Wenn Zeit stresst - 6 Fehler, die man kennen sollte
Shownotes
In dieser Folge sprechen Leon und Atze über die sechs größten Zeitfallen unseres Denkens. Sie zeigen, wie unser Gehirn Zukunft und Zeit systematisch falsch einschätzt – und was wir dagegen tun können. Mit dabei: die berühmte Marshmallow-Studie, ein Schinken-Käse-Sandwich, Günther Jauch, Rauchen im Urlaub und die Frage, warum das Ende eines Erlebnisses oft wichtiger ist als alles, was davor passiert ist.
Vor allem aber geht es darum, wie wir diese Denkfehler erkennen und mit einfachen Strategien bessere Entscheidungen treffen können – für unsere Gesundheit, Beziehungen, Finanzen und den Alltag.
Fühlt euch gut betreut
Leon & Atze
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Quellen
Briz, T., Drichoutis, A. C., & House, L. (2015). Examining projection bias in experimental auctions: The role of hunger and immediate gratification. Agricultural and Food Economics, 3(1), 22. https://doi.org/10.1186/s40100-015-0040-7 Destatis. (2026). Zahl der Woche. https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/Zahl-der-Woche/2026/PD26_22_p002.html
Ernst, A. F., Hoekstra, R., Wagenmakers, E. J., Gelman, A., & van Ravenzwaaij, D. (2018). Do researchers anchor their beliefs on the outcome of an initial study? Experimental Psychology. https://doi.org/10.1027/1618-3169/a000402
Mischel, W., Ebbesen, E. B., & Raskoff Zeiss, A. (1972). Cognitive and attentional mechanisms in delay of gratification. Journal of Personality and Social Psychology, 21(2), 204–218.
Taş, P. G., Maknoon, Y., & Rezaei, J. (2025). Time's influence: A systematic review of biases in intertemporal decision-making. Annual Review of Psychology, 77. https://doi.org/10.1146/annurev-psych-091924-040158
Quellen zu den Änderungen in der Psychotherapie:
Deutsches Ärzteblatt. (2026, 7. Juli). Psychotherapie: Angemessenheitsprüfung soll gestrichen werden. https://www.aerzteblatt.de/news/psychotherapie-angemessenheitsprufung-soll-gestrichen-werden-d97e369c-a1d0-46e0-b40d-7c3934a28d95
Bundespsychotherapeutenkammer. (2026). Honorarkürzung von 4,5 Prozent vorerst ausgesetzt. https://www.bptk.de/pressemitteilungen/honorarkuerzung-von-4-5-prozent-vorerst-ausgesetzt/
Kassenärztliche Bundesvereinigung. (2026, 13. Mai). Einnahmenorientiertes Leistungsangebot: Wie viele Behandlungsfälle Praxen künftig noch bezahlt bekommen. https://www.kbv.de/praxis/tools-und-services/praxisnachrichten/2026/05-13/einnahmenorientiertes-leistungsangebot-wie-viele-behandlungsfaelle-praxen-kuenftig-noch-bezahlt-bekommen
Kassenärztliche Bundesvereinigung. (2026). Stellungnahme zum GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. https://www.kbv.de/positionen/stellungnahmen/gkv-beitragssatzstabilisierungsgesetz
Empfehlungen Betreutes Fühlen - Folge “Die Fehler deiner Psyche” vom 10. Oktober 2023: https://betreutesfuehlen.podigee.io/210-die-fehler-deiner-psyche
Reaktion: Julia Ditzer
Produktion: Murmel Productions
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00:00:00: Manchmal gelingt es uns überhaupt nicht oder zu mir sehr, sehr schlecht unsere zukünftigen Bedürfnisse realistisch vorherzu projizieren.
00:00:10: Vorherzusagen!
00:00:11: Da ist dieses Projection drin.
00:00:13: Vielleicht jetzt ein Bedürfenes hat?
00:00:15: Weil du überarbeitet bist wie auch immer nach Ruhe.
00:00:19: und dann kommt der Schröder noch, der erzählt diese Geschichte mit dem Fischer, der da ganz lange am Meer sitzt... Und man denkt das ist es!
00:00:26: Das!
00:00:26: Ist es?
00:00:28: Und vielleicht ist sein Bedürfnis ganz anders.
00:00:29: Ja!
00:00:30: Das wäre im Prinzip der Angang, dass ich mir heute Regeln und Hörden schaffe, dies meinem Ich erleichtern an meinen langfristigen Ziel festzuhalten... ...an mein Zukunfts-Ich zu denken also dieses jetzt so ein bisschen schwieriger zu
00:00:45: machen.
00:00:46: Wie geht's hier?
00:00:48: Ich hab noch ein zwei schwierige Jahre aber dann komme ich in so ein ruhiges Fahrwasser und dann wird das alles her.
00:00:55: Und das ist eben auf der Trugschluss, dass es dann so viel besser sich anfühlt.
00:01:01: Betreutes Fühlen – Der Podcast mit Azus Schröder und Leon Winscheidt.
00:01:12: So, Leon!
00:01:14: Mensch, zurück aus der Tuscana.
00:01:17: Wie schön ist das denn?
00:01:18: Ich habe bitte in deine Fußschaften getreten, habe eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad gemacht.
00:01:25: Von Wohn nach Wohn, wie muss man sich das vorstellen?
00:01:27: Ja ich war ein bisschen fauler.
00:01:29: Nach dem letzten Drehtag in Hannover war ich mit dem Zug nach München.
00:01:34: Das ging total entspannt und dann dort am nächsten Morgen ganz früh los, weil es ja so heiß war.
00:01:39: Aber
00:01:39: der ist doch schon auch ein Ding!
00:01:40: Und dann wirklich bis Italien
00:01:42: rüber?!
00:01:44: Also in der ersten Etappe bis nach Innsbruck, das waren Hundertfünfzig Kilometer einen Tag und dann am nächsten Tag nochmal hundertfünftig Kilometer nach Bootsen
00:01:52: Und seid ihr diese alte Landstraße zur Brennerstation hochgefahren?
00:01:56: Ja, total.
00:01:57: Ach, das ist ja...
00:01:58: Also ich war alleine!
00:02:00: Ganz
00:02:00: allein?!
00:02:01: Ja, ganz meditativ hockte ich auf den Bock, trat in die Mühle und ne was war wirklich...
00:02:08: Ich werd verrückt jetzt hab' ich auch schon wieder Lust.
00:02:10: Dann waren wir ja bei den letzten drei Wochen oben an der Brenner Station.
00:02:15: Und da das kleine Café Susi SU oder so ähnlich.
00:02:20: Y-Legende Legende!
00:02:22: Die Frau kommt raus, dann haben die ja da so einen geilen Akzent.
00:02:25: Das war überhaupt so... Wir waren auch noch in einem Lido da im Südtirol, so einem Seebad und da war ein kleines Mädchen und der Einfall von mir kletterte gerade zu den Leiter hoch und dann sprang das Mädchen ins Wasser und die Mutter sagte vor sich das dort der Mann Ah, ihr musst dem ja nicht gleich ins Maul hurpfen.
00:02:45: So ist hier eine ganz eigene Sprache da und Susi irgendwie die dieses Café leitet.
00:02:49: Er kam raus, nahm die Bestellung von thirty-fünf Bikern auf zwei E-Bikefahrer neben mir und von mir.
00:02:55: Jeder hatte noch einen kleinen Sonderwunsch damit Hafermilch.
00:02:58: dadert Crosshong mit Pistaziencreme ging rein.
00:03:02: Ich dachte, wie will die sich diese seventy-fünftausend Sachen gemerkt haben?
00:03:05: Kam drei Minuten später mit allem passend raus und als ich bezahlen wollte bin ich reingegangen.
00:03:08: Und sie sagte ja, ich weiß doch noch was du hattest zählte alles fehlerfrei aus ihr am Kopf auf hat es einkassiert Es kostete ein Sippel von dem was es hier kostet und habe mich ein bisschen in Susi verliebt an der Brenner.
00:03:20: Da
00:03:20: glaubt man doch wirklich wieder anders.
00:03:22: gute in der Welt oder?
00:03:23: Da
00:03:23: glaube mein erst Gute.
00:03:24: Vielleicht
00:03:24: ist da auch das Gute!
00:03:26: Ich hab ja die Theorie natürlich durch mich untermauert
00:03:31: Stichbrunnen größer eins.
00:03:33: Ich sage einmal hin, ich habe ja die Theorie dass je höher man kommt desto weniger Scheiße.
00:03:41: das ist schon fast Physik weil klar natürlich alles fließt nach unten und je höher Mann auf dem Berg kommt destu klarer ist die Situation.
00:03:51: also
00:03:51: aber wie gesagt es jetzt einfach nur so.
00:03:53: ein Gedanke für zwischendurch.
00:03:59: Also da hatte man das Gefühl, am Brenner-Kaffee hast du das Gefühl.
00:04:03: Ich hab auch wenn ich sonst auf Berge gehe, das Gefühl... Du hast ja auch das Gefühl je höher du kommst in die Berge dass du weniger aufpassen musst auf deine Sachen.
00:04:12: also wenn dir was geklaut wird dann eher unten in der Stadt, da oben auf der Alm, da gibts Kassunt dieses Frühjahr auch und
00:04:20: ich
00:04:20: glaub daran.
00:04:21: deswegen tut's so gut.
00:04:23: Ja, ich selber werde jetzt nach dem Podcast, den wir zusammen mit Matze gemacht haben.
00:04:27: Hotel Matze zuweilen begrüßt.
00:04:31: mit ist doch alles scheißegal.
00:04:36: Da
00:04:36: hab' ich mir wieder was eingehandelt!
00:04:38: Ich weiß noch gar nicht ob ihr das gefällt?
00:04:41: Doch, doch... Wir kam ja drauf über's Alter so ein bisschen.
00:04:45: es waren ältere Herr
00:04:48: Arzt, frühe Arzt.
00:04:50: Und diese Egalhaltung oder etwas egal... Ich fand es ein bisschen schon, dass sich das hier auch in unseren letzten Jahren als Roter Fahnen so rausgearbeitet hat.
00:04:59: Nicht nicht das Leben für sich ist egal, aber dass man so ein bisschen mehr ... Wir haben jetzt im Urlaub ich war ja danach noch nach dieser Radtour mit siebzehn Leuten in der Toskana dann in einem Häuschen Und siebzehn Leute, ihr kannst dir vorstellen war wirklich Jugendherbergs Flair dann irgendwann also das Badezimmer was wir uns dazu viert geteilt haben.
00:05:17: Das sah aus und egal.
00:05:20: Bei siebzen Leuten musste auch mal alles abstimmen.
00:05:22: wie macht man es jetzt?
00:05:23: Was wird gekocht?
00:05:24: Da war mein Bild wie so einen Stock im Fluss ein bisschen einfach mit treiben lassen
00:05:30: ist
00:05:31: nicht alles egal aber viel.
00:05:33: Aber dadurch dass das jetzt so viele in meinem Angesicht wiederholen glaube ich, dass das nervt trifft.
00:05:43: Weil gerade in dieser Zeit wo vieles vielleicht zu recht politisch überkurekt ist, vieles aber vielleicht eben auch nicht und vielleicht das Bändel auch so sehr in die eine Richtung ausgeschlagen hat, genießen manche wenn man sagt naja komm!
00:05:59: Das passt schon.
00:06:02: Folgt mir These dazu.
00:06:03: letztens beobachtet Es ist immer weniger, was dir egal sein kann.
00:06:09: Ja so
00:06:10: warum zumindest in meiner wie die welt auf mich einprasselt bubble?
00:06:15: Ist du?
00:06:16: Scrawls durch social media und kannst keine einzige überschrift mehr verpassen.
00:06:20: ja
00:06:21: das führt auch dazu dass man in gesprächen oft von so einem thema So ein bisschen ahnung hat nach dem motto aber da habe ich die drei kacheln erforderlich geschraubt und deswegen hab ich irgendwie zumindest drei setze zur rentenreform gehört Während man früher dafür, weiß ich nicht, einen... ...vierzig Minuten Zeit sich hätte genommen um irgendwie einen dicken Spiegeleitartikel zu lesen oder einfach gesagt hätte das Thema ist mir egal für mich sind andere Themen relevant aber eben weniger.
00:06:46: Und heute kann ein oder isst einem so viel weniger egal weil so alles auf einen einprasseln und du hast von allem nur noch so eine oberflächliche aber eben hingehaltene schnelle Meinung dass so dieses ey das geht mehr am Arsch vorbei Das fehlt!
00:07:03: gehen uns dadurch viel zu viele wichtige Sachen, aber dann eben doch am Arsch fahre, weil es zu viel ist.
00:07:08: Also ich glaube eigentlich wäre so eine Balance aus der Symptome, die sind egal... Aber dafür kümmere ich mich um manche richtig und lese vielleicht mal einen ganzen Artikel dazu und habe ne tiefere Meinung als immer nur die Überschrift und die Null Euro, weil ich will's ja kostenlos alles heute an den halten.
00:07:23: Mentalität!
00:07:24: Das wär vielleicht noch besser.
00:07:27: Ja
00:07:27: und deshalb eben mein Zitat auch damals im Hotel Matze gewesen vor acht Jahren würde ich mal vermuten Karl Jakob Haupt, der gesagt hat ach Matze es ist auch alles egal.
00:07:39: Kurzer Luftholer also etwas langes Komma und dann hat er gesagt und einiges eben auch nicht und da ist es glaube ich drin und das zu unterscheiden was tangiert dich wirklich?
00:07:52: Was ist wirklich wichtig für dich und welche anderen Sachen kann ich so an mir vorbeifliessen lassen?
00:08:00: Ist das denn, deswegen meine ich eben roter Farben.
