eine Geschichte aus meinem persönlichen Umfeld, weil du gerade von NATO-Doppelbeschluss und sauren Regen und so.
01:12:54: Und es ist alles nix verglichen damit!
01:12:55: Ich weiß diese Watermark diesem Ringheim auch nicht weiter aber trotzdem hat er ja irgendeinen Lebensmut da geschöpft.
01:13:04: Ja... ...und auch für sich behalten durch dieses Leben getragen.
01:13:11: Ja und ich denke am Ende dann an diesen Satz den wir letztens glaube ich bei dem Resilienzspeicher hatten Der Mensch, der es eben auch an ganz vielen Stellen vor den Zählen ist.
01:13:20: Mein Lieber!
01:13:22: Nehme von dir mit, dass dieses Weltschmerzgefühl eines ist wo du sagst so ganz weggenommen haben.
01:13:26: Richtig
01:13:27: richtig.
01:13:27: also so ein bisschen Herausforderung brauche ich schon noch in dieser Welt.
01:13:31: Bisschen was muss überbleiben, wo man dran Humm verändern kann?
01:13:36: Sprach.
01:13:36: er lag im Valencia Urlaub auf seiner Couch und drank gleich ein spanisches Galt-Idee.
01:13:42: Das
01:13:44: siehst Du.
01:13:44: Schon ist mein Weltsschmerz kleiner.
01:13:47: Ja,
01:13:47: guck.
01:13:48: Atze!
01:13:48: Ich drehe hier den Dimmer noch ein bisschen weiter hoch.
01:13:50: Hoffe wir konnten das bei euch allen da draußen.
01:13:52: auch.
01:13:53: nochmal dritt gerne die Bitte falls ihr einen Zeitzeugen kennt.
01:13:57: Also googeln können wir auch aber vielleicht habt ihr irgendwie jemand in eurem Umfeld oder könnt wie ein Vorschlag schicken mit eine Mail über postadleyamwinscheid.de.
01:14:04: und ansonsten hören wir uns nächste Woche Dienstag wieder gewohnt betreut empfühlen und ja ich mache euch nochmal den Arm
01:14:11: zum Schluss dieser Folge.
01:14:12: Wir lieben, wir drücken euch und freuen uns jetzt schon wieder auf nächste Woche.
01:14:17: Azzé, Moscheea.
01:14:20: Azzolino amigot!
01:14:25: Und Dosservessa, ne?
01:14:26: Por favor hier und dreimal Strohhalm bitte.
01:14:29: Alles
01:14:29: klar
01:14:44: Camuccio.
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