00:08:03: Ist es auch schon mal unser Fazit dass das mit dem Alter kommt?
00:08:06: Ich würde sagen ja wenn man nicht völlig verblödet ist dann wie herrlich seriös ich so einen Satz sagen kann ne?
00:08:16: Ja aber,
00:08:17: ja vor allem so... Na pass auf!
00:08:19: Ich hätte noch jemanden dazu der leider schon von uns gegangen ist und zwar Lemmy Kilmester von Mann von Moderhead bekannt für seine, ich würde mal sagen tausende Zitate und die Dinge beim Namen zu nennen sehr angstfreier Entscheider- und Meinungsmacher in der Öffentlichkeit auch.
00:08:39: Und sein Paragraf eins war im Interview – es war glaube ich mit der süddeutschen Zeitung was wir ihr erster Paragraft hatte gesagt ja gibt dich nicht mit Idioten ab!
00:08:53: Das ist natürlich alles so ein bisschen Ja, volkstümlich gesagt.
00:08:58: Aber der Kern trifft die Leute ja auch und das merkt man ja auch jetzt wo ich das öffentlich gesagt habe und und Lemmy wurde hier auch darauf angesprochen immer wieder drauf angesprochen was meinste denn damit?
00:09:13: dann scheint es doch auch wirklich viele zu bewegen.
00:09:16: aber die unterscheidung da wird subtil und dies ist ja oft nicht einfach.
00:09:21: Es
00:09:24: ist jetzt etwas profane, aber im Grunde geht es in eine ähnliche Kerbe.
00:09:26: Ich habe vor ein oder zwei Wochen vor dem Urlaub gedreht und zwar mit Menschen die verschiedenste Krankheitsbilder mitgebracht haben.
00:09:38: also die eine sehr junge Frau hatte multiple Sklerose Der andere hatte irgendwie ganz starke Angstattacken, eine Frau hatte Krebs und ein älterer Herr hatte Tinnitus.
00:09:50: Und zwar richtig belastend.
00:09:51: also ich glaube das kann man sich wenn man es nicht hat wahrscheinlich kaum vorstellen zumindest gibt's mir so.
00:09:54: aber wenn du die ganze Zeit dieses Fieb mit dem Ohr hast und weder das beschrieben hat also wirklich richtiger Pain.
00:10:00: und dann zückte der irgendwann aus seiner Hosentasche so einen Maßband Einfach so ein Ausrollmaßband aus dem Baum hat und zog so einen Meter auf.
00:10:08: Und ich denke, was kommt denn jetzt?
00:10:09: Da meinte er hier guckt mal leeren!
00:10:11: Das hat mir mein Arzt vor einiger Zeit gegeben um mein Fettbauch zu messen.
00:10:16: und dann legte der dazu um seinen Bauch um zu gucken wie der Bauchumfang war und da war auch noch ein bisschen was da.
00:10:21: aber das war dann gar nicht sein Punkt sondern meinte am Ende... Ich habe es dann aber für mich gedacht ist egal mit dem Fettbau nimmert dieses Maßband als Leben Also ein Meter von mir aus.
00:10:33: Und er hat gesagt, statistisch werde ich ja gar nicht hundert Jahre alt.
00:10:36: Hundert Zentimeter sondern irgendwie nur so... ...fünfundsiebzig.
00:10:40: Und dann hatte der das abgezogen dieses Maßband und hatte nur noch fünfundsebzig, da meinte ich bin jetzt aber schon... Fünfund sechzig!
00:10:46: Und dann machte der das nochmal kleiner und dann hatte er am Ende so einen kleinen Teil noch von diesem Maßband in die Hand, was er von seinem Arzt bekommen hatte um seinen Fettbauch irgendwie zu werden.
00:10:55: Das kleine Stück bleibt mir jetzt noch übrig Da habe ich doch keinen Bock, mir das Leben irgendwie kaputt zu machen.
00:11:00: Und da war das auch so ein Stück weit drin dieses Ey!
00:11:02: Ich hab da jetzt keine Zeit für mich da fertigzumachen oder eben dass mir bestimmte Sachen nicht egal sind.
00:11:08: Ja vielleicht wenn man das jetzt mit Strängel und Milch ein bisschen jünger schon in meiner Situation leben würde wäre es auch nicht richtig.
00:11:18: aber dass man da irgendwie so hinkommt oder dass das eine Grundhaltung ist vielleicht in dieser wahnsinnigen Welt?
00:11:23: Das ist ne Gratwanderung.
00:11:25: also man braucht einen Balance
00:11:28: Aber wird einfacher mit dem älter werden, sagst du?
00:11:31: Ich würde
00:11:31: sagen ja.
00:11:32: Man wird lässiger und vielleicht gelingt es einem beim Älterwerden so ein bisschen besser die unwichtigen Sachen zu erkennen.
00:11:42: Da muss ich noch ganz kurz, weil ich mir das hier notiert habe, bevor wir jetzt gleich in unser Thema starten.
00:11:46: So ein bisschen haben wir uns ja gerade schon hin bewegt, weil es um Zeit gehen wird.
00:11:50: Wir werden einen Käse Sandwich versteigern, wir werden darüber sprechen wie es ist mit dem Rauchen aufzuhören und warum unser Hirn die Zeit, die uns doch wahrscheinlich oft allen knapp vorkommt oder stressig ist oder auf uns einprasselt ganz ganz anders verarbeitet als man das erst mal denken würde.
00:12:06: Muss ich noch eine Sache loswerden?
00:12:08: Und zwar einen Geburtstagsgruß.
00:12:10: heute wird Günther ja auch siebzig Jahre alt.
00:12:13: Ja Günther!
00:12:14: Unser besonderer Freund natürlich bei dir der Glücksbringer des Lebens fast.
00:12:19: Also Papa Mama Dann kommt schon Günther ja auch bei dir.
00:12:27: Würde jederzeit ein Auge spenden, habt noch schnell hier notiert weil ich das sagen wollte.
00:12:31: fünf Fakten da immer wieder feststelle.
00:12:33: Da ist gut wenn man die Banken zu Günther Jaus Arbeit die oft fehlen und zwar einmal Wer wird Millionär?
00:12:39: Ist nicht live.
00:12:41: Es klingt jetzt so dumm, aber immer wieder sagen wir Leute das ist nicht live weil es so wirkt.
00:12:44: Wir haben die bei der Produktion gesagt sie könnten zwar live, weil's es so durch straight durchgezogen ist... Aber es ist es nicht und entsprechend läuft im Studio auch keine Werbung!
00:12:53: Und warum ist das wichtig?
00:12:54: Weil wenn du da sitzt und Günther ja auch die Werbung anmoderiert führt das dazu dass es kurz dunkel wird im Studio.
00:13:01: Im Fernsehen kommt dann der Schnitt Und dann haben die so eine kurze Pause, damit die Stimmung nach der Werbung wieder hochgeht und das Publikum wieder da ist.
00:13:07: Dann guckt er dich nicht an, damit du jetzt nicht mit dem Weiterplappers, sondern genau alles die Situation quasi eingefroren ist bis die Werbung im Fernsehen vorbei ist.
00:13:15: Licht geht wieder an, Herzlich Willkommen zurück aus der Werbung!
00:13:17: Und Pam geht die Sendung weiter, dass so ne Dramaturgie aufbehalten wird.
00:13:21: Dann zweiter Fakt man muss direkt nach der Show seine E-Bahn aufschreiben.
00:13:24: Da wird einem gesagt machen sie kein Fehler sonst geht das Geld an die falsche Adresse.
00:13:27: Das ist wirklich ein stumpfes Klemmbrett hingehalten.
00:13:31: Und dann drittens unterschreibt man, dass man nichts sagt.
00:13:33: Das ist mir total im Kopf geblieben wenn das rausgekommen wäre, was ich gewonnen hätte weil es ist ja Monate vorher deswegen nicht live meine ich zumindest dass da drin stand hat man die Kohle sogar nicht bekommt.
00:13:43: und dann wenn man das aber alles erfüllt hat ... wird das Geld einfach.
00:13:46: vierter Fakt überwiesen.
00:13:47: Wirklich RTL, GmbH, Köln steht dann da.
00:13:50: und der fünfte für mich schönste Fakt war... Das Geld ist brutto-vinetto!
00:13:54: Weil es als Glücksspiel gilt.
00:13:57: anders übrigens der Bachelor oder das Dschungelcamp weil das Geld als Arbeit.
00:14:01: Und da musst du dann die Gage, dass das so gewesen
00:14:04: ist versteuern.
00:14:05: Und im Zweifel wenn sie zwölft, Spitzensteuersatz ist ihr Hälfte weg ne?
00:14:10: Ja.
00:14:11: Ja okay.
00:14:12: Happy Birthday Günther ja auch.
00:14:13: Vielen Dank.
00:14:15: Ja, und danke auch mal für diesen Einblick.
00:14:17: Aber Motivation genug ne?
00:14:18: Wenn du hier das verrätst kriegste kein Geld.
00:14:21: Ich habe mich schon gewundert warum das da zwanzig Jahre so geklappt hat.
00:14:25: aber wenn es um die Kohle geht dann alles schön die Klappe
00:14:29: Ist man still.
00:14:29: Und das Asozialste war ich kam bei mir in die WG zurück und dann war ja schon dass ich da mehrmals war und dass das alles so...und ich durfte jetzt wirklich keinem was sagen!
00:14:37: Ich will jetzt nicht vertragsbrüchig werden.
00:14:40: Ich habe auch, glaube ich, keinem was gesagt.
00:14:42: Auf jeden Fall nicht mein Mitwohner.
00:14:43: Der kam dann irgendwann an und hat mich so getriegt.
00:14:44: zum Ende Leon.
00:14:45: Da war hier der Ausguss verstopft da war so silberne Slametta drin.
00:14:48: Was davon der Decke fällt weißt du?
00:14:49: Ja, daten sie dich!
00:14:52: Und er hat mich einfach noch reinlegen wollen um mich zu testen... Ich habe stillgehalten.
00:14:57: Hinein, hinein!
00:14:58: Von alten Zeiten erzählt.
00:15:00: alle Mühe vergessen die du da durch leiden musstest.
00:15:04: für wer wird Millionär?
00:15:06: heute bleibt nur noch das ist eine gute Erinnerung.
00:15:09: und warum isst er so?
00:15:11: Wie unser Zeitempfinden verdammt.
00:15:15: ja und gerade bei mir ich bin doch fünfundzwanzig gefühlt Ja
00:15:20: aber in Wirklichkeit schon weiter.
00:15:21: Ja, ja.
00:15:22: Ist es
00:15:22: so dass du... also wir wollen heute darüber sprechen wie wir Menschen Zeit wahrnehmen denn ich glaube wir haben alle Momente wo im Alltag, ich merke's ja jetzt schon bin ersten Tag hier wieder am Schreibtisch.
00:15:30: da sind schon wieder die To-do-Listen Da ist der Tag schon wieder zu kurz, da ist schon wieder so viel was auf uns ein Prasselthema Aufmerksamkeit und Überschriften lesen Und dann auch den Geburtstagsgroß usw.
00:15:40: Es ist ja einfach mit der Zeit so Dass das Komische ist Das Zeit einerseits so objektiv ist.
00:15:47: Dass man die irgendwie mit Atom oben so lange vorhersagen kann, haben wir ja schon mal besprochen.
00:15:52: Aber im Alltag ist es ja so dass sie sich oft ganz anders anfühlt.
00:15:55: also für mich ist zum Beispiel im Urlaub jetzt so gewesen... ...dass meine Zeitwarnigung im Urlaub völlig anders ist als in der Berufszeit weil da ist so dieses.
00:16:07: wie geil ist das wenn du einfach Zeit totschlagen kannst?
00:16:10: Wenn du einfach zeit verstreichen kannst du stehst da morgens auf Gehst du in die Küche, die sechzehn anderen Pennen noch?
00:16:15: Dann setzst du dich da auf so einen toskanischen Stuhl und guckst raus, auf die Zypressen.
00:16:20: Und kannst einfach zwei Stunden sitzen.
00:16:21: Das ist völlig egal!
00:16:22: Kannst auch vier Stunden sitzen...
00:16:23: ...und kommst du damit
00:16:24: klein?
00:16:26: Ich
00:16:26: komme damit superklar und kann es dann richtig genießen.
00:16:28: Weil
00:16:29: wenn du normalerweise in der Mühle bist, dann bist du doch schon sehr effektiv und guckt.
00:16:35: Ist ja nicht doch noch eine Studie, die mir... Genau
00:16:38: Und das ist ja eben der Punkt.
00:16:39: Wenn man an einem Alltag ist, dann geht es hier oft so dass man einen Viertelstundentaktung im Kalender hat und dann zählt jede Stunde und dieses Mal ist eine Minute so, mal ist ne Stunde so, sind zwei Wochen Urlaub so also das Zeit nicht einfach für unseren Kopf etwas ist was sich in sechzig Sekunden Takte teilen lässt sondern ganz ganz vielen Stellen ein Gefühles und verarbeitet ist.
00:17:01: Das ist auch das Ergebnis von einer großen Übersichtsarbeit, die Palin Gülüm Tasch von der Faculty of Technology... ...von der Delft University in den Niederlanden rausgebracht hat.
00:17:15: Gerade im Annual Review Of Psychology einer großen wichtigen Fachzeitschrift.
00:17:20: Die sagt wir machen sechs große Fehler... ...im Umgang mit
00:17:25: Zeit und
00:17:26: das fand ich total interessant weil ich glaube eben für uns alle ob jetzt älter oder jünger, ob jetzt gerade vollem Berufsstress oder von mir aus am Urlaub.
00:17:32: Zeit spielt ja immer eine Rolle!
00:17:34: Ja Und wenn du so allgemein die Frage gestellt hättest, bei den vielen Straßenunfragen auch in diesem Fall.
00:17:40: Was würden Sie als Ihren Fehler im Umgang mit der Zeit machen?
00:17:46: Dann würden viele sagen ja wahrscheinlich verschwende ich zu viel Zeit.
00:17:51: Das wäre eine gängige Antwort.
00:17:53: also das erste große Argument oder der erste große Falle wäre für mich Zeitverschwenden.
00:18:00: Dass das so
00:18:01: der Gedanke ist.
00:18:02: Will ich gar nicht so sehr auf mich beziehen, weil mittlerweile genieße ich ja auch wie du eben beschrieben hast wenn gar nichts ist und andere würden es vielleicht als Langeweile bezeichnen.
00:18:10: Ich sehe das als Zeit der Mousse die mir auch sehr gut tut.
00:18:15: aber Das wird den meisten glaube ich erst mal einfallen und das ist es aber nicht.
00:18:19: Ja!
00:18:21: Das ist es vielleicht auch.
00:18:22: also ich glaube in dem Moment wo wir von zeitverschwenden sprechen wäre doch unser Blick auf die Zeit dass wir Zeit haben.
00:18:31: Wenn mich irgendwas verschwenden kann, muss ich das ja
00:18:32: haben.
00:18:33: Und... Ich glaube oft dass wir Zeit nicht haben sondern dass wir zeit sind.
00:18:39: und wenn ich das anfange zu akzeptieren oder für mich so hinzunehmen dann wird doch eigentlich klar habe ich sehr schön bei Björkmann gelesen in dem Buch Viertausend Wochen was mir gut gefallen hat.
00:18:51: Er beschreibt es für ihn früher auf zur der Gedanke war man muss alles aus seiner Zeit raus.
00:18:56: Ja eben genau!
00:18:58: und das ist ja dieses.
00:18:59: ich habe eine gewisse zeit da muss sich alles rausholen darf bloß nichts verschwenden.
00:19:03: aber wenn man irgendwann versteht wohin eigentlich?
00:19:06: weil du bist zeit um wenn deine zeit endet wenn dein sein endet dann ist auch nix übrig.
00:19:11: jetzt kannst du dir zwar gerne vorstellen und daran glauben dass es ein leben nach dem tot gibt oder ne widergeburt hab ich gar nix gegen.
00:19:17: aber dieses wohin willst du was mitnehmen wenn du jetzt da sitzt und denkst ich muss alles aus meiner zeit machen und für mich ist eher so mag sein, dass das einer der großen Fehler ist im Umgang mit der Zeit.
00:19:30: Ist dann oft so dieses wenn ich alles aus der Zeit rausholen muss mache ich eigentlich alle zeit kaputt?
00:19:36: Naja ich denke auch in die Richtung, dass vielleicht jemand sagt im Job hätte ich doch zehn Jahre eher die und die Entscheidung getroffen oder hätte ich mich doch aus meiner unglücklichen Ehe zehn jahre eher getrennt.
00:19:51: solche Sachen.
00:19:52: Das kann man ja bedauern.
00:19:54: Man kann aber auch gucken, was hat man in der Zeit gemacht und was hat diese Zeit für mich gemacht?
00:19:58: Eben auch an positiven Sachen.
00:20:03: Deswegen finde ich es so gut dass du so eine Struktur da heute rein bringst!
00:20:06: Ich bin total gespannt.
00:20:08: Nicht ich bring dir ja zum lück mit sondern die forschung dir dankenswerterweise dann immer noch viel mehr perspektiven viel mehr daten und größere stichbrom als eins einbezieht.
00:20:18: Dreißig Jahre mehr als dreißig jahre forschungen zu zeit bezogenen denkfallen, die wir menschen so machen hat sich diese forscherin eben angeschaut und dabei also sechs zentrale biases wie wir in der psychologie sagen Fehler, Denkfehler identifiziert.
00:20:37: Wenn wir da jetzt durchgehen wird glaube ich auch ganz viel klar wie man die Zeit sein Zeitgefühl anders gestalten kann.
00:20:43: der erste große Fehler ist was sich jetzt will will Ich auch in Zukunft?
00:20:51: Okay okay also das heißt Die Konditionierung die ich zurzeit habe.
00:20:54: was mir jetzt gefällt Das wird mir dann auch In zehn Jahren gefallen.
00:20:59: dass wird so wenn sie auch meine Gedanken drum drehen.
00:21:04: Ja, gar nicht im Sinne von nur von der Konditionierung sondern vor allem von einer Annahme.
00:21:08: Und der Fachbegriff dafür lautet Projection Bias.
00:21:11: Erklär ich ganz einfach manchmal gelingt es uns überhaupt nicht oder das finde wir sehr schlecht unsere zukünftigen Bedürfnisse realistisch vorherzu projizieren, vorher zu sagen da ist dieses Projection drin und stattdessen gehe ich dann davon aus oft unbewusst dass ich in Zukunft genauso denke oder fühle oder entscheiden will Wie heute.
00:21:33: Und das ist eben dieser Projection Bias oder wie wir ihn jetzt nennen, was ich jetzt will, will ich auch in Zukunft Fehler.
00:21:40: also Beispiel aus der Forschung es ist draußen kalt dann kaufen Menschen mehr Winterbekleidungen.
00:21:45: die entscheiden sich häufiger für wintertaugliche Autos und sind bereit mehr Geld für Grundstücke irgendwie in der Gegend zu bezahlen wo Fernwärme
00:21:54: verfügbar ist.
00:21:55: Andersrum, an sonnigen Tagen kaufen wir eher Tickets für Freiluftkinos und entscheiden uns häufiger für die Installation von der Solaranlage.
00:22:03: Das macht natürlich Sinn dass ich mir Tickets fürs freiluft kino kaufe wenn es gerade nicht regnet.
00:22:08: ja sind wir uns einig.
00:22:10: aber nehmen wir sowas wie solaranlage oder wir kriegen doch grade alle in diesem hitze sommer mit.
00:22:14: und in südeuropa merkst du das ja noch mal so viel brachialer die Sonne knallt so sehr.
00:22:22: Und wann ist dann immer Hochkonjunktur, dass wir jetzt doch wieder über das Klima sprechen?
00:22:25: Zum Glück ja wenn es heiß ist und wenn wir die unmittelbaren Folgen davon jetzt gerade spüren und dann denken wir super müssten vielleicht mal was tun.
00:22:32: in der Wald brennt ja schon wieder oder es ist ja schon wider über vierzig Grad und man kann kaum mehr rausgehen.
00:22:38: aber der Punkt ist, dass in dem Moment wo das wieder vorbei ist und es wieder kälter wird vergesse ich das ganze
00:22:44: weil
00:22:44: wir total in unserer Zeitwahrnehmung im Jetzt gefangen sind.
00:22:49: Ja.
00:22:50: Machen wir es mal ein
00:22:52: bisschen
00:22:52: weiter, dann merkt
00:22:53: man ja im Moment wann werden Klimaanlagen verkauft jetzt?
00:22:57: Sie können kaum liefern weil man kommt hinterher kommt.
00:23:00: Schlauer wäre es natürlich in November eine Klimaanlage einbauen zu lassen.
00:23:05: Das gibt es auch mit Luftqualität.
00:23:07: Da kannst du zeigen, dass Menschen wenn die an einem Tag mit schlechter Luftqualität am Experiment teilnehmen dann mehr Geld für bessere Luft bezahlen als wenn die Luft jetzt besser ist.
00:23:17: an dem Tag also immer so eine Kurzfristigkeit in der Gegenwart gefangen und besonders deutlich wird das Problem bei körperlichen Bedürfnissen wie Hunger, Durst oder auch sexuellem Verlangen.
00:23:29: das ist ja total unmittelbar.
00:23:32: Bestes Beispiel du gehst mit Hunger einkaufen.
00:23:34: So als wir den ersten Einkauf dafür, die siebzehn Leute gemacht haben sind wir zum Lidl gefahren.
00:23:38: Jonathan ich stand an der Kasse und wir haben geschätzt, wir haben irgendwas um die vierhundert Euro geschätzten.
00:23:42: Wir haben fast siebenhundert Eure ausgegeben für alles diese Erdnüsse- und Cashewkerne in dieser Mischung mit Honig und Salz von LIDL.
00:23:52: Alter, das ist hier rein zur Droge.
00:23:55: Ich hab davon so viele Päckchen gekauft weil ich dachte Bordi liegst
00:23:58: du
00:23:58: und du bist jetzt zwei Wochen hier.
00:24:00: dann waren noch Pringles im Angebot.
00:24:01: Ich habe sechzehn Pakete Pringels gekauft und die waren am Ende weg.
00:24:05: also in diesem jeder kennt das glaube ich und dem Moment habe ich so richtig krass gemerkt dein aktuelles Bedürfnis Projezierst du auf die Zukunft und denkst, ja so wirst du auch in Zukunft fühlen.
00:24:15: Und dann stehst du da und hast diese eine Packung mit diesen Nüssen in der Hand und denkest Boah geil!
00:24:18: Du löffst das Wasser im Munde zusammen... ...und dann kaufst du davon viel zuviel.
00:24:23: oder Thema körperliche Gelöste vielleicht auch Fremdgehend auf ein Weihnachtsfeier.
00:24:28: In dem Moment schreit dich dein ganzes Hirn an.
00:24:30: Beste Idee jetzt mal hier rumzuknutschen.
00:24:32: Boah tolles Erlebnis Wahnsinn ich fühl mich mal wieder Ich krieg meinen Selbstwert gesteigert.
00:24:38: Der begehrt mich Die begehrts mich Ja, und eine Woche später oder vielleicht schon am nächsten Tag sitzt du da bei deiner eigentlichen Beziehungsperson zu Hause.
00:24:47: Und fühlst dich so schlecht?
00:24:48: Weil dein hier-und jetzt Zeitgefühl so viel mehr Macht hat als das was in der Zukunft kommt.
00:24:55: Wir dann ganz oft projizieren und denken dass was mir richtig gut gefällt wird auch in Zukunft passen oder einfach nicht weiter darüber nachdenken.
00:25:02: Okay, du hast das Beispiel aufgemacht.
00:25:04: Ich kann es jetzt nicht lassen!
00:25:06: Bitte
00:25:06: mach's!
00:25:07: Mach alles!
00:25:08: Ja oder der Partner, den man gerade so gut findet, dass man dem Heiratsantrag macht und den heiratet?
00:25:17: Und gar nicht drüber nachdenkt, dass er mir in fünf Jahren vielleicht gar nicht mehr gefällt und nur noch nervt.
00:25:24: Das ist das, wenn du dann Jennifer in den Nacken tätowiert hast und das dann weg musst.
00:25:28: Weil du dachtest oh doch nicht.
00:25:31: Und immer wieder diese Mahnung, wenn man an den Liebesflössern im Köln vorbeifährt mit dem Zug.
00:25:38: Schiller's Glocke der Warn ist kurz die Reue lang so aber es ja nur ein kleiner Aspekt aber den durften wir nicht auslassen.
00:25:45: So, und da kommt jetzt die Versteigerung vom Käse-Sandwich ins Spiel.
00:25:50: Da hat man eine Reihe von Experimenten gemacht wo man hungrige und satte Personen verglichen hat.
00:25:56: Eine Studie von Forschenden von verschiedenen Unis haben sich zusammengetan insgesamt rund zweihundertfünfzig.
00:26:01: vor allem Studis wurden da einbezogen Laborexperimente in Madrid so Und es wurde jetzt einen schinken Käse Sandwich versteigert.
00:26:09: also im Prinzip sollten die Leute sagen wie viel Kohle wäre bereit dafür zu bezahlen um's mal zu vereinfachen Und ein Teil wurde vor dem Mittagessen getestet.
00:26:16: Die waren also eher hungrig, ein anderer Teil nach dem Mittagsessen und entsprechend waren die eher satt.
00:26:22: Jetzt haben sie noch variiert ob man das Sandwich sofort bekommt oder erst eine Woche später.
00:26:28: Und jetzt sollten wir also sagen wie viel Geld wärst du bereit dafür zu bezahlen?
00:26:31: Das Ergebnis – hungrige Personen bieten deutlich mehr als die satten!
00:26:35: Das kann man so weit erwarten.
00:26:36: Aber wenn man jetzt einschätzen sollte wieviel ist dieses Sandwich in einer Woche wert?
00:26:42: Dann wurde dieser Unterschied sogar fast doppelt so groß.
00:26:46: Das heißt, die Hungrigen haben noch mal viel mehr überschätzt wie hungrig sie wohl auch in Zukunft sein würden während die Satten davon ausgingen.
00:26:53: nö ich werde später kein Hunger haben woran du merkst dass wir scheinbar ganz oft unseren aktuellen Zustand nehmen und dann projezieren wie wir uns in Zukunft fühlen werden.
00:27:05: was wir in Zukunft haben wollen werden und das ein typischer Bayes im Umgang mit unserer Zeit ist finde Sehr gut zu wissen.
00:27:13: Also erster Punkt, was sich jetzt will, will ich auch in Zukunft
00:27:17: Fehler.
00:27:19: Kann man jetzt fragen, was tun wir dagegen?
00:27:20: Was würdest du sagen?
00:27:22: Hast du eine Idee wie man damit umgeht?
00:27:24: Weil die Forscherin diskutiert immer auch Lösungsstrategien.
00:27:27: Naja in dem Fall muss man es ja wirklich sagen versuch mal deine Ratio einzuschalten dann stellt sich die Sache schon ganz anders dar.
00:27:35: Ich habe eben das Beispiel gebracht mit den Klimaanlagen, die man natürlich bei Hitze unbedingt benötigt aber besser wäre es hier im Winter zu kaufen weil da sind sie billiger und lieferbar.
00:27:44: und ja das wär ja so ein Fall dass du einfach mal jetzt sagst pass auf mir ist mein Moment zu heiß kann ich aber nicht bekommen.
00:27:52: also schalte ich meinen Verstand ein und mache eine Planung für November.
00:27:56: Ja okay der
00:27:57: Klimaanlage erarbeitet da brauche ich jetzt dich nochmal.
00:27:59: du bist ja auch ein fühliger Mensch.
00:28:01: nehmen wir doch Die Weihnachtsfeier.
00:28:04: Und du kommst in Versuchung und sind wir ehrlich, also wie viele Leute haben schon betrogen oder wurden schon betrogen?
00:28:11: Es geht glaube ich ganz viel an!
00:28:14: In dem Moment wo die Gefühle voll reinkicken und wo dieses Verlangen vielleicht so richtig stark ist... was mache ich dann?
00:28:20: Oh Gott, das trinkt drei
00:28:23: Tiki nacheinander.
00:28:25: Ich habe eine Nummer im Programm darüber, wie mich in der Kölner Südstadt in der Eckkneipe eine Frau anspricht und sagt dringst du ein Mexikaner mit mir?
00:28:36: Und dann sage ich auf der Bühne nach einem kurzen Überlegen wenn ich Glück hab will die wirklich nur trinken.
00:28:40: Und ja ganze Laden lacht!
00:28:42: Und jeder weiß natürlich was gemeint ist.
00:28:44: Ja wir haben ja heute schon mal über das Alter werden gesprochen.
00:28:47: es wird einfacher sagen wir's mal so.
00:28:49: Es wird
00:28:50: einfache
00:28:51: dazu sagen Hör mal du bist ja Du bist ja ein ganz nettes Geschöpf, aber lass uns doch einfach hier sitzen und uns über gute Zeiten unterhalten.
00:29:03: Ja...
00:29:05: Ich höre mal aus dem Leid was da mitschwingt in deiner Stimme, hör ich mal raus dass du es aber kennst?
00:29:10: Ja,
00:29:11: du hast eben über Hunger gesprochen!
00:29:14: Da haben wir natürlich beim Hunger einen Trieb und an der Stelle auch einen Trieb in die Irre führen.
00:29:26: Und ich will auch mal Gas rausnehmen, da gibt es ja nur mal eben auch Unterschiede, muss man kein Wissenschaftler für seine Art?
00:29:34: und hat man auch im eigenen Umfeld schon beobachtet dass es da Menschen gibt mit einem sehr starken Sexual-Trieb... Ich meine das jetzt ganz nüchter.
00:29:43: und andere die eben nicht so diesen
00:29:48: weniger Lust,
00:29:48: etwas weniger Lust spontan empfinden Das kann man ja froh sein, wenn man da nicht zu den Getriebenen gehört.
00:29:55: So ein Freund von mir, Klinikarzt und Psychologe sagt er ist... Da gibt es eben... das ist jetzt nur am Rande, aber nur dass man eben auch versteht, dass es unterschiedliche Konditionierungen gibt in der körperlichen Voraussetzung.
00:30:10: Er sagte ich habe jemanden gehabt, der hatte einen viel zu hohen Testosteron wert.
00:30:15: Der Lid extrem darunter hat den ganzen Tag fast nichts anderes als an Sex gedacht.
00:30:21: Das hat der so einzeln auf, dass das da runter
00:30:23: soll?
00:30:23: Ja also jetzt vereinfacht gesagt.
00:30:25: Das waren noch andere klinische Sachen mit dem Spiel und er kann nicht mehr frei denken.
00:30:31: Er leidet auch darunter und so muss man eben sagen... Und das gehört zu diesem Thema ja leider eben dazu, dass man sagen muss es gibt von bis und das muss mal mit berücksichtigen.
00:30:44: Wenn nur die Ratio entscheiden würde in so einem Fall Und das anders können wir es ja nicht fassen, dann kann man eben auch eine rationale Entscheidung treffen.
00:30:54: Aber wenn du seit zwei Tagen nichts gegessen hast, dann trifft mal die Entscheidung!
00:30:59: Ich lieg mir erst mal Vorräte an.
00:31:01: So, das wollte ich nur am Rande noch hinzufügen weil das gehört dazu, da kann man nicht überspringen.
00:31:06: Ja total, total.
00:31:07: Dann sitzt du da und in dem Moment selber kickt es voll rein.
00:31:10: also die am häufigsten empfohlene Strategie gegen dieses, was ich jetzt will, will auch demnächst noch in Zukunft ist das man eine Art Abkühlungsphase einbaut.
00:31:24: Also im Prinzip so eine Art Bedenkzeit.
00:31:28: Das heißt wenn wir eine wichtige Entscheidung treffen wollen dann vielleicht nicht sofort sondern bewusst etwas Zeit verstreichen lassen bevor ich mich dann endgültig festlege weil mit einem Stück weit Abstand ist natürlich leichter fällt die eigenen zukünftigen Bedürfnisse realistischer einzuschätzen und sich vielleicht etwas weniger von den aktuellen Gefühlen oder Umständen leiten zu lassen.
00:31:50: Ist jetzt wieder das kleine Ding, die Packung mit dem Honig gesalzenen Cashew- und Erdnüssen im Lidl?
00:31:58: Wenn du mich drei Stunden später nach dem Abendessen nochmal gefragt hättest und Leon fändst es wieder eine gute Idee, den gesamten Lidelvorrat zu kaufen plus sechzehnpackungen Pringles hätte ich gesagt hey was auf keinen Fall!
00:32:08: Und in solchen Momenten so ein Stück weit Abstand zwischen dich und die Entscheidung zu bringen.
00:32:13: Das ist natürlich unglaublich hilfreich, nicht immer einfach.
00:32:17: Südkorea nennt die Forscherin hier als ein Beispiel.
00:32:20: wo neun Prozent sagt sie der Paare, die bereits einen Scheidungsantrag eingereicht
00:32:26: haben.
00:32:27: Achtung!
00:32:27: Neun Prozent, das Scheidungenantrag ist eingereich, wir wollen nicht mehr?
00:32:31: Ihre Entscheidung nach einer gesetzlich vorgeschriebenen Bedenkzeit wieder zurücknehmen.
00:32:38: Wie geil ist
00:32:38: das?
00:32:39: Und das glaube ich, es wird ganz oft würde das passieren nicht für alle.
00:32:43: Das ist deswegen so ein schönes Beispiel sind ja nicht hundert Prozent aber dass es eben Momente gibt wo wir überschätzen wie sehr diese Gegenwart jetzt gerade über unsere Zukunft bestimmt.
00:32:55: eine Sache ist hier noch ganz wichtig zu dieser Abkühlphase obwohl das häufig empfohlen wird gibt's eigentlich vergleichsweise wenig Studien, die die Wirksamkeit dazu auch mal in verschiedenen Situationen untersucht haben.
00:33:06: Und das ist ja eben auch die Aufgabe von so einer Übersichtsarbeit solche Schwachstellen mal rauszuarbeiten.
00:33:12: Wo fehlt eigentlich noch Forschung?
00:33:13: So und damit schon zum nächsten Punkt eine Falle, in der auch ganz viele von uns tappen wenn es um die Zeit geht und zwar Die letztes Wortfalle Erklärte ganz einfach Pass auf versuch dir mal folgende Begriffe zu merken okay
00:33:28: Ja
00:33:28: Computer Traum Schaf, Wolke, Liebeskummer, Messer, Schneidebrettchen, Chalet, Locken, Frosch, Kleiderschrank.
00:33:44: Es wird dir viel leichter fallen die letzten Begriffe zu merken als ein Begriff aus der Mitte oder eher Richtung Anfangen.
00:33:59: Und das liegt eben daran, dass es in unserem Kopf eine Tendenz gibt.
00:34:02: Zuletzt erhaltene Infos stärker zu gewichen nach dem Motto, was gerade vor Kurzem kam und hier ist jetzt wieder die Zeit.
00:34:11: Letztes Wortfall.
00:34:13: Ja!
00:34:14: Das ist besonders stark in meinem Kopf präsent.
00:34:17: Also das, was ich grade erst gesehen oder grade erst gehört habe, das erinnere ich meist viel besser als Info, als etwas länger zurückliegt.
00:34:24: Erst mal trivial hat aber ... In unserem Umgang mit der Zeit ganz schön Auswirkungen.
00:34:30: Da gab es zum Beispiel eine Studie von einem niederländischen Forschungsteam aus zwei Tausend Achtzehn und die haben Leute gebeten, die Ergebnisse von verschiedenen wissenschaftlichen Papers zu einem Thema mal zusammenzufassen.
00:34:43: Man kann's dir vorstellen ich setz dich dahin und sag so lieber Versuchsteilnehmer Herr Schröder wir haben jetzt hier mal zehn Paper für Sie zum Thema Gelüste.
00:34:51: könnten sie die Mal bitte zusammenfassen und dann sollst du deine Schlussfolgerungen dazu aufschreiben.
00:34:58: und dabei zeigte sich jetzt, dass vor allem die zuletzt gelesenen Studien einen besonders starken Einfluss haben auf das was du daraus mitnimmst.
00:35:07: Und zwar unabhängig davon wie aussagekräftig oder wissenschaftlich belastbar die Waren.
00:35:12: also
00:35:14: mit anderen Worten nicht die beste oder verlässlichste Info beeinflusst unser Urteil sondern häufig die, die uns zuletzt begegnet
00:35:21: ist.
00:35:22: Also eben auch Ereignisse?
00:35:23: Dass man aktuelle Eregnisse vielleicht höher bewertet als vergangene
00:35:28: Ja, genau.
00:35:29: Das was näher an meiner Gegenwart dran ist also ein Beispiel jetzt um wieder zu zeigen wie sehr die Zeit unseren Alltag beeinflusst und diese Fehler die wir dabei machen wäre die Finanzwelt.
00:35:41: da gab es einen starken Börsen-Einbruch und danach sind Anleger deutlich weniger bereit finanzielle Risiken einzugehen.
00:35:48: das macht auf den ersten Blick Sinn aber man weiß auch dass sich Märkte langfristig oft wieder erholen.
00:35:55: Jüngste Verluste Erfahrung, weil gerade ist ja alles zusammengebrochen.
00:35:58: Ganz stark im Einfluss auf deine Risikoeinschätzung als die Erfahrungen davor.
00:36:03: Stimmt!
00:36:04: Ja.
00:36:04: Gutes Beispiel?
00:36:05: Ähnliche Studie mit Landwirten aus den USA.
00:36:07: Wenn es da vor kurzem Entschädigungszahlungen gab oder eben aktuelle Wetterbedingungen dann beeinflussen die die Entscheidung für eine Ernteversicherung stärker als wenn das nicht der Fall war.
00:36:21: Also schlechtes Wetter, dann eher Entscheidung für eine Ernteversicherung.
00:36:25: Weil das Wetter jetzt gerade schlecht war ist es länger her oder schon halb vergessen.
00:36:30: quasi spielt es keine Rolle mehr was das heißt is.
00:36:33: ich kriege zehn Informationen wie die Wörterlichkeit eben aufgezählt habe und mein Kopf nimmt vor allem die die besonders nah an der Gegenwart dran sind und blendet im Prinzip Erfahrungen von davor vielleicht zu stark aus.
00:36:47: Ja, okay.
00:36:48: Und das Ganze zu kennen ist sehr sinnvoll denke ich.
00:36:52: also im Prinzip sich bewusst zu machen ey du gehst nicht objektiv an die Sachen dran sondern dass was gerade stattfindet ja das was noch besonders stark in deinem Kopf ist weil es erst kurz her ist das wirkt viel viel stärker als das was länger her ist.
00:37:07: So, du sitzt jetzt hier und sagst Boah ist echt viel zu heiß.
00:37:10: Wir müssten mal dringend was mit dem Klimawandel machen.
00:37:13: Und im Winter sitzt du da.
00:37:14: das hast längst vergessen dass der Sommer so heiß ist und denkst oh jetzt mal zwei Grad wärmer so schlecht kann er sogar noch sein.
00:37:21: Ich wusste gerade lange weil wir das jetzt zwischendurch war es ja wieder etwas kühler ne?
00:37:24: Es war heiß, aber wieder kühlar... ...und jetzt ist wieder heiß!
00:37:28: Und diese paar Tage zwischndurch die reichten schon aus um zu sagen naja komm so schlimm war's ja gar nicht.
00:37:34: Ja
00:37:34: oder?!
00:37:35: Ja,
00:37:37: total verrückt.
00:37:38: Ein gutes Beispiel!
00:37:40: Der Fachbegriff hierfür ist Recency Bias.
00:37:43: also das was gerade vor kurzem da war hat viel mehr Gewicht in unserem Kopf.
00:37:47: im Prinzip das letzte Wort haben wir jetzt gerade eben gesagt als Falle dabei und es gibt tatsächlich kaum Untersuchung dazu wie man das abschwächen kann.
00:37:57: dieser Übersichtsarbeit wird nur eine einzige Studie berechnet mit einer konkreten Gegenmaßnahme.
00:38:02: Was dort gemacht wurde ist, da sollte so eine kleine Fallbeschreibung beurteilt werden.
00:38:06: Irgendwas war passiert und man kriegt den Fall beschrieben.
00:38:08: Und jetzt wurde denen einen gesagt, dass sie ihre Entscheidungen am Ende begründen und rechtfertigen müssen... ...und den anderen wurden in diesem Experiment gesagt, das sie nichts machen müssen speziell wissen.
00:38:18: So!
00:38:19: Und wer wusste, dass er Rechenschaft ablegen muss?
00:38:21: Der hat sich besser an die Infos erinnert, die verfügbar waren.. ..und hat sich weniger von dem beeinflussen lassen was er als letztes gelesen hatte.
00:38:31: Also vielleicht sei ein bisschen die These, wenn wir wissen dass wir das erklären müssen.
00:38:37: Ja
00:38:38: Wenn wir so eine Art recht Fertigung darlegen müssen dann wägen wir genauer ab.
00:38:46: Dann versuche ich genauer hinzugucken und das finde Ich eigentlich einen schönen Gedanken.
00:38:51: plus das schlägt die Forscherin von dieser Übersichtsarbeit vor den Umstand Dass es diesen diesen Fehler überhaupt in unserem Kopf gibt.
00:39:00: Weißt du was ich meine?
00:39:03: Die alte Büro-Weisheit, wer schreibt her bleibt.
00:39:05: Die mündet genau darauf.
00:39:08: Dann liest man alles noch mal nach und spielt in der Juristerei auch eine große Rolle natürlich.
00:39:13: Da wird es nochmal nachgelesen.
00:39:14: Man stellt fest, das war ganz anders als ich es in Erinnerung hatte!
00:39:19: Ja, genau, genau.
00:39:21: Und eben vor allem dieses dass du nicht dem Letzten was passiert so ein großes Gewicht gibst sondern den Rest da vorab berücksichtigt.
00:39:28: Da gibt es keine Forschung zu über, ich fand das ein total schöner Gedanken.
00:39:30: Wie wäre es die Argumente am Ende nochmal in umgekehrter Reihenfolge durchzugehen?
00:39:36: Also du nimmst das was du als erstes gelesen hast dann als letztes und drehst es einfach mal um und guckst was dann passiert.
00:39:42: also vielleicht ist das sinnvoll.
00:39:44: wenn wir in Zukunft da sitzen und uns mit Themen beschäftigen sollten.
00:39:47: wir wissen dass es in unserem Kopf einen Recency bei.
00:39:50: es gibt die letzte Wortfalle.
00:39:51: Das was ihr als Letztes gehört habt hat viel mehr Gewicht als das was davor stattfand.
00:39:55: Hammer!
00:39:57: Der dritte Große Fehler ist die Jetztfalle.
00:40:02: Ich war mit sehr vielen Rauchern im Urlaub.
00:40:04: Ja,
00:40:05: ja... Hast du eigentlich mal geraucht?
00:40:06: Nee!
00:40:09: Nie!
00:40:09: Also als klar schon mal aufgezogen hat,
00:40:11: dass das klappt.
00:40:12: Zirrette weggepasst aber ne, war nie Raucher nicht kein echter Raucher.
00:40:18: Früher wurde viel mehr geraucht.
00:40:20: ich fand interessant weil es passt zu meiner Beobachtung.
00:40:23: bei jüngeren Menschen ist das Rauchen auch jetzt lange extrem zurück gegangen.
00:40:28: Aber es gab wieder einen ganz kleinen Anstieg.
00:40:31: Ja,
00:40:32: also er ist
00:40:33: schon wieder vorbei im
00:40:34: Jahr zweitausend.
00:40:36: Also im Jahr zwei tausend fünfundzwanzig rauchten fünfzehn Komma sechs Prozent der jungen Leute.
00:40:40: Fünfzehn bis vierundzwanzigering und vier Jahre davor lag der Anteil bei vierzehn kommar fünf
00:40:45: okay.
00:40:47: Aber im Jahr, so noch mal ein paar Jahre davor bei... also du siehst es ging lange sehr stark runter und jetzt wieder so ein ganz kleines bisschen hoch.
00:40:54: Also ich war jedenfalls mit einigen dieser Raucher in dem Urlaub natürlich alle nicht süchtig.
00:40:59: Ja natürlich!
00:41:02: Könnte jederzeit aufhören?
00:41:03: Ja!
00:41:04: Könnt ihr jederzeit aufführen.
00:41:05: überhaupt rauche ich ja auch nur auf Partys und nur in Gesellschaft und nur weil ich will.
00:41:10: Du sitzt mit siebzehn Leuten am Tisch und dann stehen vierzehn auf Bevor das Essen kommt, nachdem man so ein paar Starthäppchen hatte und gehen rauchverrückt.
00:41:20: Und das denke ich jedes Mal was das eigentlich für eine absurde Welt ist, stell dir mal vor du würdest mit mit zwanzig Leuten sitzen am Abendessenstisch und dann sagen vierzehn Ich stehe mal kurz auf und gehe irgendwas machen da wird jeder sagen hey das ist was was das denn?
00:41:33: Was ist das denn?
00:41:33: Stell mal vor, du würdest im Büro arbeiten und weiß nicht.
00:41:36: Zweimal pro Stunde sagt irgendjemand, ich geh mal kurz fünf Minuten raus etwas machen.
00:41:39: Ja so läuft's auch.
00:41:40: Ich sag jetzt
00:41:40: mal bewusst etwas machen statt rauchen weil bei Rauchern akzeptiert das irgendwie jeder.
00:41:43: aber wenn du sagen würdest ich gehe irgendwas machen würde jeder denken hey wer steht denn beinem Essen einfach vom Tisch auf und geht?
00:41:49: irgendwas machen?
00:41:50: ja.
00:41:50: aber die nicht süchtigen Raucher in meinem Umfeld die machen das alle kamen dann
00:41:54: wieder.
00:41:56: was einem so jetzt so durch den Kopf geht es darf man gar nicht in so ein Mikrofon sprechen.
00:42:01: Auch da sind wir wieder bei den Gelüsten.
00:42:03: Aber wir sind ja, nein!
00:42:04: Wir sind ja bei den Süchten.
00:42:07: Ja,
00:42:07: im Formen.
00:42:08: Also und?
00:42:09: Wir sind auch schon wieder beim Rational.
00:42:11: Rational wird man hier sagen lasst das bitte.
00:42:16: Und die Antwort wäre ohja mach ich natürlich.
00:42:19: Ist völlig undenkbar oder?
00:42:22: Da sieht man doch was wir alles für Trottel sind.
00:42:26: Die verdammte Psyche.
00:42:28: Das gibt's doch gar nicht.
00:42:31: Ja, gut dass wir versuchen so ein bisschen Betreuung reinzubringen.
00:42:35: Diese Jetzt-Falle für mich beim Rauchen eigentlich wunderbar erklärt auf... Ich wirklich habe es ja letztens schon erzählt ich stand letztes Jahr oft zu vielen Beerdigungen und zu oft war mindestens mal viel Rauchen im Vorfeld doch bestimmt auch etwas was zum Krankheitsbild beigetragen hatte.
00:42:53: und dann stehst du bis zur Tauk.
00:42:54: Risikofaktor
00:42:55: neben Alkohol.
00:43:01: Wir unterhalten uns über so viel tragische Unfälle in Deutschland, aber die nach wie vor ist die größte Todesursache eben Gefäßkrankheiten, Herzinfarkt, Schlaganfälle usw.
00:43:13: Und dann natürlich das höchste Risiko Rauchen und Alkohol.
00:43:18: Ja oder zumindest ein Riesenrisiko?
00:43:21: Das fühlt ja schon einen ausreichend für das Rationale um zu sagen wir lassen das jetzt mal alle
00:43:26: Genau, deswegen auch jetzt Falle.
00:43:29: Wir bewerten das was wir im hier und jetzt bekommen als total wertvoll stehen da mega drauf Und denkt überhaupt nicht darüber nach was das für zukünftige folgen hat.
00:43:39: Ja es ist ja Es ist ja so spannend.
00:43:40: auf der einen seite wünschen wir uns im hier-und-jetzt zu sein und haben oft Das gefühlbar wir sind mit unseren sorgen irgendwo oder mit unseren ängsten vielleicht in der zukunft und Mit dem was schlimmes passiert ist in der vergangenheit aber eben nicht im her.
00:43:52: und jetzt wenn's Um dieses reine Belohnungsthema geht, gibt's in unserer Zeit Verarbeitung aber eine ganz starke Jetztfalle.
00:44:01: Jetzt macht Rauchen irgendwie Spaß!
00:44:03: Jetzt befriedigt das mein Bedürfnis jetzt befriedigt dass meine Sucht und da stehe ich natürlich auch beim Essen bin einerseits irgendwie unhöflich kommt mit Mundgeruch wieder einem krass erhöhten Krankheitsrisiko.
00:44:14: Du kennst auch die Studien dazu, also es ist ein alter Hut.
00:44:16: aber ich sage sie nochmal diese Marshmallow-Studie wo du den Kindern diesen Marshmellow hinlegst.
00:44:21: und manche schaffen es zu warten und andere eben fallen in diese jetzt, tappen in diese Jetztfalle und nehmen lieber den einen Marshmello jetzt anstatt auf dem zweiten zu warten den Sie bekämen wenn sie nicht sofort zuschlagen würden.
00:44:35: so Die Studie macht.
00:44:37: kurz noch dazugesagt galt lange als so ein Beweis für Selbstkontrolle, die dann später den Lebenserfolg vorher sagt.
00:44:44: Da haben wir hier schon mal darüber gesprochen das da mittlerweile Replikationsstudien zu gibt wo klar wird dass viele Faktoren damit rein spielen familiäres Umfeld soziale Herkunft oder das Vertrauen in die Erwachsenen in diesem Versuch.
00:44:57: aber die Grundidee bleibt eigentlich ganz anschaulich.
00:44:59: Menschen und auch schon Kinder stehen immer wieder vor Entscheidungen Ob ich jetzt die kleine sofortige Belohnung haben möchte?
00:45:07: Lecker die Kippe, lecker der Marshmallow oder eben die größere Belohnungen in der Zukunft.
00:45:14: So und das ganze gibt es eben in vielen, vielen Bereichen bei Verschuldung, bei übermäßigen Ausgaben, beide Aufnahme von Krediten, bei der Nutzung von Kreditkarten
00:45:23: usw.,
00:45:24: Menschen, die so eine ausgeprägte Jetztfalle in ihrem Kopf haben.
00:45:28: Bei denen gibt es eher die Neigung dazu, sich zu verschulden, die Schulden länger zu behalten, impulsiver Geld auszugeben mehr zu konsumieren und so weiter.
00:45:36: Besonders intensiv wurde das im Gesundheitsbereich untersucht.
00:45:38: deswegen kam ich aufs Rauchen aber auch bei Bewegung, bei Ernährungen, bei Vorsorgeuntersuchungen.
00:45:45: Es gibt eine französische Studie fand ich ganz interessant Die gezeigt hat dass Menschen mit so einer ausgeprägten Jetztfalle im Kopf zwar nicht häufiger mit dem Rauchen anfangen Aber später mit dem Rauchen aufhören und davor mehr erfolglose Aufhörversuche unternehmen.
00:46:01: So passt ja eigentlich ganz gut, ne?
00:46:03: Ja ich finde das passt was sowas von gut weil wie ich ja jetzt schon mehrfach betont habe die Ratio... Von der Ratio wäre es ja ganz einfach.
00:46:13: Hör auf fertig!
00:46:14: Du willst
00:46:15: nicht
00:46:15: sterben.
00:46:15: Genau.
00:46:15: Punkt dahinter ist aber nicht so.
00:46:18: Und das müssen wir uns klar machen.
00:46:20: Verstanden.
00:46:21: Ja genau und auch da passt es wieder mit diesem größeren Themen unserer Welt, Umwelt und Klimaschutz.
00:46:28: Da spielt das auch eine große Rolle.
00:46:29: Viele so Maßnahmen die unsere Umwelt schützen würden kosten ja erst mal Geld und erfordern vielleicht doch erstmal zusätzlichen Aufwand und die Vorteile zeigen sich dann erst Jahre später.
00:46:41: Und deswegen habe ich da jetzt gerade keinen Bock drauf.
00:46:45: Und da gab es ein Studie in Indien dass wenn du diesen Present-Bias oder nochmal das Fachwort eher stärker hast, eher weniger bereit in energieeffiziente Geräte bei Klimaanlagen oder Kühlschrank zu investieren, weil kostet im jetzt viel Geld und die Einsparungen werden erst längerfristig sichtbar.
00:47:06: Ja!
00:47:07: Und das ist einfach was, was du in vielen, vielen Bereichen findest.
00:47:10: Und da habe ich mich gefragt – im Leben vom Azushöder heute – gibt es dann noch so ein Marshmallow?
00:47:15: Gibt's da noch etwas wo du merkst, boah, dass das jetzt in deiner Zeitwahrnehmung total mächtig...
00:47:23: Wenn ich nachdenken würde, würde ich wahrscheinlich ganz ein Sack voll zusammenkriegen.
00:47:26: Also fangen wir mal mit den Gelüsten wieder an... wo ich nicht nein sagen kann ist es einen riesen Eierlikörbecher mit vier Kugeln Stracciatella und so viel Sahne.
00:47:39: Ich habe mich sogar letztes dabei ertappt dass sich dann nochmal zwei Kugel um ein bisschen Sahne nachbestellt haben.
00:47:45: Ja natürlich!
00:47:46: Und ich mag mich auch in dem Moment.
00:47:50: Kannst du genießen?
00:47:50: Kann ich total genießen.
00:47:51: Und okay, jetzt kommt tatsächlich bei mir die Vernunft wieder durch da ich aber relativ viel Sport mache und sonst ganz gut aufpaste.
00:48:02: mittlerweile passt das schon zusammen.
00:48:06: Wenn wenn du jetzt ganz groß ausziehst eben aufs Klima dann würde man mich wahrscheinlich auch bei vielen Entscheidungen ertappen und sagen naja komm das mach ich ja noch
00:48:18: mal Aber mit unserer
00:48:24: Lebensweise irgendwie alle immer ein bisschen mit drin.
00:48:29: Total, ich glaube das ist das Kernproblem.
00:48:33: Deswegen finde ich dieses Thema so spannend weil ich finde an unseren Fehlern im Umgang mit Zeit und diesen Fallstricken in unserem Kopf wird ganz klar deutlich wie schwierig das ist für Klimaschutzprogramme zum Beispiel zu greifen da so eine Langfristigkeit berücksichtigen müssten, weil wir dann die Zukunft denken müssten.
00:48:55: Weil wir uns von dem jetzt ein Stück weit trennen müssten und das ist sehr schwierig nicht unmöglich aber schwierig.
00:49:02: Es
00:49:03: ist ja fast unmöglich hier vorne und ich wohne in der guten Gegend den Altglaskontäner und den Pubcontainer oder einigermaßen organisiert und sauber zu halten.
00:49:15: Ist ja verrückt!
00:49:18: Total verrückt.
00:49:20: Bei mir sind das oft Gefühle ist mir aufgefallen Also kennst du vielleicht auch, dass man das Gefühl hat ich will mich jetzt besser fühlen und deswegen scheue ich Das Streitgespräch.
00:49:33: Ja, das sprichst natürlich mit
00:49:35: dem Spezialisten.
00:49:36: Ich hab so einen Freund da weiß ich genau, ich müsste ein Thema ansprechen schon länger Und ich mach' das nicht.
00:49:40: ja und das in ganz dummes ausweichen und vermeiden und sich irgendwie nicht trauen weil es in dem Moment dann immer netter ist da nichts zu sagen Als zu sagen, hey komm jetzt beiß einmal die Arschbanken zusammen und akzeptiere für den Moment das unangenehme Gefühl.
00:49:56: Aber hinten raus würde sich das lohnen!
00:49:58: Und das ist dann das wo du komplett in einem Boot sitzt auch mit den Leuten die rauchen oder egal welche andere Sucht.
00:50:04: du hast es natürlich so leichter von außen zu sagen als ja ungesund lass das mal.
00:50:08: Ja.
00:50:08: in dem moment ist es so viel leichter diesem Suchtdruck nachzugeben und sich das kurze gute gefühl zu holen beziehungsweise dass widerstehen nicht ertragen zu müssen Und das kenne ich eben auch total.
00:50:21: Das ist das, wo ich oft denke wie fies eigentlich dass es diese Jetztfalle so sehr in unserem Kopf gibt.
00:50:29: Ja hinzu kommt noch das muss vielleicht nachher ins Fazit aber das habe ich schon mal gesagt, dass du ja auch jede Woche nochmal anders den Themen gegenüberstehst.
00:50:43: Vielleicht vor drei Monaten war das Thema Klimaschutz extrem wichtig.
00:50:47: Im Moment hast du andere Schwerpunkte, weil du von Gefühlen gesprochen hast.
00:50:53: Die spielen ja auch unglaublich mit rein dass du im Moment emotional ganz anders wieder drauf bist was ich in den nächsten drei Monaten schon wieder ändern kann.
00:51:03: Richtig und das ist genau das was wir eben auch schon hatten und da wird hoffentlich auch so ein bisschen schon das größere Bild klar.
00:51:09: Am Anfang haben wir über diesen Fehler gesprochen, was ich jetzt will.
00:51:11: Will ich auch in Zukunft...
00:51:12: Ja genau!
00:51:13: Das hängt ja auch alles ein Stück weit zusammen.
00:51:16: Wir gucken eben nicht auf die Zeit ganz neutral sondern sie wirkt an so vielen Stellen verzerrt in unserem Kopf dass du dann gerade denkst, ich brauche jetzt die Klimaanlage und im Winter denkste dich wieder darüber nach und im winter ist dann plötzlich Klimakatastrophe kein Thema mehr?
00:51:31: Ich kriege auch dieses Beispiel, weil es mich persönlich betrifft.
00:51:35: Ich krieg natürlich jetzt immer mehr Werbung in sämtliche Timelines gespielt, wo es darum um Altersvorsorgung geht und da sind immer Bilder dabei, so idealisierte Bilder wie sowas aussehen kann.
00:51:51: Ihr Ruhestand!
00:51:52: Da sitzt ein Bärchen, sagen wir mal so Mitte-Sechzeh oder Ende-Sächzig jeder ein Glas Wein und schaut aufs Meer Bisher Idylle.
00:52:01: Oder man sitzt auf dem Segelboot, natürlich auch eine Flaschebier in der Hand.
00:52:07: Also alle Projektionen und Vorstellungen von Altersversorgung haben mit Saufen zu tun anscheinend!
00:52:15: Aber spinnen wir das jetzt weiter?
00:52:17: Du hast so viel Geld zur Verfügung, dass du jederzeit allein oder mit deinem Partner da irgendwo sitzen kannst und ein Glas Rotwein trinken kannst... Jetzt ist das wirklich das was ich
00:52:28: will?!
00:52:30: Und das ist ja das, was du eben beschrieben hast.
00:52:31: Dass man vielleicht jetzt einen Bedürfnis hat, weil du überarbeitet bist wie auch immer nach Ruhe.
00:52:38: und dann kommt der Schröder noch, der erzählt diese Geschichte mit dem Fischer, der da ganz lange am Meer sitzt und man denkt Das is es!
00:52:45: Das IST ES!
00:52:47: Und vielleicht ist sein Bedürfenes ganz anders?
00:52:49: Ja, verstanden.
00:52:51: Ja total, total.
00:52:52: und deswegen vielleicht auch hier wieder die Frage Was kann ich tun?
00:52:56: Um mit diesem starken Jetzt-Gefühl umzugehen.
00:53:00: Eine Sache, die man immer wieder hört sind Selbstbindungsstrategien.
00:53:04: Klingt ein bisschen sperrig und einfach erklärt.
00:53:06: Das ist so ein bisschen der... oder das war es doch, ne?
00:53:08: Der sich an den Mast gebunden hat, um den Sirenen zu widerstehen und sich noch irgendwie wachsends Ohr gemacht hat.
00:53:14: Das is' im Prinzip die Idee!
00:53:15: Ich hab da einen Typ gesehen, der ist irgendwie viral gegangen, der hat so einen weiß nicht drei kilo schweren Metallklotz als Handyhülle für sein iPhone erfunden Und das er so drum gepackt hat.
00:53:27: Sieht absolut ätzend aus, damit jetzt das iPhone zu halten.
00:53:30: also es ist wie eine Handel und er hat dazugeschrieben dass seine Screentime damit von sechs auf zwei Stunden reduziert wurde.
00:53:36: weil's einfach so äzend ist dieses Handy jetzt.
00:53:39: Das wäre im Prinzip der Angang, dass ich mir heute Regeln und Hürden schaffe dies meinem Ich erleichtern an meinen langfristigen Ziel festhalten an mein Zukunftsich zu denken.
00:53:52: Also dieses Jetzt So ein bisschen schwieriger zu machen.
00:53:55: Im Prinzip so, als würdest du die Zigarettenpackung in einen fetten Metallkasten packen, den zuschweißen und das Ganze in den See schmeißen.
00:54:02: Und dann müsstest du es daraus flexen um dranzukommen?
00:54:05: Das ist eine Idee!
00:54:06: Ich muss da eben die Notiz machen weil ich habe quasi das Wort zum Fazit hab' ich schon.
00:54:16: Okay, das ist das eine.
00:54:17: Allerdings gibt es neue Untersuchungen die sagen dass diese Selbstbindungsstrategien nicht immer die wirksamste lösen.
00:54:25: Es gibt sogar Situationen da kann es hilfreicher sein zwischen dem Erhalt von der Information und der eigentlichen Entscheidung bewusst etwas Zeit verstreiten zu lassen.
00:54:34: Das passt wieder zu unserem Abkühlen.
00:54:36: Ja was heißt immer wenn ich jetzt sage die Zigarettenpackung ist eingeschweißt am Boden des Sees Dann habe ich ja versucht sie komplett von mir fernzuhalten.
00:54:44: Diese Strategie würde jetzt darauf abziehen, Ich sehe die Zigarettenpackung und will sofort eine rauchen.
00:54:49: okay aber Jetzt verschiebe ich die Entscheidung zwischen ich hab diese packung gesehen also information für mein Hirn Und dem wollen Sie zu rauchen?
00:54:57: Jetzt verschibe ich diese entscheidung bewusst oben beispielsweise eine stunde und verlasse damit die situation.
00:55:02: Und wenn ich dann später nochmal darüber nachdenke, ist die Versuchung vielleicht schon deutlich kleiner.
00:55:08: Das mag jetzt beim Raucher mal so mal so sein, je nachdem wie süchtig der is'.
00:55:13: Sagt er vielleicht auch, boah ne' jetzt krieg ich hier schon halb Tremor?
00:55:16: Ich brauch dir jetzt unbedingt!
00:55:17: Aber diese sogenannten Partyraucher mit denen ich da unterwegs war, da hatte ich schon auf das Gefühl ja dass es für dich... du machst das hier gerade zur Routine nach einem Essen zu rauchen.
00:55:26: Ja genau.
00:55:27: Das machen die nämlich sonst im Alltag tatsächlich nicht immer.
00:55:29: Da ist es dann jetzt halt hier grad der Urlaub.
00:55:31: Wenn Du jetzt sagen würdest, ey okay.
00:55:34: Ich muss das jetzt gerade nicht entscheiden ob ich rauche oder nicht sondern ich entscheide es in einer Stunde.
00:55:39: Das fände ich sinnvoll.
00:55:41: und gehen wir weg vom Rauchen.
00:55:42: nehmen wir andere Situationen.
00:55:43: für mich wäre das zum Beispiel das Thema Essen.
00:55:46: nach so einem essen habe ich total Bock auf Nachtisch.
00:55:49: Ich könnte drei solcher Eisbächer essen sechs Tiramisu noch drauf schrauben und am Ende das ganze mit Tatufo runter spülen.
00:55:56: aber ich könnte auch sagen weil ich das mittlerweile oft gefühlt habe.
00:56:01: Ey, warte mal bis das Sättigungsgefühl nach so einem Essen kommt und statt schon direkt das Nächste haben zu wollen genießt doch gerade erst einmal wie geil noch diese Weisinnich-Niocchi da geschmeckt haben als Erinnerung und warte eine Stunde mit der Entscheidung ob du den Nachtisch willst.
00:56:16: Ja aber sehr gutes Beispiel!
00:56:17: Für persönliche
00:56:18: Erfahrungen, Stichbrunn Größe eins hilft mir total.
00:56:21: Glaub ich sofort, weil du wolltest vom Rauchen weg sehr gut.
00:56:25: Du sitzt jetzt mit zehn Leuten beim Italiener und hast dir vorgenommen, naja die ein zwei Kilo zu viel ab sofort kein Dessert mehr.
00:56:34: Jetzt bestellen aber acht von den zehn Bestellen Tiramisu oder Savagione Dann wird schwer.
00:56:45: Da sieht man auch wieder ich weiß gar nicht auf welche Falle das hier jetzt gerade passt dass das Umfeld ja eben auch entscheidend ist.
00:56:54: Das umfeld zieht dich mit.
00:56:57: Ich kann natürlich die Studie nicht benennen und ich bleibe auch im Wagen mit den Prozentsalen, aber eklatant unterschiedlich.
00:57:06: Die amerikanischen Vietnam Soldaten waren da viele Heroinsüchtig geworden in der Ferne und nahe der Mohnpflanze.
00:57:14: Und die, die dann so ein Entwöhnungsprogramm gemacht hatten wurden da zu fast neunzig Prozent wieder rückfällig.
00:57:23: und man hat festgestellt in der Heimat eben nicht, sobald sie eine andere Umgebung waren.
00:57:27: Und da sieht man ja, wie Sermann mitgezogen werden kann oder eben nicht.
00:57:31: Bei uns beiden ist es kein Heroin, das ist das Tiramisu.
00:57:35: aber wenn alle zehn am Tisch oder alle anderen neun sagen, nee keine Dessert dann sagst du wahrscheinlich auch für mich auch nicht.
00:57:45: Total und trotzdem auch dabei wenn das jetzt dann so reinklickt Jetzt hier gerade wäre die Entscheidung so einfach mit zu ziehen Auch da trotzdem zu versuchen sich zum Beispiel den Abstand derzeitig reinzubringen Das wäre es ja wert.
00:58:00: Wir werden hier nicht alle dieser Fallstricken mit dem Kopf, was die Zeit angeht heute auflösen.
00:58:04: Ich glaube das geht an vielen Stellen darum sie sich mal bewusst zu machen und dann für sich selber zu checken.
00:58:10: ach du ganz ehrlich ich esse ja auch oft...ich ess' ja dann nicht nur ein Theramisu sondern gerade bei den siebzehn Leuten bei den Freundinnen von uns bleibt oft etwas übrig und dann kannst du da noch ein paar vom Baum gefallene Äpfel vom Nachbar Teller klauen.
00:58:27: Das mache ich auch noch.
00:58:28: Und da hab' ich am Ende quasi zwei Tiere an mich so gegessen, aber mein Kopf verbucht das immer nur als eins weil das andere war ja nur so ein kleiner Löffel-Stolz.
00:58:35: Ja hier sitzen auch mal die beiden Leckereinkönige.
00:58:40: Nächster großer Fallstrick und zwar Die Ende gut alles Gut falle.
00:58:45: Klassisches Beispiel Studie zur Darmspiegelung klingt jetzt alles bisschen eklig Aber manche kennt es vielleicht auch schon.
00:58:52: Patientinnen und Patienten sollen dann im Rückblick bewerten wie schmerzhaft war denn dieser Eingriff.
00:59:00: Und wenn die Untersuchung zwar ein bisschen länger gedauert hat, aber am Ende nicht so schlimm war dann wird sie viel positiver bewertet als wenn das Ende besonders dofer richtig wehgetan hat.
00:59:11: Also eigentlich die Message... Wenn wir auf Zeit gucken spielt das Ende scheinbar eine besonders starke Rolle.
00:59:19: Also am besten den Schlauch bei der Darmspielung am Ende noch ein bisschen ruhig drin lassen oder was man auch mal rein schiebt.
00:59:23: Ich habe nicht keine genaue Vorstellung und dann langsam und vorsichtig und liebevoll rausziehen, damit das, was da vorwegetan hat vergessen wird und vor allem dass Ende seine Wirkung entfalten kann.
00:59:35: Das gab es auch bei irgendwelchen Abstrichen zu Gebärmutterhalskrebs, Früherkennung und ja im Prinzip immer das gleiche.
00:59:43: wenn das Ende besonders schmerzhaft war Dann bleibt das stärker in Erinnerung.
00:59:49: Also für mich ist es so, du hörst dir eine stunde langen tolles Konzert an und in den letzten fünf Minuten klingelt ein Handy.
01:00:01: Dann ist die komplette Experience viel stärker beeinflusst als wenn das in den ersten fünf Minuten geklingelt hat, weil dann hast du es Richtung Ende schon wieder vergessen!
01:00:09: Und das ist eben etwas was oft passiert.
01:00:12: So...und das gibt's auch in der Politik ganz stark.
01:00:18: Das Studienzeichen des Menschen Wirtschaftliche Leistung von einer Regierung häufig vor allem anhand der aktuellen wirtschaftlichen Lage beurteilen, also wie sich die Wirtschaft über die gesamte Amtszeit entwickelt hat spielt dann oft nur eine viel geringere Rolle.
01:00:35: Also, dass im Prinzip wieder das Ende viel mehr zählt als das Ganze davor.
01:00:40: Das ärgert mich ja auch oft, dass du das Gefühl hast da kriecht dann irgendein Gesundheitsminister richtig ein auf den Deckel.
01:00:46: aber eigentlich sind es die zehn Jahre Politik davor, die jetzt gerade wirken.
01:00:50: Stimmt!
01:00:50: Die Politik ist so
01:00:52: mit
01:00:52: das beste Beispiel weil das ist wahrscheinlich eine Herausforderung für alle Politiker-Politikerinnen
01:01:00: dies
01:01:01: auszuhalten.
01:01:02: Das ist ja auch oft ungerecht.
01:01:04: Du stehst für Sachen gerade, für die du nix ganz deine Erfolge feiern vielleicht schon andere ab.
01:01:10: Du gerätst trotz bester Politik in eine Wirtschaftskrise.
01:01:15: Ja sehr gutes Beispiel!
01:01:18: Also machen wir uns klar dass bei unserer Zeitwahrnehmung das Ende von einer Episode ein besonderes Gewicht hat und das ist eigentlich etwas was einerseits bisschen schade sein kann, weil der Teil da vorderlich nicht so wichtig ist.
01:01:33: Aber was man auch für sich nutzen kann?
01:01:36: Wie gehen wir damit um?
01:01:37: auch hier wieder eine Idee?
01:01:38: Mehrere Studien, sagt die Autorin von dieser Übersichtsarbeit zeigen das längere Zeiträume in kleinere Abschnitte unterteilt dazu führen dass wir uns nicht so sehr nur vom Ende beeinflussen lassen dass ich nicht nur einmal bewährte, wie war das jetzt insgesamt und zwar am Ende.
01:01:58: Sondern dass sich ... Nehmen wir mal sowas wie eine Liebesbeziehung, die vielleicht am Ende in die Brüche geht?
01:02:02: Nicht sagen okay, wir waren jetzt diese zwanzig Jahre insgesamt ja, bewertet nur gemessen am Ende, war das furchtbar weil da gab es Rosenkrieg und Streit oder was ist mit den Kindern und Geld und also Sorgen, sondern dass man für sich im Kopf behält hey, gab's davor vielleicht Einzelne Zeiträume und vielleicht auch so durchs Leben geht, ist jetzt meine Überlegung.
01:02:26: Und für sich sagt immer mal wieder ziehe ich Bilanz.
01:02:28: Und immermal wieder mache ich mir bewusst hey!
01:02:30: Jetzt ist wieder ein Jahr in meiner Beziehung um oder wieder ein halbes Jahr an meinem Beruf?
01:02:35: Oder wieder einen Ja im Zusammenleben mit meinen Kindern... ...und dann immer wieder zwischendurch sagt okay wie war denn dieses Jahr jetzt?
01:02:43: Wie würde ich das
01:02:44: bewähren
01:02:44: damit ich mich frei mache von manchmal kommen ja so Enden im Leben, zu sagen hey da wirken jetzt nur die letzten paar Monate dieser langen, langen Periode davor.
01:02:54: Sondern für sich klar zu wissen ey es scheint in unserem Kopf in der Zeitbewertung so einen sehr starken Fokus aufs Ende zu geben.
01:03:01: Deswegen beziehe doch viele kleinere Enden schon vorher mit ein um für dich ein besseres Urteil eine ehrlichere Bewertung von etwas machen zu können was länger dauert.
01:03:12: Ja.
01:03:13: Mhm.
01:03:14: Das stimmt.
01:03:14: So und damit Richtung Zielgrade als vorletzte große Falle, die große Gefühlefalle.
01:03:22: Das ist nochmal... Du hast schon eine
01:03:25: Ahnung?
01:03:25: Ja eigentlich freue ich mich besonders auf diesen Teil.
01:03:28: aber das Beispiel dass ich dafür habe hätte was glaube ich auch alles Aber hier am allerbesten.
01:03:34: Okay dann ich beschreibe mal ganz kurz da komm mit deinem Beispiel rein.
01:03:37: Also es geht darum dass wir ne Tendenz haben die Stärke und Dauer unserer zukünftigen Gefühlle das was in der Zeit noch kommen wird, zu überschätzen.
01:03:48: Also wir glauben oft dass uns eine Ereignis viel glücklicher oder auch unglücklicher machen wird als es später dann tatsächlich der Fall ist und außerdem dass dieses Gefühl länger anhalten wird als das tatsächlich tut.
01:04:00: Und dadurch schätzen wir zukünftige Situationen häufig falsch ein und treffen Entscheidungen die viel stärker von unseren Erwartungen als von der Realität geprägt sind.
01:04:11: Ja Und ja, nach dem Motto dann geht es... Also ganz vereinfacht gesagt.
01:04:15: Wenn das und das eintritt, dann geht's mir gut!
01:04:19: Das wäre so eine typische Aussage.
01:04:21: Passt auch auf den Liebeln.
01:04:23: Aber ich nehme das Beispiel mal direkt wieder raus, dass wird uns zu sehr in der Einrichtung führen.
01:04:29: Aber wenn ich den Abschluss erreicht habe?
01:04:33: Wenn ich mal das Ferienhaus endlich habe?
01:04:37: Ja da sind wir wieder.
01:04:39: In fünf Jahren endlich mein Rente bin Dass wir die großen Gefühle deinen verlagern in Erwartung, dass das so viel besser sein wird.
01:04:48: Und da bricht noch fast alle... ...dass es eben nicht so ist!
01:04:53: Ja
01:04:55: und selbst erfolgt
01:04:56: was du meinst?
01:04:56: Selbst
01:04:56: großer Erfolg.
01:04:57: wie oft haben wir schon das Beispiel gehabt, dass Leute wenn sie ehrlich waren gerade im Showgeschäft das noch erreicht um dann irgendwann festzustellen Da ganz oben die Tür die man aufmacht hinter der is gar nix Und das ist ein Trugschluss und er führt uns auch weg von uns.
01:05:16: Deswegen ist es vielleicht sogar der wichtigste Punkt, dass wir... Da täuscht die Zeit uns vielleicht auch am gemeinsten.
01:05:24: Dass wir alle mal denken, wenn das erstmal erreicht ist!
01:05:28: Wie geht's hier?
01:05:30: Ich hab jetzt noch ein, zwei schwierige Jahre aber dann komme ich in so ein ruhiges Fahrwasser und dann wird das alles her.
01:05:37: Das ist eben oft der Trug schluss.
01:05:39: ... dann so viel besser sich anfühlt.
01:05:44: Oder auch die anderen?
01:05:45: Und es
01:05:45: gibt's ja auch andersrum, dass man das finde ich eigentlich das Schöne daran... ...dass man manchmal Sachen hat wo man sich Monate im Voraus irgendwie verrückt macht und da wenn es vorbei ist merkt man war eigentlich halb so wild.
01:05:56: Ja!
01:05:57: Das ist ja fast die Regel, ne?
01:06:01: Dass man sich zuviel Sorgen
01:06:03: macht.
01:06:05: Warum passiert das?
01:06:07: Die Forschung nennt vor allem zwei Gründe.
01:06:08: der erste ist unsere Tendenz, uns bei einer Entscheidung viel zu sehr offen Einzelnes Ereignis zu konzentrieren.
01:06:16: Und da blenden wir den Rest aus.
01:06:18: Gab zum Beispiel eine Studie, da sollten die Teilnehmenden vorher sagen wie sie sich nach positiven und negativen Eregnissen zB in einem Fußballspiel Gewinnt dein bvb oder deinen weiß ich nicht deiner deine borussen aus glattbach gewinnen die oder nicht.
01:06:34: Oder nach einem raumfahrt unglück, oder nach einer nationalen krise.
01:06:38: also die leute sollten sagen wie würden sie sich danach fühlen?
01:06:42: Und im prinzip haben die leutes dann total überschätzt Wie Sie sich danach wirklich gefühlt haben weil sie sich ausschließlich auf dieses einzelne eignis in ihrer vorstellung konzentriert haben.
01:06:51: und alles andere was bis dahin ebenfalls passieren würde wird kaum berücksichtigt oder wird gar nicht mit eingepreist in die Intensität dieser späteren Gefühle, die man da jetzt versucht vorher zu sagen.
01:07:03: Und der zweite Grund warum wir da oft ein Fehler machen und denken Boah!
01:07:06: Die krassen großen Gefühlen, die wieder erwartend kommen dann vielleicht doch nicht so wie du es eben beschrieben hast?
01:07:12: Der ist ganz einfach dass wir diese unglaubliche Fähigkeit haben in unserer Psyche uns extrem anzupassen Und selbst wirklich belastende Ereignisse können verarbeitet werden.
01:07:25: Und selbst drastische Rückschläge sind etwas, was in dem Moment total weh tut und was Narben hinterlassen kann und was langfristig weh tut, wo aber ganz viele Menschen trotzdem ihren Umgang mitfinden.
01:07:36: Das wird oft extrem unterschätzt wie anpassungsfähig das Tier Mensch ist.
01:07:42: Und das finde ich etwas, das einfach wichtig ist uns klarzumachen.
01:07:47: Es ist super schwer für uns... auf so einem Zeitstrahl unsere Gefühle wirklich treffen, vorherzusagen.
01:07:54: Und deswegen so groß uns die Gefühlle davor kommen bei dem was wir uns vorstellen.
01:07:58: das wäre auch der Tipp für den Umgang Himmit mit einschätzen wie viel noch dazwischen passieren kann Wie gut wir uns anpassen können und eben ab sofort aufwissen dass wir uns da oft verschätzen und das viel zu sehr aufblähen.
01:08:12: Ja das ist wahrscheinlich Das Wort was hier am größten heute geschrieben werden muss das Einschätzel von gefühlen.
01:08:22: Ja, so schwer das ist.
01:08:24: Aber manchmal reicht ja auch zu wissen, dass zum Beispiel für mich mittlerweile total hilfreich, dass sich viele... gibt es noch mehr Studien die in so eine Richtung gehen?
01:08:33: Viele solcher Studien kennen wo gezeigt werden kann, dass es unglaublich schwer für uns ist abzusehen wie's uns damit emotional geht.
01:08:42: Natürlich brauchen wir jetzt nicht darüber diskutieren, dass dir schlechtgehen wird wenn jetzt dein Partner plötzlich ne Krebsdiagnose bekommt oder dein Kind was Schlimmes passiert.
01:08:51: Aber machen wir es mal weniger extrem.
01:08:52: Und wir nehmen Sachen, die vielleicht auch zum Leben dazugehören oder die schwierig sind wie z.B.
01:08:58: eine große Herausforderung im Beruf oder dass eine gute Freundin von dir in eine andere Stadt zieht und du plötzlich da sitzt und denkst, boah, die wird mir richtig fehlen.
01:09:06: Das sind Schwierigkeiten und das sind Herausforderungen.
01:09:09: aber wir sind eben nicht so gut darin vorher zu sagen, wie stark das emotional uns wirklich belasten wird und wie sich das wirklich anfühlen wird bis es dann passiert.
01:09:20: Ja, so eine Frage zum Beispiel.
01:09:21: Was wird das mit dir emotional machen?
01:09:24: Da kann doch keiner sicher antworten und die richtige Antwort wäre ... Kann ich nicht sagen... werden wir dann sehen!
01:09:35: Vielleicht ist es wie ein Wettertrend, also vierzehn Tage.
01:09:39: Klar wird's jetzt im Juli nicht plötzlich minus drei Grad aber ob das jetzt fünfundzwanzig Grad werden oder dreißig oder vielleicht auch ne achtzehnt Das kann ich eben nicht sicher sagen.
01:09:49: und je extremer, desto unwahrscheinlicher von mir aus.
01:09:52: aber irgendwo dazwischen liegt das dann.
01:09:54: Ja ja
01:09:56: der letzte große Fehler ist Die gute Planfalle.
01:10:00: Menschen unterschätzen total häufig, wenn es um Zeit geht wie viel Energie?
01:10:04: Wie viel Geld?
01:10:04: Wieviel Aufwand?
01:10:05: Irgendwas was ich mir davor genommen habe tatsächlich brauchen wird.
01:10:09: so und da jetzt nochmal für die Leute, die zum Beispiel rauchenlos werden wollen ja dann denkst du dir super das mache ich ab morgen und stell's fest da kommt doch wieder das nächste Abendessen und die Sucht meldet sich zurück oder nachdem du es drei Wochen durchgezogen hast kommt der eine schwache Moment und zack bis zu wieder drinnen.
01:10:25: Es ist einfach sehr Schwierig.
01:10:28: Und oft machen wir zu optimistische Pläne und treffen dann dadurch schlechtere Entscheidungen, weil wir im Jetzt nicht absehen können was die Zeit dann doch noch an mehr Kraft, mehr Ressource, mehr Energie von uns braucht.
01:10:42: Gab es das mal bei dir dass du so ein Projekt hattest?
01:10:44: Was ist ein Kalender wie so ganz klein aussah und dann plötzlich riesig
01:10:47: wurde?
01:10:47: Ja ja, ich glaube das kennen wir Freiberufler alle.
01:10:50: Du sagst irgendwas zu, das ist Ende nächsten Jahres.
01:10:53: Du sag so vollmundig zu mein Gott!
01:10:55: Das wird einen riesen Spaß.
01:10:58: Ja, am Ende war es einfach nur Arbeit.
01:11:01: Oder mir auch schon passiert die Idee... Ach so eine eigene Kneipe!
01:11:05: Das wäre ja eine tolle Sache und steht in der Kneipe als der große Zampanno.
01:11:11: Da ist er ja... Herzenmensch grüß dich, toll alle sind nett zu einem.
01:11:16: Und dann hast du diese Kack-Kneipe deine hacken und stellst fest oh da gehört ganz schön viel Arbeit und Fachkenntnis dazu Ja.
01:11:29: Du hast Einblick in eine Gastrogruppe, du weißt mittlerweile wie viel Planung, wie viel Arbeit drinstecken musstest und das eine ist vielleicht ein großer Erfolg, das andere so Mittel aber... Du kannst es einschätzen!
01:11:45: Aber wie oft lässt man sich von solchen Sachen verführen?
01:11:48: Da kommt das Ferienhaus sicher auch drin vor.
01:11:52: Das Ferienhaus ist sowieso oder die Ferienwohnungen sogar das Wohnmobil, nehmen wir es auch mal mit rein.
01:11:59: Das ist ja überladen mit Emotionen in der Zukunft.
01:12:04: Erwartete Gefühle, erwartete gute Gefühlen und tja
01:12:09: dann...das
01:12:10: geht sich ja in ein oder anderen Fall gut aus.
01:12:12: aber die meisten Ferienwohnungen und Häuser stehen leer.
01:12:17: Ja, stimmt.
01:12:19: Schönen wir man eins hat aber kenne ich nur zu gut denke ich dann immer wieder wenn Leute sowas haben boah das ist doch ja zwar Luxus aber auch nur nerv muss jeder für sich selber wissen?
01:12:29: Ich finde für mich persönlich zum Beispiel als ich jetzt hier diese allerersten kleinen Test-Shows gemacht habe für die neue Tour dass ich so gemerkt hab Du denkst, du startest jetzt.
01:12:40: Also noch mal als ich damals so was nachgedacht hab... Wie wäre das wohl auf so einer Bühne zu stehen?
01:12:45: Das weiß ich noch, weil ich in meinen Eltern öfter bei Volker Pispers dem Kabarettisten war.
01:12:49: und dann sitzt du da und der redet ja glaube ich drei Stunden, ist hier mittlerweile so eine Art Ruhestand würde ich sagen ohne Punkt und Komma und alles auswendig.
01:12:58: und du sitzt am Publikum und denkst oh mein Gott Wahnsinn!
01:13:00: Und der fängt ja irgendwie auch mit einem leeren Blatt Papier an.
01:13:04: und erst wenn man das Handwerk dahinter so ein bisschen versteht Versucht man ja auch zu begreifen, wie die Methodik ist.
01:13:09: Und ich finde wenn man dann da so sitzt und sich denkt okay du willst eine Show auf die Bühne bringen vor Leuten leeres Blatt Papier das wirkt unschaffbar.
01:13:17: Ja!
01:13:18: Und wenn Du dann denkst ah super das mache ich dann irgendwie in einem halben Jahr geht's los.
01:13:22: Das ist genau die guter Planfalle, da würde man das nicht hinkriegen.
01:13:25: Sondern du musst dann halt checken, boah das wird so viel Zeit, so viel Energie und so viel Aufwand kosten.
01:13:30: Das zum Beispiel für mich eben diese ganz kleinen Testshows der Gamechanger waren.
01:13:34: weil wenn ich dann damit am Schreibtisch sitze und weiß... Ich muss jetzt hier heute Abend was erzählen?
01:13:40: Dann entsteht auch etwas!
01:13:42: Also, statt dass du sagst, das muss hier perfekt werden und ich muss direkt den ganzen Plan umsetzen.
01:13:47: Ich muss direkt Stuttgart-Einundzwanzig den Superbahnhof bauen.
01:13:50: So ein bisschen mehr.
01:13:50: diese amerikanische Mentalität macht doch erst mal was, was irgendwie funktioniert und schraubt dann weiter an diesen Prototypen rum bis er fertig ist.
01:13:59: Das finde ich ist etwas, was uns hier auch oft helfen würde weil wir sonst ganz oft sitzen und diese Vorschein davon haben wie einfach es doch wirkt Im hier und jetzt.
01:14:11: Und wie viel schwieriger das dann ist in der Realität, zeigt sie eben erst hinten raus?
01:14:15: Ja mensch ich wollte es dir eigentlich verschweigen Aber ich muss es dir jetzt sagen an dieser stelle Achtung jetzt ist ein wichtiger moment voller demut.
01:14:25: Sitt sich dir hier gegenüber Leon bist du ganz ohr
01:14:29: ja immer.
01:14:30: Ich habe
01:14:31: einen projekt zugesagt dieses in.
01:14:35: Das ist im Anfang november Und ich weiß, ich habe es zugesagt voller Begeisterung, voller Euphorie.
01:14:43: Ich habe mich quasi schon auf der Aftershow-Party da abfeiern sehen und das ist klein gegen groß mit Keiflaume und da werde ich gegen einen sehr jungen Menschen antreten.
01:14:58: Ich weiß doch gar nicht ob das Mädchen oder Junge ist und der oder die kann anhand von tausend Figuren sagen, wo die stehen in der Miniatur Wunderland.
01:15:11: In Hamburg.
01:15:12: Das ist Amerika Key West Steg neben dem grünen Haus vorne.
01:15:21: so und ich habe jetzt das ganze Material gekriegt um das auswendig zu lernen.
01:15:27: Ist
01:15:27: ein Scherz für
01:15:27: kein Scherzt.
01:15:28: Tausend Figuren.
01:15:29: Warte ganz seitdem das interessiert mich.
01:15:30: Das heißt man kriegt dann von so einer Produktion Weiß ich nicht.
01:15:34: Ein PDF mit tausend Seiten, wo tausende Figüchen fotografiert sind.
01:15:37: und jetzt soll sie lernen?
01:15:38: Genau!
01:15:40: Ich stehe mit einem Gedechnis Weltmeister und Trainer im Kontakt... Alter!
01:15:50: Jetzt hast du den letzten Punkt, das war genau so, also hättest du gewusst was ich da zugesagt habe.
01:15:56: Ja
01:15:58: Und das Kind kann das wahrscheinlich alles schon perfekt?
01:16:00: Ich weiß
01:16:00: ja wie Kinder sind Die gucken noch einmal drüber und wissen alles.
01:16:05: Ja und ich bin ja kein Kind mehr streng genommen.
01:16:10: Naja, weil es heute so schöner reinpasst.
01:16:13: Ich werde dich auf den laufenden halten.
01:16:14: Das
01:16:14: würde ich sagen das ist kritisch eine Idee die sich vielleicht davor befreit hätte oder vor geschützt hätte das anzunehmen.
01:16:23: als letzter Gedanke hier wäre bei solchen momenten mal ne Außenperspektive einzunehmen Und nicht zu fragen wie lange werde ich dafür brauchen sondern Wie lange würde wohl eine andere Person für diese Aufgabe brauchen.
01:16:37: Und das fand ich schön, weil die Forscherin sagt dass es Studien gibt, die zeigen, dass Menschen aus dieser Perspektive stärker auf konkretes achten und den Zeitaufwand realistischer einschätzen und insgesamt dann auch etwas weniger optimistisch planen, weil man vielleicht eben nicht daran geht und denkt Ich bin ja zu schulder, ich krieg alles hin sondern ich bin Autonomalverbraucher um tausend Figürchen zu lernen.
01:16:59: da würde man ja schon wahrscheinlich an der ja irgendwie noch in der Eintönigkeit Scheiße.
01:17:06: Also bei, ich weiß nicht... Nach Seite dreißig hätte ich doch keinen Bock mehr.
01:17:10: Ja,
01:17:10: ich bin jetzt auf fünfundreißig.
01:17:12: Ja?
01:17:13: Sonst tausend!
01:17:17: Weil wenn ich einen nennen müsste der sowas ähm ja der sowat behauptet dass er da genau du bist der Pecherkennner
01:17:23: und
01:17:24: sagst das zu aber als ob du jetzt tausende Seiten da dir rein haust wobei wie ich dein Hirnkenne reicht das bei dir wenn du jeder einmal anguckst.
01:17:36: Ich halte euch alle auf den Laufenden, sagen wir es mal so.
01:17:38: Bitte!
01:17:40: Sehr schön.
01:17:43: Um ehrlich zu sein habe ich total Spaß an der Herausforderung.
01:17:47: Kannst du das verstehen?
01:17:49: Gut, das verstehe ich hundertprozentig.
01:17:52: Fassen wir zum Schluss noch mal zusammen, haben wir uns heute damit beschäftigt.
01:17:56: Das Zeit in unserem Kopf nicht einfach tickt wie eine Atomuhr sondern dass wir an ganz vielen Stellen eine gestörte Zeitwahrnehmung haben.
01:18:05: Und ich habe jetzt immer von Fehlern oder von Fallen gesprochen, aber es ist ganz wichtig dass diese Biases wie wenn der Psychologie sagen ja oft auch Abkürzungen sind und Versuche sind von unserem Kopf Energie zu sparen.
01:18:17: Natürlich isst ihr eine Umweltkatastrophe die gerade zwei Tage her ist viel präsenter im Kopf als eine Umwelt Katastrophe Die fünfzig Jahre hier
01:18:26: ist.
01:18:27: natürlich macht das an ganz vielen Stellen Sinn sich erst mal ums hier und Jetzt zu kümmern Als um die Zukunft.
01:18:32: sagen wir du hast dir gerade mit dem Beil in der Steinzeit irgendwie ins Oberschenkel gehackt, dann ist das jetzt gerade wichtiger als Vorräte für den Winter anzulegen.
01:18:42: Das heißt Bias sind nie einfach nur so in unserem Kopf sondern haben oft auch eine Funktion und trotzdem macht es Sinn sich mit denen zu beschäftigen sie zu kennen.
01:18:52: Sechs Stück haben wir uns angeguckt.
01:18:54: Das erste war was ich jetzt will, will ich auch in Zukunft ne?
01:18:57: Wir glauben fälschlicherweise dass die Bedürfnisse von heute Dann haben wir uns den Recency-Bias, die letzte Wortfalle angeguckt.
01:19:07: Wo das was gerade passiert ist unsere Entscheidungen und Überlegungen viel stärker beeinflusst als das davor.
01:19:13: dann die Jetztfalle dass wir oft die sofortige Belohnung wollen Kippel jetzt oder Marshmallow jetzt?
01:19:19: Ja!
01:19:19: Dann die Ende.
01:19:20: gut alles Gut.
01:19:21: Falle wo es bei den Darmspiegelungen darum ging dass das Ende eben ein besonders starken Einfluss hat Die großen Gefühle wo wir gesagt haben, dass wir oft überschätzen wie stark die Gefühle sein werden.
01:19:32: Wenn was Tolles passiert oder wenn was Negatives passiert und das in der Gegenwart dann oft beeinflusst, wie sehr wir uns etwas wünschen oder wo wir hinwollen.
01:19:39: und jetzt zum Schluss den guten Plan, wo du uns eigentlich das perfekte Beispiel mit dem Miniatur Wunderland gegeben hast.
01:19:47: Ja!
01:19:49: Ich drück dir alle Daumen und ich glaube an
01:19:51: dich.
01:19:51: So... Jetzt ist der Druck endgültig hoch.
01:19:57: Schön, dass du wieder da bist.
01:20:00: Ich freu mich auch.
01:20:01: Zeit ist kein einfaches Thema, das ist nicht ohne Grund, dass es da wahrscheinlich zig Tausende philosophische und psychologische Abhandlungen zu gibt aber vielleicht konnten wir heute ein paar neue Gedanken dazu mitgeben.
01:20:12: Und in diesem Sinne, Atze Malier?
01:20:15: Wir hören uns!
01:20:16: Ich drück dich!
01:20:17: Nächste Wortinzer, ich dich auch.
01:20:19: Tschüss!
01:20:28: Jetzt abonnieren auf Spotify, dieser iTunes und überall wo es Podcast gibt.
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